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Landschaftsschutz schätzen manche Grundbesitzer gar nicht

Ein Klick auf das Foto, und es öffnet sich der FNP-Entwurf als pdf-Datei (nach längerer Ladezeit)Der Flächennutzungsplan einer Stadt legt lediglich im Binnenverhältnis von Behörden die Grundzüge der Planungen für einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren fest; Rechtskraft gegenüber den Bürgern haben aber nur Bebauungspläne. Das wurde Anfang Juli deutlich, als auf einer Pressekonferenz im Rathaus Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein die Eckpunkte des im Entwurf vorliegenden neuen Flächennutzungsplans der Stadt Remscheid erläuterte. Dazu gehört auch, Industrie- und Gewerbebetrieben in Remscheid an ihren Standorten nach Möglichkeit Bestandsschutz zu bieten. Berücksichtigt werden müssen zugleich die bestehenden Landschaftsschutzgebiete und die Vorgaben des Regionalplans der Bezirksregierung in Düsseldorf. All dies kann jedoch Grundstücksbesitzer, die ihre Wald- oder Wiesenfläche lieber heute als morgen „versilbern“ würden, nicht dran hindern, im Zuge des Planverfahrens ihre Interessen geltend zu machen – im Form von Anregungen, Bauvoranfragen oder gar (irrtümlich) Bauanträgen. Nachzulesen sind sie in dem mehr als 1.200 Seiten starken FNP-Entwurf, der nach der Sommerpause die politischen Gremien beschäftigen wird. Nicht ausgeschlossen, dass so manchem Ratsmitglied dann am Telefon von interessierter Seite nahe gebracht werden wird, was er in dem Wust von Papier womöglich übersehen hat – dass gerade dieses Grundstück geradezu danach schreie, bebaut zu werden. Dumm nur, dass die Bauverwaltung das in den meisten Fällen ganz anders sieht. Der Waterbölles hat aus der Fülle der „Baupläne“ einige herausgepickt:

Dreiangelstraße/nordwestlich Alte Straße: Ein Architekt regt im Auftrag einer Eigentümergemeinschaft an, mehrere Parzellen, die derzeit für die Landwirtschaft und als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen sind, zu Bauland zu machen, um dort neun Wohnhäuser errichten zu können. Stellungnahme der Verwaltung: „Das Umfeld … ist wesentlich geprägt von den unmittelbar westlich angrenzenden Unternehmen. Städtebauliches Ziel ist die Sicherung des Standortes dieser Unternehmen.“ Und dazu bedürfe es eines ausreichenden Schutzabstandes zwischen den Gewerbebetrieben und der vorhandenen Wohnbebauung. Für Bebauung einer anderen Parzelle in Verlängerung der Alte Straße spricht, so die Verwaltung weiter, ein angrenzender Betrieb auch aus immissionsschutzrechtlichen Gründen.

Hasten/Büchel: Im Landschaftsschutzgebiet liegt auch das 1.300 Quadratmeter großes, brach liegendes Grundstück zwischen den Ortslagen Büchel und Neuplatz, das ein Remscheider gerne bebauen würde. Weil es aber von Wald umgeben ist, an die Ortschaft Büchel nicht angeschlossen werden kann und der FNP für die vorhandene Bebauung an der Neuplatzer Straße „lediglich bestandserhaltende Ziele“ verfolge sowie wegen der Tal-Lage, der Entfernung zu zentralen Versorgungsbereichen und der gewerblichen Prägung ist aus der Sicht der Verwaltung eine Bebauung unerwünscht.

Clemenshammer/Kratzberger Straße: Auch steht die Verwaltung der Anregung eines Grundstücksbesitzers ablehnend gegenüber, ein Grundstück an einem nach Norden ausgerichteten Steilhang, das noch dazu auf drei Seiten von Wald umgeben ist, als Bauland auszuweisen. Das gilt auch für ein bewaldetes Grundstück zwischen Rather Ring und Neuplatzer Weg.

Fürberger Straße: Auch dort solle aus Grünland Bauland werden, wünscht sich der Eigentümer. Dabei handelt es sich, so die Verwaltung, um Landschaftsschutzgebiet mit teilweise sehr hohem Bioptopwert. Bei Bebauung von zwei anderen Flächen an der Fürberger Straße mit Waldbestand ergäbe sich der „Verlust von Freiraum im Wohnumfeld sowie von klimarelevanten Waldflächen“, nimmt die Verwaltung Stellung. Auch sei das „bewegte Gelände schwierig zu erschließen“. Die Bebauung eines anderen Grundstücks an der Fürberger Straße, auf dem derzeit ein (genehmigtes) Bienenhaus steht, lehnt die Verwaltung aus ähnlichen Gründen ab.

Morsbachtalstraße: Ein Weideland nördlich der Hofschaft Morsbach sei zwar „auf dem Papier Landschaftsschutzgebiet“, tatsächlich aber „Müllabladeplatz“. Deshalb sei die Umwandlung im Bauland für Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften sinnvoll, schrieb an Grundstücksbesitzer an die Stadt. Auch könnte so der öffentliche Nahverkehr auf der Strecke im Morsbachtal stärker genutzt und ausgelastet werden. Demgegenüber sieht die Verwaltung „die Gefahr einer Verbauung“ und weist auf „die Entfernung zu zentralen Versorgungsbereichen und den Einrichtungen der öffentlichen Infrastruktur“ hin.

Westhauser Straße: Gegen die Ausweisung von Bauland südwestlich der Westhauser Straße spricht aus der Sicht der Verwaltung neben den o.g. Gründen (Versorgung/Infrastruktur) eine „bandartige Entwicklung der Siedlungsfläche“, diese sei an dieser Stelle nicht erwünscht.

Fasanenweg: Der vorhandene Landschaftsschutz sowie städtebauliche Gründe (doppelte Bautiefe unerwünscht) steht, so die Verwaltung, einer Hinterlandbebauung entgegen.

Strucker Straße: Ein Unternehmen würde gerne östlich der Straße auf 34.000 Quadratmetern Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften bauen. Gegenargumente der Verwaltung: „Fehlende Erschließung bei Hanglage, Freihalten des Talgrundes Baisiepen und Beibehaltung der Erholungsmöglichkeiten“. Gegen ein Einfamilienhaus südöstlich Struck spreche die Lage im einem Landschaftsschutzgebiet (Landschaftsplan Remscheid-West). Gleiches gilt für ein Grundstück südlich von Berghausen und ein 1.100 Quadratmeter großes Gelände südlich der Straße Falkenberg.

Hackenberger Straße: Die Fläche beiderseits der Zufahrt Durchsholz sei aufgrund der exponierten Lage ein „wichtiger Zugang zum Freiraum“ (freier Blick in die Landschaft) und müsse daher unbebaut bleiben, meint die Verwaltung und lehnt Baupläne des Eigentümers ab. Einem Grundstücksbesitzer in Hackenberg („Fünfzehnhöfe) beschied die Verwaltung darüber hinaus, aus einem Bestandsschutz für ein Gebäude im Außenbereich (und in einem Landschaftsschutzgebiet) ergäbe sich nicht automatisch der Anspruch auf Umwandlung in Bauland.

Tocksiepen: Auch im Gebiet zwischen Rader Straße und Stromstraße hält die Verwaltung nichts von einer Bebauung „angesichts eines geringen gemeinschaftlichen Grünflächenangebots in der Umgebung“ (mindere Wohnqualität wäre die Folge).

Sternstraße: Dort möchte die Verwaltung „als Übergang zur freien Landschaft und zur Eingrünung des Siedlungsrandes“ Grünflächen erhalten wissen. Der Eigentümer eines dortigen Grundstücks dagegen meint, „im Interesse der Stadt wäre der Bau von Einfamilienhäusern mit großzügigen Grünflächen möglich, etwa für leitende Mitarbeiter der Remscheider Stadtverwaltung und Firmen“.

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Waterbölles am : Zum Flächennutzungsplan ist keine Diskussion zu erwarten

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Im Bauausschuss kamen Verwaltung und Politik gestern der Offenlegung eines neuen Flächennutzungsplanes (FNP) für die Stadt Remscheid ein gutes Stück näher; der Beschluss darüber in der morgigen Ratssitzung dürfte nur noch Formsache sein. Ausdrücklich beda

Kommentare

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Peter Kolfertz am :

Dazu ist anzumerken, dass zu dem Kreis der Eigentümer auch die Ev. Kirchengemeinde Lennep zählt. Sie will bekanntermaßen einen Teilbereich des ev. Friedhofes Lennep bebauen. Sie hat eine Änderung des Flächennutzungsplans angeregt um die Fläche als Bauland auszuweisen. Das widerspricht aber den Belangen des Naturschutzes. Es handelt sich schließlich bei dem Grundstück um einen wesentlichen Bestandteil eines ausgewiesenen Stadtbiotops. Es ist im Biotopverbund integriert. Und dies nicht von ungefähr, denn hier leben geschützte Feldhasen und eine Population an Fledermäusen. Aber dies scheint die Eigentümerin nicht besonders zu interessieren – auch wenn die Gutachten, welche die Stadt Remscheid in Auftrag gegeben hat – von einer erheblichen Beeinträchtigung durch eine etwaige Bebauung spricht. Hier heißt es wörtlich: „F1235 Friedhof Lennep: Bei dieser Fläche handelt es sich um ungenutzte Erweiterungsflächen eines Friedhofs, die aus Grünland und Baumreihen bestehen. Aufgrund der vorhandenen Strukturen ist von einer Bedeutung für Hecken- und Gebüschbrüter sowie für den innerstädtischen Biotopverbund auszugehen. Außerdem stellen die Bereiche einen potenziellen Lebensraum von Fledermäusen dar. Erhebliche Beeinträchtigungen der Fauna sind nicht auszuschließen. (nachzulesen im FNP-Entwurf, Froehlich +Sporbeck - Prognose über die Entwicklung....S.1166)“.

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