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Direktzug nach Düsseldorf soll auch in Güldenwerth halten

Mit dem Regionalexpress (RE) 47 wird zum Fahrplanwechsel 2022/2023 eine stündliche Direktverbindung der Bahn zwischen Remscheid und Düsseldorf eingerichtet. Die Fraktionen von SPD, Grünen und FDP freuen sich, dass nach langen Jahren dieses Remscheider Anliegen endlich umgesetzt wird. Gleichwohl nehmen sie zur Kenntnis, dass der Bahnhof Remscheid-Güldenwerth bei Verwirklichung der bisherigen Planungen nicht nur von dem neuen Angebot des RE 47 ausgeschlossen sein würde, sondern die Anbindung sich sogar gegenüber dem gegenwärtigen Zustand verschlechtern würde. Mit Blick auf das Ziel, die Mobilität mit Bus und Bahn attraktiver zu gestalten und mehr Menschen zu einem Umstieg auf den ÖPNV und den SPNV zu bewegen, sei dies nicht nachvollziehbar, meinen die drei Fraktionen und haben zur Sitzung des Rates am 20. Juni den Entwurf einer Resolution vorgelegt, sie sich an den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) richtet, um eine Änderung der Planungen zu erreichen und den Bahnhof Güldenwerth ebenfalls an den RE 47 anzubinden.

Nachfolgend der Resolutionsentwurf:

„Der Rat der Stadt Remscheid begrüßt die Einrichtung einer Direktverbindung auf der Bahnstrecke zwischen Remscheid und Düsseldorf mit dem Regionalexpress (RE) 47 und fordert den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) auf, den Bahnhof Remscheid-Güldenwerth ebenfalls als Haltepunkt für den RE 47 zu berücksichtigen. Begründung: Bislang stellt die Linie S 7 für die Stadt Remscheid die einzige Anbindung an den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) dar. Fahrgäste, die nach Düsseldorf reisen, müssen zwingend in Solingen umsteigen. Nur am Haltepunkt Remscheid-Lüttringhausen bestehen mit der Anbindung an den RE 4 und den RE 13 (jeweils ab Wuppertal-Oberbarmen) zwei weitere gleichwertige Verbindungen nach Düsseldorf. Der Umstieg in Solingen Hauptbahnhof (Hbf.) von der S 7 in die S 1 in Richtung Düsseldorf ist der Haltepunkt mit dem höchsten Umstiegsaufkommen im gesamten VRR-Gebiet. Die Notwendigkeit, in Solingen umzusteigen, beeinträchtigt nicht nur den Komfort, sondern bietet für die Fahrgäste eine Sollbruchstelle auf ihrem Weg, wenn aufgrund von Verspätungen der Anschluss nicht erreicht werden kann. Diese Situation beeinträchtigt die Attraktivität der Bahnverbindung von Remscheid nach Düsseldorf erheblich. Lediglich am Morgen und am Nachmittag bestehen in der Hauptverkehrszeit einzelne durchgehende Verstärkerfahrten.

Die Stadt Remscheid setzt sich daher bereits seit langen Jahren für eine durchgehende Bahnverbindung von Remscheid nach Düsseldorf ein. Nunmehr wird zum Fahrplanwechsel 2022/2023 mit dem RE 47 eine stündliche neue Direktverbindung zwischen Remscheid und Düsseldorf eingerichtet. Damit wird ein jahrelanges Anliegen Remscheids endlich umgesetzt. Der RE 47 wird in Remscheid die Haltepunkte Remscheid-Lennep und Remscheid Hauptbahnhof an- fahren, jedoch den Haltepunkt Remscheid-Güldenwerth nicht bedienen. Mit dem Verzicht auf mehrere Halte auf der Strecke wird nicht nur der Umstieg in Solingen entfallen, sondern die Fahrzeit zwischen Remscheid-Lennep und Düsseldorf Hauptbahnhof um zehn Minuten verkürzt werden. Der Mehrwert der Direktverbindung nach Düsseldorf besteht aus unserer Sicht in erster Linie in dem Wegfall des Umstiegs in Solingen und erst nachrangig in der verkürzten Fahrzeit. Die RE 47 ist daher insbesondere für Remscheid und die Solinger Ortsteile, die vor dem Solinger Hauptbahnhof liegen, von Interesse, da für diese Fahrgäste der Umstieg entfällt, während die Fahrgäste, die ab Solingen Hauptbahnhof in Richtung Düsseldorf reisen, bereits jetzt nicht umsteigen müssen.

Aus welchen Gründen also in Remscheid ein Haltepunkt nicht angefahren wird und damit der gesamte Remscheider Westen und auch Fahrgäste vom Hasten und Teilen der Innenstadt von dem RE 47 abgekoppelt werden, ist nicht nachvollziehbar. So werden die beiden Haltepunkte Solingen-Grünewald und Solingen-Mitte beispielsweise angefahren, obwohl diese nur einige hundert Meter auseinanderliegen. Wir sind bereit, auf den Vorteil, den eine verkürzte Fahrzeit bietet, zu verzichten, um stattdessen auch Remscheid- Güldenwerth an die neue Linie anzubinden. Mit der Einführung des RE 47 werden künftig die so genannten Verstärkerfahrten auf der Linie S 7 wegfallen. Bislang bestehen zwei Verstärkerfahrten von montags bis freitags zwischen 8 und 9 Uhr (Remscheid-Lennep – Düsseldorf Hbf.) und zwei Verstärkerfahrten zwischen 16 und 18 Uhr (Düsseldorf Hbf. – Remscheid-Lennep) mit Halt in Remscheid-Güldenwerth auf dieser Strecke. Zudem werden ebenfalls Verstärkerfahrten auf der Linie S 1 wegfallen. Bislang verkehren montags bis freitags zwischen 7 und 8 Uhr insgesamt vier solcher Fahrten, die ab Solingen Hbf. einen 10-Minuten- Takt für die S 1 bis Düsseldorf Hbf. sichern, während die S 1 ansonsten im 20-Minuten-Takt verkehrt.

Von diesen Fahrten profitieren Fahrgäste aus Remscheid insofern, als die mögliche Wartezeit nach einem verpassten Anschluss in Solingen Hbf. verkürzt wird. Fahrgäste, die in Remscheid-Güldenwerth einsteigen, müssen sich also in der Hauptverkehrszeit zusätzlich auf eine längere Wartezeit einstellen, wenn sie den Anschluss im Solinger Hauptbahnhof nicht erreichen. Der Bahnhof Güldenwerth würde bei Umsetzung der bisherigen Planungen nicht nur von dem neuen Angebot des RE 47 ausgeschlossen, sondern das Bahnangebot verschlechterte sich sogar gegenüber dem gegenwärtigen Zustand. Mit Blick auf das Ziel, die Mobilität mit Bus und Bahn attraktiver zu gestalten und mehr Menschen zu einem Umstieg auf den ÖPNV und den SPNV zu bewegen, ist es nicht nachvollziehbar, wenn sich für den Remscheider Westen, den Hasten und Teile der Innenstadt das Bahnangebot verschlechtert.“

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Kommentare

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Dirk Schaefer am :

Wäre schön, wenn man sich von der Politik auch mal so für die S7 einsetzen würde. Denn der RE 47 muss zwischen den Fahrten der S7 ''hindurch''. Und die bleiben gerne mal,wegen einer ''Reparatur am Zug'' unterwegs hängen. Da nutzt dann auch nichts, dass man die zehn Schritte beim Umsteigen am Solinger HBF spart. Aber zumindest dürfen sich die Politiker auf ihrer Fahrt nach Düsseldorf über eine besondere Rarität freuen. Die von der Regiobahn eingesetzten, über 20 Jahre alten Züge vom Type Integral S5D95,gibt es nur 17 mal in der Bahnwelt. Der letzte Besitzer, die Bayrische Oberlandesbahn, hatte die Züge unter anderem wegen ihres,um 86% höheren Stickoxid-Ausstoß gegenüber modernen Zügen ausgemustert. Weitere Gründe sind wohl auch die deutlich reduzierte Lärmbelastung in neuen Zügen. Dazu kommt noch: ''Auch ist die Ersatzteilversorgung für die Integral-Züge ist seit der Insolvenz des Unternehmens im Jahre 2001 stark eingeschränkt'' Ob der R47 für für die Strecke also eine Entlastung oder doch eher eine Belastung wird, muss sich zeigen. In Sachen Umweltschutz zeigt sich aber, dass Bequemlichkeit dann wohl doch wichtiger ist.

Jan Klaas am :

Schließe mich an, statt Solingen Grünewald sollte dann lieber Remscheid Güldenwerth bedient werden. Möchte aber auch darauf hinweisen dass bei Verwendung der Bezeichnung Regionalexpress es dazu gehört, dass nicht alle Halte bedient werden und dieser dann auch der Bezeichnung gerecht werden sollte. Andernfalls besteht ja noch die Möglichkeit der Einteilung als Regionalbahn.

Lothar Kaiser am :

VRR-Vorstandssprecher Ronald R. F. Lünser hat inzwischen angekündigt, ab 2028 werde der neue Direktzug zwischen Remscheid und Düsseldorf auch am Haltepunkt Güldenwerth Station machen. Das berichtete heute Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz dem Rat der Stadt. Doch dies reichte den Politikern nicht, um auf ihre Resolution zu verzichten. Sie wurde vielmehr einstimmig angenommen. David Schichels Vorschlag, beim VRR einen Wechselmodus zwischen Haltestellen in Solingen und der Haltestelle Güldenwerth in Remscheid einzurichten, will der OB an den VRR weitergeben.

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