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Vor Sonnenuntergang wurde geredet, danach gegessen

Einmal während jedes Ramadan (رمضان/ ramaān /„Sommerhitze“), des islamischen Fastenmonats, des neunten Monats im islamischen Mondkalender, ist der 1997 gegründete „Runde Tisch Migration“ zum „Fastenbrechen“ Gast in einer der zehn Moscheen in Remscheid. Vor zwei Jahren war es die Türkisch-Islamischen Union (DITIB), Stachelhauser Straße 41, im vergangenen Jahr der Türkische Kulturvereins an der Industriestraße. Gestern Abend nun wieder DITIB, wo Metin Göçer die Gäste begrüßte. Und der Ablauf dieser Abende richtet sich jedes Mal nach dem Sonnenuntergang. Geredet wird vorher, gegessen danach. Gestern war der Sonnenuntergang um 20.10 Uhr. Es gab gut gewürzte Gerstensuppe, grüne Bohnen und Kartoffeln in Soße, Hühnchen mit Reis und honiggetränktes Blätterteiggebäck. 

Das gemeinschaftliche Abendessen hat im Islam Tradition, und die teilen die muslimischen Vereine gerne mit Repräsentanten der Stadt (in diesem Jahr war es der Beigeordnete Dr. Christian Henkelmann), Kommunalpolitikern (Harald Sellner von den Grünen und Luigi Costanzo, der Vorsitzende des Remscheider Migrationsausschusses, als Mitglied des ‚Runden Tisches’ fast immer dabei) und den übrigen Mitgliedern des "Runden Tisches" -  darunter VertreterInnen der evangelischen und der katholischen Kirche, weitere Mitglieder des Migrationsausschusses der Stadt Remscheid und Vertreter aller muslimischen Kulturvereine. Vorsitzender ist Superintendent Hartmut Demski: „Wir pflegen den interkulturellen Dialog und tragen konkret und unbürokratisch zur Verbesserung des Zusammenlebens von Menschen unterschiedlichster kultureller Prägung in Remscheid bei. Gemeinsames Ziel: dass alle Bürger dieser Stadt sich mit Respekt und Toleranz begegnen.

Das hat sich auch der "Freundschaftsverein Kırşehir–Remscheid" des Ev. Kirchenkreises Lennep zur Aufgabe gemacht, aus dem in diesem Frühjahr ein Verein wurde. Demski berichtete, es habe an einer notwendigen Satzungsänderung gelegen, dass er bis heute noch nicht ins Vereinsregister eingetragen sei. Und er berichtete weiter, die zentralanatolische Stadt 156 km südöstlich der Hauptstadt Ankara habe noch keine Partnerstadt in Deutschland, aber schon Erfahrungen mit Schüleraustausch (Flensburg). Und ein Sohn dieser Stadt, Ramazan Dalgali, Sozialberater im „Lindenhof“, ergänzte, während seines Urlaubs in Kırşehir habe er mit dem Gouverneur und dem Schulrat gesprochen, und beide seien an Kontakten interessiert. Demski: „Dadurch könnte sich dann eines Tages vielleicht auch eine Städtepartnerschaft ergeben.“

Beeindruckend ob der Aufzählung vielfältiger Aktivitäten/Angebote: der Bericht von Heike Hildebrandt vom städtischen Migrationsbüro. Positiv aufgenommen wurde auch der Bericht von Henkelmann über die diesjährigen vier sympathischen START-Stipendiatinnen aus Remscheid, eine Bosnierin und drei Türkinnen. Der Kulturdezernent: „Von den bisherigen zwölf Stiipendiaten sind zehn Muslime!“

Erden Ankay-Nachtwein, die Vorsitzende des IKE. Foto: Lothar Kaiser

Weniger erfreulich der Bericht von Erden Ankay-Nachtwein (Foto), der Vorsitzenden des Fördervereins für Interkulturelle Erziehung e.V. (IKE), der im November sein 15-jähriges Bestehen feierte. Damals wurde der Verein ein „Glücksbringer für Migrantenkinder“ genannt. Drei Monate später entbrannte eine öffentliche Diskussion über Schwimmstunden für Migrantinnen. Die antragstellenden Türkinnen hätten es zwar gut gemeint, sagte Erden Ankay-Nachtwein gestern, aber das IKE sei dadurch in eine muslimisch-türkische Ecke gestellt worden, wo es nicht hingehöre. Die Mitverantwortung dafür gab die IKE-Vorsitzende auch Thea Jüttner, der Vorsitzenden des städtischen Jugendhilfeausschusses. In der Folge sei die Situation für das IKE auch finanziell schwieriger geworden: „Wir bekommen keine Spenden mehr!“

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Kommentare

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Thea Jüttner am :

Ich bedauere es sehr, dass Frau Ankay-Nachtwein nicht zwischen meiner Person und meinem Mandat als Sprecherin der CDU–Fraktion im städtischen Migrationsausschuss unterscheiden will oder kann. Frau Ankay-Nachtwein vermittelt den Anschein, als wäre sie nicht Teilnehmerin in der gleichen Ausschusssitzung wie ich gewesen, oder sie hat die Inhalte und Intentionen meiner Einlassungen schlichtweg nicht verstanden. Deshalb nochmals zum Verständnis und zur Klarstellung: 1. Die CDU–Fraktion hat sich für einen Frauenschwimmtag, ähnlich der Frauen–Sauna, ausgesprochen. Dass dies, nach intensiver Prüfung, schon aus Kostengründen nicht verwirklichen werden kann, mussten wir im Ausschuss mit Bedauern zur Kenntnis nehmen. 2. Die CDU–Fraktion hat klar und deutlich ihr Unverständnis ausgesprochen zu Extra-Sportangeboten für muslimische Frauen und dann noch zum halben Beitrag. Im Sinne der Integration sind wir der Meinung, dass es genügend Vereinsangebote für Frauen gibt, die auch muslimischen Frauen offen zur Verfügung stehen. Wir konnten nachvollziehen, dass - wenn Vereine im Rahmen von Schnupperangeboten eine Ermäßigung gewähren, die alle Frauen bekommen können - dies innere Angelegenheit der Vereine ist. 3. Ich verwahre mich mit Entschiedenheit gegen den – unter Ausnutzung meiner Abwesenheit, so dass ich mich nicht wehren konnte - von Frau Ankay-Nachtwein gegen mich persönlich erhobenen Vorwurf, ich sei mitverantwortlich, dass der IKE in eine muslimisch-türkische Ecke gestellt werde und daher keine Spenden mehr bekomme. Das ist kein guter Stil und auch sachlich falsch. Ich fordere Frau Ankay-Nachtwein nachdrücklich auf, diese Äußerung öffentlich zurück zu nehmen.

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