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Wer zur Feuerwehr will, muss durchtrainiert sein

Guido Eul-Jordan, Chef der Remscheider Feuerwehr„Naturereignisse waren das Stichwort des Jahres 2007. Der Sturm Kyrill im Januar und die lokale Unwetterlage im August forderten von der Feuerwehr Remscheid ungewöhnliche Lösungen, viel Disziplin und eine gehörige Portion zusätzliche Arbeitsleistung. Eigenschaften, die eine Feuerwehr grundsätzlich auszeichnen müssen. Die Feuerwehrangehörigen in Remscheid haben mit diesen Eigenschaften und viel Flexibilität im vergangenen Jahr dazu beigetragen, dass neben den ungewöhnlichen und herausragenden Einsätzen auch im Alltagsgeschäft" ganze Arbeit geleistet wird. Naturgemäß freut man sich, wenn man die Feuerwehr nicht benötigt, nichtsdestotrotz ist es ein beruhigendes Gefühl, dass es sie gibt. Aber was macht denn die Feuerwehr eigentlich, wenn man sie nicht sieht? Einen kleinen Vorgeschmack soll dieser Jahresbericht geben, der nicht nur in einem Rückblick über herausragende Einsätze die Arbeit der Feuerwehr Remscheid darstellt.“ So das Vorwort zum Jahresbericht der Remscheider Feuerwehr, das deren Leiter geschrieben hat, Dipl.-Ing. Guido Eul-Jordan. Nachfolgend Auszüge aus diesem Bericht: 

Sicherheit aus einer Hand" ist das Motto der Feuerwehr Remscheid. Dass die Feuerwehr Brände löscht, weiß jedes Kind. Aber, dass auch technische Hilfeleistungen bei Notfällen , Rettungsdiensteinsätze, Bergungen und der vorbeugende Brandschutz und noch viele andere Tätigkeiten zum Einsatzbereich der Feuerwehr gehören, erfahren viele oft erst, wenn sie selbst betroffen sind. (…)

 Einige ungewöhnliche Zahlen:

  • 20.440 Meter B- und 11.895 Meter C-Schläuche werden bei der Feuerwehr Remscheid vorgehalten
  • 392.183 km legten die Feuerwehrfahrzeuge im Jahr 2006 zurück und verbrauchten 72.786 I Kraftstoff für insgesamt 73.314,04 € (Waterbölles: Damit wird die Feuerwehr in diesem Jahr wohl nicht auskommen…)
  • Durchschnittlich 35 Mal am Tag rückte die Feuerwehr Remscheid aus, das bedeutet alle 41 Minuten eine Alarmierung von Einsatzkräften
  • Pro Woche wurden ca. 3.000 m2 Werkstatt-, Lager- und Fahrzeughallen gereinigt. (…)

Nicht nur für die Feuerwehr, sondern für die gesamte Stadt Remscheid ist die Feuerwehrleitstelle die Schaltzentrale. Jeder weiß, dass dort die „112" zu Hause ist, die Telefonnummer für Notrufe. Wer diese wählt, befindet sich meistens in Not. Über die Leitstelle wird qualifizierte Hilfe entsandt und koordiniert. Im Normalfall werden an bis zu vier, in Maximalbesetzung (z.B. bei Sturm, Wintereinbruch, etc.) an bis zu sieben Arbeitsplätzen die Notrufe entgegengenommen, ausgewertet, Feuerwehr- und Rettungsdienstfahrzeuge disponiert und koordiniert.

Manche wissen auch noch, dass Krankentransporte und Einsätze von THW oder Hilfsorganisationen im Rahmen der Gefahrenabwehr durch die Leitstelle veranlasst und koordiniert werden. Für viele ist es jedoch sicherlich überraschend, dass über die Leitstelle auch viele Einsätze ohne große Außenwirkung, sozusagen im stillen Kämmerchen abgewickelt werden. Sei es der Meldekopf für die Stadtspitze, die gesamte Stadtverwaltung und das Ordnungsamt (z.B. bei Tierseuchen) oder sonstigen Aufgaben außerhalb der Dienstzeit, ebenso die Unterstützung für das Umweltamt und das Forstamt, mit denen der alltägliche Kontakt (nicht nur) in Schadenlagen selbstverständlich ist.

Der Leitstelle kommt im Rahmen von größeren Ereignissen oder gar Großschadenslagen (Katastrophen) eine außerordentlich wichtige Aufgabe kommt zu. Dann ist die Leitstelle das Führungsmittel des Krisenstabes, somit also der Oberbürgermeisterin. Während der Krisenstab im 2. OG der Feuerwache tagt werden in der Leitstelle die Informationen aufbereitet, ausgewertet und jeweils nach innen bzw. außen kommuniziert.

Um für größere Schadenfälle gerüstet zu sein, besteht im Regierungsbezirk Düsseldorf das Konzept zur überörtlichen Hilfe größeren Umfanges seit nunmehr vier Jahren. Die drei bergischen Großstädte - Remscheid, Solingen und Wuppertal - bilden in diesem Konzept gemeinsam die Bereitschaft 5. Zur Sicherstellung des Netzwerkkonzeptes sind die Aufgaben entsprechend einem partnerschaftlichen Konzept „auf Augenhöhe" auf alle drei Städte verteilt. So wird die Alarmierungskoordination durch die Leitstelle Remscheid durchgeführt. Die Bereitschaftsführung wechselt nach jedem Ereignis zwischen den drei bergischen Großstädten. (…)

Viele Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr Remscheid bestehen seit über 125 Jahren. Seit Generationen bringen sich Bürger für Ihre Stadt ein. Dieses Engagement umfasst nicht nur den Einsatzdienst. Im gesellschaftlichen Leben der einzelnen Stadteile bilden die Freiwilligen Feuerwehren eine wichtige Stütze. Martinszüge finden unter Absicherung der Feuerwehr statt. Bei Veranstaltungen der Feuerwehr kommen sich die Menschen näher. Die Freiwilligen Feuerwehren in Remscheid geben ein Gefühl von Heimat und Verbundenheit mit unserer Stadt.

Bürgerschaftliches Engagement für das Gemeinwesen - was in vielen Reden und Schriften immer wieder gerne beschworen wird - bei der Freiwilligen Feuerwehr wird es gelebt. Sie bildet neben der Berufsfeuerwehr die zweite Säule, welche die Feuerwehr Remscheid trägt. Knapp 220 Frauen und Männer leisten neben ihren Verpflichtungen im Beruf und Familie Dienst am Nächsten. Nach Funkalarmierung stehen sie innerhalb weniger Minuten zur Hilfe am Mitmenschen in den sieben Feuerwehrgerätehäuser bereit. Diese Leistung wird rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr erbracht.

Die Freiwillige Feuerwehr ist in das leistungsfähige System zur Brandbekämpfung und zur Hilfeleistung bei Unglücksfällen und öffentlichen Notständen der Stadt Remscheid fest eingebunden. (…) Die Darstellung der Einsatzzahlen allein beschreibt die Freiwillige Feuerwehr nur unzureichend. Zu berücksichtigen ist, dass vor dem ersten Einsatz über 100 Stunden Ausbildung stehen. Vor der Aufnahme in die Freiwillige Feuerwehr steht eine ärztliche Tauglichkeitsuntersuchung. Nur gesundheitlich geeignete Bewerber können Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr leisten. In den vergangenen Jahren konnte eine zunehmende Anzahl an Bewerberinnen und Bewerbern infolge eines unzureichenden körperlichen Trainingszustandes nicht in die Freiwillige Feuerwehr aufgenommen werden. Auch diese Entwicklung spiegelt gesellschaftliche Tendenzen wieder.

Der rasante Fortschritt im technologischen Bereich erfordert ständige Aus- und Fortbildung. Wer einem eingeklemmten Menschen nach einem Verkehrsunfall sinnvoll helfen will, benötigt Fachkenntnisse. Moderne Kraftfahrzeuge mit Hybridantrieb und Airbags erfordern spezielle Kenntnisse über Risiken und Gefahrenmomente. Im Brandfall verhalten sich wärmegedämmte Gebäude anders als solche ohne Dämmung. Mit modernen Gerätschaften dringt die Feuerwehr heute viel gezielter in den Gefahrenbereich vor. Ohne Atemschutzgeräte und wärmeisolierende Schutzkleidung konnte die Feuerwehr in der Vergangenheit den Brand oft nur von außen auf das betroffene Haus begrenzen. Heute wird im Innenangriff der Brand gezielt bekämpft und die heißen und giftigen Rauchschwaden durch Lüftungsmaschinen gezielt abgeführt. Durch laufende Aus- und Fortbildung wird die Feuerwehr den Anforderungen der Zukunft gerecht.

Die Vielfalt macht's. Unter diesem Motto läuft die Arbeit der Jugendfeuerwehr. Ohne eine Vorbereitung auf den späteren Feuerwehreinsatz zu vernachlässigen, werden die Jahresprogramme gestaltet. Inhaltlich gespickt mit den Themen „Ausbildung, Fitness, Spiele, Ausflüge, Umweltschutz, Internationales, Feste, Dienste für die Gemeinde, Gespräche, Diskussionen, Spaß und viel Bewegung" bewältigen die vier Gruppen der Jugendfeuerwehr Remscheid alljährlich ihr Programm. (…) Im Berichtsjahr wurden 25 neue Mitglieder in die Jugendfeuerwehr aufgenommen. Demgegenüber stehen lediglich acht Austritte. Zum 31.12.2007 bestand unsere Jugendfeuerwehr aus 87 Jungen und 11 Mädchen, also insgesamt aus 98 Jugendlichen. Darüber hinaus bestehen in den einzelnen Jugendgruppen immer noch Wartelisten.“

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