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Berufsorientierung: Viele Menschen investieren viel Zeit

OB Wildung und Ute Ackerschott von der Agentur für Arbeit bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung. Foto: Lothar Kaiser

In der Mensa der Gemeinschaftshauptschule Wilhelmstraße unterschrieben gestern Nachmittag Oberbürgermeisterin Beate Wilding und Ute Ackerschott, die Leiterin der Solinger Agentur für Arbeit, zusammen mit den Leitern der weiterführenden Schulen in Remscheid sowie Vertretern von Handwerk und Industrie eine „Kooperationsvereinbarung zur Zusammenarbeit im Bereich der Berufs- und Studienorientierung“. Zugleich stellten sie "Fit für den Job" vor, ein Gemeinschaftsprojekt, in das bis 2010 rund 500.000 Euro fließen werden. 245.000 Euro steuert die Arbeitsagentur bei, die übrige Summe teilen sich das Berufsbildungszentrum der Industrie (BZI), die Kreishandwerkschaft, der Rheinische Einzelhandels- und Dienstleistungsverband und die Stadt Remscheid in Form von Personal- und Sachkosten. So hat etwa die Stadt für „Fit für den Job“ auf einer Hälfte ihrer Stelle bei der „Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien“ (RAA) Heike Möller-Wiktor als Leiterin des Projektbüro abgestellt; sie arbeitete früher in der Regionalstelle "Frau und Beruf".

"Fit für den Job", aufbauend erweitert auf dem erfolgreichen Projekt „Fit fürs Handwerk“ der Kreishandwerkerschaft Remscheid, soll insgesamt 2.200 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 8 und 9 der fünf Hauptschulen, drei Förderschulen, zwei Gesamtschulen und zwei Realschulen (in ca. 85 Klassen) in ihrem Berufswahlprozess stärken und so ihre Ausbildungschancen verbessern. Die Ziele u.a.:

  • ein besseres Sozialverhaltens
  • ein besseres Auftreten bei Bewerbungen (beides erst am Dienstag beklagt bei der 3. Remscheider Jugendkonferenz)
  • bessere Ausbildungschancen für Mädchen in gewerblich-technischen Berufen und für Migranten/Migrantinnen.

Erreicht werden soll das durch regelmäßige Präsenz von Experten/Expertinnen, Berufsberater/innen der Agentur für Arbeit, Ausbilder/innen und Auszubildenden, Handwerksmeister/innen, Personalleiter/innen und Betriebsinhaber/innen in den Schulen. Sie sollen dort praxisnahe einzelne Berufe vorstellen und die individuellen Eignungen der Schülerinnen und Schüler feststellen. Ferner vorgesehen: Spezielle Bewerbertrainings, Verhaltenstraining für die Ausbildung, Betriebsbesuche mit Praxisübungen, Vermittlung von Partnerbetrieben und Schulpatenschaften sowie Einzelfallberatung. Vor allem Remscheider Handwerksmeister sind hier künftig stark engagiert. Sozialdezernent Burkhard Mast-Weisz: "Ein sehr ehrgeiziges Projekt, in das viele Menschen viel Zeit investieren werden. Wie viel, kann heute noch gar nicht gesagt werden!"

In der Kooperationsvereinbarung wird die Notwendigkeit betont, junge Menschen frühzeitig gezielt auf das Berufsleben vorzubereiten - zielgruppen- und geschlechtsspezifisch, aber auch flächendeckend und unter Berücksichtigung des soziokulturellen Hintergrunds der Schülerinnen und Schüler. Zitat: „Eine vertiefte Berufsorientierung gibt den Jugendlichen Berufs- und Lebenschancen, verringert Ausbildungsabbrüche und sichert der Region künftig und nachhaltig Fachkräfte.“ Zusammenarbeiten wollen im Bereich der Berufs- und Studienorientierung künftig die Agentur für Arbeit Solingen, die Stadt Remscheid, der Arbeitgeber-Verband von Remscheid und Umgebung e.V., der Rheinische Einzelhandels- und Dienstleistungsverband e.V., die bergische IHK, die Kreishandwerkerschaft und die weiterführenden Schulen. Die Präambel: „Die Folgen der Ausbildungslosigkeit von jungen Menschen treffen in erster Linie die Jugendlichen selbst; indirekt betroffen sind vor allem die Agentur für Arbeit und die Kommunen, die mit den Folgekosten belastet werden, sowie die lokale Wirtschaft und die Schulen vor Ort. (…)  Die beteiligten Institutionen sehen sich in der Verpflichtung, die individuellen Lebenschancen der Jugendlichen zu entfalten und zu verbessern sowie das wirtschaftliche Fundament in der Region nachhaltig durch die Bereitstellung gut vorbereiteter und motivierter Jugendliche für die Ausbildung und den Beruf zu stärken.“ Die gute Berufsorientierung, die einen verbindlichen Teil der Bildungs- und Erziehungsarbeit der Schulen darstelle, solle durch den Aufbau eines Netzwerkes forciert werden, zum Beispiel durch Kooperationen zwischen Schulen und Arbeitgeber/innen bei gleichzeitiger enger Einbindung der Eltern. Das Projektbüro soll die Arbeit des Netzwerkes durch Information und Veranstaltungen unterstützen. Die Leiter der vier Gmnasien und der drei städtischen Berufskollegs (allgemeinbildenden Klassen), die sich an „Fit für den Job“ (noch) nicht beteiligen, haben die Koopüerationsvereinbarung ebenfalls unterschwirben. Dies hat aber zunächst eher deklamatorischen Charakter. Ute Ackerschott: "Wir fangen bei den Schulen an, die erhöhten Bedarf haben." (Gymnasiasten haben eben ein paar Jahre länger Zeit als Hauptschüler, bevor sie sich für einen Beruf entscheiden und auf Stellensuche gehen müssen.)

Ein kleines, aber berechtigtes Fragezeichen fügte Alfons Lück-Lilienbeck, der Leiter der Albert-Einstein-Gesamtschule, bei "Fit für den Job" an: "... und wenn wir dann die Schülerinnen und Schüler bis zur 10. Klasse besser auf das Berufsleben vorbereitet haben, woher kommen dann die Ausbildungsstellen??"

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Chronist am :

Sind die Schulen mit "gebremstem Schaum" bei der Sache? Im Jugendhilfeausschuss wurde gestern an die "Zukunftswerkstatt" erinnert, die von der AG Jugendsozialarbeit unter organisatorischer Federführung der Kompetenzagentur Kompazz am 26. August veranstaltet worden war. Themenschwerpunkt waren „Zukünftige Maßnahmen und Projekte im Übergang Schule und Beruf“. Hierzu eingeladen waren alle AG Mitglieder und nochmal ausdrücklich alle Schulen mit entsprechenden Schuljahrgängen. Teilgenommen haben 28 Personen, lediglich von zwei Schulen waren VertreterInnen erschienen.

Benjamin Becker; Kreisvorsitzender Junge Liberale Remscheid am :

Das ist sehr schade, dass hier die Schulen anscheinend nicht so mitziehen wie es gewünscht und auch von Nöten wäre. Die gleiche Erfahrung wurde leider auch bei dem jugendpolitischen Forum der JuLis Anfang Juni gemacht. Hier ging es ebenso um die wichtige Schnittstelle Schule - Beruf. Nicht nur, dass trotz Zusage ein Schulleiter eines Berufskolleges nicht an der Diskussion teilnahm, sondern es wurde auch von Prof. Hoeborn (Uni Wuppertal) berichtet, dass die Schulen sich nur unzureichend mit der Uni in Verbindung setzen. Damals ärgerte sich der Dekan darüber, dass sich kaum Schulen melden, wenn er diese sogar direkt anschreibe. Dabei hört Schule nicht am Schultor auf, sondern geht weiter bis in die Ausbildung hinein. Hier sollte auch die Schülerschaft ihre Schule in die Verpflichtung nehmen: z.B. könnte die Schülervertretung eine Kooperation mit dem Asta bzw. Studierendenparlament einer Uni vereinbaren.

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