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Auch die Lenneper Neustadt braucht eine Frischzellenkur

 

Leere Büros im ehemaligen RWE-Verwaltungsgebäude am Lenneper Bahnhof.„Am Lenneper Bahnhof sieht es fast genauso (trist) aus wie in Honsberg oder Stachelhausen“, erläuterte heute Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein den Mitgliedern der Bezirksvertretung Lennep die Beschlussempfehlung der Verwaltung, für das Gelände zwischen der Bahntrasse im Westen, der Kölner Straße im Osten, Berg- und Poststraße im Norden und Ringstraße im Süden eine Voruntersuchung in Auftrag zu geben mit dem Ziel eines städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (wie beim Honsberg). Die dafür nötigen 20.000 Euro machten die Kommunalpolitiker nur ungern locker. Roland Kirchner von der W.i.R.: „Planungen zu Lennep gibt es bereits aktenweise!“

Für das alte Amtsgericht in Lennep scheint sich noch immer kein Käufer gefunden zu haben.Doch ohne Voruntersuchung, das machte Sonnenschein klar, kann die Stadt nicht damit rechnen, auch mit diesem Projekt in das Förderprogramm „Stadtumbau West“ des Landes aufgenommen zu werden. Ob es gelingt, weiß heute niemand. Bezirksvorsteher Dr. Heinz-Dieter Rohrweck: „Das ist wie Lotto!“ Aber die Stadt hätte noch eine zweite Chance: Je nach den Ergebnisasen des Entwicklungskonzeptes käme auch eine Förderung über das neue Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ in Frage. Das soll „der Erhaltung und Entwicklung dieser Bereiche als Standort für Wirtschaft, Kultur sowie als Orte zum Wohnen, Arbeiten und Leben“ dienen. Die Ausgangslage in Lennep schilderte die Verwaltung schriftlich so:

  • Auch dieses Möbelgeschäfts am Lenneper Bahnhof steht seit langem leer.„Im westlichen Teil des Stadtteils Lennep Neustadt, der direkt an die historische Ortsmitte Lennep angrenzt, sind gleich mehrere städtebauliche Problemlagen augenfällig:
  • Der alte Bahnhof einschließlich einiger Wohneinheiten liegt brach. Der Haltepunkt Lennep wird von der Deutschen Bahn neu gestaltet, ohne dem Bahnhofsgebäude eine neue Nutzung zuzuführen.
  • An der Kreuzung Bahnhofstraße/ Düstergasse liegt ein großvolumiges Verwaltungsgebäude von RWE aus den 70er Jahren brach. Nach einem Nachnutzer wird seit über 10 Jahren vergeblich gesucht.
  • Verschlossene Türen und ein Hinweisschild: Die alte Post am Lenneper Bahnhof. Fotos: Lothar KaiserEin ehemaliges Postgebäude liegt ebenso wie ein altes Möbelhaus brach,
  • Das denkmalgeschützte ehemalige Amtsgerichtsgebäude steht leer.
  • Die ausgedehnte Umspannstation von RWE kann neu dimensioniert werden.
  • Die zahlreichen Parkplatzflächen und Parkpaletten wirken ungeordnet unnd sind teilweise gesperrt.
  • Der Bereich zwischen der Poststraße und Am Johannisberg wirkt eher als stadträumliche Barriere denn als Scharnier zwischen der Altstadt Lennep, dem Bahnhof und dem funktionierenden Fachmarktzentrum an der Straße Am Bahnhof/ Kölner Straße. Positive Wechselwirkungen zwischen den beiden Standorten können sich daher nicht entfalten.
  • Die Wohnmischbebauung an der Kölner Straße ist stark durch Verkehrimmissionen belastet.
  • Darüber hinaus ergeben sich Nutzungskonflikte und Entwicklungshemmnisse durch die Gemengelagensituation insbesondere auf der westlichen Seite der Kölner Straße.

Hier wird kein Bier mehr ausgeschänkt.Bei der im Rahmen der Erarbeitung des Stadtentwicklungskonzepts Remscheid durchgeführten sozialräumlichen Clusteranalyse wurde darüber hinaus eine Kumulation von auffälligen Sozialdaten herausgearbeitet. Im Vergleich zu den anderen Stadtteilen wurde hierbei der Stadtteil Lennep Neustadt als eher unterprivilegiert und vielfach von Singles bewohnt eingestuft. Im Einzelnen zeigen die Strukturdaten, dass:

  • die Einwohnerzahl von 1995 bis 2005 um 8,2 Prozent (304 Einwohner) zurückgegangen ist (Stadt -5,2 Prozent),
  • der Migrantenanteil im Jahr 2005 bei 29,9 Prozent lag und zwischen 2000 und2005 noch um 1,6 Prozent angestiegen ist (Stadt 25,3 Prozent),
  • der Anteil der Arbeiter 2004 bei 49,0 Prozent lag,
  • die Zahl der Arbeitslosen je 100 Einwohner bei 6,5 (Stadt 6,0) lag und im Zeitraum von 2000 bis 2005 um mehr als drei Viertel zugenommen hat (von 123 auf 222),
  • die Fluktuationsquote im Stadtteil (25,8) gegenüber der Gesamtstadt erhöht (23,0) ist,
  • deutlich weniger Einwohner je Wohneinheit (1,8) in 2005 im Stadtteil leben als in der Gesamtstadt (2,0),
  • der Jugendquotient ebenso wie der Altenquotient in 2005 unter dem statischen Durchschnitt lag.

Diese Strukturdaten dürften im westlichen Teil des Stadtteils, der vom Erscheinungsbild deutlich gegenüber dem östlichen abfällt, noch weitaus drastischer ausfallen.“ Der Planungsvorschlag der Verwaltung:

„Der positive Imagefaktor „Altstadt Lennep", der Bahnhof Lennep als Entree für Bahnreisende zur Altstadt, die geplanten regionalen Radwegeverbindungen auf der stillgelegten Bahntrasse und die planungsrechtlich vorbereitete gewerbliche Folgenutzung der freigesetzten Bahnflächenteile bilden grundsätzlich günstige Rahmenbedingungen, durch weitergehende unterschiedliche Maßnahmen dem gesamten Gebiet einen nachhaltigen Entwicklungsimpuls zu geben.

Es ist daher beabsichtigt, in einem städtebaulichen Entwicklungskonzept auf der Grundlage von Datenanalysen und vorbereitenden Untersuchungen die städtebaulichen Funktionsverluste zu identifizieren und nach Bewertung der Stärken und Schwächen, der Mängel und Potenziale in einer darauf aufbauenden Rahmenplanung Ziele und Maßnahmen zu erarbeiten. Die Konzeption soll in einem Beteiligungsverfahren mit projektbegleitendem Lenkungskreis, Abstimmung mit der Verwaltung, einer Planungswerkstatt mit den Einwohnern und einer Bürgerversammlung konkretisiert werden.“

Mit dem Bebauungsplan Nr. 623 sollen die Planungsrechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen werden, eine attraktive städtebauliche Eingangssituation vom Bahnhof Lennep zum historischen Stadtkern zu schaf­fen. Diese Funktion soll auch den zukünftigen Nutzern der geplanten Radwegeverbindung auf der ehemaligen Bahntrasse in Richtung Bergisch Born zugute kommen, so dass eine weitere funktionelle Aufwertung erzielt werden kann. Neben der Festsetzung hochwertiger städtebaulicher Nutzungsmöglichkeiten soll dies auch mit der Ausweisung angemessener Freiflächen erzielt werden. Hierfür ist die Aufstellung eines Bebauungsplans erforderlich. Zur Sicherung dieser Zielsetzung soll für einen Teilbereich des Plangebiets, in dem insbesondere brachfallende bzw. zur Umnutzung anstehende Flächen vorhanden sind, eine Vorkaufsrechtssatzung erlassen werden.“

Ohne Bebauungsplan keine Vorkaufsrechtsatzung. Sonnenschein machte heute kein Hehl daraus, dass der der Stadt im Wesentlichen darum geht. Und um den alten Lenneper Bahnhof. Der Stadtplaner: „Für das Gebäude hat sich bisher niemand gefunden, der bereit wäre, den von der Bahn AG geforderten Kaufpreis zu zahlen!“ Vorstellbar ist jedoch, dass die Stadt gar nichts davon erfährt, wenn sich eines Tages doch ein Investor finden. Sonnenschein: „Es könnte passieren, dass ein Investor der Gelände kauft, aber das alte Gebäude weitere Jahre so stehen lässt!“

Sobald die Vorkaufsrechtsatzung erlassen ist, muss die Bahn die Stadt verständigen, wenn sich jemand die das Bahnhofsgebäude nebst Umland interessiert. Ob die Stadt dann zu dem gebotenen Preis das Gebäude selbst kauft, ist eher unwahrscheinlich. Aber sie kann mit dem potenziellen Investor Kontakt aufnehmen und ihre eigenen planerischen Überlegungen darlegen.

Trackbacks

Waterbölles am : Viele Häuser an der Kölner Straße sind sanierungsbedürftig

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  „Auch die Lenneper Neustadt braucht eine Frischzellenkur“, titelte der Waterbölles am 20. August vergangenen Jahres, nachdem Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein in der Bezirksvertretung Lennep für das das Gelände zwischen der Bahntrasse im Westen

Kommentare

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Michael Dickel am :

Wo ich die beiden ersten Bilder sehe, fällt mir wieder der Gedanke einer kleinen aber feinen Uni in Remscheid-Lennep ein. Hat mal irgend jemand gefragt, ob nicht vielleicht die Möglichkeit besteht, eine FH mit Schwerpunkt Radiologie in der Geburtsstadt Röntgens einzurichten? Der damalige Vorschlag wurde ja nur milde belächelt - aber vielleicht könnte man sich ja vorstellen, dass ca. 100 Studenten z.B. die Lenneper Altstadt mit ihren schönen Altbauten richtig mit Leben füllen könnten. Man muß es natürlich wollen und von verantwortlicher Seite mal nachhören. Wenn es dann nicht machbar ist, hat man jedenfalls eine Möglichkeit ausgeschlossen. Wenn man es gar nicht versucht, hat man erst gar keine Möglichkeit.

Harald Fetsch am :

Ich bin über die Sichtweite und die Darstellung der Innenstadt von Lennep erstaunt. Der Innenstadtbereich, Stadtkern, umfasst gemeinsam die Kölner Straße und die Altstadt von der Trecknase bis zum Röntgen Museum. Die Angebotsvielfalt auf nahem Raum ist das große Plus von Lennep. In dem Artikel (Waterbölles:gemeint ist wohl die zitierte Beschlusdsvorlage der Verwaltung) als „Gemengelage“ kritisiert. Diese vielfältigen Möglichkeiten für Einkaufen, Wellness, Freizeitgestaltung, Gastronomie und Kultur müssen in der Region offensiv dargestellt werden. Es ist wie ein Dorfplatz mit seiner Urbanität. Die Herstellung von mehr Angebotsvielfalt könnte auch die untere Alleestraße mehr beleben.

Hans Gerd Göbert am :

Herr Dickel und Herr Fetsch haben beide völlig Recht. Sind es aber nicht genau die Eigentümer der Altstadthäuser, die sich bisher vehement gegen eine lebendige Altstadt in den Abendstunden gewehrt haben, weil sie ihre Ruhe haben wollen? Andererseits aber beklagen, dass dort "tote Hose" für die Geschäftswelt herrscht? Sind es nicht die Besitzer der Häuser auf der Allee (vielfach auswärts lebende Eigentümergesellschaften), die lieber komplett auf Mieteinnahmen verzichten, als mit den Laden- mieten etwas runter zu gehen. Auch so wird eine zukünftige Belebung Lenneps und der Allee nachhaltig verhindert.

Chronist am :

Mit Hinweis auf die schlechte Finanzlage der Stadt wurde Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein im Bauausschuss heute nach der Aufteilung der Kosten für "Stadtumbau West"-Projekte in Lennep (wie in Honsberg und Stachelhausen) gefragt. Seine Antwort: 70 Prozent Landesmittel, 20 Prozent städtischer Eigenanteil und zehn Prozent, die Haus-/Grundbesitzer aus den Stadtteilen aufbringen müssten. Zitat: "Ohne die läuft sonst gar nichts!"

Chronist am :

Wie viele Leerstände es derzeit in Lennep gibt – das ermitteln bis dahin die Mitarbeiter eines Planungsbüros -, werden Bürgerinnen und Bürger erfahren, die am Dienstag, 3. Februar, um 19 Uhr in die Freiherr-vom-Stein-Schule kommen – zum Start des Projektes „Stadtumbau West (Lenneper Neustadt).

Chronist am :

Für das ehemalige Postgebäude am Lenneper Bahnhof, das seit langem brachliegt, habe sich endlich ein Investor gefunden, will Bezirksbürgermeister Dr. Heinz Dieter Rohrweck erfahren haben. Bestätigt wurde das in der gestrigen Sitzung der Bezirksvertretung Lennep von der Verwaltung nicht. Auch nicht, dass ein potenzieller Interessent für die Parkpalette an der Bergstraße wegen der ähnlich gearteten Planung auf dem ehemaligen Post-Gelände wieder „abgesprungen“ sei.

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