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Caritas reagiert auf Pflegereform mit größerem Angebot

Von links nach rechts Eckhard Häger, Werner Fußwinkel und Stefanie Liesendahl. Foto: Lothar Kaiser

Weil er in der Pflegeversicherung die psychoziale Betreuung auch künftig nicht genügend berücksichtigt sieht, hält Werner Fußwinkel, Geschäftsführer des Caritasverbandes Remscheid e.V. die zum 1. Juli in Kraft getretene Reform für „keinen großen sozialpolitischen Durchbruch, sondern für einen kleinen Schritt in die richtige Richtung“. In einigen Bereichen bringe sie – das hatte zuvor bereits der SPD-Bundestagsabgeordnete Jürgen Kucharzyk betont – allerdings einige deutliche Verbesserungen für Pflegebedürftige und Angehörige.  Die gleichmäßige Erhöhung des Pflegegeldes in allen drei Pflegestufen um monatlich zehn Euro zählte Fußwinkel dazu nicht unbedingt („Das hätte man auch gerechter machen können!“), wohl aber die finanziellen Neuregelungen bei der Tagespflege. Diese würden mehr Senioren in Remscheid als bisher den Besuch der örtlichen Tagespflegeeinrichtungen ermöglichen. In erster Linie sind hier als gemeinnützige Anbieter die Caritas und die Arbeiterwohlfahrt zu nennen. Das vollständige Angebot zur Tagespflege (sie wird vorwiegend von Demenzkranken in Anspruch genommen) findet sich im „Pflegeheim-Navigator“ der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK).

Auf einer Pressekonferenz kündigten heute für die Caritas Remscheid Werner Fußwinkel, Eckhard Häger, der Leiter der ambulanten Pflege, und Stefanie Liesendahl, die Leiterin der Seniorentagespflege, einen Ausbau des Tagespflegeangebots an, angefangen bei stundenweiser Betreuung in den Wohnungen der Senioren über ein „Demenzcafe“ im Seniorentreff Altstadt, Neustraße 4-6, einmal pro Woche nachmittags bis zu einer Ausweitung der Zahl der Tagespflegeplätze. Über letzteres will die Caritas in diesen Tagen mit ihrem Diözesan-Landesverband reden. Stefanie Liesendahl: „Derzeit haben wir 14 Plätze in der Tagespflege, montags bis samstags von 8 bis 16 Uhr. Pro Monat kommen 76 Senioren zu uns, fünf davon im Rollstuhl. Entweder werden sie von Angehörigen gebracht und abgeholt, oder sie nutzen unseren behindertengerechter Fahrdienst. Insgesamt sind wir zu 98 Prozent ausgelastet!“

Speziell die finanziellen Verbesserungen, die sich aus der Pflegereform für die Tagespflege und für Demenzkranke ergeben, nannte Georg Gregull, bei der Caritas Remscheid „Heimfürsprecher“ im Bereich der Tagespflege, der regelmäßig im Haus an der Blumenstraße für die Senioren Sprechstunden abhält, auf der heutigen Pressekonferenz „einen gewaltigern, überfälligen Fortschritt“. Er bedeute, dass Pflegebedürftige länger als bisher in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben könnten, der Vereinsamung aber zugleich durch den Besuch von Tagespflegeeinrichtungen vorgebeugt werden könnte. Derzeit gehen die Sozialdienste von insgesamt 2.000 Demenzkranken in Remscheid aus und einer jährlichen Zunahme von 400.

Dass die Sozialdienste in nächster Zeit eine steigende Nachfrage nach Tagespflegeplätzen in Remscheid erwarten, machte Werner Fußwinkel an einigen Zahlenbeispielen deutlich. Danach kann die Kombination von Tagespflege mit Sachleistungen / Pflegegeld nunmehr maximal 150 Prozent der Höchstbeiträge für Pflegeleistungen bzw. Pflegegeld betragen (bisher waren es 100 Prozent). Für eine Seniorin, deren Tochter die häusliche Pflege in der Pflegestufe II übernimmt, bedeutet das bei gleichzeitiger  Inanspruchnahme der Tagespflege (490 Euro statt bisher 460,50 Euro), dass die Krankenkasse an sie nunmehr noch 420 Euro Pflegegeld auszahlt (bisher waren es lediglich 205 Euro). Ein Pflegebedürftiger in der Pflegestufe II, dessen häusliche Pflege ein Pflegedienst sicherstellt und der zugleich eine Tagespflegeeinrichtung besuchte, braucht künftig keine 89,50 Euro mehr zuzahlen und kann die Tagespflege zugleich häufiger nutzen als bisher.

Für die Betreuung von an Demenz erkrankten pflegebedürftigen Menschen konnten bisher pro Jahr  460 für Betreuungsleistungen beantragt werden. Künftig stehen hier, je nach Einstufung durch den Ärztlichen Dienst, entweder  100 oder sogar 200 monatlich zur Verfügung, wobei  auch Demenzkranke, die noch keiner Pflegestufe angehören, diese Leistungen beantragen können. Die Monatsbeträge können, sofern sie in einem Jahr nicht ausgeschöpft werden, auf das nächste Jahr übertragen werden. Das Geld kann zum Beispiel für Betreuungsleistungen von Pflegediensten oder die Tagespflege (teilstationär) genutzt werden. Eckhard Häger: „Diese Neuregelungen verschaffen insbesondere den pflegenden Angehörigen erhebliche Entlastung, und es entstehen viele Kombinationsmöglichkeiten häuslicher und teilstationärer Pflege, die es erlauben, Hilfen zu nutzen, die auf den Bedarf des Einzelnen abgestimmt sind.“

Auch im Bereich der Verhinderungspflege hat sich die Pauschale erhöht. Verhinderungspflege ist sowohl als Leistung über Tage (max. 28 Tage im Jahr) als auch stundenweise buchbar, wenn die Pflegeperson verhindert oder erkrankt ist. Neu: Patienten haben nunmehr schon einen Anspruch auf Verhinderungspflege sechs Monate nach Einstufung in eine Pflegestufe.

Nach dem geänderten Pflegezeitgesetz können sich Familienangehörige (ohne Anspruch auf Lohn) von ihrem Arbeitgeber zehn Tage im Jahr für die akute Pflege freistellen lassen, in Unternehmen mit mehr als 15 Beschäftigen sogar sechs Monate lang.

Im Zuge der Pflegereform hat der Caritasverband Remscheid e.V. sein Angebot der Alltagsbegleitung und -etreuung für dementiell erkrankte Menschen ausgebaut. Sie können sich nunmehr durch geschulte Mitarbeiter/Innen der Caritas-Pflegestation im häuslichen Umfeld stundenweise (10,20 Euro) betreuen lassen. Das umfasst

  • Beaufsichtigung insbesondere zur Entlastung von pflegenden Angehörigen bei Störungen des Tag- / Nachtrhythmus, bei der Gefahr des unkontrollierten Verlassens der Wohnung oder des Verkennens oder Verursachens gefährdeter Situationen
  • Training von Alltagskompetenzen und tagesstrukturierende Maßnahmen
  • Anleitung und Unterstützung bei der Aufnahme sinnhafter Betätigungen / Beschäftigungen
  • Anregung und Unterstützung bei sozialen Kontakten
  • Gespräche führen, Unterhaltung fördern mit dem Ziel der Aktivierung.

Über Details der Pflegereform informiert die Caritas Remscheid gerne nach telefonischer Anmeldung unter  02191/491137 .

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