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Ehrenurkunde für den Vater und eine Kranfahrt für den Sohn

Gleich geht’s in luftige Höhen: Von links Sozialdezernent Burkhard Mast-Weisz, Josef Schun und Benjamin Wohlfahrt (9), daneben Vater Thomas Wohlfahrt und Annette Weige, die Ehefrau des Lkw-Fahrers, dem Wohlfahrth zu Hilfe kam, mit Töchterchen Marie. Foto: Lothar Kaiser

Am 2. Juli gegen 13.30 Uhr wurde die Feuerwehr Remscheid zu einem schweren Lkw-Unfall auf der A1 in Höhe der Anschlussstelle Lennep gerufen. Der 37 Jahre alte Fahrer eines 40-Tonner-Lkw aus Marsberg, Alexander Weige, war nach Angaben der Autobahnpolizei mit etwa 60 Stundenkilometern in ein Stauende gefahren und hatte einen mit sogenannten Abrollcontainern beladenen Lkw gerammt. Einer der Schrottcontainer, tonnenschwer, löste sich dabei aus der Verankerung, schlug zuerst oben unter die Decke der Brücke „Blume“ und dann auf das Fahrerhaus des Lkw. Nicht genug mit den zahlreichen Knochenbrüchen, die Alexander Weige bei dem Aufprall erlitt – an Rückenwirbel, Rippen, Becken, Oberschenkel und Knie – kam durch den Container auch noch ein Schädel-Hirn-Trauma hinzu. Eine Stunde und fünfzehn Minuten dauerte es, bis die Feuerwehr den im Fahrerhaus eingeklemmten Verletzten bergen und er per Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus nach Köln-Merheim gebracht werden konnte. Die Operation dort dauerte mehrere Stunden. Annette Weige rechnet damit, dass ihr Mann das Krankenhaus in Paderborn, in das er zwischenzeitlich verlegt wurde, am kommenden Wochenende verlassen darf. Auf ihn wartet noch ein längerer REHA-Aufenthalt. Dass Alexander Weige voraussichtlich keine bleibenden Unfallschäden haben wird, hat er einem Berufskollegen zu verdanken:

Thomas Wohlfahrt (32) aus Sprockhövel. Er war mit seinem 18-Tonner-Lkw, beladen mit Zeltmaterial, auf der Fahrt zum „Weltjugendtag“ in Altenberg und stand in dem Stau, der sich nach dem Unfall gebildet hatte. Josef Schun, stellvertretender Leiter der Berufsfeuerwehr Remscheid: „Wäre Herr Weige nicht gewesen, die Bergung hätte doppelt so lange gedauert – mit unabsehbaren Folgen für den Verletzten!“ Denn der 18-Tonner-Lkw mit Anhänger, den Weige fährt, besitzt eine Kranhilfe. Und die konnte die Feuerwehr gut gebrauchen. „Besonnen und eigenständig“, so die Stadt Remscheid im Vorfeld der heutigen Ehrung von Thomas Wohlfahrth, habe er den Anhänger seines Lkw abgekuppelt und gesichert, sei mit dem LKW in einer „Gasse“, die Pkw-Fahrer für ihn freimachten, 100 Meter bis zur Unfallstelle gefahren und habe den Ladekran für die Rettungsarbeiten zur Verfügung gestellt. Josef Schun: „Wir konnten Herr Wohlfahrth einsetzen wie einen Feuerwehrmann. Mit Hilfe des Krans wurde der Container angehoben, dadurch kamen wir schneller an den Verletzten.“

Um diesen mutigen und nicht alltäglichen Einsatz als Ersthelfer zu würdigen, hatte Sozialdezernent Burkhard Mast-Weisz Thomas Wohlfarth und seinen Sohn Benjamin (9) für heute auf die Feuerwache Remscheid eingeladen. Im Namen der Oberbürgermeisterin sprach er ihm Dank und Anerkennung aus und überreichte neben einer „Urkunde für besondere Verdienste“ auch „bestes Remscheider Werkzeug, das man als Lkw-Fahrer immer gebrauchen kann.“ Und Dank sagte bei dieser Gelegenheit auch Annette Weige – auch im Namen ihres verletzten Mannes.

Thomas Wohlfahrth hatte sich für seinen Sohn eine Besichtigung der Feuerwache erbeten; schließlich wollte Benjamin schon zur Jugendfeuerwehr, als er erst vier war, und bald wird sein Traum bei der Jugendfeuerwehr in Sprockhövel Wirklichkeit werden. Ob er denn schon einmal mit einer Feuerwehrleiter ganz nach oben gefahren sei, fragte der RSG-Reporter den Neunjährigen, bevor sich der Korb in Bewegung setzte, in den auch Burkhard Mast-Weist und Josef Schun gestiegen waren, alle „zünftig“ in Feuerwehrkleidung. – „Ja“, sagte Benjamin wahrheitsgemäß. Denn einen Tag zuvor hatte er bereits die Feuerwache in Sprockhövel besichtigen dürfen, so mitzuerleben gestern in der „Lokalzeit für das Bergische Land“. Die WDR-Reporterin hatte Benjamin mit zur Feuerwehr in Sprockhövel genommen, nachdem die Stadt Remscheid nicht mitgespielt hatte, die Story für das Kamerateam einen Tag früher „vorzuempfinden“. So kam es denn, dass der Wunsch von Benjamin gleich zweimal in Erfüllung ging. Stolz sei er auf seinen Vater, bekannte der 9-jährige. Und Feuerwehrmann will er jetzt erst recht werden.

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Kommentare

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Annette Weige am :

Hallo, muss Ihnen leider mitteilen, das mein Mann Alexander Weige nun doch erhebliche Schäden von dem Unfall her zurückbehalten wird! Er ist nun leider zu 80 Prozent gehbehindert und hat auch so erhebliche Einschraenkungen, die Ihm sehr zu schaffen machen! Leider war dies zum Zeitpunkt des damaligen Treffens nicht ersichtlich (von Seiten der Mediziner). Es sind einige Dinge falsch gelaufen, die wir nun nicht mehr ändern koennen. Wollte Ihnen dies mitteilen, da ich auf Ihren Artikel eben noch einmal gestossen bin. Danke fuer Ihr Interesse.

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