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Schutz der Waldschnepfe contra "Grüner Hochseilgarten"

Die Stadt Wermelskirchen will durch eine Änderung des Flächennutzungsplans die planungsrechtlichen Voraussetzungen dafür schaffen, dass der "Grüne Hochseilgarten Zurmühle" mit seinen 18 Baumstationen und einer 122 Meter langen Seilrutsche endlich die fehlende Baugenehmigung erhalten kann. Im ersten Halbjahr 2008 tummelten sich auf dem 16.000 Quadratmeter großen Gelände von Gundel Ehlis und ihr Mann Rüdiger Fuhr mehr als 2.100 Kinder wie Erwachsene, die allesamt gerne einmal in den Baumwipfeln „Tarzan“ spielen wollten - gut angeseilt, versteht sich. Ursprünglich  nur für Tochter Anna und ihre Freunde gebaut, ist der Kletterpark seit zwei Jahren (gegen Bezahlung) öffentlich zugänglich. Wermelskirchens Bürgermeister Weik will ihn nun legalisieren – weil er ihn ansonsten wegen fehlender Genehmigungen verbieten müsste. Für die Betreiber bedeutet das: Sie müssen mit Auflagen rechnen. Passé ist damit Klettern in der Nacht. Auch feiertags und ab Sonntagmittag soll Klettern verboten sein. Das dürfte jene Anwohner zuminderst teilweise zufriedenstellen, die sich in der Vergangenheit schon mehrfach über zuviel Lärm beklagt hatten. Heute Nachmittag wird sich der Umweltausschuss der Stadt Remscheid mit der Bauleitplanung der Nachbarstadt beschäftigen. Und mit Waldschnepfen.

Remscheid war von Wermelskirchen, wie in solchen Fällen üblich, um eine Stellungnahme zur anstehenden Umweltprüfung des Klettergartens gebeten worden, da neben dem bestehenden Kassenhaus eine Schutzhütte mit Toiletten, ein Aufsichtsraum und eine Werkstatt nebst Seillager errichtet und ein Parkplatz angelegt werden soll. In der Beschlussvorlage der Remscheider Verwaltung heißt es: „Da das Plangebiet direkt an der Stadtgrenze zu Remscheid und zudem direkt benachbart am gemäß Landschaftsplan Remscheid-West festgesetzten Naturschutzgebiet "Eschbachtal“  liegt, wird seitens der Unteren Landschaftsbehörde (ULB) die beabsichtigte Flächennutzung insoweit kritisch gesehen, als dass negative Auswirkungen auf das Naturschutzgebiet auf Remscheider Stadtgebiet durch die Planung nicht auszuschließen sind. (...) Zum Verfahren ist aus Sicht der ULB ein Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag erforderlich, der seinen Augenmerk auch auf die im angrenzenden Remscheider Landschaftsraum vorkommenden planungsrelevanten Arten legt. Aus hiesiger Sicht ist eine Betroffenheit insbesondere der Avifauna möglich.“

Das erschließt sich dem naturunkundigen Leser so leicht nicht. Aber der Verfasser hat noch zwei Sätze nachgeschoben: „Als planungsrelevante Arten sind acht Vogelarten in 2006 festgestellt worden. In der Betrachtung ist ebenfalls die Waldschnepfe (Scolopax rusticola), die im Bergischen Land stark gefährdet ist und im weiten Umfeld des Remscheider Naturschutzgebietes beobachtet wurde, zu berücksichtigen.“ Zugleich fordert die Remscheider Landschaftsbehörde, mögliche Auswirkungen der Entwässerung des Plangebietes auf den Eschbach zu untersuchen, und für den Fall der Genehmigung des Klettergartens ein langfristiges Monitoring vorzusehen, um nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt auszuschließen bzw. gegebenenfalls Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Da kommen also von Remscheider Seite einige Bedenken zusammen.

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Kommentare

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Chronist am :

Gestern nahm der Bauausschuss die Mitteilungsvorlage der Verwaltung zur Kenntnis, empfahl aber "bei allem Verständnis für den Naturschutz" (Lothar Schiff, FDP), das Schreiben an die Stadt Wermelskirchen "noch ein wenig positiver" abzufassen. Der Meinung waren auch andere Ausschussmitglieder. Alexander Ernst von der W.i.R.: "Lärm? Ich höre da nur Mopeds entlangbrausen." Und York Edelhoff (SPD): "Wir unterstützen den Klettergarten; er fördert das Selbstwertgefühl der Kinder. Vielleicht könnte man so etwas auch an anderer Stelle in Remscheid einrichten." Günter Bender von den Grünen äußerte sich entsprechend.

Marco Horn am :

Irgendwie ist es langsam auffallend,dass jeder die Aussagen der Klettergartenbetreiberin Gundel Ehlis nachplappert. Von wegen Lärm: Mopeds fahren nur an bestimmten Tagen zu bestimmten Voraussetzungen. Was bleibt ist ein Hochseilgarten mit derzeit unbeschränkten Öffnungszeiten. Sollen wir als Anwohner diesen Lärm noch auf den der Motorräder draufrechnen und darauf warten, dass es im nächsten Jahr nicht 18 Plattformen und 7.000 Besucher, sondern 30 Plattformen und 15.000 Besucher sind? Ich finde, die Politik macht es sich da etwas einfach...

Arndt Weber am :

Es ist schon erstaunlich, aber auch erfreulich, daß sich überhaupt jemand mit dem Thema Naturschutz beschäftigt. Wermelskirchen tut es trotz einer negativen Stellungnahme des NABU nicht. In wieweit die Bedenken der Remscheider gehört werden, kann hier nur geahnt werden ;-) Alexander Ernst sei folgendes gesagt: Wenn Sie sonntags mal hinter dem Haus (vor dem Haus sind ja die "Mopeds") Ruhe haben wollen, ist ein Klettergarten nicht der richtige Nachbar. Gejohle bei jeder Seibahnabfahrt und eine rechte trickreiche Anfahrt können den Erholungswert auf null senken. Lärm muss nicht zwangsläufig dahin, wo schon welcher ist!!! Grüße aus Zurmühle.....

Hans Georg Müller am :

Arme Waldschnepfe? Als nachtaktiver Vogel wird sie die Lautäußerungen der Kletterleute ignorieren und sich einen anderen Ruheplatz im weiten Eschbachtal suchen. Die Abenteuerzeiten müssen zeitlich streng geregelt sein- wie die Zeiten für den Einsatz lauter Gartengeräte. Ich schlage vor: werktags 10 bis 17 Uhr, sonn-und feiertags 10 bis 12U Uhr. Für rasende Motorradfahrer Höchstgeschwindigkeit 3o hm/h oo. ä., denn die hört man noch auf Ehringhausen.

Arndt Weber am :

Wer nachts aktiv ist muss am Tag schlafen ;-). Grundsätzlich ist dein Vorschlag auch von den Zeiten her gut. Haben wir als Anwohner versucht. Die Betreiberin läßt sich auf nichts ein. Wer sich wehrt wird verklagt (mir schon passiert). Die Kosten hatte sie am Bein. Sollten sich aber schlaue Politiker wie Herr Ernst berufen fühlen, etwas gegen die Motorräder zu unternehmen, ist ihm Unterstützung aus Zurmühle sicher. Ansonsten frei nach Dieter Nuhr: "Wenn man keine Ahnung hat...einfach mal die Fre.... halten".

Chronist am :

Den Hochseilgarten im Eschbachtal wird es im kommenden Jahr nicht mehr geben. Das hat die Stadt Wermelskirchen entschieden, nachdem der Betreiber andere Standorte mit Hinweis auf die Kosten eines Planverfahrens, die er hätte tragen sollen, abgelehnt hatte.

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