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... und Richard Gertenbach blickte wohlgefällig hernieder

Peter Harnischmacher alias Richard Gertenbach vor der Kamera der WDR-Lokalzeit aus Wuppertal. Gesendet wird nächsten Donnerstag ab 19.30  Uhr. Fotos: Lothar KaiserWohlgefällig blickte gestern Abend Bürgermeister Richard Gertenbach 35 Jahre nach seinem Tod aus seinem goldenen Bilderrahmen auf die illustre Gesellschaft nieder, die sich im Saal des Lüttringhauser Rathauses an festlich gedeckten Tischen zu einem Sechs-Gang-Menü niedergelassen hatte. Eine „hochansehnliche Festversammlung“, der Alt-Bürgermeister Peter Harnischmacher im (von der Volksbühne Lüttringhausen geliehenen) schwarzen Gehrock seinen „ehrerbietigen und tiefempfundenen Dank für die freundliche Annahme der Einladung“ aussprach. In der Rolle von Ehrenbürger Gertenbach, Bürgermeister von 1890 bis 1925, zitierte er aus den Reden, die vor hundert Jahren zur Einweihung des Lüttringhauser Rathauses gehalten worden waren – durchzogen von Treueschwüren auf Gott, Kaiser und Vaterland, die Heimat Lüttringhausen nicht zu vergessen.

Drei Induktions-Kochtöpfe und ein großer Backofen reichten Markus Körst, um ein exzellentes Sechs-Gänge-Menü zu zaubern.Der Heimatbund Lüttringhausen mit Peter Maar an der Spitze hatte die Idee gehabt, im historischen Saal, teilweise auf original Stühlen von damals, das Festbankett zur Ratshauseinweihung zu wiederholen – mit (fast) der gleichen Speisefolge: Mock-Turtle-Suppe / Kalbskraftbrühe, Steinbuttfilet auf holländische Art mit einem Hauch von Estragon, pochierte Ochsenlende mit Rotweinreduktion und Gemüsekörbchen, Masthuhnbrust auf Kürbis Chutney mit Schupfnudeln, Variationen von der Zwetschge und karamellisierter Ziegenkäse mit Feigensenf. Ein Essen, das Markus Kärst, Junior-Chef des Hotels Kromberg, und seinem Team nach dem letzten Gang viel Beifall einbrachte.

Immer wieder unterbrochen von Richard Peter Harnischmacher-Gertenbach (so Peter Maar) und den 100 Jahre später teilweise komisch/schwülstigen Formulierungen unserer Altvorderen, dauerte das Festmenü fast vier Stunden, ohne dass Langeweile aufkam. Dafür sorgte auch Oberstudienrat Hagen Feldsieper, der die Sinnsprüche wiedergab, die Honoratioren der Kleinstadt Lüttringhausen zur Grundsteinlegung und später zur Einweihung des Rathauses vorgetragen hatten, auch sie mit „verbalem Stehkragen“ und noch dazu meist im Reimform.

Vergnüglich, da nicht ohne Selbstironie, waren auch die kleinen Seitenhiebe auf „den Nachbarn Remscheid“, die sich Harnischfeger nicht verkneifen konnte. Etwa, als er Bürgermeisterin Monika Hein begrüßte und dabei auf das Schönste hinwies, was Remscheid zu bieten habe: die Straße nach Lüttringhausen. Oder wenn er feststellte, Lüttringhausen feiere das 100-jährige Bestehen seines Rathauses fünf Tage lang (auch heute und am Sonntag gibt es im Ratssaal ein Festessen; für Sonntag sind noch zehn Karten zu haben), Remscheid dagegen 200 Jahre Stadtrechte an einem einzigen Tag (morgen). Das spornte Bezirksvorsteher Philipp Veit an: „Lennep hat was, aber Lüttringhausen ist was!“

Vier Stunden, in denen keine Langeweile aufkam.„Möge der Neubau zur Freude und zum Segen gereichen, der Bürgerschaft zum Ruhm, der Stadt zur Zierde“, zitierte Harnischmacher weiter aus der Einweihungsfeier vor 100 Jahren. Und verriet bei der Gelegenheit, dass der Bau damals 142.000 Mark gekostet habe – „dank der guten Finanzverwaltung ohne Belastung des Steuerzahlers“.

Am Flügel begleitete Margot Müller-Alm das Festmahl mit der Musik, die 1908 das Philharmonische Orchester Elberfeld dem „ehrenwerten Publikum dargebracht“ hatte. Und sie begleitete auch den Chor, zu dem sich die 75 Festgäste schließlich vereinten. Mit dem Lied, das auch vor 100 Jahren gesungen worden war, geschrieben vom damaligen Beigeordneten Albert Braselmann. Vier Verszeilen als Kostprobe: „Es soll das offne freie Wort, den würd’gen Raum belegen. Und das Bestreben, Stadt und Ort, zu fördern und zu heben!“

Große Worte waren damals groß in Mode. Nicht nur in Lüttringhausen.

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