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Schulentwicklungsplanung soll Elternwillen berücksichtigen

Mit einem Antrag zur Sitzung des Ausschusses für Schule und Bildung am 10. Juni,  des Hauptausschusses am 21. August und des Rates am 4. September will die grüne Ratsfraktion klar stellen, dass trotz der vielen vielversprechenden Ansätze in dem Entwurf zur Schulentwicklungsplanung letztlich eine Weiterentwicklung gewährleistet sein muss. Mit der organisatorischen Zusammenlegung von Schule und Jugendhilfe durch die Oberbürgermeisterin sind Voraussetzungen für eine im Sinne der Bildung von Kindern und Jugendlichen positive kommunale Entwicklung geschaffen worden. Das muss und sollte jetzt mit Leben gefüllt werden. Auch wegen der dynamischen Entwicklung von Schulen in Remscheid kann die vorliegende Planung nur die Grundlage für weitere Entwicklungsschritte sein. Deshalb muss sie zwingend fortgeschrieben werden. Um absehbaren Fehlentwicklungen wie z.B. das Auslaufen der GHS Klausen oder der Ablehnung vieler Schülerinnen und Schüler an der Schule ihrer Wahl zu begegnen, regen wir an, sich bereits jetzt in der Diskussion für diese Probleme zu öffnen und leiten eine baldige Befassung ein.

Der Schulausschuss und der Hauptausschuss mögen folgende Änderungen im Beschlussentwurf B40/129 empfehlen und der Rat beschließen:

Punkt 5: wird ergänzt um den Satz: Eine gleichmäßige Verteilung der Hauptschulstandorte auf die Stadtteile wird dabei gewährleistet.

Punkt 6: wird ergänzt um den Satz: Berücksichtigt werden sollen dabei die unter Punkt 3 „Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe und Schulentwicklung“ und die unter dem Kapitel 2 „Sprachförderung“ beschriebenen Aspekte und Prozesse, insbesondere die Abstimmung der Zusammenarbeit am individuellen Bedarf von Schülerinnen und Schülern auf gleicher Augenhöhe.  Neuer Punkt 7: Die Verwaltung wird beauftragt, den Schulentwicklungsplan in dem Sinne fortzuschreiben, das Elternwille insbesondere mit Blick auf die Nachfrage zu den Gesamtschulen planerisch stärker berücksichtigt wird. 2  

Begründung zu Punkt 5:

Im Lande wird vieles diskutiert in Zusammenhang mit Hauptschulen und ihren Standorten. Unter anderem zeigt sich, dass diese Schulform landesweit immer von den Eltern immer weniger nachgefragt wird, was die Schulministerin dazu veranlasst hat auch einzügige Hauptschulen zuzulassen. Die Diskussion und das Elternwahlverhalten gehen in der Regel an der teilweise hohen pädagogischen Qualität und den Leistungen in den Hauptschulen vorbei.  In Remscheid ist insbesondere die Hauptschule Klausen vom Untergang bedroht. Die Anmeldezahlen sinken, viele SchülerInnen kommen aus benachbarten Städten. Auch diese Situation wird der Schule, die gar einen Montessori-Zweig eingerichtet hat und besonders eng mit der Jugendhilfe zusammen arbeitet, nicht gerecht. Zu leiden hat die Schule zudem unter der Vakanz der Schulleitungsstelle. Angesichts der Situation wurde bei der Erstellung der Schulentwicklungsplanung unter anderem diskutiert, die Schule mit der GHS Hackenberg zu einer Verbundschule weiter zu entwickeln, was eine Auflösung der Schule ebenso wahrscheinlich gemacht hätte wie die jetzige Planung, nach der man passiv abwarten will, wie sich die Anmeldezahlen entwickeln. In der Konsequenz stünde Lüttringhausen als einziger Stadtteil Remscheid ohne ein Hauptschulangebot da. Angesichts der Schülerpopulationen vor Ort und auch der bemerkenswerten Arbeit von Lecker Schule Klausen wäre das nicht wünschenswert. Ein wichtiger Baustein der Stadtteilarbeit ging verloren. Diese Aspekte greift auch die Schulkonferenz der GHS Klausen in ihrer Stellungnahme auf. Noch unter dem Eindruck einer möglichen anderen Lösung begrüßt sie die damalige Vorstellung im Entwurf, die Zweizügigkeit Schule und den Schulstandort zu erhalten. Nur wenige Monate sieht die Lage für die Schule anders aus. Zwar hat die Bezirkregierung bewiesen, dass sie die Situation vor Ort nicht erkannt hat, indem in ersten Gesprächen abgelehnt hat, die Experimentierklausel zu nutzen und die Schule in einem Verbund mit dem Gymnasium zu führen. Dennoch muss sich die Stadt Remscheid klar und unmissverständlich zu ihren Aufgaben auch in Lüttringhausen bekennen und den Erhalt des Hauptschulangebotes aktiv mit den gebotenen Mittel betreiben.  

Begründung zu Punkt 6:

Mit der Zunahme der Anforderungen an Schule auf der einen und SchülerInnenpopulationen mit immer ausgeprägteren individuellen Lebens- und Problemlagen auf der anderen Seite ergibt sich ein wachsender Bedarf an Schulsozialarbeit und einer eng verzahnten Zusammenarbeit von Jugendhilfe von Schule. Gleichzeit ist der Sprachförderbedarf evident. Das Gutachten beschreibt hier konkrete Erfordernisse und sollte deshalb Grundlage für die Abstimmungsprozesse sein. Der Umstand, dass dort davon die Rede ist, die Akteure sollten ihre Konzepte mittelfristig auf einander abstimmen, weist auf eine Problematik hin, die durch die Neuorganisation der Verwaltung jetzt konzentriert bewältigt werden könnte. Gleichwohl sind die Erfordernisse groß. Der Schulentwicklungsplan beschreibt hier die möglichen Handlungsfelder, die zwingend bearbeitet werden müssen.  Zu Punkt 7 neu:  Mit ihrer Gesetzgebung hat die Landesregierung die Schulen in Bewegung gebracht und viele Eltern die Schulformentscheidung erschwert. Knackpunkte scheinen nach Meinung vieler ExpertInnen die Situation der Hauptschulen in der wahrgenommenen Vermittlung von Chancen im Berufsleben und die Einrichtung des achtjährigen Gymnasiums zu sein. Landesweit lässt sich ein Trend feststellen, nach dem vermehrt Eltern, deren Kinder eine Gymnasialempfehlung haben, die Gesamtschulen als weiterführende Schule wählen. Gleichzeitig versuchen Eltern von Kindern mit Hauptschulempfehlungen ihren Kindern mit der Wahl einer Gesamtschule möglichst lange den Weg zu einem höheren Schulabschluss offen zu halten.  In Remscheid ist dieser landesweite Trend bislang nicht in vollem Maße angekommen. Gleichwohl zeigt das Anmeldeverhalten der Eltern seit Jahren einen konstant starken Trend hin zu den Gesamtschulen. Was für deren Arbeit spricht, führt immer wieder zu großen Enttäuschungen auf Seiten der Eltern und Kinder. Die beiden Gesamtschulen in Remscheid weisen jedes Jahr so viele Kinder ab, dass es für eine sechszügige neue Schule reichen würde.

Bei der Analyse der Datenlage zeigt sich zudem ein im bundesdeutschen Vergleich geringer Anteil von AbiturientInnen in Remscheid. Dies weist auf die Lebenslage und die Geschichte der Menschen in Remscheid hin, wirkt sich aber mit Blick auf die immer höheren Bildungsanforderungen in Zusammenhang mit dem Strukturwandel in Remscheid zukünftig nachteilig aus. Vor diesem Hintergrund ist der Satz „Bezogen auf die Standorte und die Organisation der Gesamtschulen liegt aus heutiger Sicht kein Handlungsbedarf vor“ nur bedingt richtig. Analog gilt das auch für die Gymnasien. Legt man außerdem den Elternwillen zu Grunde, besteht ein dringender Handlungsbedarf. Der Rat der Stadt Wuppertal konstatierte eine ähnliche Entwicklung vor Ort und beschloss die Einrichtung einer weiteren Gesamtschule vor Ort, die nun leider auf Grund landespolitischer Erwägungen wenig Chancen auf eine Verwirklichung hat.  Auch wenn die Zusammensetzung der abgelehnten SchülerInnenpopulationen eher für integrierte Schulformen als für die Einrichtung einer dritten Gesamtschule spricht, so besteht die Erfordernis hier an Lösungsvorschlägen zu arbeiten und sich nicht allein in gewohnten Bahnen zu bewegen. Bildung ist ein wichtiges Gut. Vor Ort sollte daran gearbeitet werden, den Bildungsansprüchen und -notwendigkeiten möglichst vieler Kinder auch durch kreative Lösungen gerecht zu werden. (Beatrice Schlieper, Fraktionssprecherin, und Jutta Velte, Bildungspolitische Sprecherin)

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Kommentare

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Chronist am :

Mit diesem und weiteren Anträgen der Grünen zum Schulentwicklungsplan der Stadt Remscheid für die Allgemeinbildenden Schulen soll sich in nächster Zeit aus schulwissenschaftlicher Sicht Dr. Detlef Garbe aus Leichlingen beschäftigen, der als freiberuflicher Berater im Auftrag der Stadt den Entwurf dieses Planes verfasst hat. Das beschloss gestern der Schulausschuss.

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