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Junge Union fragt: Sind unsere Schulhöfe noch sicher?

Pressemitteilung der Jungen Union

Kaputte Scheiben, brennende Mülleimer, Fixerbesteck auf dem Boden und kaputte Flaschen auf den Schulhöfen – sieht das noch nach einem Schulhof aus, auf dem sich Kinder und Jugendliche sicher und wohl fühlen können? Nein, und das muss sich ändern. Diesem einvernehmlichen Tenor aus dem Schulausschuss schließt sich die Junge Union Remscheid völlig an. Die Schulhöfe sind dafür da, dass sich Kinder und Jugendliche während der Pausen und nach der Schule austoben können. Aus diesen Gründen sind oftmals Sportgeräte, wie Basketballkörbe und Tischtennisplatten installiert, die meist sehr gut genutzt werden. Dieser Raum ist für Kinder und Jugendliche wichtig und muss geschützt werden. Auf Grund der stetig wachsenden o. g. Entwicklung fordert die Junge Union Remscheid mehr Sicherheit für Kinder und Jugendliche auf Remscheids Schulhöfen.

Es kann nicht Ziel sein, dass Schulhöfe geschlossen werden müssen. Hier muss im Vorfeld eingegriffen werden. Das Wohl der Kinder und Jugendlichen geht vor! Die JU ist der Meinung, dass eine höhere Präsenz der Polizei wichtig ist. Dies hat in der Vergangenheit zu Erfolgen geführt. So wurde am Remscheider Gertrud-Bäumer-Gymnasium Täter auf frischer Tat ertappt. Eine weitere Möglichkeit, um Sicherheit auf den Schulhöfen zu schaffen, ist die Videoüberwachung, die heute nicht mehr außer Acht gelassen werden darf. An fast allen Orten, an denen es eine Videoüberwachung gibt, hat der Vandalismus stark nachgelassen. (Sören Kronfeld, Medienreferen, und  Julian Kleuser, Kreisvorsitzender)  

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Kommentare

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Junge Liberale am :

Die Jungen Liberalen Remscheid (JuLis) sind über den Vorschlag der Jungen Union, Videoüberwachung auf Remscheider Schulhöfen einzusetzen, entsetzt. „Ich wusste gar nicht, dass Herr Schäuble Mitglied bei der Remscheider Jungen Union ist“, zeigt sich der JuLi-Kreisvorsitzende Benjamin Becker überrascht. Der Bundesinnenminister ist bekannt für eine aggressive Sicherheitspolitik, bei der die Freiheitsrechte der Bürger massiv eingeschränkt werden. „Durch eine Videoüberwachung soll lediglich das Sicherheitsgefühl erhöht und nicht die Ursachen der Kriminalität bekämpft werden.“, so Becker. Dies sei eine reine Symptombekämpfung und letztlich purer Aktionismus. Die JuLis Remscheid wollen hier lieber auf Prävention setzen. „Wir brauchen eine effiziente, bürgernahe und gut ausgerüstete Polizei, die vor Ort ist“, erörtert der 25-jährige Jurastudent. Straftaten müssen bereits im Vorfeld verhindert und nicht bloß nach ihrer Begehung verfolgt werden. Für Remscheid bedeutet dies eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Schule, Polizei, den Jugend- und Ordnungsämtern sowie den Bürgern. Den ersten Schritt werden die JuLis bereits in den nächsten Tagen unternehmen: „Wir werden dafür sorgen, dass sich die FDP-Fraktion mit diesem Thema beschäftigen wird. Für Schäubles Visionen wird es in Remscheid keinen Platz geben“, so Becker entschlossen. (Saskia Runge,(stellv. Vorsitzende; Pressesprecherin)

Manfred Reiff am :

Vielleicht hätte die Pressesprecherin der Jungliberalen - wie es Frau Künast am Wochenende SPD-Chef Beck ob seiner Aufregung wegen Schwarz-Grün in Hamburg empfahl - erst einmal bis zehn zählen und eine Tasse Tee (oder auch Kaffee oder Wasser oder was sie will ;-)) trinken sollen. Dann wäre ihr "Entsetzen" weniger groß gewesen. Und sie hätte bemerkt, dass sie damit ihren eigenen Parteifreund Ingo Wolf, Innenminister von NRW, indirekt kritisiert. Immerhin ist dieser oberster Dienstherr der Landespolizei. Somit stellt sie fest, dass der Landesinnenminister keine gute Arbeit in Sachen Innere Sicherheit macht. Sonst gäbe es ja nicht das Gefühl fehlender Sicherheit auf unseren Schulhöfen. Man mag sich trefflich über das Für und Wider von Videoüberwachungen streiten. In Großbritannien scheint die flächendeckende Videoüberwachung an neuralgischen Brennpunkten bei den "Überwachten" jedoch mehrheitlich nicht das Gefühl von "Big Brother", sondern eher das Gefühl von etwas mehr Sicherheit hervorzurufen. Ebenso sieht es in etlichen deutschen Städten aus, die derartige Brennpunkte überwachen lassen. Auch eine "effiziente, bürgernahe und gut ausgerüstete" Polizei (im Sinne der JuLi's) würde derartigen Vandalismus nicht verhindern können. Auch eine noch so gut ausgestattete Polizei (von welchem Geld ???) kann nicht gleichzeitig an allen Brennpunkten präsent sein. Insoweit unterstelle ich den Jungliberalen Popoluismus, nicht der Jungen Union. Und wenn es diese Polizei gäbe, würden sich die Jungliberalen, wie andere, wohl eher über die hohen Personalkosten und Pensionsansprüche der "gut ausgestatteten Polizei" beklagen. Mir ist eine Videoüberwachung, hinter der eine bessere Kriminalitätsbekämpfung durch rasches Eingreifen der Polizei steht (siehe England), wesentlich lieber als das latente Gefühl, möglicherweise ein Kriminalitätsopfer zu werden.

Benjamin Becker; Kreisvorsitzender Junge Liberale Remscheid am :

Ich spare mir einen Kommentar zu Ihren persönlichen Anmerkungen zu unserer Pressesprecherin - ich denke, dass hat hier nichts zu suchen. Dennoch möchte ich für die Jungen Liberalen Remscheid klar stellen: Ingo Wolf macht eine gute Arbeit und hat die Polizei durch mehr Personal und Ausstattung auf den richtigen Weg gebracht. Aber natürlich reicht dies noch nicht aus. Man muss immer wieder - gerade aus der kommunalpolitsichen Sicht heraus und obgleich es ein Parteifreund ist - fordern und, wenn es die Situation erfordert, freilich auch mahnen. Die JuLis fordern, eben diesen Weg weiter zu gehen. Ich gebe Ihnen Recht, dass man Vandalismus und Kriminalität nicht gänzlich verhindern kann; dies zu glauben wäre illusorisch. Aber der Einsatz von Kameras verschiebt den Vandalismus nur in die Nebenstraßen und nach anderen Orten. Oder wollen Sie überall Kameras aufstellen? Videoüberwachung, Online-Durchsuchungen, Tonaufnahmen, Telefonmittschnitte, Emailüberwachung, biometrische Daten, Kontoabfragen, Handyortung und und und. Was Ihnen bleibt: Ihre Gedanken. Aber: Man hat sich ja nichts zu Schulden kommen lassen... Wer in die Technik übermäßig vertraut, vernachlässigt menschliche Vorsicht. Wir alle haben ein Recht unbeobachtet zu sein, aber wenn es zur Normalität wird, dass ständig und überall Kameras laufen und mitschneiden, verliert man eben diese menschliche Vorsicht zum eigenen Recht auf Persönlichkeit, Freiheit und Intimität. Und zum Thema London: Als die schrecklichen Bombenanschläge in den öffentlichen Verkehrsmitteln passierten, war London bereits einer der bestüberwachten Städte weltweit. Fazit: Wenn es darauf ankommt, retten Kameras keine Leben.

Harald Fetsch am :

Lieber Herr Becker, liebe Frau Runge, was sind Ihrer Meinung nach die Ursachen der Kriminalität? Und wie wollen Sie die bekämpfen? Sie haben das angesprochen, aber leider nicht ausgeführt.

Michael Dickel am :

Na - dann fühl ich mich ja schon viel sicherer, wenn die Julis dafür sorgen, dass sich die FDP-Fraktion in Remscheid mit dem Thema beschäftigen soll und vielleicht dabei beschließt, dass die o.g. Akteure bitte stärker zusammenarbeiten sollen. Vielleicht stellt man ja fest - noch bevor die politischen Gremien eingeschaltet werden -, dass die Zusammenarbeit dieser Institutionen gar nicht so schlecht ist und dass es trotzdem Kriminalität gibt. Die Erörterung des angehenden Juristen ist auch prima. Die Polizei ist also nicht effizient, bürgernah und gut ausgerüstet. Und wenn ich das richtig verstehe, soll die Schule demnächst polizeilich überwacht werden - nur eben nicht mit Kameras - nein das wäre ja ein Eingriff in die Privatsphäre -, sondern mit gut ausgerüsteten, effizienten und bürgernahen Polizisten.

Benjamin Becker; Kreisvorsitzender Junge Liberale Remscheid am :

Ich stelle die Zusammenarbeit der genannten Akteure doch gar nicht in Abrede. Aber doch sollte man sich mit dieser Thematik beschäftigen und auch die Frage stellen, ob man diese Zusammenarbeit nicht noch verstärken oder gar ausweiten kann. Ich bin zwar kein Schwarz-Seher, aber die Polizei - und ebenso die Justiz - sind in ihrer Ausstattung und ihrer Effizienz noch lang nicht da, wo sie eigentlich sein sollten. Im Übrigen geht die Bürgernähe durch zunehmende Bürokratie und dem Aufhalten in Überwachungsräumen teilweise verloren. Mir ist ein Polizist mehr auf der Straße lieber, als einer vor dem Monitor. Und: Nein, kein Polizei- oder Überwachungsstaat, sondern verantwortungsbewußte, freie und engagierte Bürger in einem demokratischen Staat. Sie müssen die Forderung nach einer effizienten, gut ausgerüsteten und bürgernahen Polizei schon in der Zusammenschau mit der Zusammenarbeit von Polizei, Ämtern und Bürgern sehen!

Grüne Jugend in RS am :

„Völliger Unsinn“, so kommentiert David Schichel, Sprecher der Grünen Jugend Remscheid, den Vorschlag der Jungen Union, die über 40 Schulhöfe in Remscheid demnächst per Videokameras überwachen zu lassen. „Wer soll denn die ganzen Kameras bezahlen? Ganz abgesehen von der Leitwarte, die bei dieser Anzahl nötig wäre? Das ist doch gar nicht machbar!“ Man kann es auch gar nicht wollen. Denn nicht nur Randalierer, sondern auch Schüler und Nachbarschaftskinder nutzen die Schulhöfe friedlich. Eine Videoüberwachung wäre ein enormer Eingriff in deren persönlichen Freiraum. „Wir wollen und wir brauchen keine amerikanischen Verhältnisse an unseren Schulen!“, sagt Schichel. Darüber hinaus wäre es unmöglich alle Schulhöfe in Remscheid bis in die hintersten Winkel auszuspionieren und ständig zu überwachen. Die sind nicht nur zu groß und zu verwinkelt, sondern nachts auch zu dunkel, um brauchbare Bilder zu erhalten. Auch das bloße Aufzeichnen der Bilder brächte überhaupt nichts. „Eine Kappe oder Kapuze reicht aus, und keiner erkennt etwas! Randalierer muss man auf frischer Tat ertappen. Dessen sind die sich auch bewusst.“ Mit Schnellschüssen ist das Vandalismus- Problem auf Remscheids Schulhöfen also nicht zu lösen. Nach Meinung der Grünen Jugend sind Verwaltung, Schulen, Jugendhilfe und Polizei gemeinsam aufgefordert, ein tragfähiges Konzept zu entwickeln. Bis dahin könnten sich Polizei und Ordnungsamt zumindest übergangsweise auf einen gemeinsamen Einsatzplan einigen, um die Schulhöfe engmaschiger zu kontrollieren.

Junge Union am :

Die Junge Union Remscheid freut sich, dass das Thema „Sicherheit auf Remscheids Schulhöfen“ auch bei den Remscheider Julis Gegenstand der Diskussion ist. Die JU Remscheid sieht, dass die Forderung nach mehr Polizeipräsenz Anklang findet und als zwingend notwenig angesehen wird. Deshalb stimmt die JU den Jungen Liberalen auch zu, dass die Ursachen der Kriminalität schon an den Wurzeln gepackt und präventive Maßnahmen frühzeitig in Angriff genommen werden müssen. Leider reicht das nicht aus. Präventiv wird schon seit vielen Jahren und verstärkt in den letzten Jahren gearbeitet (als Beispiele sind hier „Staatsanwalt vor Ort“ und „Gelbe Karte“ zu nennen). Dennoch häufen sich die Missstände auf unseren Schulhöfen. Diesem wachsenden Problem darf nicht mit Ausflüchten in die Polemik entgegen getreten werden. Bei Betrachtung der Geschehnisse ist es für die JU Remscheid, neben der größeren polizeilichen Präsenz, unabdingbar, weitere Schritte zu unternehmen. Die Installation von Videokameras schreckt ab, wie vielfach zu sehen, und kann Täter erkenntlich machen. Bei Vorfällen ist es so möglich, dies durch im Nachhinein betrachtete Bänder aufzudecken. Hier werden keine Freiheitsrechte der Bürger beschränkt, sondern es wird auf die Sicherheit und das Lernumfeld der Kinder und Jugendlichen geachtet. Die Junge Union Remscheid hält es für die Zukunft sehr wichtig, dass die Ursachen bekämpft werden, jedoch gleichzeitig für den unbedenklichen Aufenthalt der Schüler auf ihren Schulhöfen Sorge getragen wird. (Julian Kleuser, Kreisvorsitzender)

Harald Fetsch am :

Lieber Herr Kleuser, was sind Ihrer Meinung nach die Ursachen der Kriminalität? Und wie wollen Sie die an den Wurzeln packen? Sie haben das angesprochen, aber leider nicht ausgeführt.

Benjamin Becker; Kreisvorsitzender Junge Liberale Remscheid am :

Das Thema "Ursachen von Kriminalität" ist ein weites Feld und hat sicherlich viele verschiedene Indikatoren. Die Menschen und gerade auch die Jugendlichen sind nicht schlechter als vor einigen Jahren; es gibt aber mehr Gefährdungspotential, mehr Gelegenheiten zur Kriminalität und leider auch weniger Hilfen und Schutz innerhalb des gesellschaftlichen Gefüges. Das soziale Bild der Familie hat sich in den letzten Jahren drastisch geändert, oftmals bleibt kaum Zeit für die Kinder. Darunter leidet natürlich die soziale und emotionale Entwicklung. Wir müssen den Menschen wieder das Gefühl der Eingebundenheit in die Gesellschaft vermitteln, wir müssen, gerade den jungen Menschen, mehr Freiraum bieten. D.h., die bestehenden Jugendeinrichtungen weiter fördern und auch neue Möglichkeiten schaffen. Die Menschen benötigen z.B. wirtschaftliche Perspektiven durch Schaffung neuer Arbeitsplätze, durch ein gerechteres Steuersystem und durch mehr Bildungschancen. Gerade die hervorragende Arbeit des BZI, um dies als Beispiel zu nennen, ist ein wichtiger Schritt - davon brauchen wir viel viel mehr. Sicherlich sind die Aspekte recht grobmaschig, aber diese sind weiter aufzubröseln, um dann gemeinsam Lösungen zu finden. Die Jungen Liberalen arbeiten seit einiger Zeit intensiv an Ideen für Remscheid in den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Finanzen, Integration und Sport, Kultur und Freizeit - immer mit dem Blick für junge Menschen, aber auch im Hintergrund aller hier lebenden Menschen!

Julian Kleuser am :

Die Ursachen von Kriminalität sind sehr vielfältig. Um nur wenige Beispiele zu nennen (ohne den ganzen Rattenschwanz zu berücksichtigen; dies würde zu weit führen?: - Die teilweise fehlende Perspektive von Jugendlichen ist trotz steigender Ausbildungsplätze vorhanden. Als Beispiel,ein mittel- mäßiger Hauptschüler hat kaum eine Chance, einen Ausbilungs- platz zu bekommen. Hier muss die Hauptschule mehr in Richtung Handwerk- und Technik lehren. Hierfür sind die Voraussetzungen heute leider noch nicht geschaffen. Die Hauptschüler werden dringend gebraucht, aber dazu müssen die Inhalte noch verändert werden, und hier sage ich Ja, die Schwarz-Gelbe Landesregierung muss hieran weiter arbeiten. - Die Sprache ist eine ganz wichtige Ursache. Die Verständigung der Jugendlichen (egal welcher Herkunft) muss verbessert werden. Wer hier leben, also auch arbeiten will, der muss Deutsch können! - Als positives Beispiel nenne ich die Projekte unserer Justizminsterin:"Staatsanwalt vor Ort" und "Gelbe Karte" sind mehr als erfolgreich. Logischerweise müssen die Jugendlicher erst einmal erwischt werden. Dies sind nur ein paar Beispiele von vielen. Der ganze Erziehungsbereich, bei der die Jugendhilfe und die freien Träger aus Remscheid viel und gute Arbeit leisten. Die Prävention muss verstärkt werden, da sind wir uns alle einig. Wir stimmen auch alle der Forderung zu, dass mehr Präsenz der Polizei wichtig ist, aber wir als JU sagen, dass dies wohl nicht reicht. Leider sprechen die vergangenen Geschehnisse für sich. Ich sage ausdrücklich leider!

David Schichel am :

Prävention, lieber Julian, hat nichts mit Staatsanwälten oder gelben Karten zu tun! Wenn die zum Einsatz kommen, hat Prävention bereits versagt. Du hast einige Ursachen für die derzeitige Situation doch richtig aufgeführt! Prävention muss genau da ansetzen und nicht vor Gericht! Aus meiner Sicht ist das Hauptproblem, dass sich viele junge Menschen systematisch von den Chancen und damit von den "angenehmen" Seiten des gesellschaftlichen Lebens ausgeschlossen fühlen. Dazu trägt eben auch die frühe Selektion und die damit verbundene Chancenungleichheit in unserem Schulsystem bei. Jugendliche, die sich quasi als "natürliche Verlierer" oder schlimmer noch "Versager" fühlen, sehen wenig Grund, sich im sozialen Gefüge einzugliedern. Im Bereich der Bildung liegt also tatsächlich ein sehr wichtiger Ansatzpunkt. Hinzu kommt, dass heute Freiräume fehlen! Jugendliche brauchen Räume, in denen sie sich selbstbestimmt bewegen und verhalten können, ohne ständig ihren "Big Brother" im Nacken zu haben. "Pädagogikfreie Räume" sind gerade in den heutigen Städten überhaupt nicht mehr zu finden. Als Reaktion werden sie sich genommen, mit den bekannten Folgen. Wer also wirksam und dauerhaft etwas gegen diese Folgen machen will, muss wahrhaft präventiv tätig werden und nicht an den Symptomen herumdoktern. Übrigens: Die abschreckende Wirkung von Videoüberwachung ist eine sehr kurzfristige Angelegenheit. Das besagen sämtliche Evaluationen. Vielerorts erreichen die Straftaten an überwachten Plätzen schon nach zwei Jahren wieder die alten Stände. Viel Geld also für wenig Zählbares...

Matthias Hofmann am :

Vandalierende, gewältigtätige und dealende Jugendliche sind nicht seit gestern erst ein Problem. Mir erscheint die hier angeregte Diskussion einerseits zu eindimensional, andererseits auch reichlich erschöpft. Zu eindimensional deshalb, weil man das Problem nicht auf Überwachung / Nicht-Überwachung reduzieren darf. Viel interessanter ist es doch, wie man das Problem grundsätzlich bei der Wurzel angehen kann. Meines Erachtens müssen hierfür Ideen und Konzepte her. Häufig stammt das entsprechende Klientel aus diversen sozialen Schichten. Hier sollte die Politik Mut beweisen und diesen Leuten eine Aufgabe geben, etwa zur Erfüllung gemeinnütziger Arbeiten - Weg von der Straße! Außerdem müssen grundlegende Reformen in der Schulpolitik her (Vorsicht: Die Einheitsschule der SPD kann hier keine Lösung sein; Vergleiche und Verweise auf andere Länder (z.B. Finnland) sind ein gutes Mittel, um Wähler zu blenden und die Strukturen, die häufig nicht vergleichbar sind, zu übergehen!). Jedoch müssen etwa Migranten besser integriert (Deutschkentnisse als Einschulungspflicht!) und die Hauptschule beispielsweise durch stark veränderte Lehrpläne, Ganztagsangebote, Disziplin und Förderung von Sozialkompetenz aufgewertet werden. Zudem müssen Kinder länger zusammen lernen und das ganze System stark flexibilisiert werden. So entstehen unter dem Strich viel weniger Potenziale für Vandalismus und "vom Weg abgekommene" Jugendliche. Seit Jahren verschwindet die Diskussion in politischen Grabenkämpfen, anstatt mal ernsthaft konstruktiv zusammen zu arbeiten. Man muss endlich von dem Schrankendenken weg und versuchen, gute Vorschläge aller Parteien (mit Ausnahme der Linken und Radikalen in jeglicher Form) zu kombinieren und nach der SACHE und nicht der Weltanschauung zu entscheiden. Politiker verlieren dadurch nicht ihr Gesicht oder ihre Macht, im Gegenteil: Dies wünscht sich ein Großteil der Bevölkerung. Nun zurück zur Diskussion: Überwachung auf Schulhöfen kann in Einzelfällen schon sinnvoll sein. Eine flächendeckende Überwachung ist nicht machbar, aber auch nicht gewollt. Einige kritische Punkte könnten dadurch erstmal entschärft werden, auch wenn sich die Punkte dann verlagern (zumindest sind sie dann weg von der Schule). Die Diskussion ist erschöpft, weil seit dem 11.9. immer und immer wieder die gleiche Leier mit den gleichen Argumenten um das "FÜR und WIDER" solcher Sicherheitsmaßnahmen besteht. Das langweilt doch einfach nur. Gebetsmühlenartig werden von beiden Seiten die üblichen Argumente im Spannungsfeld "FREIHEIT vs SICHERHEIT" vorgebracht. Lasst euch mal was Neues einfallen und sucht nach wirklichen Lösungen! Ich finde den Vorschlag der JU für Einzelfälle sehr gut, da es einen konstruktiven Nutzen gibt. Und stört es mich wirklich, ob ich beim Ball spielen beobachtet werde (sei es von Lehrern oder Kameras?) Mal ehrlich: Es wird hier wieder was künstlich hochgepusht, um Stimmen zu fangen. Nachhaltig wird sich das Problem aber auch nicht durch Kameras lösen. Dies ist ein gesellschaftliches Problem. Die Gesellschaft ist komplex und verursacht eben teilweise komplexe Probleme.

Remscheider JUSOS am :

Die Forderung der Jungen Union, Remscheids Schulhöfe flächendeckend mit Kameras zu überwachen, stößt bei den Remscheider Jusos auf Unverständnis und Empörung. Die Junge Union kann doch nicht ernsthaft davon ausgehen, dass das Problem des Vandalismus so behoben werden kann, vielmehr schränkt solch ein Aktionismus die jenigen ein, die die Schulhöfe friedlich und als Ort der Zusammenkunft benutzen. „ Remscheids Schüler müssen die Möglichkeit haben sich frei auf Ihren Schulhöfen bewegen zu können, ohne das Gefühl zu haben in jeder Ecke Beobachtet zu werden.“ So der Jusos Vorsitzende Björn Gottschalk. Eine Kontrolle der Schulhöfe, außerhalb des normalen Schulbetriebs, muss stärker von der Polizei durchgeführt werden, dies ist der einzige Weg den Vandalen zu Leibe zu rücken. Eine Kamera wird Vandalen nicht von ihrer Tat abhalten, da eine spätere Identifizierung der Täter faktisch unmöglich ist, da nicht davon aus zugehen ist, dass sich die Vandalen offen zu erkennen geben. „ Solch eine Kamera-Überwachung greift in die Persönlichkeitsrechte der Schüler ein und darf auch nicht im Sinne der Schulleiter sein“.

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