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Dank an weltoffene, kind- und zukunftsorientierte Eltern

Die vier neuen Remscheider START-Stipendiatinnen, von links Gizem Döngelci, Dzenana Bajramovic, Nermin Kolbasi und Aylin Ünal. Foto: Lothar Kaiser

Dzenana Bajramovic, Gizem Döngelci, Nermin Kolbasi und Aylin Ünal sind die diesjährigen Remscheider Stipendiaten von „START“. Die Stiftung will „begabten und engagierten Kindern von Zuwanderern verstärkt die Möglichkeit zu einer höheren Schulbildung und damit bessere Chancen für eine gelungene Integration bieten“, wie es in ihrem Leitbild. Und: „START will Zuwandererkarrieren in Deutschland den Weg bereiten – als Ansporn zur Integration, als „Investition in Köpfe“ und als Beitrag zur Toleranz unter jungen Menschen in Deutschland.“

In der Regel werden die Stipendiaten drei Jahre lang gefördert. Die materielle Förderung umfasst ein monatliches Bildungsgeld von 100 Euro für bildungsrelevante Anschaffungen, eine PC-Grundausstattung mit Internetanschluss, um die Medienkompetenz zu fördern und die Vernetzung mit den START-Betreuern, den Projektpartnern und den Stipendiaten sicherzustellen. Bei Bedarf können weitere Fördermittel, z. B. für Seminarbesuche, Sprachkurse, Studienfahrten und Praktika beantragt werden. Hinzu kommen pro Schuljahr 700 Euro.

Im Zentrum der ideellen Förderung stehen die Bildungsseminare (Themenbereiche: Erziehung zur Demokratie, Deutsches Grundgesetz, Rhetorik, Knigge), die zweimal im Jahr stattfinden und die Stipendiaten in den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung, schulische und berufliche Qualifizierung, Stärkung der gesellschaftlichen Verantwortung und Integration in unsere Gesellschaft unterstützen. Weitere Wahlseminare, deren Ziel es ist, Jugendlichen Raum für Kreativität und Selbstreflexion zu geben und ihre Talente gezielt zu fördern, sowie Exkursionen zu Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und Messen sowie gesonderte Seminare und Beratungsangebote zur Studien- und Berufswahl runden das Programm ab. 2006 wurden erstmals vier Stipendien an drei Remscheider Schülerinnen und einen Schüler vergeben, 2007 weitere vier, ebenfalls an drei Mädchen und einen Jungen. Diesmal also vier Mädchen. Die zwölf StipendiatenInnen stammen von Zuwandererfamilien aus Afghanistan, Russland, Ukraine, Bosnien, Kosovo, Italien, Sri Lanka und der Türkei.

Das Stipendienprogramm „START“, 2002 von der Hertie-Stiftung ins Leben gerufen, zählt mittlerweile bundesweit 568 Stipendiaten (davon 168 in NRW). In NRW wird es von vielen Stiftungen, Landesbehörden, Städten, Unternehmen, Vereinen und Privatpersonen getragen. In Remscheid zählten dazu bislang die Fördervereine der vier Remscheider Gymnasien, die Stiftung von Dr. Emil Lux und seiner Frau Marianne, die Bürgerstiftung, die Ria-Fresen-Stiftung, die Deutsche Bank Stiftung  und der Rotary Club Remscheid. Jürgen W. Ackermann, der heute bei der Präsentation der vier Stipendiatinnen im Rathaus, zu der Oberbürgermeisterin Beate Wilding eingeladen hatte, zusammen mit Angela Lux die Marianne und Emil Lux-Stiftung vertrat, machte jedoch klar: „Wenn in Remscheid auch künftig vier Stipendien vergeben werden sollen, müssen weitere Projektförderer gefunden werden!“ Frank und frei fragte Ackermann: „Warum sind eigentlich die türkischen Kulturvereine nicht mit dabei?“ Vier Stipendiaten pro Jahr bedeute schließlich einen beträchtlichen Stiftungsbetrag: Gemeinsam mit der Hertie-Stiftung stellten die Remscheider Förderer in den vergangenen drei Jahren für „Start“ 166.000 Euro zur Verfügung.

In diesem Jahr konnte mit Dr. Peter Wurm von der Firma Wurm GmbH & Co. KG ein neuer Projektpartner gewonnen werden, der die Kosten für ein Stipendium übernahm. Die Lux-Stiftung übernahm auch diesmal wieder ein Stipendium, und für die übrigen zwei konnte Harald Lux aus seinem Freunde- und Bekanntenkreis Förderer gewinnen (Karl Ernst Vaillant, Klaus Möllerfriedrich, Jochen Zerver, Heinz-Helmut Kempkes, Jürgen Schmitt und Wilfried Nöll).

Die Förderer sind in der Remscheider Jury vertreten, der sich die Bewerberinnen und Bewerber vorstellen müssen. In diesem Jahr waren es 17, in den beiden Vorjahren 14. Projektleiter Uwe von Lonski: „Ich wünsche mir künftig noch mehr Zuspruch Mit Hilfe von Lehrerinnen und Lehrern, die Schülerinnen und Schülern mit guten schulischen Leistungen (Notendurchschnitt 1,0-2,5) auf ‚START’ ansprechen. In den vergangenen beiden Jahren hatten wir kaum Bewerbungen von türkischen Schülerinnen und Schülern; gut, dass sich das geändert hat!“

Nicht nur anhand der Schulnoten trifft die Jury ihre Entscheidung, sondern auch die Persönlichkeit und das gesellschaftliche Engagement spielen eine Rolle. Kulturdezernent Dr. Christian Henkelmann: „Die Stipendiaten zeigen, was man mit Fleiß und Einsatz erreichen kann, das in einer offenen Gesellschaft jeder die Chance hat, seines Glückes Schmied zu sein. Das strahlt auf andere positiv aus. Wir brauchen Vorbilder!“ Dass dabei die Wahl aus sie gefallen sei, habe sie „positiv geschockt“, sagte gestern Nachmittag Gizem Döngelci. Sie möchte nach dem Abitur Astrophysik studieren. Ihre Mutter ist Reinigungskraft, ihr Vater Montierer. Die 15-Jährige, die die 10. Klasse des Gertrud-Bäumer-Gymnasiums besucht, gibt Mitschülern kostenlos Nachhilfeunterricht und ist Mitglied im Instrumentalensemble „Moments of Music“. Sie spielt gerne Gitarre und Volleyball. In ihrem letzten Zeugnis hatte sie einen Notendurchschnitt von 1,7.

Nermin Kolbasi ist 16 Jahre alt und besucht die 12. Klasse des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums (Notendurchschnitt 2,4). Auch sie erteilt kostenlos Nachhilfeunterricht. Da sie Deutsch, Türkisch, Englisch, Französisch und Spanisch spricht, denkt sie an ein Sprachenstudium nach dem Abitur („oder eines mit Schwerpunkt Mathematik/Wirtschaft“). Ihr Hobby: Bild- und Videobearbeitung am Computer. Ihre Mutter ist Hausfrau, ihr Vater Maschinenbediener.

Aylin Ünal ist 15 Jahre alt und besucht die 10. Klasse des Gertud-Bäumer-Gymnasiums. Mitschüler bekommen auch von ihr kostenlose Nachhilfe. Ein echtes Teamplayer“, wird ihr von Lehrern bescheinigt. Und Henkelmann hob hervor, dass sie interessehalber auf eigenen Wunsch am evangelischen Religionsunterricht teilnehme. Aylins Mutterist Verkäuferin, ihr Vater Schärfer. Notendurchschnitt: 1,8. Hobbies: Tanzen, Schwimmen und Aerobic.

Dzenana Bajramovic aus Bosnien ist 14 Jahre alt und besucht die 10. Klasse des Leibniz-Gymnasiums (Notendurchschnitt 2,1). Die Mutter ist Hausfrau, der Vater Facharbeiter im Straßenbau. Nach dem Abitur will Dzenana für das Lehramt oder Medizin studieren. In der Schule gehört sie der Theater-AG, dem Schulchor und dem Team der „Streitschlichter“ an. Ihre Hobbies: Lesen, Klavier spielen, Tanzen und Fotografieren.

Dr. Christian Henkelmann betonte auch diesmal, dass sich die Projektförderer von den Stipendiaten aus Migrantenfamilien fortan die Teilhabe am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Leben in Remscheid erhoffen. Dabei verwies er auf den Migrantenanteil der Bevölkerung, der in Remscheid deutlich über dem Landesdurchschnitt liegt. Deshalb werde diese Stadt „in zwanzig Jahren anders aussehen“. Henkelmann dankte insbesondere den türkischen Eltern dafür, dass sie bereit seien, ihre Töchter an dem Stipendienprogramm „START“ teilhaben zu lassen. „Das zeigt: sie sind weltoffen, kind- und zukunftsorientiert!“

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