Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Tennishalle mit winzigem Umkleideraum ist Auslaufmodell

Die Jugendabteilungen der Remscheider Tennisvereine leiden noch nicht an Mitgliederschwund, dafür haben viele 19- bis 40-Jährige dem Sport den Rücken gekehrt. Was teilweise durch neue Mitglieder über 60 ausgeglichen werden konnte. Das berichtete heute auf einer Pressekonferenz im Dienstzimmer von Sportdezernent Dr. Christian Henkelmann Prof. Horst Hübner von der Universität Wuppertal über die "Tennis-Studie", die anschließend im Sportausschuss auf der Tagesordnung stand. Manche Tennisvereine stünden mangels Mitgliedern mittlerweile "kurz vor der Auflösung", stellte Hübner fest und empfahl den Vereinen insgesamt Kooperationen mit Schulen und Schnupperkurse für Interessenten. Zu Letzterem: Die "Sport-Umfrage" von September 2006 hatte ergeben, dass 42,2 Prozent der befragten Bürger/-innen als Hindernisgrund für die Ausübung des Tennissports "zu teuer" angegeben hatten. Die wenigsten Existenzsorgen hat zurzeit der Remscheider Schwimmverein (dort kommen auf einen Tennisplatz 60 Mitglieder). Am unteren Ende der heute vorgelegten Tabelle sieht es dagegen anders aus: TC Finanzamt Lennep hat nur 26 Mitglieder pro Platz, SUS Bergisch Born 22 Mitglieder und der Hastener Turnverein sogar nur 14,33 Mitglieder. Nachfolgend zitiert der Waterbölles aus der Studie:

Der Tennissport in (West-)Deutschland zeichnet sich in den vergangenen Jahrzehnten durch große quantitative und qualitative Veränderungen aus. Bis zu Beginn der 70er Jahre ist Tennis vom Ruf einer „elitären Sportart" mit wenigen Aktiven, geringer öffentli­chen Resonanz und sehr eingeschränkten Spielmöglichkeiten geprägt. Es folgt eine rund 20-jährige „Boom-Phase" mit internationalen sportlichen Erfolgen, dem Status der meistgesendeten Sportart im Fernsehen 1992  und knapp 2,3 Milli­onen Mitgliedern im Deutschen Tennis-Bund im Jahr 1994 als Höchstmarke. Eine Situati­on, die heute vielen Tennisspielern schon als „gute alte Zeit" erscheinen mag, denn in Bezug auf das sportliche Renommee durch internationale Erfolge, die Medienpräsenz und die Zahl der in den Vereinen organisierten Tennisspieler sind seitdem erhebliche Einbußen zu verzeichnen, auch in Remscheid:

Die Zahl der  Mitglieder im DTB sank auf rund 1,6 Millionen im Jahr 2007 und die bei den Tennisvereinen in Remscheid von 2.279 in 1997 auf 1.584, und ein Ende dieses Negativtrends ist auf diesen Ebenen noch nicht erkennbar. Der Mitgliederverlust fordert zu einem ausführlicheren Blick auf aktuelle Entwicklungen auch im Tennisport in Remscheid heraus.

Im Jahr 2007 standen Tennisspielern in Remscheid auf elf Anlagen 61 Plätze zur Ver­fügung. Davon sind 46 Plätze Außenplätze, 15 Courts befinden sich in Hallen. Die größte Anlage ist im Besitz des SC Rot-Weiß Remscheids e.V. mit zehn Plätzen, davon zwei in der Halle. 58 der 61 Plätzen (mehr als 95 Prozent) sind in Vereinsträgerschaft, die restlichen drei haben einen kommerziellen Besitzer (Tennishalle Bergisch Born).

Der größte Tennisverein heute ist der Tennis-Club Grün-Weiß Lennep mit 363 Mitgliedern. An letzter Stelle rangiert der Hastener TV mit 43 Mitgliedern. Beachtenswert ist die durch­aus unterschiedliche Mitgliederentwicklung in den vergangenen zehn Jahren - beispiel­haft sei auf den Sportclub Rot-Weiß Remscheid verwiesen, der 1997 mit 546 der größte Verein war und auf 299 Mitglieder 2007 schrumpfte oder auf den Hastener TV, der mehr als die Hälfte seiner Mitglieder in dieser Zeit verlor (109 auf 43). Dagegen konnte der Remscheider Schwimm-Verein seine Mitgliederzahlen steigern, dieser Verein gewann 98 Mitglieder in den letzten zehn Jahren dazu (von 142 auf 240). Die größte Jugendabteilung verzeichnet der Remscheider Schwimm-Verein mit 93 Jugendlichen, gefolgt vom SC Rot-Weiß Remscheid mit 92 Jugendlichen. Gesamtzahl aller Tennisspieler in Remscheid derzeit: Knapp 1.600.

Dass der Tennissport weiterhin noch genügend Potenziale besitzt, zeigt die Un­tersuchung der Wachstumspotenziale in der Sportverhaltensstudie 2006/2007 - fast 650 Remscheider im Alter von zehn bis 75 Jahren würden gerne im Bereich des Tennis ein Schnupperangebot kennenlernen; rund 600 könnten sich auch ein regelmäßiges Spielen vorstellen. Inwiefern diese Potenziale ausgeschöpft werden können, liegt vor allem in der Hand der Vereine. Reine Funktionsbauten, wie etwa die ersten Tennishallen mit zwei oder drei Plätzen und einem winzigen Umkleideraum oder als Traglufthallen, werden nur wenig Zukunft besitzen. Der Trend geht hin zu „Sportparks", teilweise am Rande der Siedlungsgebiete gelegen, in denen Kombinationen aus Tennis, ggf. anderen Rückschlagspielen, einem angemessenen Fitnessraum, ggf. Sauna, Whirlpool und einer attraktiven Gast­stätte an einem Ort umfasst. Die Vereine werden über Veränderungen ihrer Leistungen im Bereich der Plätze und der weiteren Bewegungsräume sowie der Kur­se und sportartübergreifenden Angebote für ihre Mitglieder und weitere Zielgrup­pen nachdenken müssen.

Empfehlungen für die zehn Tennisvereine bzw. Tennisabteilungen müssen in sehr differenzierter Form erfolgen und auch den Stellenwert des Wettkampfbetriebs berücksichtigen, der in vie­len Vereinen sehr hoch ist und in drei der zehn Verein auch für Engpässe an Plätzen am Wochenende sorgt. Überlegungen zu Kooperationen und/oder Fusionen sollten daher kein Tabuthema sein, zumal es dazu sehr positive Be­richte aus anderen Städten gibt. Nach den Daten der Bevölkerungsbefragung und den Berechnungen auf der Basis des Sportstättenleitfadens ist der Sportstättenbedarf für Tennishallenplätze auch im Winter offenbar gut durch die vorhandenen Anlagen abzude­cken, allerdings könnte es gerade zu den Spitzenzeiten am späten Nachmit­tag und frühen Abend einige Engpässe geben. (aus der „Analyse des Sportstättenangebots und der Sportstättennachfrage für den Tennissport in Remscheid“, Forschungsstelle „Kommunale Sportentwicklungsplanung“, Horst Hübner, Torsten Kleine und Oliver Wulf im März 2008)

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Harald Fetsch am :

Manchmal liegt es auch am fehlenden Sportpartner. Der Sportbund könnte zur Förderung des Sports eine Sportpartnerbörse auf seiner Webseite einrichten, oder eine Verlinkung zu einer guten. Weiter sollte er dafür sorgen, das sich die Remscheider Vereine dieser auf ihren Webseiten anschließen. Damit sich Sportpartner in der Region auch finden. Ich habe bis jetzt noch keine gute Sportpartnerbörse gefunden, außer für Tanzpartner.

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!