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Stadt Remscheid weist Vorwürfe der Fa. Blasberg Hartchrom zurück

Gefährliche Galvanik-/Chrom-Abwässer im Grundwasser von Küppelstein? Zahlreiche Anwohner der Küppelsteiner Straße haben einen Offenen Bief der  Galvanik-Firma Blasberg Hartchrom GmbH & Co. KG, Küppelsteiner Straße 3 - 5, erhalten. In dem auf den 16. Juni datierten Schreiben der Firma, die auf das Hartverchromen,  Rundschleifen und Polieren von metallischen Werkstücken bis zu einer Länge von sechs Metern spezialisiert  und deren Inhaber und Geschäftsführer Ralf-G. Helmecke ist, werden „schwere Vorwürfe u.a. gegen die Stadt Remscheid erhoben“. Dieses Zitat ist nicht dem Brief der Firma entnommen, sondern stammt aus einer Pressemitteilung der Stadt Remscheid, in der dazu Stellung genommen wird. Zitat Nr. 2: „Die Vorwürfe entbehren jeder Grundlage“. Die  konkreten Vorwürfe an die Stadt finden sich im anhängenden Text, den der Firmenchef per E-Mail beigesteuert hat. Träfen diese Vorwürfe zu - die Stadt bestreitet sie -, dann hätte Remscheid einen handfesten Umweltskandal.

Wie vor drei Jahren die Lokalzeitungen berichteten, kostete die Sanierung des mit Chrom verseuchten Geländes des früheren Galvanik-Betriebes "Hartchrom Feige" an der Edelhoffstraße mehr als fünf Millionen Euro. Zu Lasten des Steuerzahlers, versteht sich fast von selbst. Nicht zu Lasten der früheren Firmeneigentümer.

Stellungnahme der Stadt Remscheid: „Es handelt sich um einen durch eine Bodenkontamination hervorgerufenen Grundwasserschaden, der sich seit 1988 in Bearbeitung befindet. Anlass für die Bearbeitung waren damals erhöhte Chromgehalte im Tyroler Bach. Als Verursacher konnte nur der damalige Betrieb auf dem Grundstück Küppelsteiner Str. 3 - 5 in Betracht kommen. Dessen Inhaber wurde aufgefordert Untersuchungen durchzuführen, die diese Annahme bestätigten. Als Folge wurden kontaminierter Boden ausgetauscht, Dränagegräben erstellt und verunreinigtes Grundwasser abgepumpt. Diese Maßnahmen wurden bis vor kurzem fortgesetzt. Der Grundstückseigentümer - der frühere Inhaber der Firma - hat nunmehr die Grundwasserförderung und -entsorgung eingestellt. Er wurde daher durch die Stadt Remscheid ordnungsrechtlich verpflichtet, die notwendigen Maßnahmen fortzusetzen. Das Verfahren läuft zur Zeit noch.

Mit der Insolvenz des damaligen Betriebsinhabers im Jahr 2000 ging die Grundstücksverwaltung bis zur Wiederveräußerung an den früheren Betriebsinhaber im Jahr 2005 auf den Insolvenzverwalter über.

Die galvanische Anlage auf dem Grundstück Küppelsteiner Str. 3 - 5 wird seit 2000 durch die Fa. Blasberg Hartchrom als Pächterin des Grundstücks betrieben. Die nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz zu beurteilende Anlage zeigte nach Sachverständigenprüfung im Jahr 2004 Mängel.

Die Fa. Blasberg Hartchrom wurde daraufhin vom Staatlichen Amt für Umweltschutz in Düsseldorf als zuständiger Fachbehörde zur Mängelbeseitigung aufgefordert. Auch dieses Verfahren läuft noch.

Dies vorangestellt, ist zu der Kritik der Fa Blasberg Hartchrom folgendes festzustellen:  Das Grundstück ist im Altlastenkataster der Stadt Remscheid enthalten. Dies kann von Jedem, insbesondere bei Miet- oder Kaufinteresse, eingesehen werden. Eine Zustimmungsbedürftigkeit bei der Anmietung von Grundstücken durch die Stadt liegt hier nicht vor. Die Verpachtung dieses Grundstückes wurde der Stadt vor Abschluss des Pachtvertrages auch nicht bekannt, was im Übrigen generell auch nicht üblich ist.

Mit Ausnahme der jüngsten Entwicklung ist der Grundstückseigentümer bisher seinen Sanierungsverpflichtungen nachgekommen. Eine vollständige Fassung des Grundwassers ist aufgrund der geologischen Verhältnisse nicht möglich. Eine weitestgehende Beseitigung der Bodenbelastung wäre nur durch Abbruch der Gebäude mit Austausch des Boden möglich. Ab dem Jahr 2003 wurde durch verschiedene Untersuchungen die Verbesserung der Sanierungsmaßnahme geprüft. Wegen des zwischenzeitlichen Eigentümerwechsels konnte dies noch nicht zum Abschluss gebracht werden.

Die Aussage zum anfallenden Grundwasser von 10.000 Litern pro Tag bezieht sich auf frühere Annahmen. Diese haben sich im Laufe der Jahre nicht bestätigt. Ein Gutachten aus dem Jahr 2004 weist für den Zeitraum von Nov. 2003 bis August 2004 eine Menge von 900 l m pro Monat aus. Damit ist belegt, dass das Volumen des Sammeltanks ausreichend bemessen ist.

Die bezüglich des Nachbargrundstückes Küppelsteiner Str. 1 aufgestellte Behauptung ist unrichtig. Die im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens geforderte Dränage, die Isolierung des Kellers und der Kontrollschacht mit den zugehörigen Leerrohren wurden ausgeführt. Bei Kontrollen in den ersten Jahren nach der Fertigstellung des Neubaus wurde in dem Schacht kein Grundwasser angetroffen. Erstmals im Jan. 2005 befand sich verunreinigtes Grundwasser in dem Schacht. Daraufhin wurde vom Sanierungspflichtigen (damals der Insolvenzverwalter, heute der Grundstückseigentümer) eine Pumpe installiert. Der Beschwerdeführer war an diesem Vorgang nicht beteiligt.

Unmittelbar nach Bekanntwerden der Mängel an der Grundstücksentwässerung wurden die Remscheider Entsorgungsbetriebe als zuständige Fachbehörde hierüber informiert. Diese haben ein entsprechendes Verfahren zur Beseitigung des Missstandes eingeleitet. Es kann daher keine Rede davon sein, dass die Stadt Remscheid den Zustand billigend in Kauf genommen hätte.

Abschließend ist festzustellen, dass keine Gefährdung der Anwohner besteht. Es liegt allerdings eine Belastung des Grundwassers mit 6-wertigem Chrom vor, die dann von Bedeutung wäre, wenn das Grundwasser gefördert und genutzt würde. Eine vollkommene Sanierung des Altschadens ist wegen der hier anzutreffenden geologischen Verhältnisse nicht erreichbar.“ (Ende der Pressemitteilung der Stadt Remscheid)

Trackbacks

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Kommentare

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Helmecke,R.-G. am :

Am 30.5.06 wurde Herr W. schriftlich informiert, dass der Grundwasserstand über 1 Meter über "Normalstand" angestaut ist und somit unter dem gesamten Gelände steht. Nach Pfingsten kam Frau D. und sagte, dass sie die Feiertage abwarten wollten, wissend, dass Herr B. seit über 4 Wochen den Sammeltank nicht abfährt, also aus dem Schacht nichts abgepumpt werden kann. Denkt Herr W., die Heinzelmännchen hätten sich hilfreich gezeigt? Der Tank ist immer noch voll und wird nicht im Rahmen einer Ersatzvornahme von der Stadt Remscheid abgefahren. Z.Zt. regnet es nach unserem Kenntnisstand. Aus dem Gutachten der Fa. Harreiß Geotechnik aus 1988 geht auf jeden Fall hervor, dass an manchen Regentagen über 10000 (zehntausend) Liter /Tag aus dem Schacht gefördert wurden. Keine der hierzu genehmigten und vorgesehenen Anlagen zur Entgiftung des Grundwassers konnte mehr als 1000 Liter in 24 Std. verarbeiten. Bei einem Vorlagetank von 7000 Liter könnte man sich die Frage stellen, dass sich nach 4 Tagen Regen und somit 40000 (vierzigtausend ) Liter Wasser wohin ausgebreitet haben, Herr W.? Es ist nicht nur verantwortungslos, was hier abgelaufen ist, es ist ein dauerhafter Gewässer-,Boden- und Grundwasserschaden, der billigend in Kauf genommen wurde! Die 10000 Liter beziehen sich, wie belegt, nicht auf Annahmen, sondern auf die im Gutachten des Büros Fülling stehende Feststellung, dass Herr B. die Dachentwässerung zusätzlich in den Schacht eingeleitet hat und sich der Schaden hierdurch über die anderen Grundstücke ausbreiten konnte. Zu diesem Zeitpunkt ist der Tank voll - Herr W., Herr P. - wann wollen Sie den Tank abfahren? Wie oft sollen wir Ihnen noch versuchen begreiflich zu machen, dass keine Sicherung betrieben wird. Sie können doch nicht beim Zustandsstörer betteln! Zu Ihrer Äußerung zu den angemieteten Chrombädern, die Herr B. gehören, erhalten Sie noch eine Stellungnahme - persönlich habe ich Sie bereits befragt, warum haben Sie, Herr P., 1988 als techn.Angestellter die Anforderungen, die Sie an den Anlagenbetreiber, Herr B., gestellt haben, nicht umgesetzt haben. (...) Keine, nicht eine Maßnahme haben Sie umgesetzt. Auch nicht exakt die Störungen, die uns tausende Euro für Sicherungsmaßnahmen gekostet haben, weil Sie seit 2004 nicht darauf reagieren, dass im Hintergelände tausende Liter Wasser aus der Regenentwässerung das Gebäude und unsere frischen Sanierungen - durch die defekten, verstopften Rohre - zerstören. Dies ist die Entwässerung der gesamten Straße, die hier in den Untergrund eintritt! Seit 1991 wurde der Schaden aus 1988 nicht mehr gutachterlich begleitet! Die nach Auskunft der Stadt angeblich haltlosen Anschuldigungen werden mit Fakten und Berechnungen belegt werden.

Lothar Kaiser am :

Datenschutzbestimmungen verpflichteten mich, die im Beitrag von Herrn Helmecke genannten Namen abzukürzen.

T.Dobbertin am :

Bezug nehmend auf die Aussage zum anfallenden Grundwasser von täglich 10.000 Litern, wo die Stadt auf ein Gutachten aus den Jahren 2003 bis 2004 verweist, auf dem Gelände sammelten sich 900 Liter im Monat an: In dem Zeitraum, in dem das Gutachten erstellt wurde, sind im Jahresdurchschnitt 1383,4 Liter (Quelle Wupperverband) Regen pro Quadratmeter gefallen. Die Menge von 900 Litern, die die Stadt anspricht, wäre richtig, wenn es auf unserem Gelände nur auf "9m²" regnen würde. Tatsächlich ist es aber so, dass sich das gesamte Grundwasser bis weit hinter die Küppelsteiner Str.11 auf unserem Gelände sammelt und in den Sammelschacht läuft. Wie können bei einer so großen Fläche nur 900 Liter zusammen kommen??? Und übrigens hat es in diesem Jahr, Januar bis Mai, nur 16 Liter pro m² mehr geregnet als im Zeitraum 2003-2004. Soviel zu Volumen des Sammeltanks und der anfallenden Wassermenge.

T.Dobbertin am :

Das ist doch einfach nicht zu fassen, man achte auf die Reaktionen der Stadt ,die "totale Entschlossenheit" hier was zu ändern. Da wird kostbare Zeit verschwendet, in dem man über alle Medien versucht, die Vorwürfe von sich zu weisen, anstatt dass alles dafür getan wird, dass hier der Sammltank geleert wird. Aber so ist es nun mal, da wird lieber gelabert statt gehandelt. Jede Stadt ist leider nur so gut wie ihre politischen Vertreter, und da haben wir leider Gottes nichts Vernünftiges zu bieten. ARMES REMSCHEID!

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