Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Theaterstück mit Tipps für die ersten Schritte ins Berufsleben

Foto: Lothar Kaiser

Jugendliche auf der Suche nach Ausbildung brauchen früh Hilfe“ überschrieb der Waterbölles im September 2006 einen Bericht über die Forderung der Remscheider Grünen, Jugendliche mehr als bisher während der Schulzeit auf die Erfordernisse des Arbeitsmarktes vorzubereiten. Defizite in diesem Bereich hatten zuvor auf der „1. Remscheider Jugendkonferenz“ Arbeitgeber sowie Mitarbeiter der Agentur für Arbeit und der die „Arbeit Remscheid“ (ARGE) beklagt. Das wiederholte sich auf der 2. Konferenz, zu der gezielt Arbeitgeber eingeladen worden waren. Heute nun fand in der Kraftstation an der Honsberger Straße die 3. Konferenz statt. Die Arbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit, die Agentur für Arbeit und die ARGE hatten diesmal 150 Jungen und Mädchen aus den 9. Klassen von Haupt- und Förderschulen, die im nächsten Jahr vor dem Problem stehen, einen Ausbildungsplatz zu finden, zu einer „Berufsorientierung in Eventform“ eingeladen. Ein Konzept, das ankam.

Am Anfang stand das interaktive Theaterstück „Hey Boss, hier bin ich!". Darin thematisierte das Theater „Lutz - junge Bühne Hagen" die Bewerbungssituation, in der Jugendliche im Alter von 15 und16 Jahren stehen: Die Schule/ist geschafft - aber was nun? Wie schreibe ich eigentlich eine ordentliche Bewerbung? Wie verhalte ich mich in einem Bewerbungsgespräch? Fragen, die sich viele angehende Schulabgänger stellen, und die ihnen leider auch die Eltern nicht immer beantworten können. Umso wichtiger waren die Tipps für die ersten Schritte ins Berufsleben, die das Theaterstück vermittelte. Dirk Faust, Chef der Remscheider ARGE anschließend: „Ich hatte den Eindruck, das Stück ist sehr gut angekommen!“

Foto: Lothar KaiserEin „Markt der Möglichkeiten" schloss sich an: An zehn Stationen hatten die Jugendlichen die Gelegenheit, Berufe praktisch kennenzulernen (im Bild die Reparatur eines PC). Und an Anreizen fehlte es dabei nicht: Die „Mitarbeit" an mindestens fünf Stationen berechtigte zur Teilnahme an einer Verlosung. (Aus der Lostrommel zog Oberbürgermeisterin Wilding gegen Ende des Jugendkonferenz unter der Moderation von Thorsten Kabitz, Chefredakteur des Radiosenders RSG, die Gewinnerinnen und Gewinner der Preise, darunter eine Fahrt in einer Stretchlimousine und ein "Schnuppertag" bei Radio RSG.)

Auf einer Pressekonferenz lobte der SPD-Bundestagsabgeordnete Jürgen Kucharczyk die konzertierte Aktion von Berufsberatern, Sozialarbeitern und ARGE. Leider seien noch immer viele Jugendliche nicht genügend auf die Berufswelt vorbereitet. Da müsse in den Schulen noch viel geschehen. Dort müssten die Talente und Neigungen der Jugendlichen erkannt und gefördert werden, dort müssten die Jugendlichen aber auch die Chance haben, ihre Talente selbst zu entdecken.

Bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz sei das Zwischenzeugnis der 9. Klasse wichtiger als das Abschlusszeugnis, waren sich Dirk Faust und Ute Ackerschott, die Leiterin der Solinger Arbeitsagentur, einig. Denn dieses Zeugnis läge der Bewerbung bei. In diesem Zusammenhang wiesen die Sprecher der AG Jugendsozialarbeit, Petra Pape und Heinz-Rüdiger Hugo, darauf hin, dass in den meisten Großbetrieben Bewerbungen weitgehend schematisch beurteilt würden. In kleinen Handwerkbetrieben bekämen Jugendliche viel eher die Chance, sich auch persönlich vorzustellen. Petra Pape: „Der Handwerksmeister schaut sich den Jugendlichen an. Und wenn er erkennt, dass der junge Mensch motiviert ist, bekommt er auch bei einem weniger guten Zeugnis oft eine Chance!“

Foto: Lothar KaiserDas Missverhältnis von Angebot und Nachfrage bleibt dennoch. Ute Ackerschott nannte Zahlen: „Vorige Woche hatten wir in Remscheid noch 122 offene Ausbildungsstellen, aber 233 Bewerber!“ Das liegt auch daran, wie manche Jugendliche auftreten. Ackerschott berichtete von Bewerbungen am Telefon („He, habe gehört, Sie ham ne Ausbildungsstelle frei!“), von Bewerbungsfotos aus dem Bahnhofsautomaten, bei denen die Mädchen noch dazu viel Ausschnitt zeigen („Das kommt dann bei der Bewerbung bei einer Bank ‚besonders gut’ an“), und von schlechtem Benehmen („drei Kaugummis im Mund“) beim Vorstellungstermin. Alles in allem ein weites Arbeitsfeld für die Berufsberater der Arbeitsagentur. Sie können sich dabei künftig auf ein neues Internetportal für Jugendliche stützen, das die Agentur in Kürze eröffnen wird.

Bleiben die Eltern! Dass sie sich um die Berufswahl ihrer Kinder intensiv kümmern müssten, war die Auffassung aller Teilnehmer der heutigen Pressekonferenz zur „3. Remscheider Jugendkonferenz“.

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Anke Stursberg am :

Ich fand die heutige Veranstaltung auch sehr gelungen. Sie ergänzte, was in Schulen und Elternhäusern - trotz anders lautender Gerüchte - stattfindet. Positiv zu vermerken sind aus meiner Sicht: Es standen tatsächlich die Jugendlichen und ihre Bedürfnisse im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler wurden ernst genommen, akzeptiert. Das äußerte sich in der Organisationsform der Veranstaltung, der aufmerksamen Betreuung der Stationen und nicht zuletzt im freundlichen Umgang.

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!