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"Neues Honsberg" mit interkulturellem Stadtteilzentrum

Seit gestern dreht sich im evangelischen Gemeindezentrum in Honsberg alles um die Zukunft dieses in vielerlei Hinsicht sanierungsbedürftigen Stadtteils. In welche Richtung sich der Zug der Planer in Bewegung setzen soll, zeigt das Grußwort von Oberbürgermeisterin Beate Wilding zu der Broschüre „Neue Mitte für den Honsberg“ auf. In den entscheidenden Passagen findet es sich auch in dem Flyer wieder, mit dem die Stadt die Bürgerinnen und Bürger des Honsberg zur Teilnahme an der dreitägigen „Planungswerkstatt“ einlud. Zitat: „Mir liegen zwei Teilprojekte der städtebaulichen Planungswerkstatt besonders am Herzen, zum Einen die Einrichtung eines interkulturellen Stadtteilzentrums – ein innovatives Projekt mit Modellcharakter für Nordrhein-Westfalen und auch darüber hinaus. Hier sollen die ansässigen Religionsgemeinschaften und weitere soziale Einrichtungen ein gemeinsames Zuhause unter einem Dach finden. Dazu soll - aufbauend auf den Ergebnissen der Planungswerkstatt - nächstes Jahr ein europaweit ausgeschriebener Hochbauwettbewerb ausgelobt werden. Zum Anderen soll die Planungswerkstatt geeignete städtebauliche Folgelösungen aufzeigen für die südlich des Gemeindezentrums liegenden Wohnhäuser der GEWAG an der Lindenhofstraße / Honsberger Straße.“ 

Am „Runden Tisch Honsberg“ war die Idee zu dem interkulturellen Stadtteilzentrum geboren worden. In ihm sollen drei Religionsgemeinschaften (Katholische und evangelische Christen sowie Muslime) und mehrere Träger und Institutionen aus dem Stadtteil, Zitat, „unter einem Dach Aktivitäten anbieten, ihre Angebote für den Ortsteil betreiben und so gemeinsam, interkultu­rell und interreligiös tätig sein. (…) Das Gebäude/Gelände des Lindenhof e. V. … kann aufgrund der Integration in das interkulturelle Stadtteilzentrum mit in die Überlegungen einbezogen werden. Auch hier sind Abbruch und Neubau oder Umnutzung und Erweiterung möglich.“

Vier Architektenbüros aus Köln, Aachen, Dortmund und Kopenhagen nehmen an der Planungswerkstatt teil (und erhalten dafür eine Aufwandsentschädigung von jeweils 4.000 Euro zuzüglich Fahrtkosten). Morgen ab 18 Uhr wollen sie im Gemeindezentrum ihre Vorschläge zur Gestaltung der „Neuen Mitte“ in einer Bürgerversammlung vorstellen und mit den Anwohnern diskutieren. Die Präsentation der weiterentwickelten Ideen und Vorschläge ist für den 15. September vorgesehen. Aufbauend auf den Ergebnissen der Planungswerkstatt soII ein europaweit ausgeschriebener Wettbewerb zur Realisierung des interkulturellen Stadtteilzentrums veranstaltet werden. Der Waterbölles dokumentiert nachfolgend die wesentlichen Passagen aus der Broschüre:

„Remscheid hat in den letzten sieben Jahren 4.400 EW verloren und weist Ende 2006 noch 118.005 EW auf. Die Einwohnerzahl Honsberg ist in den Jahren 2000-2006 um 14,1 Prozent auf 2.763 Einwohner gesunken. Honsberg war schon immer ein Arbeiterstadtteil. Einwohner mit Migrationshintergrund nehmen über 50 Prozent der Bevölkerung ein. Der Anteil türkischstämmiger Bürger an der Bevölkerung mit Migrationshintergrund liegt um 60 Prozent. Betrachtet man die Bevölkerungsentwicklung im Jahr 2005 etwas genauer, fällt auf, dass insbesondere Wanderungsverluste für die negativen Entwicklungen im Stadtteil verantwortlich sind. Der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hat stärker abgenommen als in der Gesamtstadt (in den letzten zwei Jahren um zehn Prozent). Der Anteil der Erwerbstätigen liegt unter dem städtischen Durchschnitt und der Anteil der Arbeitslosen ist stark gestiegen. (…)  

Die dramatischen sozio-demografischen Entwicklungen sind im Stadtbild abzulesen: Leerstände in nahezu jeder Straße, ausgeschlachtete Häuser in erster Reihe, verwaiste, vermüllte Ladenlokale und Kleinbebetriebe (selbst Spielhallen und Internet-Cafes sind fortgezogen), türkische Sport- und Kulturvereine in ehemaligen Läden für den täglichen Bedarf, Müll in tristen Garagen- und Hinterhöfen und in den Böschungen der Bachtäler. (…) Ebenfalls den Gesamteindruck prägend sind ungeordnete Grabeland- und riesige Kleingartenflächen, welche die den Stadtteil umgebenden Hänge fast lückenlos besetzen und gegenüber den Grünbereichen und den angrenzenden Stadtteilen nahezu abriegeln. Unattraktiv sind auch … die Eingangsbereiche und der Platzbereich zwischen Honsberger- und Lobachstraße. (…)

Mit Ausnahme zweier kleinerer, älterer Einfamilienhauszeilen im Übergangsbereich in die Grünzonen ist der Stadtteil geprägt durch eine große, zusammenhängende Genossenschafts- oder Werkssiedlung im Süden, wenige gründerzeitliche sowie bergische Schieferhausensembles sowie schlichten Mehrfamilienhausbau der 50er bis 70er Jahre. (…)

Die (bunkerähnliche) katholische Kirche am westlichen Stadtteilrand steht bereits leer, … die Grundschule wird in Teilen nur noch einzügig betrieben, der vorhandene Einzelhandel denkt offen über Rückzug nach, die Sparkasse ist nur halbtags geöffnet und der Frisör nur an einzelnen Wochentagen. (…) Der zurzeit im Stadtteil Honsberg tätige Pfarrer wird ab 2010 in den Ruhestand gehen. Nach Beschluss der Evangelischen Stadtkirchengemeinde wird es danach keinen neuen Pfarrer mehr geben, der nur noch für den Honsberg zuständig ist, sondern es werden dann mehrere Quartiere gleichzeitig betreut. Aufgrund dessen soll das evangelische Gemeindezentrum in Remscheid-Honsberg im Sommer 2010 geschlossen und das Grundstück (ggf. nach Abriss des Gebäudes) veräußert werden. (…)

Besonders stark konzentriert findet man Leerstände im Eingangsbereich und im Mittelteil der Honsberger Straße sowie im Ensemble des Genossenschaftswohnungsbaus im Süden. Nahezu komplett leer gezogen ist ein Zeilenhausensemble im Bereich der Lindenhofstraße. Des Weiteren hat sich bisher der Modernisierungsstandard der Wohnungsbaugesellschaft in Honsberg an den Bedürfnissen der im Stadtteil lebenden Einwohner orientiert; offenbar wurden hiervon bei einem entspannten Wohnungsmarkt nur ein kleineres Mietersegment angesprochen, mit der Folge einer mangelnden Mischung der Bewohnerschaft. (…)

Die im Besitz einer Remscheider Wohnungsgesellschaft (GEWAG) befindlichen Wohngebäude an der Honsberger Straße und der Lindenhofstraße werden leergezogen und sollen voraussichtlich noch in diesem Jahr abgebrochen werden. Ziel ist es, diesen Bereich zur „Neuen Mitte für den Honsberg" zu entwickeln. (…)

In 2007 wurde im Auftrag der Stadt Remscheid vom Büro BKR Essen ein städtebauliches Entwicklungskonzept für die Stadtteile Stachelhausen, Blumental, Honsberg und Kremenholl erarbeitet. Dieses … wurde vom Rat der Stadt Remscheid am 30.8.2007 beschlossen als Grundlage für die förmliche Festlegung des Bereichs Stachelhausen, Blumental, Honsberg und Kremenholl als Stadtumbaugebiet. (…) Im April 2008 ist die Stadt Remscheid … in das Förderprogramm Stadtumbau West aufgenommen worden. Der entsprechende Förderbescheid steht allerdings noch aus."

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Waterbölles am : "Aussichtsbalkone" und mehr Grün für die "Insel Honsberg"

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Bis zum 15. September haben die vier Architektenbüros, die sich von Montag bis Mittwoch an der „Planungswerkstatt“ auf Honberg beteiligten, nun Zeit, ihre Ideen zu konkretisieren und in Pläne zu fassen. Dann tritt die Jury in Aktion und entscheidet, welch

Kommentare

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Chronist am :

In den Ausschüssen des Rates der Stadt stand des überkonfessionelle Stadtteil-/Gemeindezentrum noch nicht zur Diskussion. Eine politische Entscheidung hierüber steht nach Auskunft von Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein ohnehin nicht an, da nicht die Stadt Eigentümer der Grundstücke sei, sondern evangelische Kirchengemeinde, GEWAG und „Lindenhof“. Sonnenschein: „Lediglich mit dem Bauantrag wird sich die Stadtverwaltung zu befassen haben. Und die erhofften Landeszuschüsse wird sie weiterleiten.“

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