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Ein Hingucker – nicht nur für Leseratten

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz bei seinem gestrigen Grußwort in Klausen zur Eröffnung einer Bücherbox. Foto: Lothar Kaiser

Leuchtet in orginal britischem Rot. Foto: Lothar Kaiser„Ein Hingucker für Klausen“ (Bezirksbürgermeister Jürgen Heuser), eine „konzertierte Aktion im besten Sinne“ (Sponsor Lothar Kaiser), eine Zusammenarbeit, „die Spaß macht“ (Ralf Barsties, Arbeit Remscheid), „ein Symbol und eine Blaupause auch für andere Stadtteile“ (OB Burkhard Mast-Weisz) – voll des Lobes und Danks waren die Beteiligten für ein Gemeinschaftswerk, das am Mittwochnachmittag in Klausen eingeweiht wurde: die inzwischen dritte Bücherbox in Remscheid. Diesmal in Gestalt einer original englischen Telefonzelle aus dem Jahre 1933. Im typischen Rot, das die Handwerker der Arbeit Remscheid für die Renovierung eigens auskundschafteten. Und mit der typischen Aufschrift, die an den Seiten ebenfalls in originalgetreuer Schrifttype um „AWO Bücherbox“ ergänzt wurde. Denn die AWO, die in unmittelbarer Nähe im Quartierstreff Klausen zusammen mit den „Schlawiner“ engagiert ist, wird die Betreuung der Telefonzelle und ihres Inhalts übernehmen. Und damit für „viel Spaß beim Tauschen und Lesen“ sorgen, wie ihn sich Stefanie Hosters von den „Schlawinern“ für die Lüttringhausener wünschte.

Damit gelangt die Telefonzelle, die seit Jahren ungenutzt auf dem Hof des WDR Wuppertal einen „Dornröschenschlaf“ (Kaiser) fristete, mit Zutun des Kölner Senders zu neuem Leben: Bücher einstellen und andere kostenlos rausnehmen – das soll Lesestoff und Leselust bei Jung und Alt fördern. Und dass Lesen bzw. Vorlesen Lust macht auf mehr, bewies Ulla Wilberg vom Heimatbund. Sie präsentierte den Einweihungsgästen den vierten Streich von Wilhelm Buschs „Max und Moritz“, der – passend zum Schulanfang – den Lehrer Lämpel traf.

Im Gegensatz zu jener geplagten Lehrkraft hat die Lothar und Ulrike Kaiser-Stiftung nur gute Erfahrungen gemacht mit ihren Bücherboxen gegenüber der Remscheider Stadtbücherei (betreut von Arbeit Remscheid) und am Lenneper Mollplatz (AWO Lennep). Dass dies auch in Lüttringhausen so bleiben möge, wünschte sich Lothar Kaiser. Der Oberbürgermeister teilte den Optimismus: „Hier ist viel in Bewegung.“ Statt „Wir müssten, wir sollten“ laute das Motto „Wir tun, wir machen“. Die Gemeinschaftsaktion Bücherbox sei ein gutes Beispiel dafür.

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Corinna Schlechtriem am :

Gerade habe ich den Artikel im Bergischen Anzeiger gelesen. Das hat mich wirklich riesig gefreut, dass die sonst restlos vergammelte Telefonzelle nun doch endlich einer guten und nachhaltigen Nutzung zugeführt werden konnte. Ein großer Dank für Euer Engagement, da waren sicherlich jede Menge bürokratische Hürden zu überwinden. Viele der KollegInnen waren überrascht, als die Zelle nicht mehr auf dem Hof stand. Eine Info, wohin diese nun schlussendlich gekommen ist, gab es leider nicht. Aber jetzt– grandios! Als eifrige Nutzerin des städtischen Bibliotheksangebotes und der Ronsdorfer Telefonzelle weiß ich solch ein Angebot sehr zu schätzen. Gerade auch in Zeiten, in denen bei vielen Familien das Geld immer knapper wird. Werde es den KollegInnen im WDR erzählen, da freut sich sicherlich auch so mache/r.

SPD-Unterbezirk Remscheid am :

Bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen wurde eine Scheibe der Klausener Bücherbox an der Karl-Arnold-Straße beschädigt. Die Bücherbox, welche Anfang Juli an der ehemaligen Bundeswendeschleife Klausener Straße / Ecke Karl-Arnold-Straße aufgestellt worden war, hat sich innerhalb kurzer Zeit zu einem beliebten Treffpunkt auf Klausen entwickelt. Bei der Einweihung in der vergangenen Woche waren nicht weniger als 40 Anwohnerinnen und Anwohner dabei. „Wir können unsere Enttäuschung, fast möchte ich Wut sagen, nicht verhehlen.“, so der Vorsitzende des AWO-Ortsvereins Lennep / Lüttringhausen, Jürgen Heuser. „Die Bücherbox ist ein Geschenk der Ulrike-und-Lothar-Kaiser-Stiftung an den Stadtteil Klausen und an seine Bewohnerinnen und Bewohner. Niemand, absolut niemand, hat das Recht, Hand an die Bücherbox zu legen – damit schädigt er alle Klausenerinnen und Klausener!“, so Jürgen Heuser. Dass bereits die zweite Scheibe innerhalb weniger Wochen mutwillig zerstört wurde, macht leider deutlich, dass die Bücherbox „im Auge“ behalten werden muss. „Wir werden die Polizei bitten, hier öfter nach dem Rechten zu sehen – aber das allein kann nicht die Lösung sein. Alle 6.000 Klausenerinnen und Klausener – egal ob sie in Klausen selbst oder am Dörrenberg wohnen, müssen stets ein Auge auf ihr „Schmuckstück“ werfen!“, so Heuser. Die Beschädigungen der Bücherbox machten weit mehr kaputt als eine Scheibe – es gehe vielmehr um den Ruf eines in der Vergangenheit oft zu Unrecht belächelten Stadtteils. „Klausen ist Remscheids grünster Stadtteil und beherbergt die schönste Sterngolfanlage der Stadt sowie Remscheids größten Grüngürtel. Mit dem im vergangenen Jahr neu eröffneten Quartierstreff hat sich ein neuer Treffpunkt entwickelt. Es ist Aufbruch spürbar, und der darf nicht von einigen wenigen kaputt gemacht werden!“, so Heuser. Die zerstörten Scheiben seien alles – nur kein Kavaliersdelikt. „Mutwillige Zerstörungen sind eine Straftat und die Täterinnen und Täter gehören angezeigt und bestraft. Wer sachdienliche Hinweise geben kann, die zur Ermittlung der Täterinnen oder Täter führen können, ist aufgefordert, die Polizei zu informieren!“

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