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Müllsammelaktionen ändern am Problem rein gar nichts

Waterbölles-Kommentar

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Zu einer Saubermann-Aktion auf der Trasse des Werkzeugs im Bereich Honsberg hatte Dieter Koch die Anwohner für den 8. Juni 2007 per Handzettel eingeladen; doch niemand kam. Koch und seine Tochter Laura sammelten den Müll anderer alleine auf.

„Eine saubere Stadt entsteht in den Köpfen ihrer Bürger“, kommentierte der Waterbölles am 12. April 2008 das große Reinemachen, an dem sich an diesem Tage im berg. Städtedreieck nach Angaben der Veranstalter fast 3.800 Bürgerinnen und Bürger beteiligten. Allein in Remscheid wurden mehr als 17 Tonnen Müll eingesammelt.

Vergangenen Samstag nun die nächste Aufräumaktion in Remscheid, erheblich kleiner zwar, aber nicht weniger engagiert: Mitglieder des SPD-Ortsvereins Süd beseitigten in öffentlichen Anlagen im Neubaugebiet Hohenhagen vom kaputten Kinderwagen über halbvolle Chipstüten bis zu zerschlagenen Bierflaschen alles, was dort Bürger dieser Stadt, alte wie junge, „vergessen“ hatten. Motto der SPD-Aktion: „Der Hohenhagen soll sauber sein.“

Die Hoffnung der OV-Vorsitzenden Brigitte Neff-Wetzel auf viele Helfer („Wir freuen uns ganz besonders auf SIE!!“, hieß es in der Einladung) erfüllte sich leider ebenso wenig wie damals die von Dieter Koch. Die SPD-Mitglieder blieben unter sich. Wieder einmal kümmerten sich engagierte Bürger um den Dreck, den andere hinterlassen hatten, denen es an Verantwortungsgefühl (und vielleicht auch an Hirn) fehlt.

Ich wohne ebenfalls auf dem Hohenhagen, ganz in der Nähe des Neubaugebietes. Wäre ich an diesem Wochenende in Remscheid gewesen, hätte ich mich beteiligen können. Ich hätte es jedoch nicht getan. Weil ich es wie Michael Dickel halte. Der kommentierte im April die bergische „Picobello“-Aktion mit den Worten: „Ich kehre vor meiner eigenen Tür, und anderer Leute Dreck lasse ich liegen." Auch eine Form von Verantwortungslosigkeit, von fehlenden Bürgersinn? Wer das so sieht, mag es so sehen. Ich fühle mich als Bürger Remscheids jedenfalls sehr wohl für diese Stadt mitverantwortlich. Ich denke jedoch nicht daran, hinter Leuten aufzuräumen, die glauben, allen Mist fallen lassen zu können, wo sie gerade gehen und stehen. Denn was lehren diese Aufräumaktionen die Verursacher des Mülls? Alles wird gut, unsere Dienstleistungsgesellschaft kümmert sich. Heute engagierte Bürger, morgen die Arbeiter der Entsorgungsbetriebe. Dass Müll-Aktionen nicht nur Zeit, sondern auch Geld kosten, interessiert die Verursacher des Mülls nicht. Geld, das dann an anderer Stelle fehlt.

Ihre jüngste Aufräumaktion mag die SPD im Stadtteil ins Gespräch gebracht haben, am Problem selbst hat sie leider nichts geändert. Ich schlage deshalb vor, auch im Neubaugebiet Hohenhagen kehrt künftig jeder vor seiner eigenen Haustüre. Und vielleicht findet sich ja ein Sponsor für eine städtische Anti-Müll-Kampagne. Merke: Eine saubere Stadt entsteht in den Köpfen ihrer Bürger.

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Kommentare

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Ulrike Kaiser am :

Was antwortete der Schüler, der gerade seinen Frühstücksabfall auf den Schulhof hatte fallen lassen, auf die Ermahnung der Pausenaufsicht? "Wieso soll ich das aufheben? Wir haben doch einen Hausmeister, der wird dafür bezahlt." Klar sollte jede/r vor der eigenen Tür kehren. Aber was ist mit dem gemeinschaftlich genutzten Gelände, das keinem unmittelbar zuzuordnen ist? Gerade dort sind die Schmuddelecken, die uns alle belästigen. Unsere Rundum-Versorgungsmentalität ist verbunden mit einer Rundum-Entsorgungsmentalität. Zu viele sind daran gewöhnt, dass sich schon irgendjemand kümmern wird, dass irgendjemand zuständig ist, dass irgendjemand dafür bezahlt wird (von wem übrigens???), den Dreck wegzuräumen, den andere hinterlassen. Dass gerade unsere Stadt vielfältigste Möglichkeiten bietet, Abfall "geordnet" loszuwerden, scheint nicht daran zu hindern, hier und jetzt die Konsumreste fallenzulassen. Dann und wann eine Gemeinschaftssammelaktion als Signal ändert daran nichts, schadet aber auch nicht. Tut im Gegenteil für einige Tage, Wochen dem Auge gut. Und der Stadtkasse. Und damit dem/der Steuerzahler/in. Denn Rundum-Versorgung wie -Entsorgung muss von ihm/ihr bezahlt werden.

Michael Dickel am :

Leider haben Sie dem Leser nicht verraten, was die Pausenaufsicht auf die Antwort des Schülers entgegnet hat. Denn ich glaube, dass genau dann das Problem sichtbar wird. Ich schätze, dass entweder keine Erwiderung erfolgte, oder aber mit langen Erklärungen der Schüler belehrt wurde. Auch wenn ich noch keine 50 bin. Zu meiner Zeit wäre auf der Schule doch eine direkte Strafe erfolgt und man hätte daraufhin beim nächsten Mal lieber den Papierkorb gesucht. Der Hinweis auf Gewöhnung an Entsorgungsmentalität ist nicht haltbar, denn ich bin davon überzeugt, die Sünder spucken ihr Kaugummi nicht im eigenen Wohnzimmer neben die Zigarettenkippe.

Harald Fetsch am :

Hier wird sich, berechtigterweise, wieder über einen Einzelaspekt aufgeregt. Die übliche reflektorische Forderung ist, die Schule soll erziehen. Wie auch die Schule dafür sorgen soll, dass die Kinder gutes Deutsch sprechen können, mit dem Lesen von Büchern vertraut gemacht werden, Schwimmen lernen, ein Instrument spielen oder mit Kultur vertraut gemacht werden. Dies Beispiel hat aber einen allgemeinen Grund. An der Aufzählung allen gemeinsam ist, dass dies in unserem Kulturkreis als selbstverständliche Kenntnisse angesehen werden, auch als Allgemeinbildung bezeichnet und der Respekt gegenüber Anderen als Erziehung. In der Soziologie ist gesicherte Erkenntnis, dass das Niveau unserer Gesellschaft stark sinkt, aus verschiedenen Gründen. Es kann dann doch nicht sinnvoll sein, für jedes Problem in der Schule oder im Kindergarten ein Notfall-Reparaturprogramm aufzulegen. Es ist dagegen viel sinnvoller, die hauptsächliche Erziehergruppe, die Eltern, für ihre anspruchsvolle Aufgabe von ganz früh an entwicklungsbegleitend fortzubilden. Kinder haben ein Anrecht auf gute Erziehung, Förderung ihrer Fähigkeiten und erziehungskompetente Eltern. Dies kommt der Gesellschaft insgesamt zu Gute.

Michael Dickel am :

Lieber Herr Fetsch, die Schule soll nicht erziehen, sondern lehren. Ich habe dieses auch mit keinem Satz von der Schule gefordert. Jedoch ist selbstverständlich neben der Erziehung durch die Eltern ein adäquates Handeln von Lehrkräften erforderlich. Ich hoffe einfach, dass es in Deutschland noch keine Lehrer gibt, die ihr Papier mit der gleichen Bemerkung wie der Schüler wegwerfen. Vielmehr hoffe ich, dass dieses Fehlverhalten zumindest im Wiederholungsfall auch heute härtere Konsequenzen hat. Damit sehe ich die Schule nicht überfordert, und im Gegenteil trägt sie damit dazu bei, dass aus den Schülern erziehungskompetente Eltern werden können.

Harald Fetsch am :

Lieber Herr Dickel, mit Ihren Beiträgen zu diesem Thema, und auch Frau Kaiser, haben Sie vollkommen Recht. Das Verhalten von Kindern ist der Ausdruck der Gesellschaft. Denn sie haben es so gelernt. Damit war für mich dieses punktuelle Thema auch abgehandelt. Versehentlich habe ich meinen Beitrag als Antwort auf Ihren eingestellt. Es sollte ein eigenständiger sein. Für mich war dieses Einzelthema der Ausgang, um auf den generellen Aspekt und Ursachen dieses und ähnlicher Themen hinzuweisen. Kurz gesagt, die gesellschaftlichen und erziehungsmäßigen Zielvorstellung der 50er- und 60er-Jahren scheinen, ohne irgendwelche Spuren hinterlassen zu haben, verpufft zu sein. Wie ich oft festgestellt habe, die Eltern wissen es oft nicht besser. Deshalb gilt es, den Eltern dieses Wissen sehr frühzeitig zu vermitteln. Später dann nur an den Symptomen mit Einzelaktionen zu reparieren ist da nicht zielführend. Es gibt Geburtsvorbreitungskurse, Vorsorgeuntersuchungs-Reihen und Säuglingspflegekurse, also alles „Kinder-Technik-Kurse“. Eine entsprechende entwicklungsbegleitende, fortlaufende Eltern-Kurse-Reihe über Erziehung und Förderung der Kinder, also für die „Köpfe“ der Kinder, analog der Elternbriefe, gibt es (noch) nicht. Noch ein abschließender Hinweis: Zum Beispiel ist die Reparatur-Sprachförderung kostenfrei. Eltern-Bildungs-Veranstaltungen dagegen sind kostenpflichtig. Neben der fehlenden Ansicht über die Notwendigkeit ist der finanzielle Aspekt ein weiterer Hinderungsgrund für die Eltern, wo die Gesellschaft sich wünscht, diese würden mehr Kenntnisse über gute und fördernde Kindererziehung haben.

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