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Remscheider Ärzte leisten unbezahlte Mehrarbeit

Remscheider Ärzte berichteten dem Sozialausschuss. Foto: Lothar KaiserHaben Sie ihren langjährigen Hausarzt schon mal nach seinem Alter gefragt?  Tun sie es ruhig mal, wenn Sie glauben, er sei schon im Pensionsalter. Denn: „Mit 68 ist Schluss“, verriet in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses Dr. Andres Streeck. Der Remscheider Kardiologe ist Vorsitzender des  „Arztnetz Bergischland“, einem genossenschaftlichen Zusammenschluss von ca. 45 Ärzten im Raum Remscheid, Wermelskirchen, Radevormwald und Hückeswagen. Nach seinen Erkenntnissen ist jeder zehnte in Remscheid niedergelassene Arzt älter als 60 Jahre. Und einige davon hätten bisher vergeblich nach einem Nachfolger gesucht. „Noch ist der Bedarf gedeckt“, räumte Dr. Walter Steege ein, der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung. Ein aktueller Bedarf bestehe derzeit bei Augenärzten.

Dass die Vakanzen zunehmen werden, machte Andres Streeck noch an einem anderen Beispiel klar: „60 Prozent aller Medizin-Studenten in Deutschland sind derzeit Frauen. An einer Fulltime-Praxis haben Frauen nachweislich weniger Interesse als Männer!“ Überhaupt sei der Beruf des Arztes nicht mehr so nachgefragt wie früher.   Dr. Frank Neveling, Leiter des städtischen Gesundheitsamtes, berichtete, die Krankenhäuser spürten dies bereits; für sie sei es schwieriger geworden, freie Assistenzarzt-Stellen zu besetzen.

Nach Ansicht von Andres Streeck hat das nachgelassene Interesse am Arztberuf mehrere Ursachen. Da ist zum einen das unterfinanzierte Gesundheitssystem. Für die Ärzte brachte es ein Punktesystem. Danach werden die von ihnen erbrachten Leistungen von den Krankenkassen bezahlt. Streeck: „Das Budget reicht für zwei Monate, d.h. die Ärzte sichern die medizinische Versorgung durch unbezahlte Mehrarbeit.“ Neveling widersprach dem nicht, ergänzte allerdings, die medizinische Versorgung in Remscheid sei derzeit nicht gefährdet. Und in einigen Jahren? „Der Bedarf an medizinischer Versorgung steigt nach Rückgang der Ärztezahl“, betonte Streeck.

Ein weiterer Negativpunkt: Das begrenzte Arzneimittelbudget. Streeck: „Es kann sein, dass eine Krankenkasse von einem Arzt Monate später Geld für Medikamente zurückfordert, mit deren Hilfe er einen Bluthochdruck-Patienten besonders gut eingestellt hatte!“ Apropos Geld: „Die Verwaltungskosten der Krankenkassen in Deutschland liegen bei acht Milliarden Euro im Jahr; die niedergelassenen Ärzte erhalten ein Drittel dieser Summe!“

Und dann die wachsende Bürokratie. Darauf machte die stellvertretende „Arztnetz“-Vorsitzende Dr. Gabriele Sörensen-Strasmann aufmerksam: „Immer neue Formulare, die ausgefüllt werden müssen!“

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Waterbölles am : Ärzte miteinander vernetzen ist wie dicke Bretter bohren

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Schon zweimal – im August 2007 und im Juni 2008 -  berichtete der Waterbölles über ein Projekt, durch das ärztliche Behandlungsfehler vermieden werden sollen: Das „Arztnetz“. Im Juni 2008 hatte der Vorsitzende dieser Genossenschaft, der Kardiologe

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