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Juni 2012: Der Waterbölles blättert zurück

Schäfchenwolken vor blauem Himmel. Wer den Wetterbericht gehört oder gelesen hatte, freute sich darüber, dass der angekündigte Regen Anfang Juni 2012 beim Jubiläum zum 100jährigen Bestehen des Freibades im Eschbachtal ausblieb. Leider kamen außer den Jungen und Mädchen der Kita „Johannesnest“, die die Badesaison mit Liedern eröffneten, und  der Gruppe „E-Dancer“ gerade mal ein paar Dutzend Gäste zum Jubiläum, und keiner von ihnen hatte eine Badehose oder einen Badeanzug dabei. Dafür war es trotz Sonne einfach zu kalt.

Man sieht es eigentlich überall in der Stadt: Lkw parken in Wohngebieten und stören im  Stadtbild. Besonders, die Anwohner, die im Parterre wohnen, haben durch einen Lkw schon einmal ein Wochenende völlige Verdunklung. Startet solch ein Lkw  frühmorgens, dann ist die gesamte Nachbarschaft geweckt, besonders wenn der Wagen noch warmlaufen muss; Parterre-Bewohner müssen aus dem Bett springen und schnell die Fenster schließen. Richtig ärgerlich und bedrohlich wird die Angelegenheit, wenn wochenlang oder das gesamte Wochenende eine ganze Lkw-Reihe eine gesamte Anwohnerstraße blockiert. Darüber gab es in Remscheid – auch bei Oberbürgermeisterin Beate Wilding – vor zehn Jahren Beschwerden. „Es sind eindeutige Regelungen und auch Lösungen gesucht“, hieß es damals in der Stadtteilzeitung Rosenhügel.

Kurz vor der Freigabe stand vor zehn Jahren die neue Stützmauer an der „Straße Osterbusch. Samt Schutzzaun auf der Mauerkrone. Was dann noch fehlte, war die mit der Stadt Remscheid vereinbarte Bepflanzung der Böschung oberhalb der Mauer.

Im Juni 2012 berieten die Ratsfraktionen über ein wohnungspolitisches  Handlungsprogramm. Bis 2030 sinke in Remscheid die Einwohnerzahl von 110.600 auf 93.000, hieß es damals. Das war ein Rückgang um fast 16 Prozent. Heute liegt die Zahl wieder über 111.000.

An der Stuttgarter Straße (früher Bauluststraße) wird seit mehr als 119 Jahren Unterricht erteilt, genauer: seit dem 2. März 1893. Damals wurde das neue  Gebäude für die „Höhere Töchter-Schule“ eingeweiht (andere Namen: Städtisches Lyzeum, Oberlyzeum, Frauenoberschule). Vor zehn Jahren begann eine Untersuchung möglicher Standorte innerhalb des Remscheider Stadtgebietes für einen neues Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung. Das Ergebnis ist bekannt und an der Schmalkalder Straße am, Bahnhof zu besichtigen.

Im Juni 2012 wollten Unternehmer Michael Kleinbongartz , damals noch FDP-Ratsmitglied, und Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein wissen, wo Remscheider Unternehmer der Schuh drückt und wo die Wirtschaftsförderung der Stadt im Einzelfall ihrem Namen gerecht werden kann. Und deshalb hatten sie ihre Einladung an die Remscheider Firmenchefs in einer Pressekonferenz publik gemacht: Am 13. Juni sollten die Unternehmer im Kleinen Sitzungssaal des Rathauses sagen können, was sie schon immer sagen wollten. Und wer erschien dann zum Termin? Niemand – außer zwei Pressevertretern, dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Fred Schulz, Kleinbongartz und Sonnenschein. Die Remscheider Unternehmer, ein Kreis von wunschlos Glücklichen?  Oder lag’s an der fehlenden schriftlichen Einladung auf Büttenpapier?

Aus „Ärztehaus und Altenwohnungen über der Parkpalette“ an der Bergstraße in Lennep wurde nichts. Nach der der Kölner Health-Center-Consulting GmbH (HCC) Vor zehn Jahren kam der Stadt wieder ein Investor abhanden, die Aachener „Kadans Real Estate GmbH“, eine Investoren- und Entwicklungsgesellschaft für Gewerbeimmobilien mit Muttergesellschaft in den Niederlanden. Gründe für den Rückzieher der Firma wurden damals nicht bekannt. Und von Seiten der Kommunalpolitiker wurde auch nicht nachgefragt. Und wieder hat die Stadt Remscheid die marode Parkpalette „am Bein“, bis sich dann doch noch jemand fand. Ob‘s an einem Preisnachlass lag?

13.083 Unterschriften für den Erhalt der Symphoniker nahmen im Juni 2012 Oberbürgermeisterin Beate Wilding und Kulturdezernent Dr. Christian Henkelmann entgegen. Eine Abordnung der Remscheider Orchesterfreunde hatte sich im Wildings Büro gebracht. Der Verein hatte die Unterschriften in den vergangenen Wochen nicht nur auf Papier (5741), sondern auch online (4892) eingesammelt. Und weitere 2.450 Unterschriften waren auf Initiative der Julius-Spriestersbach-Grundschule von Schüler/innen und Lehrer/innen zahlreicher Remscheider Schulen hinzu gekommen. Ein Ergebnis, mit dem Harald Lux, der Vorsitzende der Remscheider Orchesterfreunde (195 Mitglieder), mehr als zufrieden sein konnte. Die Aktion bestärkte damals Solingens Oberbürgermeister Norbert Feith in seiner Haltung, dass sich Remscheid auf dem Orchester-Vertrag nicht verabschieden könne, sondern weiter zahlen müsse, was dann auch ein Gutachter attestierte.

Wer kostenfrei in einer mobilen Fasssauna schwitzen wollte, konnte das im Juni 2012 im Freibad Eschbachtal zu dessen 100-jährigen Bestehen. Die Fasssauna bot Platz für sechs bis zwölf Gäste, die gemeinsam bei rund 90 Grad schwitzen konnten. Die Nutzung der Sauna war allerdings nur in Badekleidung erlaubt, für die weiblichen Gäste nicht einmal nur „oben ohne“.

"Auf dem Scheid" hieß das Gelände früher, auf dem zwischen 1902 und 1906 das Remscheider Rathaus entstand.  "Schöttenfeld" (Schützenfeld), "Kaiserplatz" und "Rathausplatz" folgten, danach dann der "Theodor-Heuss-Platz", wie der Waterbölles vor zehn Jahren berichtete. Links auf dem Foto oben aus dem Jahre 1929 ist die Markthalle zu sehen, der der Remscheider Schützenverein zunächst kritisch gesehen hatte. Dort steht heute die Stadtsparkasse, die 1929 noch im Rathaus untergebracht war. Am rechten Bildrand sieht man das Dach der alten Vereinsschule  (aus: „Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild“, von Rolf Lotzmann, erschienen 1994 im Wartberg-Verlag).

Schuhhändler Jochen Rohr und Tanzlehrer Ralf Wieber – der eine als Vorsitzender und der andere als Geschäftsführer des als Trägergesellschaft für eine spätere Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) gegründeten ISG Alleestraße e.V. – präsentierten im Juni 2012 auf der Alleestraße das neue Vereinslogo, um dem Image-Problem der Alleestraße zu begegnen, leider mit einem allzu bescheidenen „Maßnahmenkonzept“. Geholfen hat es leider nichts. Und heute spricht niemand mehr von der ISG. Jetzt sind die Stadtplaner am Zuge.

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