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Muslimische Lehrerin verlor Klage gegen ihre Kündigung

Gesetz ist Gesetz, und so wurde gestern vom Arbeitsgericht Wuppertal die Klage einer beamteten Deutschlehrerin der Sophie-Scholl-Gesamtschule auf Aufhebung ihrer Kündigung abgewiesen. Das Damoklesschwert der Entlassung aus dem Schuldienst hatte seit mehr als anderthalb Jahren über der in Deutschland geborenen,  türkisch-stämmigen Muslimin gehangen, nachdem sie sich hartnäckig geweigert hatte, im Unterricht ihr Kopftuch abzulegen.

Im Jahre 2006 hatte die Landesregierung für alle Schulen in Nordrhein-Westfalen ein Kopftuchverbot erlassen. Entsprechend forderte die Bezirksregierung in Düsseldorf die Remscheider Lehrerin im gleichen Jahr schriftlich auf, „ab sofort das Kopftuch in der Schule nicht mehr zu tragen“. Doch die Lehrerin weigerte sich. Daraufhin erhielt sie am 6. Dezember 2006 eine Abmahnung und nach weiterer Weigerung, das Kopftuch in der Schule abzulegen, die Kündigung im üblichen Mitbestimmungsverfahren, d.h. die Bezirksregierung schaltete den Personalrat ein. Der widersprach der Kündigung; es kam schließlich zu einem Verfahren vor der Einigungsstelle. Im Oktober 2007 stimmte Einigungsstelle der Kündigung schließlich zu – in der Zwischenzeit hatte sich das Landespersonalvertretungsgesetz geändert; seitdem hat der Personalrat bei Kündigungen nur noch ein (schwaches) Mitwirkungs- und kein Mitbestimmungsrecht mehr -, und am 11. März dieses Jahres war die Kündigung dann endgültig zum 30. Juni ausgesprochen worden.

Nachdem der Anwalt der Klägerin und der Anwalt des Beklagten (Land NRW) sich zuvor ausführlich schriftlich zu dem Fall geäußert hatten, wurde er gestern von der 4. Kammer des Arbeitsgerichtes Wuppertal unter dem Vorsitz von Richterin Doris Budde-Haldenwang im Sitzungssaal 330 mündlich erörtert. Und entschieden: „Die Klage wird abgewiesen. Der Streitwert wird auf 10.200 Euro festgesetzt. Die Klägerin trägt die Kosten des Verfahrens.“ Die Arbeitsrichterin stellte fest, das Schulgesetz verlange nun einmal von Lehrerinnen, im Unterricht auf ihr Kopftuch zu verzichten (im Gegensatz zu Referendaren, die ein Recht auf Ausbildung hätten,nicht aber auf Anstellung). Der Gesetzgeber habe „die negative Glaubensfreiheit der Schüler und das Erziehungsrecht der Eltern über die Glaubensfreiheit einer Lehrerin gestellt.“

Die Muslimin sollte im vergangenen Jahr Klassenlehrerin der Klasse 9c der Sophie-Scholl-Schule werden. Doch nachdem sich ein Vater beschwert hatte, musste Schulleiterin Brigitte Borgstedt die Lehrerin abziehen - mit weitreichenden Auswirkungen auf den Stundenplan und die Arbeitszeiten von knapp 30 Lehrerinnen und Lehrerin. Die Muslimin verstand damals die Welt nicht mehr, und auch gestern nicht vor Gericht. Das hatte zwar klar gemacht, dass das Tragen eines Kopftuches „steuerbar“ und folglich auch „abmahnungsfähig“ sei. Doch die junge Frau, die auch im Gerichtssaal mit Kopftuch erschienen war, hielt dagegen: „Ich trage mein Kopftuch schon seit etlichen Jahren aus innerster Glaubensüberzeugung. Ich habe es als Studentin getragen, als Referendarin und während der zunächst befristeten Verträge im Schuldienst!“  Einen unbefristeten Vertrag bekam sie zum 15. Juni 2005 – ungeachtet ihres unübersehbaren Kopftuches. „Das war da schon lange ein Teil meiner Persönlichkeit geworden. Ich kann mir ein Leben ohne Kopftuch gar nicht mehr vorstellen!“ Es habe bei ihrer Festanstellung keine Rolle gespielt, so der Anwalt der Klägerin, könne daher auch jetzt nicht als Kündigungsgrund anerkannt werden.

Die Lehrerin weiter vor Gericht: „Im vorigen Jahr bin ich zur Vertrauenslehrerin gewählt worden. Ich habe ein super Verhältnis zu dem Schülerinnen und Schülern (aus Solidarität waren auch zahlreiche Lehrerkolleginnen zur Gerichtsverhandlung nach Wuppertal gefahren). Doch der Anwalt des Landes und die Arbeitsrichterin machten gleichermaßen klar, dass der Ruf der Klägerin als „geschätzte Lehrerin“ gar nicht in Zweifel gezogen werde. Die Richterin sprach nach der Urteilsverkündung von „keiner glücklichen Situation; gute Lehrer brauchen wir immer!“ Aber in diesem Verfahren sei das Gericht an den Gesetzgeber gebunden. Und der hat in Paragraf 57 Absatz 4 des Schulgesetzes von NRW festgeschrieben: „Lehrerinnen und Lehrer dürfen in der Schule keine politischen, religiösen, weltanschaulichen oder ähnliche äußere Bekundungen abgeben, die geeignet sind, die Neutralität des Landes gegenüber Schülerinnen und Schülern sowie Eltern oder den politischen, religiösen oder weltanschaulichen Schulfrieden zu gefährden oder zu stören. Insbesondere ist ein äußeres Verhalten unzulässig, welches bei Schülerinnen und Schülern oder den Eltern den Eindruck hervorrufen kann, dass eine Lehrerin oder ein Lehrer gegen die Menschenwürde, die Gleichberechtigung nach Artikel 3 des Grundgesetzes, die Freiheitsgrundrechte oder die freiheitlich-demokratische Grundordnung auftritt.“

Auf der Grundlage dieses Gesetzes haben bereits mehrere Verwaltungsgerichte das Tragen eines Kopftuches im Unterricht als „abstrakte Gefahrenbegründung“ gewertet. Die Remscheider Lehrerin dazu gestern vor Gericht: „Das trifft auf mich nicht zu. Ich bin keineswegs gegen Menschenwürde, Gleichberechtigung oder die freiheitlich demokratische Grundordnung!“ Gegenrede des Anwalts des Beklagten (Land NRW): Um eine Einzelfallprüfung gehe es gar nicht, ebenso wenig wie um die Frage nach persönlichem Fehlverhalten im Unterricht.

Auch zwei katholische Nonnen, die in Münster bzw. Paderborn unterrichten, und die vom Anwalt der Lehrerin als Gegenargument zum Kopftuch angeführt wurden, ließ das Gericht nach kurzer Erörterung nicht gelten. Die eine unterrichtet an einer Katholischen Bekenntnisschule, und die andere ist gar nicht beim Land NRW angestellt/beamtet, sondern lediglich über einen Gestellungsvertrag mit ihrem Orden als stellvertretende Leiterin einer Blindenschule tätig.

Auch nach dem gestrigen Arbeitsgerichtsurteil dürften die Gerichtsakten nicht endgültig geschlossen sein: Mit einer Berufungsklage der Lehrerin vor dem Landesarbeitsgericht in Düsseldorf ist zu rechnen.

In der Zwischenzeit muss sie sich um ihren künftigen Lebensunterhalt kümmern. Beim Arbeitsamt ist sie schon vorstellig geworden, verriet ihr Anwalt in einem Nebensatz. Aber dort habe man ihr das Arbeitslosengeld erst mal für drei Monate gesperrt. Die Vermutung liegt habe, dass das Arbeitsamt der Lehrerin vorwirft, die Kündigung schuldhaft herbeigeführt zu haben.

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Waterbölles am : Pech für "Ignaz Wrobel": Das Pseudonym fiel auf

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Mit „Ignaz Wrobel“ war ein Kommentar für den Waterbölles überschrieben, der sich – übrigend recht engagiert und qualifiziert – mit dem „Kopftuchverbot“ für eine Remscheider Lehrerin muslimischen Glaubens auseinandersetzte. Der Groschen fiel ein wenig spät

Kommentare

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Talha Alp am :

Wie in ähnlichen Verfahren auch, hat sich das Gericht in Wuppertal auch diesmal auf das Neutralitätsgebot gestützt. Die schulische Instanz muss politische, weltanschauliche und religiöse Neutralität gegen allen Schülerinnen und Schülern zeigen. Nun gut... Jetzt stellt sich für mich als Muslim die Frage, inwiefern diese Neutralität ihre Gültigkeit an NRW-Schulen hat. Ich rede aus Erfahrung, wenn ich sage, die Schulen, die ich besucht habe, waren und sind keineswegs religiös neutral. Es ist anzumerken, es waren keineswegs katholischen oder andere Bekenntnisschulen! Zur Weihnachtszeit wird da auch mal eben ein Christbaum aufgestellt, die Fenster werden geschmückt, an jedem (!) Lehrerpult steht ein Adventskranz, es gibt Adventkalender. Die Schulen organisieren Karnevalsfeiern und und, und... Es gibt sogar die Regelung, dass am ersten Schultag ein Gottesdienst besucht wird. Dies ist zwar freiwillig, jedoch zeigt es, dass die Schule gar nicht so neutral ist, wie propagiert wird... Ich habe gar nichts gegen diese Traditionen, es ist alles schön und gut. Es wird allerdings deutlich: Die Gesetzgebung und die Praxis, das sind zwei verschiedene Welten.

Harald Fetsch am :

Lieber Herr Alp, Ihr Beitrag zeigt, wie berechtigt das Urteil ist. Ich schreibe dies als Bürger der Bundesrepublik Deutschland. Sie haben Ihren weltanschaulich-ideologischen Hintergrund hervorgehoben. Genau darum geht es!! Der Gesetzgeber ist der Meinung, dass das Tragen eines Kopftuches eine weltanschauliche Demonstration ist, und deshalb in der Schule nicht erlaubt werden kann. Die „Mütter“ und „Väter“ des Grundgesetzes der BRD und auch der Schulgesetze waren weise in ihren Regelungen, dass sie eine strikte Neutralität in öffentlichen Räumen festgeschrieben haben. Nicht nur aus der damaligen aktuellen Geschichte in Deutschland wurde die Gefahr erkannt, die von ideologischen, ob politischer, religiöser, weltanschaulicher oder anderer Art, Demonstrationen im öffentlichen Raum ausgehen. Wie Herr Atatürk in der Türkei oder Herr Bonaparte in Frankreich auch. Recht haben Sie natürlich mit Ihrer Anmerkung, dass dies auch für Kruzifixe in öffentlichen Gebäuden, Ordenstracht im Unterricht sowie dem Gottesdienstbesuch als organisierte Schulveranstaltung gilt. Ein Hinweis, Karneval ist keine religiöse Veranstaltung. Es ist auch ein (politisches) Volkskabarett, also ein Volksfest.

Michael Dickel am :

Die Vereinigten Arabischen Emirate sind zweifelsohne ein islamisches Land. Trotzdem durfte ich mich zur Weihnachtszeit davon überzeugen, dass das Weihnachtsfest offensichtlich auch in der Wüste Einzug gehalten hat. Denn selbst im Wüstencamp gab es einen beleuchteten Weihnachtsmann, von den Städten ganz zu schweigen. Selten habe ich so hohe, große und prall geschmückte Weihnachtsbäume gesehen wie gerade in diesem Urlaub. Und Lichterschmuck an Palmen sind ebenfalls ein Zeugnis von Toleranz. So gebe ich Herrn Alp auch mal indirekt recht, wenn er die Adventskränze in Klassenzimmern beklagt. Er kann auch dagegen klagen und wird womöglich recht behalten. Aber wo niemand dagegen klagt, wird man auch weiterhin das Kruzifix aufhängen und den Adventskranz platzieren. Dies wird aber aus Brauchtum so gemacht und nicht als religiöse Demonstration. Und genau dort ist der Unterschied.

Talha Alp am :

Ob die Kruzifixe etc. nun aus religiöser Überzeugung gemacht werden oder lediglich Brauchtum sind, spielt in erster Linie keine Rolle. Es findet nunmal permanent eine gewisse Indoktrination in den Schulen statt, ob Sie nun zustimmen oder nicht, dem ist meines Erachtens nach so. Und das ist keine Neutralität. Trotz allem möchte ich sachlich bleiben. Das Kopftuch ist keine Demonstration, es ist Notwendigkeit für eine bekennende Muslima mit täglicher Religionspraxis. Es ist für jeden Muslim Pflicht, die Reize am Körper vor fremden Blicken zu schützen. Hierzu siehe bitte Homepage-Link (Sura An-Nur, Ayah/Vers 31) Die islamische Theologie ist sich in der Interpretation des Verses einig: Da die Haare auch zu den besonderen Reizen einer Frau gehören, ist das verhüllende Kopftuch eine religiöse Pflicht und kein politisches Symbol, wie etwa ein Symbol für die Unterdrückung der Frau. Diese Theorie ist ohnehin schon absurd, da eine unterdrückte Frau gar nicht so emanzipiert und eigenständig wäre wie Frau C. es ist. Sie ist berufstätig - auch sehr erfolgreich - und versucht Karriere zu machen. Ich denke das Problem liegt eher bei der Intoleranz in unseren Köpfen. Und unsere Kinder werden somit in den Schulen auch zu intoleranten Menschen erzogen, was den eigentlichen Geist der Schule zerstört. Die Schule muss ein Ort für die Einübung von gegenseitigem Respekt und Toleranz sein. Dieser Grundgedanke geht leider auch unter, stattdessen zeigen wir unseren Kindern, dass eine sehr gute und beliebte Lehrerin von Dienst entfernt werden kann, weil sie religiös ist.

Harald Fetsch am :

Es ist doch wohl strittig, ob mit der Vorschrift der sittsamen Bekleidung eine Körperbedeckung oder in archaischer Auslegung eine komplette oder fast komplette Verhüllung gemeint ist. Dieses Thema betrifft aber nur eine Vorschrift für religiöse Muslima. Die anderen müssen doch sicher auch beachtetet werden. Wie die, dass eine Frau nur in Begleitung eines männlichen Verwandten aus dem Haus gehen darf. Ferner, dass auch nur dieser mit anderen Männern für die Frau sprechen darf. Ich stelle mir einen solchen Unterricht schwierig vor. Wer bezahlt den Mann? Wie sieht es mit den religiösen Vorschriften über den Schulbesuch von Mädchen aus, oder die Benutzung von Handies oder von Autos? Tierquälerische Schlachtmethoden werden auch mit angeblichen religiösen Vorschriften begründet. Ich habe den Eindruck, dass mit der Begründung auf angebliche religiöse Vorschriften ziemlicher Missbrauch betrieben wird, wie es gerade persönlich opportun ist. Mit der Aufklärung haben wir hier glücklicherweise die Diktatur der Religion und damit der archaischen Gesellschaft überwunden. Und das soll auch so bleiben. Jeder hat das Recht, seine Religiösität in seinem privaten Bereich zu betreiben. Andernfalls müssten auch parteipolitische oder andere weltanschauliche Demonstrationen in der Schule zugelassen werden. Um diese unsägliche Diskussion und Umgehungsversuche erst gar nicht aufkommen zu lassen, hat der Gesetzgeber in kluger Weitsicht ein striktes Neutralitätsgebot erlassen.

Felix Staratschek am :

bin froh, das das Kopftuch an Schulen verboten ist. Weder bin ich der Auffasung, das die von Ihnen genannte Sure 24.32 ein Kopftuch zwingend vorschreibt (oder sind sie erregt, wenn sie in unseren Straßen so viele unbedeckte Frauenhäupter sehen?). Aber es gibt noch eine zweite Kopftuchbegründung im Koran: Sure 33.60: "Sage Prophet den Frauen, dass sie ihr Übergewand über ihr Antlitz ziehen sollen..... damit man sie als ehrbare Frau ansehe und nicht belästige." Dem halte ich entgegen: Alle Frauen sind als ehrbar anzusehen und keine darf belästigt werden. Etwas, das so begründet wird, darf man an den Schulen nicht zulassen! Keine Nonne trägt das Ordenskleid, weil sie sich damit für was besseres hält, und kein Ordensmensch will seine Bekleidung allen aufzwingen. Sie wollen aber, das alle Muslime Kopftuch tragen. Und weil der Koran will, dass wir alle mal Muslime werden oder unter muslimischer Herrschaft stehen sollen, fordern Sie damit die Kopftuchpflicht für alle Frauen!

Peter Kaschubiak am :

Sehr geehrter Herr Alp und an alle zukünftigen Schreiber, die dieses Urteil ( und alle anderen Urteile ) nicht nachvollziehen können. Neben der Integration von Menschen in die multikulti Gesellschaft muss die Integration des Islam in Deutschland bewältigt werden. Die Frage, was schwerer ist , erübrigt sich fast, wenn man sich die Realität anschaut. Mehrere hunderteMenschen sind in Deutschland von Zwangsheirat betroffen, eine nicht unerhebliche Zahl von sogenannten „Ehrenmorden“ ( allein das Wort für Mord zu benutzen ist schon schändlich) finden statt, ganze Regionen ( Städte ) sind zu reinen Problemzonen geworden – ja selbst die Polizei soll sich laut Presseberichte dort nicht mehr hintrauen. Nein, Herr Alp, hören Sie auf, etwas schönzureden, denn dies löst keine Konflikte. Für ein friedliches Miteinander müssen Spannungsfelder ehrlich abgearbeitet werden, und dazu gehört auch das Kopftuch. Der Islam muss sich wandeln, wenn er sich in einen demokratischen Rechtsstaat integrieren will. Ich möchte aber speziell auf das Kopftuch noch einmal eingehen: Eine Lehrerin, die im Unterricht ein Symbol der Unterdrückung der Frau präsentiert, ein Aushängeschild des radikalen, menschenverachtenden, konservativen Islams zur Schau stellt, ein Zeichen mit dem Kopftuch setzt (wie bsp. das palästinensische Halstuch oder andere Symbole der Geschichte), sich gegen § 57.4 des Schulgesetzes stellt, ein Kopftuch trägt, das Mustafa Kemal 1925 in der Türkei in allen öffentlichen Einrichtungen verboten hat, ( siehe auch den aktuellen Streit in der Türkei ), sich uneinsichtig und nicht als Vorbild für die Schüler darstellt, sich dem Schulprogramm der Schule hinsichtlich des Inttegrationsgedanken widersetzt, eine Lehrerin, die für das Tragen eines Kopftuchs streitet, streitet für alle Islamisten und Fundamentalisten in einem christlichen Land; sie darf nicht weiter Kinder erziehen, unterrichten und fördern. Bitte Herr Alp, nehmen Sie dies zur Kenntnis und achten Sie Ihre deutschen Mitmenschen und achten Sie den Staat, in dem Sie leben. Es ist Deutschland mit einem Grundgesetz, in dem eindeutig auf christliche Wurzeln und Tradition hingewiesen wird. Helfen Sie mit, dass sich Türken, türkischstämmige Deutsche und der Islam integrieren kann. Schauen Sie sich an, wie sich deutsche in den USA / Canada / Irak / Indien / Australien / Neuseeland ....integriert haben Integration ist möglich - aber sie muss auch gewollt sein.

Hans Gerd Göbert am :

Sehr geehrter Herr Alp, eine ähnliche, fast nicht enden wollende Debatte hatten wir doch schon einmal, vor nicht allzu langer Zeit. Seitdem sind Sie mir immer noch eine klare Antwort darauf schuldig, warum in einem islamischen Staat Christen verfolgt und ermordet werden. Außerdem warte ich bis heute vergeblich, wie vielleicht andere an dieser Diskussion Beteiligte, auf eine Einladung in Ihre Mochee, um dort in etwas größerer Runde die Thematik einmal ausführlich zu besprechen. Daher möchte ich mich sehr kurz fassen und den ganzen Tee über Kopftuch, Schwimmburka oder schwarze Ganzkörperburkas, von denen die ersten auch in Remscheid aufgetaucht sind, hier nicht wieder aufwärmen. Nur eines sollten Sie einmal deutlich formulieren. Was Sie eigentlich konkret möchten, außer der Weltherrschaft des Islam natürlich?

Christoph Humpert am :

Die muslimische Lehrerin sagt, dass sie das Kopftuch in der Schule, Uni und im Referenderiat tragen konnte und das ganz ohne Probleme. Jetzt ist sie verwundert, dass es als Lehrerin nicht mehr gehen soll.... Ihr musste aber bekannt gewesen sein, dass ein Kopftuch in Verbindung mit dem Lehrerberuf schon problematisch in Deutschland ist. Das haben ihr bestimmt auch viele Kommilitonen auf der Uni gesagt! Es sei denn, sie durfte als Muslima keinen Kontakt zu (männlichen) Kommilitonen haben! Also Augen auf bei der Berufswahl, liebe Muslima! Meine Antwort an Herr Göbert: Christen sind Ungläubige... Und, sehr geehrter Herr Alp: Ich habe auch schonmal gehört, dass das Tragen eines Kopftuches nicht zwingend im Islam ist. Wieso kann man in der Religion denn keine Kompromisse machen? Wieso kann sie das Kopftuch in der Schule nicht für ein paar Stunden ablegen? Beten Sie denn fünf mal am Tag? Was ist mit den Millionen von Muslimen, die durch ihren Job nicht fünfmal am Tag beten können? Sind das dann alle "schlechte" oder keine Muslime? Wenn das dann alles keine Muslime sind, dann gibt es in Deutschland keine Millionen von Muslime, sondern nur ein paar Zehntausend. Das Beten ist doch auch "Pflicht", oder? Wieso wird an den Dönerbuden teilweise Alkohol und Currywurst mit Schweinefleisch verkauft? Sind die Besitzer der Dönerbuden dann auch keine Muslime? Ich habe wirklich nichts gegen muslimische Menschen und ich kann auch verstehen, dass für diese Menschen Allah über allem steht, aber man muss mit seinem Glauben auch in einer deutschen Gesellschaft leben können, und das geht nach Ihren Vorstellungen einfach nicht. Manche Muslime haben sich sich in der deutschen Gesellschaft super integriert, und die Deutschen haben sich auch der türkischen Kultur angepasst. Diesen Weg sollte man weitergehen - keinen fundamentalen christlichen oder muslimischen Weg.

David Schichel am :

Warum kann sich in Deutschland eigentlich immer noch nicht jede/r so kleiden, wie sie/er es gerne möchte? Dann würde niemand gezwungen, ein Kopftuch zu tragen und niemand gezwungen eins abzulegen. Meine katholische Oma legt ihres übrigens nichtmal in der Kirche ab.

Christoph Humpert am :

Ich freue mich, dass wir endlich mal einer Meinung sind, David. Ich bin auch der Meinung, dass jeder das anziehen soll was er möchte. Ich bin mir aber nicht so sicher, ob das in öffentlichen Einrichtungen auch so sein soll. Du hast aber Recht, dass man darüber nachdenken kann! Jeder der sagt, dass Deutschland nur noch christlich ist, der hat vergessen, dass ca. zehn Prozent der Babys in Deutschland muslime sind. Deutsche Frauen heiraten türkische Männer (leider wenig umgekehrt), Deutsche schauen mit Türken in Dönerbuden Fussball und Deutsche lernen gemeinsam mit Türken (leider wenig mit Türkinnen) an den Unis! Deutschland verändert sich, lieber Herr Kaschubiak, und ich finde das auch nicht schlimm.

Peter Kaschubiak am :

Was ist schon schlimm, Christoph? Sterbens krank zu sein ....? Das Auto zu Schrott gefahren zu haben? Oder in einem türkischen Gefängnis zu sitzen, weil christliche Gepflogenheiten praktiziert wurden? Natürlich ändert sich Deutschland - ist ja ok. Aber ich glaube nicht, dass Du in einem islamischen Staat nach der Scharia leben möchtest! Natürlich ist es weit hergeholt- kann ja bei uns nicht passieren! Aber das haben sich die Iraner vor 30 Jahren auch gesagt! Jedenfalls wenn man ehemalige Perser fragt. Aber das Hinterfragen von MULTIKULTI ist nicht opportun in Deutschland. Ja, man kommt schnell in eine bestimmte Ecke.

Talha Alp am :

Es ist doch woh klar, dass wir Muslime die Deutungshoheit über unsere Religion haben, oder nicht? Auf erster Instanz schreibt uns der Koran eine Lebensform vor, an Zweiter Stelle sind es die Hadithe (Aussprüche und Praxen) unseres Propheten Mohammed. Gedankengut, was durch Vorurteile entstanden ist, werden mich nicht von meiner Haltung abbringen. Ich lasse mir als Muslim nicht von Ihnen vorschreiben oder erklären, was nun islamische Verordnung ist oder nicht. Ich kenne mich weitesgehend gut mit der Thematik aus, genauso wie ich mich mit den politischen Gegebenheiten in der Bundesrepublik auskenne. In einem kommunalpolitischen Forum möchte ich doch keine islamische Praxis aufzwingen. Herr Fetsch, Sie sagen, die Verhüllung der Reize, sprich Kopftuch, wäre keine Pflicht. Haben Sie islamische Theologie studiert oder stützen Sie sich wie viele andere auch auf Argumente, die Sie irgendwo aufgeschnappt haben? Völlig vom Thema abweichen möchte ich nicht, aber die islamischen und jüdischen Schächtungsmethoden sind die gesündesten und besten Methoden für Mensch und Tier. Hierzu gab es vor zwei Monaten auf WDR 5 eine intressante Reportage mit vielen Gästen aus der Metzgereibranche. Herr Staratschek, ich möchte nicht, dass alle Frauen ein Kopftuch tragen, noch nicht mal alle Muslime machen das. Ich akzeptiere sie so wie sie sind, Muslima mit und ohne Kopftuch, das spielt zunächst keine Rolle. Genauso wenig, wie ich eine Muslima ohne Kopftuch zwingen darf eines zu tragen, umso weniger darf und möchte ich eine Muslima mit Kopftuch zwingen es abzulegen. Hören Sie bitte auf sich Utopien vorzustellen und die Köpfe der Menschen durcheinanderzubringen. Ich habe sehr viele christliche Freunde und liebe es, mit denen über Gott und die Welt zu diskutieren, aber ich habe keinem gesagt, dass er Muslim werden muss. Ich möchte ein vorbildlicher Mensch in Sachen Religiosität sein, aber aufzwingen möchte ich nichts! Herr Humpert, alle tolerante Christen und Juden meine Freunde. Ich unterstreiche nochmal, ich habe kein Problem damit wenn eine Muslima nicht betet, oder kein Kopftuch trägt. Ich bin ein muslimischer Bundesbürger, versuche keinem was aufzuzwingen, werde aber immer nach meinen Rechten suchen und mich dafür stark machen. Ich bin ein Teil der deutschen Gesellschaft und lebe hier auch ohne Konflikte mit meinen christlichen Nachbarn und Freunden. Einübung von Toleranz und Respekt, das ist das wichtigste. Intoleranz wurde mir nicht eingeflüstert. Es empfielt sich Hagen Rether anzuhören.

Michael Dickel am :

Scheinbar ist die Deutungshoheit über den Islam damit aber überfordert. Es scheint doch wohl sehr unterschiedliche Deutungen zu geben, so wie es auch unterschiedliche Übersetzungen des Islam gibt. Schade. Noch eins. Was ist das für ein Auspruch, dass Sie eine Muslima nicht zwingen dürfen einen Kopftuch zu tragen, und umso weniger zwingen es abzulegen. Sie haben selbstverständlich nicht das Recht irgend jemanden zu zwingen etwas gegen seinen Willen zu tun. Stellen Sie sich mal vor, eine Muslima würde hier schreiben (wirklich schade, dass dies nicht passiert) sie könne Sie nicht zwingen mit oder ohne Hose rumzulaufen. Jeder würde sich an den Kopf fassen!

Peter Kaschubiak am :

Sehr geehrter Herr Alp, zunächst einmal finde ich, sollte die Diskussion auf diesem Forum belassen werden, und desweiteren möchte ich mit einem Zitat von Ihnen anfangen: " Ich bin ein muslimischer Bundesbürger, versuche keinem was aufzuzwingen, werde aber immer nach meinen Rechten suchen und mich dafür stark machen. Ich bin ein Teil der deutschen ..." Herr Alp, wie wäre es denn mal, nicht immer nach den Rechten Ausschau zu halten, sondern auch Ihren Pflichten als deutscher Staatsbürger - oder als Bürger der Bundesrepublik Deutschland nachzukommen! Der Begriff Tolerenz hat etwas mit gedultsam, nachsichtig, dulden, geschehen lassen zu tun! Gelten diese Begriffe auch für Herr Erdogan und für Sie? Wenn türkische Jugendliche in der ARD erklären, "sie achten ihre deutschen männlichen Kollegen nicht - ja sogar verachten sie, weil sie ein anderes Menschenbild - insb. des weiblichen Geschlechts haben", dann muss die "Toleranz" aufhören. Und, Herr Alp, Sie schreiben: "Gedankengut, was durch Vorurteile entstanden ist, werden mich nicht von meiner Haltung abbringen". Wo sind Vorurteile - in keinem Artikel, der hier veröffentlicht wurden - sind Vorurteile zu erkennen.

Hans Gerd Göbert am :

Sehr geehrter Herr Alp, da Sie oft von Toleranz und Respekt reden, möchte ich Ihnen sagen, dass ich Ihnen meinen Respekt bekunde. Dafür, dass Sie immer wieder alleine versuchen, einer Überzahl von andersdenkenden Kommentatoren zu erklären, was aus Ihrer Sicht, um es vorsichtig auszudrücken, die richtige Weltanschauung ist. Das ist schon irgendwie rührend und erinnert ein wenig an das tapfere Schneiderlein. Niemand aus Ihrem Kultur- und Religionskreis springt Ihnen dabei noch zu Hilfe. Warum eigentlich nicht? Toleranz hingegen ist, dass Ihnen hier niemand etwas vorschreiben oder Sie gar von Ihrer Haltung abbringen möchte. Hauptsache, Sie werden glücklich damit. Etwas sehr Elementares vermisse ich aber, neben der Einladung und Ihrer klaren Aussage, was Sie (!) konkret wollen, nicht Ihr Prophet: Nämlich dass Sie und viele Ihrer Mitstreiter niemals über sich selbst lachen können. Eine Grundvoraussetzung, um heute in westlichen Gesellschaften erfolgreich sein zu können. Die Kunst des Beleidigtseins beherrschen Sie jedoch fast bis zur Perfektion: En Remsched säht mer dofüer noch jet Drastischer: He es wier an en A...... jebrangt. Denken Sie mal darüber nach.

Christoph Imber am :

Mir fehlen, wie so oft bei Integrationsdiskussionen (im engeren und weitere Sinne), die Lösungsvorschläge. Die entstehen durch Kompromisse. Glauben Sie ernsthaft, wir hätten unsere Schulabschlüsse nicht in der gleichen Weise erreicht, wenn unsere Lehrer und Lehrerinnen Kopftücher getragen hätten? Ich finde, man sollte alle ausländischen Mitbürger so aktzeptieren, wie sie hier leben und arbeiten wollen. Und wenn sich diese Mitbürger entscheiden, das deutsche Bildungssystem zu unterstützen und sich dort integrieren, dann kann ich das nur begrüßen!

Michael Dickel am :

Die Lehrerin hat sich entschieden, dass deutsche Bildungssystem zu unterstützen, integriert hat sie sich jedoch nicht. Sie kann die netteste Lehrerin, Kollegin u.s.w. der Welt sein - letztlich geht es aber nicht um einen Kompromiss, wenn die höchste Rechtssprechung das Kopftuch verbietet. Sicher werden die Richter auch konträr diskutiert haben - aber ihre Entscheidung ist dann auch geltend und nicht Kompromissgrundlage. Herr Alp wird sicher seine Gleichheitsrechte verletzt sehen, wenn eine Lehrerin ein Kopftuch trägt, weil sie durch eine Chemotherapie die Haare verloren hat. Und genau darin liegt der Unterschied. Es ist nicht das Kopftuch - es ist der Wille, es trotz des Verbots aus Glaubensgründen in öffentlichen Räumen zu tragen. Und ich hoffe auch, dass es keine Akzeptanz heute und in Zukunft geben wird, wenn es um die Gleichberechtigung von Frau und Mann in Deutschland geht. Akzeptanz Ja - aber nur im Rahmen der geltenden Rechtsordnung und nicht eines Glaubens. Und hier können wir gerne streiten, ob die Kirchenglocken noch zum Ruf in die Kirche gebraucht werden oder ob eine einfache Uhr zu Hause nicht auch reicht.

Karl F. Voß am :

Der Lehrerin fehlende Integration vorzuwerfen, halte ich nicht für richtig. Wir kennen ihre Beweggründe nicht. Auch unter den in Deutschland lebenden Christen gibt es Extreme, die einen manchmal nur den Kopf schütteln lassen. Aber ebenso wenig halte ich es für richtig, jeden ausländischen Mitbürger hier machen zu lassen, was er will bzw. das zu machen, was ihm islamische Gelehrte vorschreiben. Beide Religionen werden durch ihre jetzt lebenden Führer interpretiert. Eine einheitliche Meinung der Führer gibt es weder im Islam noch im Christentum. Wie soll dann ein "normaler" Christ oder Islamist das ultimative Wissen haben was richtig oder was falsch ist. Wenn man unterstellt, dass die Lehrerin das Kopftuch nur aus Glaubensgründen trägt, wie der Christ das Kreuz, kann man diesen Gläubigen sicher keinen Vorwurf machen. Der Vorwurf müsste die Gelehrten und Führer treffen, die solche Mittel nutzen um ihre jeweilige Religion als die alleinseligmachende hinzustellen und um ihre Macht zu verteidigen.

Peter Matzner am :

Hat sich schon jemand gefragt, warum es immer wieder Probleme mit der islamischen Religion und deren einzelnen Gruppierungen gibt? Warum haben wir in Deutschland eigentlich so wenig Probleme mit anderen Weltreligionen? Sind diese vielleicht toleranter?

Felix Staratschek am :

Hallo Herr Alp, wie erklären sie sich, dass Naturvölker völlig nackt durch den Busch rennen und dort keiner erregt ist, wenn er die Frauen so sieht, wie Gott sie geschaffen hat? Vielleicht waren in einer Wüstenregion zu Zeiten Mohammeds strengere Regeln nötig, weil das damals die Männer mit ihren Reaktionen erforderten! Aber, wenn sich die Männer ändern, können doch auch die Frauen sich dem anpassen. Sie sagen "eine bekennende Muslime muss Kopftuch tragen". Also, wo ist bei einem "muss" die Freiheit? Wo wäre die Freiheit, hätten Muslime wie sie die Mehrheit in der Gesetzgebung? Die Begründung des Kopftuches im Koran passt nicht zu unseren Menschenrechten. Frauenhaare sind etwas ganz Normales, das hier die Männerwelt nicht in Wallung bringt.

Hassan Azzou am :

ich finde das ist nicht richtig, als Deutscher unterdrückt zu leben. Jeder sollte sein Leben leben können und dabei die anderen respekieren. Ich bin deutscher Bundesbürger (Muslim), versuche keinem was aufzuzwingen, werde aber immer nach meinen Rechten suchen und mich dafür stark machen.

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