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FNP-Entwurf: Gewerbegebiete wieder in der Diskussion

Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein. Foto: Lothar KaiserWeil der Remscheider Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein im benachbarten Solingen wohnt (und sich auch dort für Kommunalpolitik im Allgemeinen und Bauleitplanung im Besonderen interessiert), weiß er: „Solingen ist besser dran als Remscheid. Solingen hat in den vergangenen zehn, 15 Jahren eine echte Flächenvorratspolitik betrieben; in Remscheid haben wir das verschlafen!“ Im Entwurf des Flächennutzungsplans (FNP), mit den sich die Kommunalpolitiker nach der Sommerpause eingehend befassen werden, schlagen sich diese Versäumnisse (unter der Ägide des damaligen Baudezernenten Helmut Kennepohl) nieder. Lediglich einige wenige blaue Flecken finden sich in dem Plan als freie Gewerbegebiete. Und dass dabei der größte Fleck das kleine Gewerbegebiet Mixsiepen an der Lenneper Straße ist, gefolgt vom Bahnhof Lennep, zeigt das ganze Ausmaß des Dilemmas.

Und die Blume? Dort gehört der Stadt nach wie vor kein einziges Grundstück. Deshalb scheint im Remscheider Rathaus ein Umdenken begonnen zu haben: Ließen sich nicht anderswo im Stadtgebiet Gewerbeflächen finden oder entwickeln? Nicht zusätzlich zur Blume, sondern statt dessen. Auf einer Pressekonferenz zum FNP schloss Sonnenschein solche Abstimmungsgespräche mit der Bezirksregierung nicht aus und sprach von einem „Tauschgeschäft“. Weil die Bezirksregierung keine zusätzlichen Gewerbegebiete genehmigen werde, sondern neue Flächen nur bei Verzicht auf bisher ausgewiesene.

Ein Klick auf das Foto, und es öffnet sich der FNP-Entwurf als pdf-Datei (nach längerer Ladezeit)Peter Maar, der Vorsitzende des Lüttringhauser Heimatvereins, erklärter Gegner des Gewerbegebiets Blume, hörte von Sonnenscheins Überlegungen und reagierte gestern optimistisch: „Ich bin auf die weitere Entwicklung sehr gespannt!“ Und heute hat auch die Wählergemeinschaft W.i.R. reagiert und eine Sondersitzung des Hauptausschusses gefordert zwecks „Information der Verwaltung über die zukünftige Gewerbeflächenausweisung in Remscheid“ nebst Sachstandsbericht zur Blume. Denn sollte es zutreffen, dass die Verwaltung plane, auf das Gewerbegebiet Blume zu verzichten, erfordere eine derartige gravierende Änderung in der Ausrichtung der Stadtentwicklung eine enge Abstimmung mit den politischen Gremien.

Die Gegner eines Industrie- und Gewerbegebietes „auf der grünen Wiese“ hatten in der Vergangenheit wiederholt gefordert, die Stadt müsse sich mehr um vorhandene Industriebrachen kümmern und sie reaktivieren. Schließlich sind es nicht gleich mehrere Hektar große Flächen, nach denen expansionswillige Remscheider Unternehmer suchen. Das weiß auch Hans Gerd Sonnenschein: „Die in den vergangenen Jahren nachgefragten Flächen waren 4.000 bis 7.000 Quadratmeter groß.“ Nimmt man nun noch die Forderung der Landesplanung hinzu, die Städte sollten sich nicht zu weit nach außen („ins Grüne“) ausdehnen, liegt es nur allzu nahe, bei Besitzern größerer Gewerbe- und Industrieflächen vorzusprechen, ob sie sich nicht vorstellen könnten, Teile davon an anderer abzugeben. Sonnenschein: „Nicht alle wollen ausbauen, manche kommen auch künftig mit weniger Flächen zurecht. Hier wollen wir gezielt ansetzen!“ – Man könnte auch sagen „aus der Not eine Tugend machen“.

Gleichwohl sehen die Remscheider Grünen die Hinwendung zu einer „Innenentwicklung der Stadt“ durchaus kritisch und verweisen auf das „Gleisdreieck“ in Bergisch Born. Weil das im FNP-Entwurf nur als Landschaftsschutzgebiet vorkommt, halten die grüne Fraktionssprecherin Beatrice Schlieper und der stadtentwicklungspolitische Sprecher Günter Bender die Flächennutzungsplanung für „keinen großen Wurf“. Zitat: „Es gibt viele Ungereimtheiten. Da wird einerseits über mangelnde Gewerbeflächen gejammert und zu Recht eine Entwicklung der vorhandenen Industriegelände ins Spiel gebracht. Andererseits erklärt man kurzerhand das Gleisdreieck, ein zehn bis 18 Hektar großes Gelände, ein mögliches Gewerbe- und Industriegebiet, zum Landschaftsschutzgebiet. Und die so wichtige Frage interkommunaler Zusammenarbeit bei der Gewerbeflächenentwicklung kommt gar nicht mehr vor. Das halten wir für wenig ehrgeizig.“ Die Grünen fordern, die Erkenntnisse des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes umfassend in die Zielsetzungen der Planung einzubeziehen. Schlieper: „Für uns gilt: Innenentwicklung vor Flächenfraß – und das auch beim Thema Wohnbebauung.“ Damit ist das Neubaugebiet „Knusthöhe“ in Lennep gemeint, zu dem sich die Grünen schon im Mai kritisch geäußert hatten – im Gegensatz zu den übrigen Ratsfraktionen.

Die jüngste Presseerklärung der Grünen lässt erahnen, dass die Beratungen in den Fachausschusses womöglich nach der Sommerpause doch nicht so zügig vorangehen werden, wie die Bauverwaltung das gerne sehen würde. Sie strebt für September einen Offenlegungsbeschluss im Bau- und im Hauptausschuss an. Käme der zustande, ließe sich die weitere Terminplanung (Offenlegung des Entwurfs, Feststellungsbeschluss durch den Rat und Genehmigung durch die Bezirksregierung) noch bis zur nächsten Kommunalwahl einhalten. Und die ist aller Voraussicht nach im nächsten Juni gemeinsam mit der Europawahl. Viel Zeit bleibt also nicht mehr.

Ohnehin wird an dem FNP schon lange genug gearbeitet: Der derzeit wirksame Flächennutzungsplan der Stadt Remscheid wurde am 18. September 1993 bekannt gemacht. Mit Prognosen und Ziele aus den 80er Jahren, die längst nicht mehr aktuell sind. Deshalb beschloss der Hauptausschuss des Rates schon vor acht Jahren, am 29. September 2003,  die Aufstellung eines neuen Flächennutzungsplans als vorbereitender Bauleitplan, aus dem dann einzelne Bebauungspläne als verbindliche Bauleitpläne zu entwickeln sind. Denn das unterscheidet einen FNP von Bebauungsplänen, die sich auf recht kleine Bereiche, teilweise einzelne Grundstücke, beziehen können: Der FNP legt lediglich im Binnenverhältnis von Behörden die Grundzüge der städtischen Planungen für einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren fest; Rechtskraft gegenüber den Bürgern haben aber nur Bebauungspläne. Zitat aus der Begründung des FNP-Entwurfs: „Ziel der Bauleitplanung ist gemäß § 1 Abs. 5 BauGB die Gewährleistung einer nachhaltigen städtebaulichen Entwicklung, die die sozialen, wirtschaftlichen und umweltschützenden Anforderungen auch in Verantwortung gegenüber künftigen Generationen miteinander in Einklang bringt, und einer dem Wohl der Allgemeinheit dienende sozialgerechte Bodennutzung. Die Bauleitpläne sollen dazu beitragen, eine menschenwürdige Umwelt zu sichern und die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen und zu entwickeln, auch in Verantwortung für den allgemeinen Klimaschutz, sowie die städtebauliche Gestalt und das Orts- und Landschaftsbild baukulturell zu erhalten und zu entwickeln.“

Heinrich Ammelt, Abteilungsleiter für Stadtentwicklung, Flächennutzungsplanung, Rahmenplanung und Statistik im neuen, von Hans Gerd Sonnenschein geleiteten "Zentraldienst Stadtentwicklung und Wirtschaft", erläuterte in dieser Woche vor der Presse Aufgaben und Ziele eines Flächennutzungsplans (ein Klick auf das Foto, und es öffnet sich der FNP-Entwurf als pdf-Datei nach längerer Ladezeit). Dazu gehören, Zitat,

  • „die Verhinderung wohnungsbedingter Abwanderungen durch eine Erhöhung der Wohnqualität und die Bereitstellung eines attraktiven zusätzlichen Wohnungsangebotes,
  • die Steigerung der Wohnumfeldqualität durch Erhaltung und Weiterentwicklung innerstädtischer Grünflächen,
  • der Schutz und Entwicklung der Landschafts-, Erholungs- und Kulturräume innerhalb des Stadtgebietes,
  • die Förderung des Wirtschaftsstandortes Remscheid durch die Sicherung bzw. Schaffung konfliktarmer bzw. wettbewerbsfähiger Gewerbestandorte,
  • die Verbesserung der Einzelhandelsstruktur und Sicherung der Einzelhandelszentralität,
  • die bedarfsgerechte Sicherung und Verbesserung der Qualität der Bildungs-, Kultur-, Sport-, Erholungs- und Freizeiteinrichtungen,
  • die Verbesserung der Umweltqualität insbesondere durch Verminderung von Immissionskonflikten in Gemengelagen sowie  Erhaltung der Luftqualität und Vermeidung von Lärmimmissionen sowie Ausbreitung von Verlärmung in Ruhebereichen zum Schutz der menschlichen Gesundheit und Ökosysteme.“

Was einzelne Bürger, Unternehmer, Institutionen und Behörden bis hin zur Bezirksregierung in Düsseldorf vom vorliegenden FNP-Entwurf halten, ist auf rund 1.200 Seiten (die jedem einzelnen Ratsmitglied zugestellt wurden) nachzulesen. Denn die erforderliche „frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung zur Novellierung des Flächennutzungsplanes“ fand bereits zwischen Mai und Juli 2004 statt. Auch die Abstimmung mit den Nachbargemeinden. Die Stellungnahme der Bezirksplanungsbehörde datiert vom 24. November 2004. Ihr wurde am 30. März 2007 ein überarbeiteter Planentwurf zugeleitet; ein ergänzendes Erörterungsgespräch über Einzelfragen fand am 27. Juni 2007 statt. Seit dem 31. März 2008 liegt eine erneute landesplanerische Stellungnahme vor, über die die Ratsgremien nun ebenfalls zu beraten haben. Denn nicht in allen Einzelheiten des FNP-Entwurf besteht zwischen Stadt und Bezirksregierung Einigkeit.

Trackbacks

Waterbölles am : Grüne: "Stadtentwicklungskonzept in FNP einbauen!"

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Wie sich Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein den neuen Flächennutzungsplan (FNP) der Stadt Remscheid vorstellt, erläuterte er Anfang Juli vergangenen Jahres auf einer Pressekonferenz im Rathaus. Und die Mitglieder des städtischen Sozialausschusses erfuhr

Kommentare

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Peter Maar am :

Seit nunmehr acht Jahren erklären die privaten Grundstückseigentümer an der Blume, dass sie ihre Grundstücke entweder grundsätzlich nicht oder nicht zu den Konditionen, die die Stadt ihnen auf der Basis der Entwicklungssatzung anbieten darf, verkaufen werden. Baudezernent a.D. Kennepohl hat diese eindeutigen Hinweise stets ignoriert. Originalton Kennepohl: "80 Prozent sind verkaufsbereit." Wer das Gegenteil behauptete, wie der Heimatbund, wurde als Lügner hingestellt. Die Wahrheit hat Stadtplaner Sonnenschein nunmehr eingestanden. Nach zehn Jahren Blume-Planungen, einer Entwicklungssatzung und zwei rechtskräftigen Bebauungsplänen gehört der Stadt Remscheid bis heute kein Quadratmeter Land an der Blume. Kennepohl hat einen Scherbenhaufen hinterlassen, weil er es versäumt hat, rechtzeitig Alternativen zur "Blume" zu entwickeln.

Julian Kleuser, Junge Union am :

Die Junge Union Remscheid ist sehr betrübt über das offensichtliche Umdenken der Stadt Remscheid bezüglich des Gewerbegebiets Blume. Zu einem Zeitpunkt, in dem die positiven Wirtschaftsdaten Deutschlands wieder stark zurückgehen, in dem die Energiepreise steigen, das Schaffen neuer Arbeitsplätze wichtiger denn je geworden ist und die Stärkung der heimischen Wirtschaft einen Eckpfeiler für das Überleben unserer Stadt bedeutet, wird ernsthaft überlegt, das Gewerbegebiet wie es so schön heißt „auf Eis zu legen.“ Vielleicht ist es ja richtig, dass in der Vergangenheit versäumt wurde eine „Flächenvorratspolitik“ in Remscheid zu betreiben. Doch mit dem Ende des Gewerbegebiets Blume ist diesem Trend bestimmt nicht geholfen. Es wird Zeit die Denkweise zu ändern und sich mal vorzustellen, wie Remscheid in zehn bis zwanzig Jahren aussehen wird. Wenn weniger Unternehmen in Remscheid ansässig sind, wenn die Bürger mehrheitlich die Stadt verlassen. Was sie machen werden, wenn es hier keine Arbeit mehr gibt. Wenn die Grundstücke und Landschaftsflächen, die bei Blume jetzt erhalten bleiben sollen, für niemanden mehr zu gebrauchen sind, da kein Bürger mehr da ist, um sie zu nutzen. Die Erstellung des Gewerbegebiets Blume ist von essentieller Bedeutung für die Existenz der Stadt Remscheid. Natürlich auch für Lüttringhausen im speziellen. Die Opposition gegen das Gewerbegebiet in Lüttringhausen sollte sich mal die positiven Seiten eines solchen Vorhabens durch den Kopf gehen lassen. Neue Unternehmen bringen neue Arbeitsplätze, neue Arbeitsplätze bringen ein Mehr an Bevölkerung in unmittelbarer Nähe (Lüttringhausen, Lennep). Dieser Trend kann nur gut sein für die beiden Stadtteile, aber auch für die gesamte Stadt. In den Bereichen Infrastruktur, Verkehrs- und Bildungswesen wird ein Gewerbegebiet neuen Schub bringen, von den positiven Effekten für die bestehenden Lüttringhauser Unternehmen braucht man gar nicht sprechen. Diese Vorteile übertreffen die Argumente gegen ein Gewerbegebiet bei weitem und sollten schon alleine ausreichen um Überlegungen zu stoppen, die zu einer Aufgabe des Gebiets tendieren. Hinzu kommt, dass einige Remscheider Unternehmen lieber gestern als heute in ein zukünftiges Gewebegebiet Blume ziehen würden. Es ist absolut paradox, dass eine Stadt es zulässt, die Unternehmen zu verlieren statt Raum für Expansion zu bieten. Wenn der Wille der Stadt da wäre, dort Flächen zu bekommen, dann wäre dies auch möglich! Die Jungen Union Remscheid fordert, unter allen Umständen an dem Projekt „Gewebegebiet Blume“ fest zu halten. Remscheids Zukunft ist wichtiger als politische Taktierereien, die Entwicklung der Stadt wird es uns danken!

Christoph Humpert am :

Ich finde es auch sehr schade, dass die Blume begraben wird. Die Blume wäre eine riesige Chance für Remscheid und insb. Lüttringhausen gewesen. Erstens: Die Grundstückbesitzer der Blume sollten sich schämen. Zweitens: In Wermelskirchen würde das Gewerbegebiet seit Jahren stehen. Drittens: Die Politik hat die Hosen voll, das Gebiet zu enteignen. Viertens: Remscheid besteht zu 2/3 aus Wald. Mann kann auch woanders wandern! Fünftens: Das Gewerbegebiet muss kommen. Dabei reicht ein einziges Argument: Die Remscheider Haushaltslage! Es gibt nur noch drei Möglichkeiten: Entweder man enteignet die Eigentümer, oder es wird die nächste Eigentümergeneration abgewartet (vielleicht ist diese nicht so verbohrt) oder man begräbt es (das wäre allerdings eine Katastrophe, weil das Gewerbegebiet an der A1 liegt).

Peter Maar am :

Sehr geehrter Herr Humpert Junior, warum soll sich eine Bauernfamilie, die seit Generationen auf dem Buscherhof lebt, "schämen", weil sie sich aus Gründen der eigenen Existenzsicherung weigert, ihr Land herzugeben? Und das auch noch unter den Konditionen einer enteignungsähnlichen Entschädigung? Schämen sollten sich besser diejenigen, die der Öffentlichkeit über Jahre hinweg vorgegaukelt haben, der Grunderwerb Blume sei nur eine Formsache.

Hans Gerd Göbert am :

Sehr geehrter Herr Humpert Junior, obwohl die Blume bisher noch nicht mein Thema war, hauen mich viele Kommentare und Ihre Argumente so aus den Socken, dass ich - frisch aus dem Urlaub zurück - dazu doch einiges sagen muss. Für Ihre weitere Karriere möchte ich Ihnen dringend raten, vorher umfassend zu recherchieren. Zur Sache: zu 1. Schämen sollte sich nur einer oder besser noch dafür verklagt werden, weil er Politik und Wirtschaft das Blaue vom Himmel versprochen hat und genau wusste, wie die Realitäten im Falle Blume sind und bei anderen Vorhaben waren - H.K.! zu 2. Ich bitte Sie dringend darum, mir den aktuellen Flächennutzungplan von Wermelskirchen zur Verfügung zu stellen. Dann haben Sie selbst noch Gelegenheit, mit diesem Märchen Schluss zu machen. Sonst mache ich das. zu 3. Die Politik hat einen klaren Beschluss zu Blume gefasst. Die Verwaltung muss ihn umsetzen und merkt, dass es fast nicht möglich ist, die Suppe auszulöffeln, die ein Kennepohl eingebrockt hat. Mit freundlicher Unterstützung politischer Mehrheiten. Nun hackt alles auf Herrn Sonnenschein herum, dessen Argumente ich auch nicht immer nachvollziehen kann, der aber die Brisanz im Fall Blume klar erkannt hat. Da Sie ja offenbar wissen, wie man problemlos in wenigen Wochen enteignet, schlage ich Ihnen vor, sich doch der Bauverwaltung als ehrenamtlicher Berater zur Verfügung zu stellen. Nur Mut! 4. Wie Sie aus 28,3% Waldfläche in Remscheid 2/3 machen, ist hoffentlich nicht in Ihrer Mathezensur zum Ausdruck gekommen? Der Ordnung halber: der Rest - 29,5% Landwirt- schaft/27,6% Gebäude+Freifläche/2,4% Erholung/9,4% Verkehr/ 1,5% Wasser/1,3% Sonstiges. Kann man alles nachlesen, bevor man schreibt. Man muss nur wissen wo. Und Wandern, na klar, das kann man auch in Gewerbegebieten. 5. Dass die Blume kommen muss, fordert der Ratsbeschluss. Also sollen sie doch alle fleißig mithelfen, das umzusetzen. Als einziges Argument nicht das politische Votum, sondern die Haushaltslage anzuführen, ist sehr gewagt. Oder war Ihnen bisher nicht bekannt, dass zur Erschließung eines Gewerbe- gebietes städtische Mittel benötigt werden, die zu Lasten des Haushaltes gehen? Denn diese Mittel bringt nicht der Nikolaus. Und zur Historie der Remscheider Gewerbegebiete ist noch zu sagen, dass in den neuen Betrieben niemals mehr Arbeitsplätze geschaffen wurden, sondern meistens weniger. Wegen der Effek- tivität. Vielleicht fragen Sie oder Ihr Herr Vater doch mal bei der Firma R. in Überfeld nach, wie viele von den versprochenen neuen Arbeitsplätzen, bedingt durch eine Betriebserweiterung, inzwischen umgesetzt wurden? Mir verraten die das nicht! Daher meine Prognose: Die Blume wird noch sehr, sehr lange bleiben, was sie heute ist - eine schöne Naturlandschaft, eingebettet in eine Kulturlandschaft. Wie Sie schon richtig erkannt haben, wohl noch über Generationen hinaus. Und Sie werden es sehen, Remscheid wird dadurch bestimmt nicht entvölkert wie eine ehemalige Goldgräberstadt.

Christoph Humpert am :

zu 1. Ich habe nur die Verbohrtheit kritisiert. zu 2. Ich habe keinen Flächgennutzungsplan von Wermelskirchen. Woher soll ich den auch haben? Allerdings sehe ich die schönen Gewerbegebiete auf der Stecke zwischen Lennep und Wermelskirchen. Da hat sich doch ne Menge in Wermelskirchen getan, oder? Zählen SIe mal die unzähligen LKWs an der Trecknase, welche jeden Tag nach Wermelskirchen in die Logistikzentren brettern. Das ist kein Märchen, das ist Realität! zu 3. Ich hacke nicht auf Herrn Sonnenschein herum. Ich bin auch kein Enteignungs-Zauberer. Das möchte ich auch nicht, aber: Die Blume würde einer großen Gruppe helfen (Remscheid) und einer kleinen Gruppe angeblich schaden (Bauern). Mir ist die große Gruppe wichtiger und deswegen ist es gut, wenn man an der Blume enteignet. Das ist meine Meinung und bei der Meinung bleibe ich! zu 4. Ist eine Frage der Definition. Ich bedanke mich aber für die Aufklärung! Ich bleibe aber dabei: In Remscheid gibt es genug wanderwege! In Mathe war ich übrigens ganz gut! zu 5. Natürlich bedeuten neue Gewerbegebiete auch neue Produktionsanlagen und somit Produktivitätssteigerung. Produktivitätssteigerungen zerstören aber keine Arbeitsplätze, sondern verbessern die Wettbewerbsfähigkeit und sorgen dafür, dass die Unternehmen Arbeitsplätze schaffen. Diesen Zusammenhang habe ich alle zwei Tage in meinem BWL Studium gehört! Ich denke, dass Sie das falsch verstanden haben.! Natürlich kosten neue Gewerbegebiete Geld (Infratruktur usw.), aber ohne Investitionen sinkt die Rendite. So ist das nun mal...Frieden?

Hans Gerd Göbert am :

Sehr geehrter Herr Humpert Jr., ich freue mich über Ihre Rückmeldung und darf Ihnen sagen, daß ich kein genereller Gegner eines Gewerbegebietes an der Blume bin. Ich denke nur, so wie derzeit darüber debattiert wird, wird es wohl erst in sehr vielen Jahren dazu kommen. Ich schätze auch unterschiedliche Meinungen. Insofern tausche ich auch gerne mit Ihnen Auffassungen aus. Ich kann dadurch stets noch etwas lernen - und vielleicht Sie auch? Sie müssten nur wesentlich mehr Substanz haben als derzeit. Dazu zählen leider auch einige Ihrer Thesen. So sollten Sie mir nicht erzählen, wie viele Lkw täglich zu OBI in WK fahren, sondern wie viele erschlossene Gewerbeflächen der Flächen- nutzungsplan dort ausweist. Da Sie es nicht können, werde ich mich also selbst darum bemühen. Die Flächeneinteilungen des Remscheider Stadtgebietes stammen übrigens aus dem statistischen Jahrbuch der Stadt Remscheid von 2001. Es sind seitdem aber fast keine Veränderungen eingetreten. Was mögliche Enteignungen an der Blume betrifft, schließe ich mich Herrn Maar an und sage nur: "Dann enteignet mal schön!" Was Sie in Ihrem BWL-Studium alles erfahren haben, ist theoretisch alles schlüssig. Hat man Ihnen aber auch schon erklärt, warum die Unternehmen trotz der deninitiv erzielten Produktivitätssteigerungen Massenentlassungen ohne Unter- brechungen praktiziert haben, statt neue Arbeitsplätze zu schaffen? Solche mit Niedrigstlöhnen einmal ausgeklammert. Da ist es immer hilfreich, wenn man seine Nase neben BWL auch in VWL gesteckt hat. Fragen Sie doch einmal Ihren Vater, welche Steigerung der Gewerbesteuereinnahmen im Laufe der Jahre durch das Alleecenter (welches ich schätze) mit seinen unzähligen Filialbetrieben erzielt wurden und warum z.B. bei Wurst-König nur Mitarbeiterinnen aus dem Ruhrgebiet tatig sind. Schafft das etwa Arbeitsplätze in RS? Oder demnächst das neue Einkaufszentrum am Bahnhof? Und was glauben Sie, mit welchem Gehalt man Sie, nach abge- schlossenem Studium und fundiertem Fachwissen, demnächst in der Industrie abspeisen wird, wenn Sie, was ich Ihnen wünsche, dort eine Stelle erhalten (auch ein wichtiger Produktionsfaktor)? Auf jeden Fall viel zu niedrig! Ich schließe mich jedem an, der fachlich und sachlich fundiert über die Schaffung neuer, menschenwürdig bezahlter Arbeits- plätze in Remscheid diskutieren möchte. Das Polemisieren sollten wir bei diesem Thema jedoch besser lassen - Frieden!

Christoph Humpert am :

Ich habe in meinen letzten Semesterferien bei Finova gearbeitet. Das ist ein mittelständischer Metallverarbeiter im Gewerbegebiet Bergisch Born. Es handelt sich um eine GmbH, die in Remscheid ins HR eingetragen ist und hier die Gewerbesteuer zahlt. Dort habe ich (Geringqualifizierter) mit vielen Geringqualifizierten in der Produktion gearbeitet. Die waren alle wahnsinnig glücklich über den Arbeitsplatz, weil die sonst arbeitslos gewesen wären. Ich war auch sehr glücklich, weil ich ein bischen Geld verdienen konnte. Außerdem arbeiteten dort 50 gelernte Mitarbeiter, die sich auch über die Arbeitsplätze gefreut haben! Das Gewerbegebiet in Bergisch Born war doch ähnlich umstritten wie die Blume, oder? Dass Produktivitätssteigerungen Arbeitsplätze schaffen, besagt die Grenzproduktivitätstheorie. Das ist eine Theorie der VWL. Habe ich übrigens in meinem BWL-Studium gelernt, weil man sich dort auch mit mehreren VWL-Scheinen rumschlagen muss. Ich kann mir schon denken, dass sich die Gewerbesteuer durch das Alleecenter in Grenzen hält. Daran kann man aber nichts ändern. Ist ja die Entscheidung von dem Betreiber, welche Einzelhändler er nimmt. Ich habe zwei Jahre bei Saturn im Allee Center gearbeitet. Dort waren alle froh um Ihren Arbeitsplatz, ich als Aushilfe, die Kundenberater und die geringqualifizierten Gebäudereiniger! Ähnlich wird das Ganze am Hauptbahnhof aussehen. Dort wird es auch eine Disco geben. Der Betreiber ist eine große Disco-Kette (Alpenmaxx), die auch woanders Gewerbesteuer zahlt. Wahrscheinlich geht dann der mittelständische Antons Bierkönig (ex-Saitensprung) kaputt. Der zahlt dann auch keine Gewerbesteuer mehr, aber es gibt Arbeitsplätze. Man kann immer das Haar in der Suppe suchen, aber ich sehe die positiven Beschäftigungseffekte. Deshalb sehe ich das Alleecenter auch sehr positiv, weil dort auch Geringqualifizierte Arbeit finden. Das gleich gilt für Bergisch Born, Wursthaus König, Kaufland, die Disco im HBF oder irgendwann die Blume. Herr Glöbert, Ich habe jetzt mitbekommen, dass Sie SPD'ler sind. Wusste ich nicht! Aus diesem Grund kann ich auch verstehen, weshalb sie die niedrigen Löhne kritisieren. Das ist aber nunmal so, weil jeder nach seiner Produktivität bezahlt wird (Ausnahme: Tariflöhne). Ich werde nach meinem Studium auch nach meiner Produktivität bezahlt. Damit muss ich mich - wie alle anderen auch- abfinden! Diese Zusammenhang kann man nur durch eine Veränderung des Wirtschaftssystems ändern. Diese Diskussion sollte man aber nicht hier führen (:-)

Hans Gerd Göbert am :

Sehr geehrter Herr Humpert Jr., ich habe meine Hausaufgaben in Sachen Flächennutzungsplan Wermelskirchen erledigt und dort recherchiert. Die Ergebnisse sind im Internetauftritt Stadt WK zu finden, Karte 4-46. Die Gewerbeflächen (auch bereits bebaute) sind grau markiert. Unter Wirtschaft findet man dann die Gewerbeflächen und weiter eine Gewerbeflächenbörse mit den noch freien Grundstücken. 1. Baugebiet Herrlinghausen (neben Tente Rollen) -voll erschlossen, ein rechtskräftiger B-Plan existiert noch nicht. Fläche ca. 7.500 qm (das entspricht der derzeitigen Anschüttung in Mixsiepen, die Ihnen ja sicher bekannt ist). 2. GW Ostringhausen an der A1, B-Plan 48. Voll erschlossen, erste Bebauungen erfolgen bereits. Die Fläche wird nicht genannt, sie ist aber mit Sicherheit kleiner als Herrlinghausen. 3. GW Ost an der B 51. B-Plan 48, erschlossen, jedoch bereits weitestgehend bebaut! Noch einzelne freie Grundstücke mit einer Fläche von 5.032 qm. (Das entspricht einer Fläche von vier privaten Wohngrundstücken auf der Bökerhöhe!) Darüber hinaus - aus die Maus! Natürlich kann man rechtskräftige Flächennutzungspläne mit Ratsmehrheiten und freundlicher Zustimmung der Bezirksregierung Düsseldorf jederzeit auch wieder ändern. Oder es versuchen. Was das aber bedeutet, haben doch die letzten Jahre in Remscheid wohl eindeutig dokumentiert. So viel zu dem Märchen mit den nahezu uner- schöpflichen Gewerbegebieten in unserer Nachbarstadt. Wer das immer noch nicht begreift, der sollte sich dort einfach mal um eine Gewerbefläche von sagen wir, 20.000 qm bemühen. Viel Erfolg dabei!

Michael Dickel am :

Aha, dass nennt sich also umfassende Recherche. Na prima, Herr Göbert. Ihr Fazit ist also: Wermelskirchen hat gar nicht mehr so viele Gewerbeflächen zu vergeben. Müßte ich Ihre Hausaufgaben benoten - glatt ungenügend. Denn ich erwarte Zahlen zu den geschaffenen Gewerbeflächen Wermelskirchen, besser auch Radevormwald, der letzten 10 bis 20 Jahre, in denen in Remscheid über Blume gestritten wurde. Vielleicht können Sie ja auch noch die Quadratmeterzahlen der ehemals Remscheider Betriebe zufügen. Das wären brauchbare Informationen, die zwar an der eigentlichen Lage nichts ändern, aber die Einschätzung über das Handeln oder das Unterlassen der Verantwortlichen neutraler möglich machen würden.

David Schichel am :

Ich entnehme der Diskussion, dass die Argumente pro Blume kein Stück besser geworden sind. Zunächst sollte man zur Kenntnis nehmen, dass Herr Sonnenschein von einem "Tausch" spricht. Von einem Verzicht auf neue Gewerbegebiete ist doch gar keine Rede. Dem Arbeitsplatz an sich dürfte es ziemlich egal sein, ob er an der Blume, im Gleisdreieck oder im alten Industriegürtel liegt. Und da könnte er schon lange vorhanden sein, wenn sich CDU und FDP nicht zwanghaft an die Blume geklammert hätten! Der Fatalismus, den Herr Kleuser hier betreibt, spricht für sich. Die Nähe der Blume zur Autobahn wäre sicherlich kein Minuspunkt, ist aber ebensowenig ein entscheidender Standortfaktor! Das beweisen die hunderte LKW, die tagtäglich über Remscheids Straßen nach Rade, Wermelskirchen oder Hückeswagen tuckern. Deren Gewerbegebiete liegen zwar nicht an der A1, haben aber offensichtlich andere Vorteile: Sie sind erschwinglich, verfügen über eine günstige Topographie und über ein Umland mit gut ausgebildeten Arbeitskräften. Bei den beiden ersteren wird die Blume nie mithalten können. Wer hier nach Enteignungen schreit deklassiert sich selbst. Und, Christoph, wer Menschen verurteilt, weil sie ihren Besitz nicht zu einem Spottpreis feilbieten, der sollte sich schämen! Übrigens ist die Blume nicht bewaldet. Über den ökologischen Unterschied zwischen Wald & Wiese kläre ich Dich gerne ein andermal auf. Zusammengefasst streiten wir seit Jahren über eine städteplanerische Totgeburt! Lasst uns endlich ernsthaft nach Alternativen suchen, wie wir es gerade auch den Remscheider Unternehmen schuldig sind. In dem Zusammenhang ein anderer Hinweis: Wer das Gleisdreieck jetzt zum Landschaftsschutzgebiet erklärt, schlägt gleich das nächste Kapitel in dieser heillosen Geschichte auf.

Christoph Humpert am :

Es ist mir schon klar, dass man sein Eigentum nicht einfach verkauft. Allerdings kann ich die Existenzängste nicht verstehen! Ich bin dafür, dass die Bauern den Marktpreis für die Grundstücke bekommen. Ist der denn so schlecht? Dieses Geld könnten die Bauern in Wachstumsbranchen investieren und eine viel bessere Rendite erzielen als mit der Bauernarbeit. Wieso streiken die Bauern denn jede Woche? Bestimmt nicht, weil es denen so gut geht! Die Landwirtschaft trägt drei Prozent zum BIP bei und ist somit nahezu irrelevant. Früher war das einmal anders, so dass man es sogar mal zu einem eigenen Bundesminister gebracht hat. Die Zeit ist aber lange vorbei, und neue Arbeitsplätze entstehen in der Landwirtschaft auch nicht. Damit man mich nicht falsch versteht: Ich kritisiere nicht die Bauern, die nicht verkaufen möchten, aber ich kritisiere die wenigen schlechten Argumente und die Verbohrtheit! Lieber David, ich mag die grüne Jungend, ich finde erneuerbare Energien toll, und ich habe auch den Al Gore Film gesehen. Außerdem bin ich froh, dass das nächste Atomkraftwerk über 200 Kilometer entfernt ist! Ich mag aber Deine ideologische Ökopolitik nicht! Wieso siehst Du nicht die ernormen (ökologischen) Chancen der Blume? Ich stehe selbst für eine nachhaltige Wirtschaftspolitik und habe ein grünes Herz! Deshalb ein Vorschlag: Vielleicht sind die Unternehmen bereit, dass die Produktion mit Ökostrom betrieben wird oder die Dächer mit Solaranlagen ausgestatten werden!? Alles Verhandlungssache! Wo sind hier die Vorschläge von dem Ökopolitiker David Schichel? Wären solche ökologischen Innovationen auch bei den anderen Gewerbegebieten in Remscheid durchsetzbar, wo die Autobahn nicht ist? Du hast gesagt, dass die Gewerbegebiete in Wermelskirchen günstiger sind (Unternehmenssteuern und Topographie). Das hast Du richtig erkannt, aber wo ist Deine Argumentationsfolge? Meine Folge: Den Standortvorteil der Blume nutzen, um damit ökologische Innovationen durchzusetzen. Die Blume würde somit für Wachstum, Beschäftigung und Nachhaltigkeit stehen. Deine Folge: Die Blume vergessen. Die Folgen wären Stagnation, Arbeitslosigkeit, Abwanderung, Überalterung und ökologischer Stillstand! Du kannst mir gerne den Unterschied zwischen Wiese und Wald erklären, weil ich den im Detail nicht kenne. Allerdings beeinflusst der Unterschied nicht meine Meinung. Ich finde, dass es in Remscheid genug Wanderwege gibt! Fahr doch mal nach Düsseldorf oder Köln! Du siehst das wahrscheinlich anders, aber dann solltest Du nach Brandenburg ziehen und dort ideologische Ökopolitik machen!Dort hast Du Wald und Wiesen im Überfluss. Du würdest aber auf Granit stoßen, weil dort eine solche Chance genutzt werden würde! Ich bleibe bei meiner realen Ökopolitik! Du hast Vorgeschlagen, dass man jetzt nach Alternativen suchen sollte... Ich stehe für eine realistische Politik. Größenwahnsinnige Planungen, wie das Outlet Center am HBF, waren nichts für mich. Die Blume ist aber nicht größenwahnsinnig! Sie ist eine wirtschaftliche und vor allem ökologische Chance!

David Schichel am :

Lieber Christoph, ich erspare uns allen eine Antwort auf solche Argumente. Nur zwei Dinge: Umweltpolitik zählt nicht zu meinen Bereichen, deshalb nehm ich den "Ökopolitiker" als Kompliment. Und wo genau machst Du eigentlich die Politik, für die Du angeblich stehst?

Julian Kleuser am :

Hallo David, es ist mittlerweile klar, dass wir bezüglich der Blume eine andere Meinung haben. Aus diesem Grunde gehe ich auch nicht näher darauf ein. Ich gebe dir im letzten Punkt Recht, dass ernsthaft und grundsätzlich Alternativen gesucht werden müssen. Wir brauchen neue Flächen (egal ob Blume oder nicht), aber wir benötigen endlich ein vernünftiges Freiflächen-(Brachen)Management. Ich habe noch meine Zweifel, ob dies mit dem neuen Fachbereich gelöst wird, lasse mich aber gerne überzeugen. Fatalismus betreibt hier keiner! Es bedeutet: "Völlige Ergebenheit in die Macht des Schicksals". Ich denke, dass ich hier auch für dich spreche, dass dies keiner von uns macht! Ich denke, dies beweisst auch der Vorschlag zur Umstrukturierung der Stadt, den die JU entworfen hat!

Bernd Naumann am :

Was ist eigentlich mit den Kosten? Da gibt es Bürgerbeteiligungen, Gutachten, Modellbauten - Universitäten werden bemüht. Alles für die Katz. Für mich ist die Blume ein typisches Beispiel politischer Machtspielchen. Was der Bürger will und was gut für die Stadt ist, ist doch nur noch Nebensache. Und Kennepohl als Schuldigen auszuweisen ist mehr als arm.

Roland Kirchner am :

Ich habe mir das jetzt alles geduldig angelesen, und für mich gibt es nur eine Frage: An welcher Stelle hat die Stadt Remscheid Grundstücke in ihrem Besitz, die als Gewerbegebiet ausgewiesen sind? Sollte das nicht der Fall sein, wird die Stadt sich einen Ankauf nicht leisten können. Unter diesen Umständen ist das Gewerbegebiet Blume die einzige Lösung. Ich bleibe dabei, es geht nur um das WIE, nicht um das OB!

Peter Maar am :

Lieber Herr Kirchner, nur ein kleiner Hinweis: Auch die Grundstücke an der Blume sind nicht im Besitz der Stadt Remscheid! Die Blume-Befürworter müssen dies endlich zur Kenntnis nehmen. Es gibt nur zwei Alternativen: Es werden andere Flächen gesucht, oder es wird an der Blume enteignet. Viel Spaß dabei!

Roland Kirchner am :

Lieber Herr Maar, Sie haben es auf den Punkt gebracht. Ich kenne aber leider keinen Grundstücksbesitzer in Remscheid, der sein Grundstück für 8,- Euro FREIWILLIG an die Stadt verkauft. Für Hinweise bin ich dankbar. Warum das Thema Enteignung an der Blume dramatischer ist als an anderen Stellen in der Stadt, ist mir auch nicht klar. 2004 sind wesentlich mehr Eigentümer für den Ausbau der Autobahn 1 enteignet worden, als es je an der Blume werden können. Tausende von qm sind dort von Straßen NRW angekauft worden. Auch ich durfte (musste) von meinem Grundstück ca. 350 qm verkaufen. Das Verfahren und der Erlös sind mit einer Enteignung gleich zu setzten. Ein weiteres Beispiel sind die Ausweisung von Überflutungsbereichen im Morsbachtal, die für die Eigentümer ebenfalls einer Enteignung gleich kommen, denn mit Beschluss waren die Grundstücke wertlos. Wenn Sie jetzt noch einen Blick in den neuen Flächennutzungsplan werfen, werden Sie auch dort fündig. Hier wird dann aus privatem Grundbesitz plötzlich eine Ausgleichsfläche für irgend eine Baumaßnahme. Auch das ist Enteignung. Nach meiner Einschätzung sind von diesen Beispielen mindestens 100 Eigentümer betroffen, wie viele waren es noch an der Blume? Drei oder vier? Um es noch mal deutlich zu machen, jede Enteignung bedeutet für die Betroffenen ein persönliches Schicksal, welches die Entscheidungsträger bei ihrer Entscheidung sorgfältig berücksichtigen müssen. Ich halte es nur für wichtig hier deutlich zu machen, dass die Blume kein Einzelfall in Remscheid ist.

Christoph Humpert am :

Oder es wird auf die nächste Eigentümergeneration gewarten, die das Geld lieber in Wachstumsbranchen als in Bauernarbeit investieren.

Michael Dickel am :

Maar und der Heimatbund gegen die Stadt Remscheid ist so ein bißchen wie Asterix und Obelix gegen die Römer. Leider nur nicht so lustig, außer vielleicht für Herrn Maar. Er führt seit Jahren seinen Privatkrieg im Namen des Heimatbundes und hat dabei jede Menge Anhänger gefunden, die mich jetzt sicher gerne lynchen wollen - so wie einst OB Schulz, der ja nur so aus persönlichem Spaß einen Krieg gegen die Lüttringhauser angefangen hat. Es ist doch prima und für jeden politisch Verantwortlichen völlig erstrebenswert, sich täglich beschimpfen zu lassen. Sei es von den Bürgern, man würde die Umwelt zerstörenm oder sei es von den Unternehmern (übrigens auch Bürger) wegen fehlender oder falscher Standortpolitik. Wie einfach wäre es da doch, einfach alles laufen lassen wie es ist. Betriebe wandern ab und schaffen Arbeitrsplätze woanders. Zynisch ist die Haltung derer (unter anderem MdL Meinecke), die das Halten von Arbeitsplätzen in der Region als Erfolg bezeichnen. Was bleiben wird ist ein Acker an der A1 - niemand würde dort je ein Haus bauen wollen und niemand will dort ernsthaft Erholung suchen. Eine Autobahnauf- und abfahrt, über deren Namen man sich streitet, wird wohl zuwachsen, wenn nach den Firmen auch die Bürger verschwinden. Dann haben die Blume-Gegner endlich erreicht was Sie wollen. Aber stört nicht noch Nachbars Haus bei der schönen Aussicht? Sollte man nicht das Remscheider Rathaus abreissen, damit der Anblick die Lüttringhauser nicht stört? Herr Maar weiß genau, dass seine Antwort auf Herrn Kirchner reine Polemik ist, denn Tatsache ist, dass die Erschließung eines neuen Gewerbegebiets mit hohen Kosten verbunden ist, so wie sie eben auch für Blume entstanden sind. Und erst dann kann man über den Ankauf der Grundstücke nachdenken. Daher ist Blume die einzige Möglichkeit, weil dort die Kosten eben schon entstanden sind. Niemand wird gerne jemanden enteignen wollen und ich halte einen großzügigen Kaufpreis für durchaus verhandelbar. Aber mittlerweile halte ich persönlich dieses Gewerbegebiet für nicht mehr machbar und sehe Remscheid als letzten Industriestandort ohne Industrie und als sterbende Stadt. Wahrscheinlich wird Remscheid in 100 Jahren wohl Kurort sein und die Remscheider Talsperren werden das Wasser in Flaschen verkaufen.

Peter Maar am :

Da die Ausführungen von Herrn Dickel an Unsachlichkeit nicht mehr zu überbieten sind, lohnt es sich nicht, darauf näher einzugehen.

Michael Dickel am :

Wir schreiben das Jahr 2008. Was bitte soll es an sachlichem Gedankengut zu diesem Thema denn Neues geben, was noch nicht gesagt wurde. Ich habe auch ehrlich gesagt keine Lust und auch keine Veranlassung mehr, sachlich über dieses Thema zu diskutieren, weil es nichts mehr zu diskutieren gibt. Für mich sind Sie und ich betone ausdrücklich Sie, der Grund für das Scheitern eines Gewerbegebietes, das andernorts einfach gebaut würde. Sie wissen, dass ich mich immer für einen Kompromiss eingesetzt habe, aber Sie haben mir immer klar zu verstehen gegeben, dass Ihr Ziel die Verhinderung ist. Die Konsequenzen müssen Sie nicht tragen, und ich war wenigstens Zeitzeuge. Vielleicht baut man Ihnen noch ein Denkmal an der Blume oder benennt eine Strasse nach Ihnen. Aber mir können Sie nichts vormachen - Sie sind alles andere als ein Wohltäter für diese Stadt. Mag sein, dass ich der Einzige bin, der Ihnen das sagt - aber glauben Sie ruhig, dass ich nicht der Einzige bin, der so denkt.

Horst Zolnowski am :

Herr Dickel, ich stimme Ihnen vollkommen zu. Herr Maar und der Heimatbund möchten in der Sonne liegen und die anderen in Alt-Remscheid und Lennep sollen die Steuergelder erwirtschaften.Wie in den 50-er und 60-er Jahren, als gelbe Wolken aus den Gießereien des Alexanderwerks und der BSI über den Süden und Westen Alt-Remscheids zogen unsere Mütter keine Wäsche draußen aufhängen konnten und die Rostpartikel in die Dachrinnen fraßen. Wir haben es erduldet zum Wohle der Stadt Remscheid. Ich meine jetzt wäre Herr Maar mit seinen Freunden mal an der Reihe zum Steueraufkommen der Stadt beizutragen.

Fraktion der W.i.R. am :

Der Rat hat niemals, wie von Herrn Sonnenschein behauptet, Enteignungen ausgeschlossen. Vielmehr hat er eine Selbstverständlichkeit bekräftigt, dass ausschließlich der Rat das letzte Wort hat. Der W.i.R. Fraktion liegen keinerlei öffentliche Verlautbarungen von CDU und FDP vor, welche den Schluss zulassen, dass der Beschluss der Entwicklungssatzung und die daraus möglichen Konsequenzen in Frage gestellt werden. Von der Verwaltung, speziell von Herrn Sonnenschein, erwarten W.i.R., dass ohne Wenn und Aber der Bebauungsplan 595 umgesetzt wird und alle nötigen Verträge (Ausgleichsflächen) zur Erlangung des Baurechtes schnellstens abgeschlossen werden. Vom Entwicklungsträger LEG erwarten W.i.R. zeitnah intensive Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern. Nach Abschluss dieser Phase muss die LEG dem Rat eine Dokumentation über die Verhandlungen und deren Resultate vorlegen. Danach wird der Rat die nötigen Entscheidungen über die weitere Vorgehensweise treffen müssen. Wieland Gühne Fraktionsvorsitzender

Hans Gerd Göbert am :

Lieber Herr Dickel, den Schuh mit dem unvollständigen Recherchieren ziehe ich mir gerne an. Weil ich natürlich nicht bedacht habe, welches ihre persönlichen, z.T. utopischen Vorstellungen über einen langen Zeitraum hinweg waren. Sie haben ja völlig Recht damit, dass jahrelang in Remscheid von allen Parteien (inkl. W.I.R) über Blume, Mixsiepen und sonst was lamentiert und gestritten wurde, um den ebenso unrealistischen Dauerforderungen der Remscheider Wirtschaft Placebo-Nahrung zu präsentieren. Währenddessen hat man in Wermelskirchen, Rade- vormwald und Hückeswagen fleißig gebaut und als Folge Firmen aus Remscheid abgeworben. Was Sie oder andere Politiker deshalb in der Vergangenheit versäumt haben, interessiert mich ehrlich gesagt wenig. Ich dachte allerdings, dass auch Sie ein ernsthaftes Interesse an neuen Denkansätzen und Lösungsvorschlägen hätten und mit allen an dieser Stadt Interessierten für die Zukunft planen wollten, statt ständig nur auf Ihren ehemaligen Mitstreitern oder sonstwem rumzukloppen. Dass dabei auch die Fehler der Vergangenheit ausgebügelt werden müssen, versteht sich doch von selbst. Es ist bisher aber noch nicht belegt worden, dass meine Behauptungen und Recherchen falsch sind. Sie haben sie jedenfalls im Fall WK nicht infrage gestellt. Ob Ihnen und anderen das nun gefällt oder nicht. Was hat diese Stadt denn langfristig von Ihrer Erkenntnis, dass es in Wk., vielleicht Rade oder Hückeswagen nur noch kleine Restbestände an Gewerbeflächen gibt, weil ja bereits so viele vorhanden sind? Von allen Blume-Befürwortern, die sich gerne das Emblem innovativ anheften, wird doch auch stets gebensmühlenartig nach neuen Gewerbeflächen in Remscheid gerufen. Eine durchaus berechtigte, aber keineswegs den Fakten angepasste Forderung, die vielfach in die Schublade der süssen Träume gesteckt werden muss. Um es etwas abzukürzen: Jetzt dürfen Sie auch gerne Ihre Hausaufgaben machen und mir zeitnah schreiben oder zeigen, wo diese Flächen in den beiden neuen Flächennutzungsplänen sind. Sehr hilfreich ist dabei auch der heutige Artikel des Chronisten über die Waldbestände und Überschwemmungsbereiche in RS. Bisher hat das nämlich noch niemand gemacht, selbst der sehr eifrige Humpert Junior noch nicht, dessen Aktivitäten ich für einen jungen Mann für durchaus bemerkenswert halte, auch wenn er oft über das Ziel hinausschiesst. Ich gebe also den Staffelstab für intensives Recherchieren im Fall der Remscheider Gewerbegebiete gerne weiter und harre der Ergebnisse, damit ich letzendlich feststellen darf, dass ich mit meinen Erkenntnissen, zum Wohle der Arbeitplätze in Remscheid, falsch liege.

Michael Dickel am :

Lieber Herr Göbert, ich kloppe nicht einmal halb soviel auf irgend jemanden rum, wie Sie auf Herrn Kennepohl. Natürlich hat der es in Ihren Augen ja verdient. Und die Zeit zum Recherchieren haben Sie als Ruheständler sicher leichter zur Hand. Zum Thema Blume ist alles gesagt, alles geschrieben - nur eben noch nicht von jedem - jetzt auch gerne noch mal von Ihnen. Von mir aus können wir Gewerbegebiete in Zukunft doppelstöckig planen (innovativ genug?) - ist mir egal. So lange Sie über Wermelskirchen referieren, kann uns in RS nichts mehr passieren. Ich habe mit dem ein- oder anderem Abwanderer gesprochen und leider auch mit einigen, die vielleicht noch dazu werden. Ich kann nicht verstehen, warum Sie mit Ihren Informationen über Wermelskirchener Zustände meinen, Remscheider Probleme erklären zu können. Und zu meinen ehemaligen Weggefährten - wir haben auch früher kontrovers diskutiert und sind dabei auch laut geworden. Bei der W.i.R. konnte und kann man das frei tun. Ein Vorteil den Sie als SPD´ler doch eigentlich zu schätzen wissen sollten.

Hans Gerd Göbert am :

ach Herr Dickel, offenbar können und oder wollen Sie mir einfach nicht die potentiellen Gewerbegebiete in Remscheid nennen, außer der Blume. Dennoch möchte ich es mir mit meiner Antwort nicht so einfach machen, wie Herr Maar unter 8.1. Offenbar haben Sie aber nicht alle Kommentare genau gelesen. Sonst hätten Sie eigentlich mitbekommen müssen, dass ich über Wermelskirchen referierte, weil ein junger Mann die Zustände in Remscheid zu Recht beklagte und die geradezu paradiesischen Zustände für ansiedlungswillige Unternehmen in Wermelskirchen pries, ohne genau informiert zu sein. Das habe ich gemacht und die Ergebnisse scheinen Ihnen leider nicht zu gefallen. So ist Ihre Behauptung unter 8.1.1, dass "Gewerbegebiete woanders einfach so gebaut würden" reif für die Vorschlagsliste der Grotesken des Jahres. Haben Sie denn noch nie etwas über Bauleitplanungsverfahren gelesen, die zufällig auch woanders Gültigkeit haben? Dann überrascht mich natürlich nicht, dass Sie während Ihrer Amtszeit die Blume nicht mal eben so durchpeitschen konnten. Obwohl es Sie wahrscheinlich nicht besonders interessiert, möchte ich der Ordnung halber doch erwähnen, dass ich die SPD bereits im Jahre 2004 verlassen habe. Dort habe ich es u.a. auch gelernt und betrachte daher diese Zeit nicht als verlorene Zeit, möglichst eine konkrete, sachlich begründete Antwort zu geben, wenn mich z.B. jemand nach potentiellen Gewerbegebieten in Remscheid fragt. Diese Fähigkeit scheint bei Ihnen inzwischen etwas verkümmert zu sein. Sie hauen einen Frontalangriff nach dem anderen raus und sitzen die Antworten einfach aus, wenn man Ihnen unbequeme Fragen dazu stellt. Und noch etwas gestatte ich mir zu sagen: Wenn ich Ihre Kommentare aus der letzten Zeit lese, so z.B. unter 8.1.1 über Herrn Maar, Ihre ellenlangen Gefechte mit Herrn Kirchner zu anderen Themen oder Ihren Verzicht, noch Beiträge zum Gästebuch der W.I.R. zu leisten, gewinne ich einfach den Eindruck, dass es Ihnen gar nicht mehr um die Problemlösungen, sondern nur noch darum geht, sich mit allen möglichen Leuten zu streiten. Da Sie jetzt noch mich entdeckt haben, bitte ich Sie: Wenn Sie sich unbedingt streiten wollen, dann machen Sie das mit anderen, aber nicht mit mir. Oder Sie besinnen sich wieder darauf, Ihre Diskussionspartner mit sachlichen Argumenten zu überzeugen. Eine Streitkultur, die hauptsächlich auf Polemik basiert und selbst darin erschreckende Schwächen zeigt, bringt in Remscheid niemanden mehr weiter. Keine Sorge, ich werde mich auch weiter Remscheider Themen widmen, es sei denn, mir würde jemand wieder etwas über die schier unerschöpflichen Gewerbegründe in Wermelskirchen oder anderen Nachbarstädten erzählen wollen, wohin alle Remscheider Betriebe auswandern werden. Ich kenne auch einige, die sind bereits reumütig aus weiter östlich gelegenen Regionen zurückgekehrt. Warum wohl? Wissen Sie die Antwort? Ich bedaure für die Leser dieses Forums, dass ich leider vom eigentlichen Thema Blume abweichen musste. Aber das musste einfach mal gesagt werden. Denn wer fleißig austeilt, bei seinen Antworten aber nur schwammig oder gar sachlich stumm bleibt, der muss auch mit dem Echo rechnen.

Peter Matzner am :

Einige Firmen haben bereits vor einiger Zeit begonnen, wegen der hohen Transportkosten aus Fernost und anderswo Ihre Produktion wieder ins Inland, respektive zu den Absatzmärkten hin zu verlagern. Ich empfehle Ihnen, hierzu die Ausgabe des Rheinischen Merkur vom vergangenen Wochenende zu lesen. Dort finden Sie einen Teil Antworten auf Ihre Frage, was Firmen bewegt, wieder hierhin zurück zu kehren.

Michael Dickel am :

Ich quittiere Ihren Text mit einem Lächeln, Herr Lehrer. Ihre Eingaben sind schulmeisterlich, überheblich und täuschen Sachkenntnis vor, die Sie nicht im Mindesten besitzen. Ihre "Recherche" beschränkt sich auf einen kurzen Klick auf die Wermelskirchener Seiten, legitimiert Sie aber zu zu einem Ton, den ich Ihnen gerne hier noch einmal zum Lesen gebe. Ein Beispiel: "Dann haben Sie selbst noch Gelegenheit, mit diesem Märchen Schluss zu machen. Sonst mache ich das." Schon einmal wollten Sie eine andere Diskussion beenden, weil Sie Ihnen nicht gefiel. Ich bin froh auch jüngere Diskussionsteilnehmer auf diesen Seiten zu bemerken - sagen Sie denen Ihre Meinung, Herr Göbert, aber belassen Sie denen Ihre. Und werfen Sie mir gerne noch andere Charakterschwächen vor - es trifft mich genau so wie der mir bekannte Austritt aus der SPD. Ich werde mir von Ihnen weder vorschreiben, was, wann und wem ich etwas sage, noch ziehe ich mir den Schuh an, irgendein Mitverschulden an dem Wegzug Remscheider Unternehmen zu haben. Und was Ihr Wink mit den zurückkehrenden Unternehmen aus dem Osten nun zu diesem Thema hilft, bleibt mir leider verschlossen. Sollte aber doch jemand nach einer Fläche in Remscheid suchen, empfehle ich die Seiten der Stadt Remscheid. Hier steht geschrieben: "Eines der herausragenden flächenpolitischen Zukunftsprojekte der Stadt Remscheid ist die Erschließung des Gewerbegebiets Blume (Endringhausen). Zielsetzung ist es, durch eine langfristige Flächenvorratspolitik - unabhängig von konjunkturellen und gesamtwirtschaftlichen Momentaufnahmen - eine Gewerbeflächenpolitik umzusetzen, die Neuansiedlungen sowie Umsiedlungen zwecks Expansion oder Bestandserhaltung ermöglicht. Dort steht alles drin was Sie brauchen und alles, was die Politik so auch mehrheitlich immer wieder beschlossen hat. Aus gutem Grund und nicht einfach nur so aus Spaß. Und deswegen habe ich ein gutes Gewissen, da ich tatsächlich außer der doppelstöckigen Gewerbegebiete keine Vorschläge zu neuen Flächen habe. Ihr Hinweis, Wermelskirchen hätte ja in Zukunft nicht mehr viel, ist ein Argument wofür? Die Hände in den Schoß zu legen oder sie in Unschuld waschen wie Ihre ehemaligen Kollegen?

Hans Gerd Göbert am :

Sehr geehrter Herr Dickel, Sie haben, wie immer, mit allem völlig Recht. Nur eben leider keinen Erfolg. Insofern schließe ich mich nun, vielleicht viel zu spät, der Aussage von Herrn Maar unter 8.1 vom 10.7. an, der richtig anmerkte, dass "die Aussagen von Herrn Dickel an Unsachlichkeit nicht mehr zu überbieten sind und es sich nicht lohnt darauf, weiterhin näher darauf einzugehen." Viele andere in dieser Stadt scheinen das schon lange zu wissen. Exemplarisch für Ihre Vorgehensweise ist auch Ihr untauglicher Versuch, meine ehemaligen Kollegen von der SPD mit in die Sache zu ziehen, denen Sie vorwerfen, ihre Hände in Unschuld zu waschen. Was soll das? So hatten Sie bereits Herrn Meinecke und anderen zynisches Verhalten vorgeworfen, die das Halten von Arbeitsplätzen in der Region als Erfolg bezeichnen. Das ist nicht zynisch, sondern orentiert sich an den Realitäten. Nun kann ich mir einen Ausflug in die Polemik nicht mehr verkneifen: Sie werden es als legitimer Nachfolger des Zauberers Kalanag schon richten, in Remscheid blühende Gewerbeflächen zu schaffen. Good Lack! Obwohl ich nicht unbedingt in Frieden die SPD verlassen habe, finde ich es sehr unfair, dass Sie diese nun offenbar noch mit in die Diskussion ziehen zu wollen. Damit Sie aber Ihre ganze Kraft sofort in die Umsetzung der langfristigen Flächenvorratspolitik stecken können (hoffentlich erfolgreich), obwohl Sie wieder die Nennung konkreter Flächen schuldig geblieben sind, sehe ich auch keinen Sinn mehr in der Fortsetzung der von mir, wenn Sie es so sehen, halt schulmeisterlich und überheblich geführten Debatte. Wie Sie debattieren und argumentieren, darüber möchte ich mich nicht mehr äußern. Das zu beurteilen, überlasse ich lieber anderen. Ich habe keine Lust mehr auf solche fruchtlosen Streitereien. Ende der Durchsage!

Karl F. Voß am :

Es erstaunt mich, wie vehement hier politisch tätige Personen ihre Standpunkte verteidigen. Tief im Innersten wissen sie aber wohl, dass in Remscheid kaum noch freie Flächen (egal wofür) zur Verfügung stehen. Hier erwarte ich als Bürger von der Politik intensive Anstrengungen, wie man auch mit wenig Fläche die Wirtschaft und die Lebensqualität in Remscheid bewahren und festigen kann. Polemie und gegenseitige Schuldzuweisungen bringt Remscheid nicht weiter. Remscheid braucht Politiker, die über den Teller- (Parteien)rand blicken können. Politiker, die zusammen mit den Kollegen aus den Nachbargemeinden die Ärmel hochkrempeln und zupacken. Aber bitte nicht nur irgendwelche Alibiprojekte (z.B. VHS und FW-Leitstelle). Bisher sind fast alle Politiker davor zurückgeschreckt, kostet es doch womöglich Einfluss und Pöstchen.

Christoph Humpert am :

Das sehe ich genauso! Die Grünen hoffen auf Stimmen aus Lüttringhausen, weil Sie gegen die Blume kämpfen, die SPD hat Angst vor der Linken/PDS, die CDU befürchtet Einbußen wegen der Zinsspekulationen und würde niemals die Symphoniker auflösen, die FDP konserviert die Wähler, die W.I.R spielt die zweite Spielzeit in der Remscheid-Liga und hat Angst abzusteigen, und die Linke lacht sich kaputt. Den großen Wurf gibt's also nicht. Leider!!! Ich bin aber aber sehr glücklich, dass der RGA jetzt wieder aufgewacht ist und die Politik wieder zum Handeln motiviert (Dienstagsausgabe). Das wird allderdings (leider) nicht reichen.... Remscheid hat das gleiche Problem, wie die Studenten in NRW: Niemand geht auf die Straße, weil es allen noch zu gut geht und viele die Probleme nicht erkennen. Herr Göbert erkennt nicht, dass die abhängig Beschäftigten seine Rente finanzieren (von den 80 Millarden Bundeszuschuss mal abgesehen). Wieso ist es er also nur halbherzig für die Blume!? Er müsste für die Blume auf die Straße gehen oder er müsste in die Linke eintreten! David Schichel müsste merken, dass seine Freunde nach Düsseldorf ziehen. Wieso ist er gegen die Blume? Wegen der Stimmen aus Lüttringhausen, weil die Grünen gegen die Blume sind? Das gilt übringens für alle Parteien! Ich hoffe auf einen parteiübergreifenden OB- Kandidaten, der nicht auf die Wählerstimmen achtet! Den würde ich sofort wählen, egal welche Partei!

Harald Fetsch am :

Sehr geehrter Herr Humpert, zu einer (einigen) Ihrer Bemerkungen muss ich kurz Stellung nehmen. Der Bundes-„Zuschuss“ ist keine Subventionierung der Rentenversicherung. Im Gegenteil, das sind nachträgliche Zahlungen wegen vorher nicht erbrachter Beitragszahlungen des Bundes. Anrechenzeiten wie Wehrdienst, Ersatzdienst, Studium, Erziehungszeiten etc., auch von Selbständigen etc., werden hier nachträglich bezahlt. Der Betrag ist aber niedriger als die Leistungsaufwendungen. Die abhängig Beschäftigten subventionieren mit ihren Beiträgen die politisch gewollten Leistungen. Wie Sie sehen, geht es hier nicht um Semantik, sondern um die (begrifflich) richtige Darstellung eines Sachverhaltes. Ebenso wie „DIE Wirtschaft“ immer nur als die Unternehmen verstanden wird. Als ob eine Volkswirtschaft nur aus Produzenten und Anbietern bestehen und funktionieren würde. Es müssen auch Kunden, Nachfrager, da sein, also ein Markt. Konjunktur ist das Maß des Geld-Um-Laufs. An der Wirtschaftspolitik der vergangenen Jahrzehnte kann man die sprachliche und begriffliche Schmalspurigkeit ablesen.

David Schichel am :

Richtig, viele meiner Freunde ziehen nach Köln, Düsseldorf, Berlin oder anderswo hin. Nur arbeiteten die meisten dort nicht in Gewerbegebieten auf der grünen Wiese, sondern in Branchen, die ganz andere Anforderungen stellen. Solche sind in Remscheid leider unterrepräsentiert, was an einer verfehlten Strukturpolitik liegen könnte. Wenn ich lese, was nicht alles an der Blume hängen soll, dann frage ich mich, was Remscheid in den letzten 200 Jahren (Lüttringhausen noch länger) ohne dieses Gewerbegebiet angefangen hat. Mit sachlichen Argumenten hat das jedenfalls nicht viel zu tun. Wenigstens füllt sich das Sommerloch.

Christoph Humpert am :

Vielleicht arbeiten Deine Freunde in der Medienbranche, aber Remscheid wird niemals eine große Medienstadt werden. Vielleicht wurde in Remscheid der Strukturwandel verschlafen, aber Remscheid ist und bleibt eine Industriestadt. Ist doch auch nicht schlecht, weil die Industrie doch boomt. Vielleicht kann man ja am Lenneper Bahnhof Medienunternehmen ansiedeln, aber doch nicht an der Blume. Das wäre Perlen vor die Säue werfen! Deine weitere Argumentation kann ich nicht ernst nehmen! Früher haben u. a. VBW, Mannesmann und Barmag halb Remscheid beschäftigt. Früher gab es keine Globalisierung, es gab noch Hausfrauen und es gab noch (viele) Arbeitsplätze für Geringqualifizierte usw. Heute arbeiten bei Mannesmann, Alexanderwerk und Grimm vielleicht noch 1.000 Menschen. Es gibt die Globalisierung, Frauen sind erwerbstätig usw. Schau Dir mal Dresden an. In Dresden haben sich nach der Wende AMD, SAP, EADS und VW angesiedelt. Glaubst Du, dass es in Dresden noch einen einzigen Arbeitsplatz geben würde, wenn sich diese Unternehmen nicht angesiedelt hätten? Jedenfalls sind die alten DDR Unternehmen alle kaputt! Was ist eigentlich mit Mannesmann, Barmag oder VBW passiert? Dresden hat übrigens alles richtig gemacht, indem die Tradition in der Automobilindustrie und der Mikroelektronik genutzt wurde. In Remscheid muss die Tradition in der Industrie genutzt werden. Übrigens steht das AMD Werk direkt neben der Autobahn! Deine Argumente, lieber David, erinnern mich an die von Herrn Lafontaine. Das soll kein Kompliment sein! Deine Argumente predigen Stillstand und Rückschritt und sind sehr naiv. Zu Herrn Fetsch: Die gesetzliche Rentenversicherung wird durch die Beitragszahlungen der Versicherten bzw. deren Arbeitgeber und aus Bundeszuschüssen finanziert. Die Bundeszuschüsse haben dabei einen Anteil von ca. 25 Prozent aller GRV-Ausgaben. Ihre Ausführungen zur Konjunktur bzw. Wirtschaft sind nicht vollständig und teilweise falsch.

David Schichel am :

"Stillstand predigen" die, die sich immer noch in der Blume verbeißen, anstatt nach umsetzbaren Alternativen zu suchen. Darum wäre es ein "Rückschritt", wenn ich jetzt die ganze Diskussion wieder aufrollen würde. Und "naiv" bin ich schon länger nicht mehr, ich mach ja Politik.

Harald Fetsch am :

Zu dem „Inhalt“ in Ihren „Entgegnungen“ lässt sich nur sagen, ich schließe mich inhaltlich den Aussagen von Herrn Göbert unter 3.2.1.1 vom 13.07.2008 voll an.

Hans Gerd Göbert am :

Sehr geehrter Herr Voß, vielen Dank für Ihre Unterstützung. Trifft sie doch im Kern genau meine Meinung und widerholten Aussagen. Ein Pöstchen kann ich jedoch zum Glück nicht mehr verlieren, weil ich politischer Einzelkämpfer bin. Höchstens das Pöstchen bei meiner Frau, morgens immer den Frühstückstisch decken zu dürfen. Das wollte ich Ihnen noch gerne sagen, ist aber meine definitiv letzte Aussage in dieser Debatte. Sie hängt mir nämlich auch zum Halse raus, weil man sich am Ende nur im Kreise dreht. Ich warte diesbezüglich auf Taten der Verantwortlichen in Politik und Verwaltung.

Gunther Brockmann, W.I.R. am :

Hallo Herr Humpert jun., Sie müssten mir mal erklären, wie Sie zu der Auffassung kommen, dass W.I.R. die Angst haben abzusteigen. Absolut nicht! Da einige andere Mannschaften zur Zeit schlecht aufgestellt sind (und auch keine Besserung in Sicht ist), ihre Spieler intern sperren (wollten!) oder sogar ihre Spielführer verloren haben, bin ich der festen Überzeugung, dass W.I.R. auch eine dritte erfolgreiche Spielzeit angehen werden. Mit einer starken Mannschaft und den Fans der W.I.R., die immer zahlreicher werden, wird bei der nächsten Stadtmeisterschaft im Sommer 2009 das Feld von Hinten aufgerollt. Auf die neue rote Mannschaft bin ich sehr gespannt. Leider werden sie mit Parolen wie "Hartz-4-Gesetz weg" oder "Bundeswehr raus aus Afghanistan" kein kommunalpolitisches Spiel gewinnen können oder nur bei denen punkten, die aus politischem Frust für solche Phrasen empfänglich sind und die kommunalen Belange aus den Augen verloren haben. Für meine Person kann ich als politische Aussage treffen, dass für die Spielzeit ab 2009 die Blume weiterhin als Spielfeld genutzt wird, jedoch die Bergischen Symphoniker (langfristig gesehen) nicht mehr zum Einsatz kommen und auf die Transferliste gesetzt werden.

Peter Maar am :

Hallo Herr Brockmann, die "Blume" werden Sie auch für die Spielzeit ab 2009 nicht als "Spielfeld" nutzen können, da Sie von den Eigentümern dieses "Spielfeldes" weiterhin einen Platzverweis erhalten werden.

Gunther Brockmann, W.I.R. am :

Natürlich! Der selbsternannte Schiedsrichter betritt das Spielfeld und droht mit Platzverweis: Ich verwarne Ihnen! Herr Maar, ich danke Sie! (frei nach Ente Lippens). Aber die ein oder andere verbale Blutgrätsche werden Sie noch ertragen müssen! Kennen sie noch das "Das grosse Spiel " von Freddy. Nicht von Freddy Schulz, sondern von Freddy Quinn. Hier ein Textauszug: "Das grosse Spiel wird gleich beginnen. Das grosse Spiel, gleich fängt es an, und keiner weiß, wer wird gewinnen. Doch jeder hofft und jeder glaubt und denkt daran. Das grosse Spiel. Und geht auch manches Mal etwas daneben. W.I.R. kommen eines Tages doch ans Ziel, ein bißchen Glück gehört dazu im Leben. usw., usw.." Wünsche viel Freude beim Mitsingen!

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