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Stadt sieht keine Zukunft für das Röntgenstadion

FC-Vorstand hat mit Lenneper Röntgen-Stadion viel vor“, berichtete der Waterbölles am 14. Mai über eine Pressekonferenz,. In der der Vorstand des FC Remscheid – 1. Vorsitzender Ralf Niemeyer, 2. Vorsitzender und Geschäftsführer Thorsten Greuling und Schatzmeister Ralf Trögel – betont hatten: „Das Röntgen-Stadion muss erhalten bleiben!“ Als traditionsreiche Fußballstätte, die schon viele Größen des deutschen und internationalen Fußballs gesehen habe, und als Kulturgut. Auch sei im Stadion eine Fantrennung möglich, erforderlich schon ab der Oberliga. Und dann der Rasen: hervorragend gepflegt, so dass kein Ball verspringen könne und die Verletzungsgefahr niedrig sei.

Das damals vorgestellte Sanierungskonzept hatte die CDU-Fraktion zu einer Anfrage bei der Verwaltung veranlasst. Deren Antwort liegt nun zur Sitzung der Bezirksvertretung Lennep am 10. August vor. Zitat: „Die Sportentwicklungsplanung sieht keinen Bedarf an weiteren Sporteinrichtungen auf den Flächen des Röntgenstadions. Das Röntgenstadion ist demnach entbehrlich. Darüber hinaus ist Stadt Remscheid im Rahmen ihrer Haushaltssicherungspflicht gehalten, nicht in doppelte (Sportflächen-)lnfrastruktur zu investieren. Daher kann die Reaktivierung und Modernisierung des Röntgenstadions nicht durch die öffentliche Hand finanziert werden. Die Planung einer modernen Sportanlage erfordert umfangreiche Leistungen und Prüfungen, wie beispielsweise Gutachten zur Sicherung des Lärmschutzes, die Aufstellung eines Bebauungsplanes dem folgend ein Bauantrag, der neben den Planungen für die Sportstätte, die Schaffung zusätzlicher Stellplätze inkludiert. Die Kosten für die Maßnahme liegen nach ersten überschlägigen Schätzungen zwischen 10.000 und 15.000 Euro, die aufgrund der momentanen Haushaltslage nicht durch die Kommune finanziert werden können, die über einen Investor eingebracht werden müssen. Gleichermaßen müssten die Entwicklungskosten für das Baurecht und die Planungskosten für eine belastbare Planung sowie der Bauantrag privat vorfinanziert werden.“

Seit Jahren fänden im Röntgenstadion lediglich die Trainings- und Heimspiele der 1. Fußball-Herrenmannschaft des FC Remscheid (mit 200 - max. 350 Zuschauerinnen und Zuschauern) und in sehr geringem Ausmaß Leichtathletiktrainings statt, so die Verwaltung. Für eine Nutzung als städtische Sportanlage entspreche das Stadion somit „nicht den üblichen Maßstäben der Nutzungsintensität“. Sowohl sportlich als auch wirtschaftlich (Personal- und Sachaufwendungen / Verkehrssicherungspflicht) sei ein fortgesetzter Betrieb nicht zu rechtfertigen.

Die Verwaltung weiter: „Der FC Remscheid nutzt als Verein für alle anderen Fußballmannschaften die städtische Sportanlage ‚Jahnplatz‘ in Remscheid-Lüttringhausen und erreicht dort regelmäßig nicht die Auslastungsgrenze für den fußballerischen Trainings- und Spielbetrieb auf Kunstrasenanlagen (nur 15 von max. 20 Mannschaften). Die erste Herrenmannschaft des FC Remscheid spielt aktuell in der 6. Liga. Mit dem Verein ist verabredet, dass bei Wegfall der Trainings- und Spielmöglichkeiten der 1. Mannschaft die Heimspiele dieser Mannschaft im Stadion Reinshagen stattfinden können. Diese Sportstätte kann - für den Fall von Aufstiegen in höhere Ligen - an die Anforderungen für den Spielbetrieb der jeweiligen Liga bis hin zur Regionalliga angepasst bzw. ertüchtigt werden.“

Der Rat der Stadt Remscheid habe beschlossen, dass die für die Leichtathletik erforderliche Infrastruktur auf der Sportanlage Hackenberg im Stadtbezirk Lennep konzentriert werde. Daher entstünden dort mit der Umwandlung des Ascheplatzes in einen Kunstrasenplatz 100m-Sprintbahnen. Neben weiteren leichtathletischen Funktionalitäten (Kugelstoßen, Weitsprung) werde auch eine 200m-Rundlaufbahn „als Substitut für die wegfallende Laufbahn im Röntgenstadion“ angestrebt. Fazit: „Für den Schul- und Vereinssport im Stadtbezirk Remscheid-Lennep bzw. im gesamten Stadtgebiet Remscheid besteht kein Bedarf zum Betrieb des Röntgenstadions als städtische Sportanlage.“

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Kommentare

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Klaus Kreutzer Vorsitzender des Verkehrs- und Fördervereins Lennep e.V. am :

Der Verkehrs- und Förderverein Lennep e.V. und die anderen in Lennep engagierten Vereine haben die Äußerung der ehemaligen OB Beate Wilding noch „im Ohr“: Es werden keine Bagger anrollen, bevor alternative Ersatzflächen geschaffen worden sind. Bevor die Vorschläge der Bürger aus den Planungszellen be- und aufgearbeitet sind, jetzt schon zu dem Schluss zu kommen, das die Anlage entbehrlich ist klingt befremdlich. Man könnte auch wertungs- und ergebnisneutral die Frage stellen, ist eine Sportanlage Hackenberg mit Kunstrasenplatz aber ohne 400m Leichtathletik-Rundbahn nicht entbehrlicher – oder wenn nicht kann man diese nicht in ein zu ertüchtigendes Röntgenstadion integrieren. Schade, das politische Aussagen oft nur eine Halbwertzeit der Legislaturperioden haben.

Chronist am :

„Aussagen zur Einhaltung der immissionsschutzrechtlichen Anforderungen, die beispielsweise der Spielbetrieb, die An- und Abreise der Besucherinnen und Besucher, der Anlieferungsverkehr sowie Lautsprecherdurchsagen auslösen würden, wurden in der Broschüre (des FC Remscheid) nicht dargestellt. Ebenso fehlen Informationen zum erforderlichen Stellplatzbedarf und der Projektzeitschiene. Eine Finanzplanung wurde im Juni avisiert, ist aber bisher noch nicht veröffentlicht worden. Um die Leistungsfähigkeit und den Stand des Projektes einschätzen und den anstehenden Entscheidungsprozess hinsichtlich der weiteren Entwicklung der „Neuen Quartiere Lennep“ fachlich fundiert und transparent gestalten zu können, hat die Stadtverwaltung Remscheid den FC Remscheid e.V. mit Schreiben vom 29. August zu einem Informationsgespräch eingeladen und befindet sich aktuell in der Terminabstimmung.“ (aus: Antwort der Verwaltung zur Sitzung des Hauptausschusses am 29. September auf Anfrage der FDP vom 24. August)

Norbert Landen am :

Das Stadion ist fast 100 Jahre ,aber jetzt merkt die Verwaltung,es kann laut werden in und ums Stadion herum. Das ist es was ich an der Remscheider Verwaltung so schätze,das Sie immer wieder neue Ausreden aus dem Ärmel schüttelt.

Dirk Schaefer am :

Vor 100 Jahren gab es aber auch nicht annähernd soviele Anforderungen und Vorgaben wie heute. Und das Stadion war auch nicht mal halb so groß.Und wenn man bei der Planung Fehler macht,kann alles vor Gericht ganz schnell zuende sein.Wie man heute weiß.Ganz abgesehen davon, ist die Diskussion doch gerade im vollen gange,was die Lenneper in Zukunft überhaupt mit der Fläche machen wollen.

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