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Die Offene Kinder- und Jugendarbeit im täglichen Spagat

„Wir können nicht alles tun, aber wir müssen tun, was wir können.“ Das Zitat des früheren amerikanischen Präsidenten Bill Clinton findet sich im „Qualitätsbericht 2007“ der Arbeitsgemeinschaft Offene Kinder- und Jugendarbeit (AGOT), den der Jugendhilfeausschuss in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause zustimmend zur Kenntnis nahm.  Die elf AGOT-Mitglieder (evangelische und katholische Kirchengemeinden, der CVJM, der Freie Jugendarbeit RS-Mitte e.V., der Bürgerhaus Süd e.V., „Die Schlawiner“ e.V., „Die Welle“ e.V., der Stadtteil e.V. und die Stadt Remscheid) betreiben in Remscheid neben dem AGOT-Mobil 14 Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Und meistern dabei täglich, wie es in dem Bericht heißt, „den Spagat zwischen Qualität und knappen Ressourcen. Wir stellen uns (trotzdem) der Herausforderung, denn die Kinder, Jugendlichen und Familien in Remscheid sind es (uns) wert!“ Das Problem: Obwohl die Offene Kinder- und Jugendarbeit ein wesentlicher Bestandteil der Bildungslandschaft ist und eine angemessene finanzielle und personelle Ausstattung verdient hätte, „ist die öffentliche Wahrnehmung gering, und die Zuschüsse sind seit 1995 nicht mehr angepasst worden“, beklagt die AGOT in ihrem Bericht.

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit der AGOT basiert auf dem Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Remscheid sowie einem gemeinsam erarbeiteten und vom Jugendhilfeausschuss beschlossenen Konzept und wird im partnerschaftlichen Dialog aller Träger weiterentwickelt, gestützt auf das Kinder- und Jugendhilfegesetz und das Kinder- und Jugendförderungsgesetz (als Pflichtleistung der Jugendhilfe bzw. durch mobile, kooperative, übergreifende Angebote in Einrichtungen und Projekten). In den 14 Einrichtungen der „Offenen Tür“ (OT) werden Kindern und Jugendlichen "Räume und Materialien zur zwanglosen Nutzung sowie verlässliche Ansprechpartnerinnen" für eine vielfältige Freizeitgestaltung (z. B. Kommunikationsbereiche, Spiele, Tischtennis, Billard, Kicker etc.). bereitgestellt.  Hinzu kommen Bildungsangebote. Darüber hinaus moderieren die Mitarbeiter/innen der OT-Einrichtungen Projekte und Konflikte im Stadtteil und fördern Jugendkultur und Kooperationen. Die Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit sind somit Orte der

  • Bildung und des Lernens
  • Begegnung und Integration
  • Beteiligung und Demokratie
  • Vernetzung und Kooperation
  • Beratung und Hilfe
  • Eigeninitiative und des Engagements
  • der Betreuung

Im vergangenen Jahr summierten sich die Öffnungszeiten in den Einrichtungen auf 255,5 Stunden pro Woche (!). Es gab 81 Gruppenangebote, 49 Projekte, 14 inner- und sieben außerörtliche Ferienprogramme sowie 61 Kooperationsangebote (davon 38 mit Schulen) zwölf mobile / aufsuchende und 13 geschlechtsspezifische Angebote (zehn für Mädchen und drei für Jungen).  Im Durchschnitt erreichten die Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit damit wöchentlich (!) 2.727 Kinder und Jugendliche. d.h. gut zehn Prozent der gesamten Altersgruppe. Im Einzelnen waren das sind sechs Prozent der 6- bis 10-Jährigen, 15,6 Prozent der 11- bis 14-Jährigen, 18,7 Prozent der 15- bis18-Jährigen und 4,5 Prozent der 19- bis 26-Jährigen. Oder: 61,9 Prozent der Jungen und 38,1 Prozent der Mädchen, 55,7 Prozent Deutsche und 44,3 Prozent Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund.

Darüber hinaus erreichten die Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit fast 6.000 Kinder und Jugendliche (damit rd. 21,6 Prozent. Hinzu kamen:

  • AGOT-Party (rd. 700 Besucherinnen und Besucher)
  • Circus Casselly (300 Kinder / je 150 pro Woche)
  • ADD-Parties ("Anti-Drogen-Discos", ca. 1.300 Kinder und Jugendliche)
  • Girls-Soccer (150 aktive Mädchen, mehr als 300 Fans)
  • Kinderstadt Hohenhagen (200 Kinder täglich über 2 V\/ochen)
  • Kinder- und Jugendtag Lennep (rd. 3.000 Besucherinnen und Besucher)
  • Konzerte (rd. 3.000 Besucherinnen und Besucher)
  • Das AGOT-Mobil erreichte 2007 bei 75 Einsätzen mehr als 2.600 Kinder.

Handlungsbedarf sehen die Träger vorrangig bei Konflikte, die sich aus unterschiedlichen kulturellen Hintergründen ergeben (z.B. "Ehre" vs. "Einhaltung von Gesetzen").  Auch Gewalt und Gewalterfahrung sowie der Umgang mit Alkohol und Drogen sind Themen, mit denen sich die Einrichtungen immer wieder neu auseinander setzen müssen. Zitat aus dem !Qualitätsbericht 2007“: „Insbesondere unter präventiven Gesichtspunkten ist die offene Kinder- und Jugendarbeit gefragt, bereits den Kindern umfangreiche Informationen anzubieten, alternative Konfliktlösungs­möglichkeiten aufzuzeigen, persönliche Stärken zu fördern und Angebote zur Freizeitgestaltung zu machen“.

Eine Ausweitung der offenen Kinder- und Jugendarbeit (sozialräumlich, räumlich, fachlich), um flächendeckend Angebote machen zu können (z.B. Hasenberg, Betreutes Spielen, Mädchenangebote für Migrantinnen, Anti-Aggressionstraining, erweiterte Öffnungszeiten), hält die AGOT nach wie vor für notwendig. Finanzielle, personelle und räumliche Ressourcen sind jedoch leider begrenzt, so dass lediglich eine punktuelle Veränderung oder Verschiebung im Rahmen der vorhandenen Bedingungen möglich sei.

Junge Aussiedler (Russlanddeutsche) benötigten spezielle Ansprache und Angebote. Die Ausweitung des Angebots auf jüngere Jugendliche erscheint der AGOT sinnvoll und notwendig. Auch die Jugendarbeitslosigkeit und ihre Auswirkungen tangieren die Jugendarbeit. Zitat: „Die immer größer werdende Perspektivlosigkeit junger Menschen macht zusätzliche Beratungsangebote, aber auch Kooperationen z.B. mit Hauptschulen, Maßnahmeträgern der Jugendsozialarbeit oder Betrieben erforderlich. Geringe personelle und finanzielle Ressourcen setzen hier jedoch enge Grenzen.“

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