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W.I.R.: Umweltskandal erfordert Sofortmaßnahmen der Stadt

Das chromhaltige Grundwasser auf dem Gelände der Galvanik-Firma Blasberg Hartchrom GmbH & Co. KG an der Küppelsteiner Straße bereitet nicht nur Anliegern Sorge. In einem Brief an Oberbürgermeisterin Beate Wilding hat die Ratsfraktion der Wählergemeinschaft W.I.R. jetzt „klare Maßnahmen zur Begrenzung des Umweltskandals“ gefordert. Städtische Mitarbeiter hätten, wie belegt werden könne, „nicht zeitnah und zielgerichtet alles in ihrer Macht Stehende unternommen, um den entstandenen Schaden zu begrenzen bzw. gar nicht erst entstehen zu lassen.“ Auch das zur „Regionale 2006“ gehörende „Projektkonsortium kompetenzhoch3“ beschäftigt sich inzwischen mit den Vorgängen in Küppelstein.

Die Pressemitteilung der Stadt ansprechend, mit der diese am 19. Juni auf einen Offenen Brief der Firma Blasberg Hartchrom reagiert hatte, stellen W.I.R.-Fraktionsvorsitzender Wieland Gühne und Fraktionsgeschäftsführer Roland Kirchner fest, die Stadt hätte einen Katalog von Sofortmaßnahmen vorlegen müssen, statt auf zwei eng beschriebenen Seiten aufzulisten, warum städtische Mitarbeiter „keinerlei Verantwortung für die Verbreitung der Chromverseuchung in Küppelstein übernehmen.“ Mit einer Ordnungsverfügung sei es da nicht getan. Schließlich habe der Grundstückseigentümer die Förderung und Entsorgung des chromhaltigen Grundwassers eingestellt; die zwangsweise Entsorgung durch die Stadt wäre folglich die richtige Entscheidung gewesen.  (Zum Hintergrund: Der Sammelschacht, der regelmäßig entleert werden muss, fasst 900 Liter. Läuft er über, zum Beispiel auch bei starkem Regen, gelangt das krebserregende Chrom ins Grundwasser und fließt talwärts. Am Tyroler Bach stehen mittlerweile Warnschilder.)

In ihrem Brief an Wilding weist die W.I.R. ferner darauf hin, dass die Stadt schon im April 1988 wegen festgestellter Mängel an der galvanischen Anlage ein Bußgeld für den Fall angedroht habe, dass diese nicht behoben würden. Die W.I.R. wörtlich: „18 Jahre reden, schreiben, fordern und untersuchen, jedoch keinerlei Veränderungen“. Die W.I.R.  bittet die Oberbürgermeisterin alles zu unternehmen, „damit wir nicht einen zweiten Fall ‚Hartchrom Feige’ in Remscheid mit Kosten von über fünf Millionen Euro für die Bürger haben werden.“ Jetzt gehe es darum, mit vollem Einsatz an der Lösung der Probleme zu arbeiten. „Wer, wann und wo verantwortlich für diesen Umweltskandal ist, sollte erst einmal zweitrangig sein. Damit werden sich in naher Zukunft die Gerichte zu beschäftigen haben.“

Strittig dürfte dabei sein, ob der Grundstücksbesitzer und Verpächter der galvanischen Anlagen für die Mängelbeseitigung allein zuständig ist oder auch der Pächter, die Firma Blasberg Hartchrom. Sie hatte in ihrem Offenen Brief an die Anwohner erklärt, das Gelände sei ihr im Jahre 2000 von einem Insolvenzverwalter ausdrücklich als frei von Umweltlasten zur Miete angeboten worden. Zitat aus dem Rundschreiben: „Inzwischen hat sich für uns herausgestellt, dass sich mit Wissen des Umweltamtes Remscheid und des staatlichen Umweltamtes Düsseldorf die im Boden befindlichen Chromrückstände aus dem Schaden aus 1988 – nicht von uns, um dieses klarzustellen – weiträumig verbreitet haben.“ Von diesem Schaden (Anm.: undichte Leitungen) habe die Firma bei der Anmietung des Geländes im Jahre 2000 durch den Insolvenzverwalter nichts erfahren.

In ihrer Pressemitteilung hatte sich die Stadt Remscheid auf den Standpunkt zurückgezogen: „Das Grundstück ist im Altlastenkataster der Stadt Remscheid enthalten. Dies kann von jedem, insbesondere bei Miet- oder Kaufinteresse, eingesehen werden.“ Die W.I.R.-Fraktion nennt das in ihrem Brief an OB Wilding „geradezu schulmeisterlich“. Immerhin habe die Stadt den Insolvenzverwalter noch kurz vor Abschluss des Mietvertrages auf die Problematik hingewiesen. Zitat: „Da waren Ihre Mitarbeiter gefordert einzugreifen. Die Passivität seit dem Jahre 2000 hat die untragbaren Zustände deutlich verschärft.“

Unter der Überschrift „Trübes Wasser und schmutzige Wäsche: Umweltskandal?“ berichtet auf einer Internetseite auch das zur „Regionale 2006“ unter Geschäftsführer Henry Beierlorzer gehörende „Projektkonsortium kompetenzhoch3“ über die Vorgänge in Küppelstein, indem es den RGA vom 20.Juni zitiert: „In einem hinteren Raum der Firma sitzt der Verfasser des Schreibens (Anm.: Rundbrief an die Anwohner), Geschäftsführer Ralf Helmecke. Er hat das Rauchen vor 20 Jahren aufgegeben, jetzt zündet er sich alle paar Minuten eine Zigarette an. Helmecke macht den Eindruck eines Mannes, der mit dem Rücken zur Wand steht. "Ich renne seit sechs Jahren gegen Mauern", sagt Helmecke. Seine Frau Kornelia wird noch deutlicher: "Gesundheitlich, nervlich, psychisch sind wir platt."

Warum der Grundstücksbesitzer und frühere Firmeninhaber Horst Blasberg das durch die Altlasten verseuchte Grundwasser seit Wochen nicht abgefahren habe, fragte ihn der RGA, wiedergegeben von „kompetenzhoch3“. Antwort: Helmeckes Firma versuche offenbar, ihre Abwässer über seine Tanks mit zu entsorgen - die Belastung des Wassers sei zuletzt von 20 auf 2 500 Milligramm Chrom pro Liter gestiegen. Blasberg mit den Worten zitiert: "Herr Helmecke hat seit Juni 2005 keinen Cent Miete bezahlt. Und ich vermute, dass er selbst etwas in den Boden ablässt. Die Kripo ist schon informiert."

Wie hatte es die W.I.R. formuliert? „Damit werden sich in naher Zukunft die Gerichte zu beschäftigen haben.“ Derweil sickern die Chrom-Abwässer fleißig weiter ...

Trackbacks

waterboelles.de am : Chrom auf einem Gelände, das keiner haben will

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Das kann noch spannend werden: Zuerst war da eine Insolvenz (im Jahre 2000); damals ging das Grundstück der früheren Fa. Otto Blasberg an einen Insolvenzverwalter über. Noch im gleichen Jahr verpachtete der das Grundstück an Ralf G. Helmecke , der die Fir

Waterbölles am : Altlasten eines Galvanik-Betriebes erfordern Gutachten

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Durch Schwermetall, z.B. Chrom, verseuchte Industrieabwässer können leicht Umweltschäden verursachen, die in die Millionen gehen. 4,3 Millionen kostete etwa die umfangreiche Sanierung des Geländes von „Galvanik Hartchrom Feige“ an der Edelhoffstraße.

Waterbölles am : Altlasten eines Galvanik-Betriebes erfordern Gutachten

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Durch Schwermetall, z.B. Chrom, verseuchte Industrieabwässer können leicht Umweltschäden verursachen, die in die Millionen gehen. 4,3 Millionen kostete etwa die umfangreiche Sanierung des Geländes von „Galvanik Hartchrom Feige“ an der Edelhoffstraße

Kommentare

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T.Dobbertin am :

Nun ist wieder eine Woche ins Land gegangen mit ordentlich viel Niederschlägen, und der Sammeltank wurde immer noch nicht abgefahren. Es besteht wohl kein Interresse an der Umwelt!

R.Helmecke am :

Der Tank, der zur Sicherung dient, um das Abfließen des Grundwassers der chromhaltigen Grundstücke Küppelsteiner Str.1 und 3-5 zu verhindern, ist bis heute immer noch nicht geleert !!!!! Das Wohngrundstück Küppelsteiner Str. 1 steht in einer Tiefe von 3 m in Grundwasser mit einem Gehalt von 51 mg/l Chrom aus dem Altschaden. Direkt neben dem Schacht hatte der heutige Eigentümer B. über der überbauten Lagerfläche ein Außenlager, auf dem chromhaltige Materialien gelagert wurden. In Sicherschächten wurde, wie aus alten Unterlagen ersichtlich, Chrom unbehandelt eingeleitet. Die Schächte hat man zugeschüttet. Die alten Gussrohre, Entwässerungsleitungen im Hintergelände, die die gesamte Küppelsteiner Str. entwässern, sind im Bereich der Firma immer noch komplett defekt. Wurzeln haben den Zugang zur städtischen Kanalisation vollkommen unterbrochen. Die ankommenden Wassermassen durchspülen den gesamten Untergrund. Die Eigentümer sollten darüber aufgeklärt werden, dass sie zu Sanierungskosten herangezogen werden können, sobald ein Sanierungsbeschluss gefasst wird. So geschehen, als die Stadt die Installation der Sicherungsanlagen, die 1994 beim Bau des Hauses von B. eingebaut werden sollten (Schreiben der Stadt, die heute argumentiert der Schacht wäre trocken gewesen, und die nicht bemerkt hat, dass der Schacht nicht tief genug war - siehe Gutachten des geologischen Instituts Fülling) den Eigentümern 2005/06 berechnet haben. Die Kosten konnte deshalb so gering gehalten werden,weil die Anlagen von einem Installateur und nicht nach Wasserhaushaltsgesetz, wie vorgeschrieben, installiert wurden. Schöne Sicherheit - den Eigentümern ist chromhaltiges Grundwasser in den Keller gelaufen - so viel zu der Äußerung der Mitarbeiterin des Umweltamtes der Stadt Remscheid: "...da kommen ja keine Kinder mit in Kontakt". Wegen fahrlässiger Handlungsweisen haben wir die Öffentlichkeit informiert. Man fasst Chrom in der 6wertigen, flüssig vorliegenden Form nicht; die Gesundheitsschäden resultieren aus Langzeitwirkungen. Wer will das verantworten, Frau Oberbürgermeisterin ? Sie oder Sie, Herr Stadtdirektor ?

R.Helmecke am :

Zum Kommentar von Horst Blasberg in "Kompetenzhoch3": Herr B. kennt die Gegebenheiten des Grundstückes besser als der Mieter. Er betreibt zwei Grundwasserentnahmeanlagen, die 1999/2000 mit Inkrafttreten des Bundesimmissionsschutzgesetzes von der der Stadt Remscheid hätten untersucht werden müssen. Weder der Eigentümer, noch der Insolvenzverwalter, die Stadt Remscheid oder die staatliche Umweltbehörde haben diese Gesetzeslage berücksichtigt und der Insolvenzverwalter aus Wuppertal hat der Bürgschaftsbank NRW im Rahmen der Existenzgründung Umweltlastenfreiheit schriftlich bestätigt, obwohl er einen Monat vorher, am 13.7.2000, von der Stadt Remscheid mitgeteilt bekommen hatte, dass es sich um ein Sanierungsgelände handelt. Warum hat man uns dies vor Abschluss der Verträge mit der Bank und dem Mietvertrag nicht gesagt? Die Grundstücke sind nicht gegenläufig gesichert. Erst 2006 sind die Anlagen des Geländes Küppelsteiner Str.1 fertig gestellt worden – nach 12 Jahren ! Die Grundwasserstände steigen auf mehr als 1,5 m über Normalstand ! Wo waschen die Sickerschächte aus, die in den Gutachten des geologischen Instituts Fülling verzeichnet sind? Wo waschen alte Lagerstätten aus? Wenn Anzeigen über Missstände von der - unteren Wasserbehörde - oberen Wasserbehörde - Bezirksregierung - Staatsanwaltschaft - Kriminalpolizei - staatlichen Umweltamt abgetan werden, wenn eine Vertreterin der Stadt Remscheid auf die Frage, wo das Grundwasser hinläuft, nur mit den Schultern zuckt, wenn eine Vertreterin des staatlichen Umweltamtes die Zuständigkeit der Stadt zuschiebt und nicht weiß, dass sie selbst zuständig ist, ja was dann???

Klaus Kowakowski am :

Das Remscheider Umweltamt hat aus dem skandalösen Geschehen der ehemaligen Firma Hartchrom Feige nicht die geringsten Lehren gezogen hat. Die bei Feige durch Kontaminierung erforderliche Bodensanierung hat vor zehn Jahren den Remscheider Steuerzahlern mehr als drei Millionen DM gekostet, weil die verantwortliche Behörde, dass städtische Umweltamt, Aufgaben und Pflichten vernachlässigt hat. Anstatt aus diesem empörenden Vorgang zu lernen und endlich den Verpflichtungen, Nutzen für Gemeinwohl zu mehren und Schaden abzuwenden, nachzukommen, ergibt sich nunmehr bei Chrom-Blasberg auf Reinshagen, wie bei Hartchrom Feige, ein absolut identischer Eklat. Das in diesem Fall abermals untätige Umweltamt hätte nach dem Inkrafttreten des Bundesimmissionsschutzgesetzes von 1999 die Grundwasserentnahmeanlage der Firma Blasberg untersuchen lassen müssen. Diese Gesetzeslage hat das Remscheider Umweltamt, zu Lasten der Bürgerinnen und Bürger, nicht beachtet. Statt dessen wurden sachdienliche Hinweise auf chromhaltiges Grundwasser mit Schulterzucken ignoriert und mit dem gleichgültigen Hinweis: "...da kommen ja keine Kinder mit in Kontakt," lapidar beantwortet. Wer jetzt glaubt, die Sanierung wäre mit den offerierten 465.000 Euro an Steuergeldern getan, der sei an Hartchrom Feige erinnert. Da wurden auch zuerst Zahlen in den Raum gestellt, die später um ein Dreifaches überschritten wurden. Wer glaubt denn daran, dass das im Fall Blasberg anders sein sollte? Das Versagen des Umweltamtes ist leider nicht auf verseuchten Boden im Remscheider Stadtgebiet beschränkt. Ob es um Gewässerschutz, Naturschutz oder Emissionsschutz geht, immer hinkt das Remscheider Umweltamt den Entwicklungen hinterher. Niemals den Anfängen wehren, sondern immer nur viel zu spät reagieren.

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