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Für 200 Schüler/innen wäre die Sekundarschule eine Chance

Zur Sitzung des Ausschusses für Schule und Bildung am Dienstag, 10. Juni, hat die Fraktion B90/ DIE GRÜNEN den Antrag gestellt, die Verwaltung möge im Rahmen der Schulentwicklungsplanung die Einrichtung einer Sekundarschule gemäß § 25 Schulgesetz entsprechend dem Bonner Modellprojekt  prüfen. Begründung:

„Jahr für Jahr werden fast 200 Schülerinnen und Schüler von den beiden Gesamtschulen abgewiesen. In der Regel handelt es sich dabei um solche, die eine Haupt- oder allenfalls eine Realschulempfehlung haben. Dieser Trend dürfte sich nach der Einführung des so genannten Turboabiturs noch verstärken. Gleichzeitig müssen die Hauptschulen um jede Anmeldung kämpfen und werden oft erst im zweiten Verfahren belegt.

Verschärfend kommt hinzu, dass überdurchschnittlich viele Kinder aus Zuwandererfamilien lediglich eine Hauptschulempfehlung erhalten, was – rein statistisch betrachtet - die Vermutung nahe legt, dass den Empfehlungen nicht allein die Begabung des Kindes zu Grunde liegt, sondern auch andere Faktoren wie z.B. Kenntnisse der deutschen Sprache oder auch Unterstützungsmöglichkeiten in den Familien eine Rolle spielen könnten.

Parallel dazu bemängelt die Wirtschaft mangelnde Grundqualifikationen bei den Lehrstellenbewerbungen und plädiert für eine Anhebung des Bildungsniveaus, was dazu führt, dass Hauptschulabsolventen und -absolventinnen zunehmend Probleme haben eine Lehrstelle zu finden.

Diese Faktoren legen nahe, dass auch in der Remscheider Schullandschaft ein Umdenken erforderlich ist. Das Warten-wir-mal-ab Motto, das aus dem vorliegenden Entwurf zur Schulentwicklungsplanung spricht, reicht sicher nicht aus, um diese Problemstellungen perspektivisch zu bewältigen.

Eine dritte Gesamtschule als weitere Parallelveranstaltung zum dreigliedrigen Schulsystem wäre angesichts dieser Problemstellungen nicht sinnvoll. Dazu kommt, dass das Schulministerium die Gründung einer solchen enorm erschwert. Die Ablehnung einer weiteren Gesamtschule in Wuppertal mag da als Beispiel dienen.

Die Stadt Bonn, in der sich Entwicklungen, in der Schullandschaft ähnlich darstellten wie in Remscheid (wobei die Schülerzahlen dort stabil sind), hat angesichts der Situation einen anderen Weg eingeschlagen. Auf der Basis der so genannten Experimentierklausel im Schulgesetz hat man dort an einer Hauptschule die neue Schulform „Sekundarschule“ ins Leben gerufen. Was das ist, geht aus dem Antragstext hervor:

‚Die Sekundarschule Bonn soll für alle Kinder (auch solche mit Behinderung im gemeinsamen Unterricht) gemeinsames Lernen bis einschließlich Klasse 8 und alle Schulabschlüsse der Sekundarstufe I ermöglichen. Sie zeichnet sich aus durch eine Orientierungsphase in der Klasse 5, in der für alle Kinder ein zusätzliches sprachliches und naturwissenschaftlich/ technisches Angebot unterbreitet wird. […] Durch die Verknüpfung von Schulsozialarbeit, offenem Ganztag und Freizeitangeboten für alle Kinder bekommt das soziale Lernen ein besonders Gewicht.’

Diese Schulform steht allen Kindern unabhängig von ihrer Schulformempfehlung offen und wurde Ende des letzten Jahres von der Schulministerin bewilligt. Ob eine solche „neue“ Schule auch für Remscheid in Frage kommt, muss sich zeigen. Man sollte aber nicht die Möglichkeit einer innovativen Entwicklung vor Ort mit dem Ziel das Bildungsniveau insgesamt anzuheben, aus den Augen verlieren.“

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Chronist am :

Der Prüfauftrag an die Verwaltung ("Sekundarschule nach dem 'Bonner Modell'") stand heute auf der Tagesordnung des Schulausschusses, wurde jedoch nicht beschlossen. Die CDU hatte Beratungsbedarf angemeldet, und auch Ausschussvorsitzender Hans Peter Meinecke befand, der Antrag selbst gebe "nicht viel her". Jutta Velte von den Grünen sagte zu, ihn zu konkretisieren.

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