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Zahl der Arbeitslosen insgesamt rückläufig

Pressemitteilung der Agentur für Arbeit

Im bergischen Städtedreieck waren im Juni 25.723 Menschen arbeitslos gemeldet, 120 weniger als im Vormonat und 3.036 weniger als vor einem Jahr. Damit liegt die bergische Arbeitslosenquote bei 7,8 Prozent (Vorjahr 8,7 Prozent). Die Spanne reichte im Juni 2022 von 6,9 Prozent in Remscheid bis 8,5 Prozent in Wuppertal. Die Jugendarbeitslosigkeit blieb weiterhin niedriger als im Vorjahr und die Langzeitarbeitslosigkeit weiter rückläufig.

Offen war die Frage, ob die Arbeitslosigkeit bereits im Juni steigen würde, denn seit dem 1. Juni übernehmen die Jobcenter die ukrainischen Geflüchteten in das SGB II. Während sich dieser Prozess in Wuppertal und Solingen noch nicht in steigenden Arbeitslosenzahlen spiegelt, ist in Remscheid schon ein Anstieg zu verzeichnen. „Auch in Solingen und Wuppertal werden die Zahlen in den kommenden Monaten deutlich steigen", so Martin Klebe, der Chef der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal.

Zwar steigt die Jugendarbeitslosigkeit gegenüber Mai 2022 aufgrund der frühen Schulferien saisonal bedingt leicht an, im Vergleich zum Vorjahr ist sie aber deutlich zurückgegangen. Die Langzeitarbeitslosigkeit verringert sich über beide Rechtskreise hinweg sowohl im Vormonats- wie auch im Vorjahresvergleich. Die unmittelbar bevorstehenden Sommerferien haben die Einstellungsbereitschaft der Arbeitgeber etwas abgebremst und zu einem Rückgang der Stellenmeldungen geführt.

591 neue Stellengesuche im Juni sind 117 weniger als im Vormonat und 68 weniger als im Vorjahr. Die Nachfrage an Arbeitskräften ist im Bergischen Städtedreieck um 10,3 Prozent (-68 Stellen) zum Vorjahresmonat gesunken. Im Vergleich zum Vormonat wurden 117 (-16,5 Prozent) neue Stellen weniger gemeldet.

In folgenden Berufsgruppen werden Arbeitskräfte gesucht: Büro und Sekretariat Lagerwirtschaft, Post, Zustellung, Güterumschlag Metallbearbeitung Verkauf Werbung und Marketing Erziehung, Sozialarbeit, Heilerziehungspflege Maschinenbau- und Betriebstechnik Fahrzeugführung im Straßenverkehr Arzt- und Praxishilfe. Bei den neu gemeldeten Stellengesuchen handelt es sich überwiegend um Stellen der Arbeitnehmerüberlassung. Es werden aber auch freie Stellen aus den Berufsgruppen des verarbeitenden Gewerbes, den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen, des Gesundheits- und Sozialwesens sowie aus Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen gemeldet.

Bei den geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainern steht an erster Stelle die umfassende humanitäre Versorgung. Mit Blick auf den fortdauernden Krieg werden viele Geflüchtete länger in Deutschland bleiben und neben der Sicherstellung einer materiellen Grundsicherung wächst das Bedürfnis auf Teilhabe am Arbeitsmarkt. Vor diesem Hintergrund übernehmen die Jobcenter die Geflüchteten nun in die Grundsicherung nach dem SGB II. Sie haben bei Vorliegen der Voraussetzungen Anspruch auf Leistungen  der Grundsicherung (Regelbedarfe, Mehrbedarfe, Kosten für Unterkunft und Heizung, Bildung und Teilhabe sowie Einzelbedarfe). Ebenso wie bei allen anderen Leistungsberechtigten ist eine Antragstellung erforderlich. Voraussetzung für den Bezug von SGB II-Leistungen ist eine Fiktionsbescheinigung oder eine Aufenthaltserlaubnis nach Paragraph 24 AufenthG und eine zweifelsfreie Klärung der Identität durch erkennungsdienstliche Maßnahmen oder mindestens die Speicherung der Daten im Ausländerzentralregister (AZR).

Ersatzbescheinigungen, die die Ausländerbehörde bis zum 31.05.2022 ausgestellt hat, dürfen bis zum 31.10.2022 anerkannt werden. Zusätzlich müssen die allgemeinen Voraussetzungen zum Leistungsbezug vorliegen, u.a. dass die Menschen erwerbsfähig sind und materielle Hilfebedürftigkeit besteht. Neben der materiellen Versorgung umfasst die Unterstützung der Geflüchteten auch den Zugang zu Sprachkursen und Qualifizierungsangeboten. Bereits vorhandene Kompetenzen und Fähigkeiten erleichtern den Zugang zum derzeit sehr aufnahmefähigen Arbeitsmarkt.

Die Zahl der leistungsberechtigten Personen aus der Ukraine hat sich im Agenturbezirk im Vergleich zum Vormonat bereits deutlich erhöht. Nach ersten noch sehr vorläufigen Zahlen haben die drei Jobcenter seit Mai bereits knapp 1000 leistungsberechtigte ukrainische Frauen, Männer und Kinder in die Grundsicherung übernommen.

Der Arbeitsmarkt in Remscheid

Aktuell sind in Remscheid 4.064 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 151 Personen oder 3,9 Prozent mehr als im Vormonat. Diese Zunahme ist darauf zurückzuführen, dass das Jobcenter bereits eine größere Anzahl Geflüchteter übernommen hat. Im Vergleich zum Juni des Vorjahres sind 364 Personen (-8,2 Prozent) weniger arbeitslos gemeldet. Im Juni meldeten sich 865 Personen neu oder erneut arbeitslos, 711 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Im Juni 2022 wurden der Agentur für Arbeit in Remscheid 97 neue Stellen gemeldet, das sind 64 (-39,8 Prozent) weniger als im Vormonat. Somit wurden seit Jahresbeginn im Vergleich zum Vorjahr 215 (-24,7 Prozent) neue Stellen weniger gemeldet. Im Bestand befinden sich nun insgesamt 420 offene Stellen. Das sind 15 weniger als im Vormonat und 31 mehr als im Vorjahresmonat.

Aktuell sind in Remscheid 325 junge Menschen unter 25 Jahren von Jugendarbeitslosigkeit betroffen - im Vergleich zum Vormonat sind dies 38 Jugendliche (+13,2 Prozent) mehr. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Jugendarbeitslosigkeit um 19 Personen (-5,5 Prozent) gesunken.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken. Aktuell sind 1.569 Menschen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen, das sind 343 (-17,9 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Von den Langzeitarbeitslosen werden 89,1 Prozent (1.398 Personen) in der Grundsicherung betreut. Unterbeschäftigung Die Unterbeschäftigung erfasst zusätzlich zur Arbeitslosigkeit auch Personen, die als Teilnehmer von Maßnahmen, aufgrund von Krankheit oder sonstigen Gründen nicht als Arbeitslose gezählt werden. Die Unterbeschäftigung umfasst aktuell 5.566 Personen; das sind 160 Personen mehr als im Vormonat und 185 Menschen (-3,2 Prozent) weniger als vor einem Jahr.

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