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"Grünes Zentrum" im "Waldhof" würde finanzielles Fiasko verhindern

„Kleines Feriendorf in landschaftlich reizvoller Lage oberhalb des Müngstener Brückenparkes zu verkaufen!“ Auf eine solche Immobilienanzeige würden sich bei der Stadt Remscheid sicherlich viele Interessenten melden. Doch eine solche Anzeige wird es nicht geben. Denn die zehn Gebäude des städtischen Kinderheims „Waldhof“ in den Wupperbergen bei Reinshagen, die vom kommenden Jahr an leer sein werden (Fusion mit dem Kreiskinderheim Wermelskirchen) stehen, umgeben von viel Grün, in einem so genannten FFH-Gebiet. Damit ist die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie gemeint, eine Naturschutz-Richtlinie der Europäischen Union aus dem Jahre 1992.  Und diese Richtlinie verbietet die Umwandlung des Kinderheims in ein Konferenz-, Tagungs- oder Ferienhotel, ein Therapiezentrum (im Gespräch war schon einmal eine Wachkoma-Station) oder ein Ausflugslokal. Die 700.000 Euro, mit denen der Baukomplex derzeit in den Büchern der Stadt steht, ließen sich bei einem Verkauf angesichts stark eingeschränkter Nutzungsmöglichkeiten nicht realisieren. Was sollte der Käufer mit den Gebäuden auch anfangen?

Also das Ganze abreißen, um dann auf dem Gelände Buchen zu pflanzen? Der Abriss würde die Stadt etwa zwei Millionen Euro kosten, und mit einer so kostspieligen Buchen-Schonung würde Remscheid anschließend „in die Forstgeschichte eingehen.“ Sagte in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses Markus Wolff, seit sechzehn Monaten Leiter des städtischen Forstamtes, ein Mann mit jugendlichem Schwung, hin und wieder einem kessen Spruch, vor allem aber: Ein Mann mit Ideen. Und die sehen im Falle „Waldhof“ so aus: Eine Einrichtung der Forstbehörde unterliegt den ansonsten strengen Auflagen des Naturschutzes nur begrenzt. Es wäre folglich möglich, das Forsthaus an der Küppelsteiner Straße aufzugeben bzw. zum „Waldhof“ zu verlagern. Das Gelände an der Küppelsteiner Straße (6000 qm) könnte dann in 600 bis 900 Quadratmeter große Parzellen für Einfamilienhäuser aufgeteilt und verkauft werden. Und aus dem „Waldhof“, zu groß für einen Revierförster allein, ließe sich dann zugleich ein umweltpädagogisches „Bildungszentrum im Grünen“ machen, auf der einen Seite „Jugendwaldheim“ (davon gibt es derzeit fünf in Nordrhein-Westfalen, aber nicht so zentral gelegen), auf der anderen Seite ein „Kompetenzzentrum Forst+Holz Bergisch Land“ in Kooperation mit dem heimischen Handwerk, wo z.B. die umweltschonende Heizung mit Holz-Pellets beworben werden könnte. DieSchutzgemeinschaft Deutscher Wald“: „Seit 1948 gibt es Jugendwaldeinsätze in Deutschland. Ursprünglich stand die Hilfe beim Aufforsten des durch den Krieg zerstörten Waldes im Vordergrund; heute sind sie eine moderne Umweltbildungseinrichtung und werden von allen Schulformen als außerschulischer Lernort genutzt. Jugendwaldheime sind für Schulklassen ( Anm.: 4. bis 12. Klasse) ein Ort der Begegnung mit der Natur. Die Jugendlichen helfen eine Woche lang bei der Waldpflege, lernen den Lebensraum Wald kennen und erfahren vieles über die Forstwirtschaft.“

Über mangelnde Besucher müsste sich eine Jugendwaldschule in Remscheid sicher nicht beklagen, ist sich der Leiter des Remscheider Forstamtes sicher („ein Selbstläufer“). Denn die Wartelisten in den bestehenden sind lang. Die Bezirksregierung in Düsseldorf, so Markus Wolff im Bauausschuss, habe bereits Interesse gezeigt. Denn bei den Internationalen Jugendcamps, die seit Jahren in Nordrhein-Westfalen veranstaltet werden, sei häufig die Unterbringung der Jugendlichen ein Problem. Auch das Waldpädagogische Zentrum in Wuppertal-Burgholz, das derzeit nur Tagesveranstaltungen planen könne, sei an der Zusammenarbeit mit einem Jugendwaldheim in Remscheid interessiert. Wohlwollend habe sich auch die Landesforstverwaltung gezeigt.

Gleichwohl „zierte“ sich der Bauausschuss zunächst, dem Umweltausschuss zu folgen und Baudezernent Kennepohl und Forstamtsleiter Wolff den Auftrag für eine Konzeptstudie zu erteilen, obwohl „die Stadt dafür gar kein Geld in die Hand nehmen muss“ (Kennepohl). So fürchtete Peter Otto Haarhaus (CDU) etwa eine Konkurrenz zur bestehenden „Naturschule Grund“. Und auch ein Tiergehege wurde ins Gespräch gebracht – ohne Studie viel zu früh! Kennepohl wie Wolf machten daraufhin eindringlich klar, dass sich durch ein „Bildungszentrum im Grünen“ für die Stadt ein finanzielles Fiasko vermeiden lasse. (Unausgesprochen hieß das auch an die Adresse von Oberbedenkenträgern: Hier geht es eine überregionale Einrichtung, die für Remscheid zu einem echten Werbeträger werden könnte, also lasst uns bitte mal planen!). Grüne und SPD erkannten das als erste, und dann signalisierte auch die CDU Zustimmung. Es darf also nun im Auftrag von zwei Ratsausschüssen weiter nachgedacht werden. Ein Schwerpunkt dabei: Finanzfragen. Und deshalb kommt die Konzeptstudie, sobald sie fertig ist, auch in den Finanzausschuss.

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Chronist am :

Die Verwaltungsvorstände von Remscheid und Solingen (Oberbürgermeister und Beigeordnete) stehen dem Plan eines gemeinsamen Forstamtes auf dem Gelände des jetzigen Kinderheims "Waldhof" in Küppelstein positiv gegenüber. Und sie haben das Remscheider Forstamt unter seinem Leiter Markus Wolff beauftragt, in den kommenden zwei bis drei Jahren ein tragfähiges Gesamtkonzept zu schmieden. Dazu gehören auch Überlegungen, den "Waldhof" nach dem Beispiel des neuen Verwaltungsgebäudes der Remscheider Entsorgungsbetriebe (REB) an der Nordstraße umzubauen. Die REB hatte sich dabei für ein hochmodernes Energiesparkonzept entschieden und dafür erhebliche Fördermittel erhalten. Diese Geldquellen würde auch Wolff gerner anzapfen. Darüber berichtete er vergangenen Dienstag im Umweltausschuss. Das gemeinsame Forstamt, so Wolff, wäre dann die Keimzelle für die weiteren Überlegungen, die er im Juni vorigen Jahres schon einmal im Bauausschuss dargelegt hatte. "Andere Partner können sich dann bei uns andocken". Die Evangelische Jugendhilfe werde den "Waldhof" mit und mit freimachen, so dass neue Nutzer ebenfalls schrittweise einziehen könnten. Auf diese Weise könnte dann vermieden werden, dass im "Waldhof" zeitweilig eine einzige Kinderheimgruppe ganz alleine lebe.

Chronist am :

Bei Baudezernent Helmut Kennpohl hörte sich sich vieles so an, es sei es in trockenen Tüchern und morgen schon Realität. So auch der Plan, das Gelände an der Küppelsteiner Straße (6000 qm), auf dem heute nur das Haus eines Revierförsters steht, in 600 bis 900 Quadratmeter große Parzellen für Einfamilienhäuser aufzuteilen und zu verkaufen, um so Geld in die Hand zu bekommen für ein "grünes Zentrum" auf dem Gelände des "Waldhofs". Doch gegen diesen Plan hat die Bezirksregierung Düsseldorf Bedenken angemeldet, nachzulesen im Entwurf des neuen Flächennutzungsplans für die Stadt Remscheid: Es handele sich um einen Waldbereich und einen regionalen Grünzug. Der Entwurf durchläuft nach der Sommerpause die politischen Gremien. Beschlussentwurf der Verwaltung: "Der landesplanerischen Stellungnahme wird gefolgt."

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