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Geldquelle für Arbeitslosenzentrum versiegt schon bald

Das Arbeitslosenzentrum Remscheid des Diakonischen Werks neben der evangelischen Stadtkirche am Markt ist für viele (Langzeit-)Arbeitslose eine „feste Bank“. Hier finden Sie Rat, Verständnis und Motivation. Doch ob das Beratungsangebot auch künftig in gleichem Maße beibehalten werden kann wie bisher, ist mehr als fraglich. Denn der Hinweis auf einer Internetseite des Evangelischen Kirchenkreises Lennep, dieses Angebot werde aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert, trifft nicht mehr lange zu: Zum 1. Oktober versiegt diese Quelle. Im vergangenen Jahr erhielt das Arbeitslosenzentrum an ESF-Mittel noch 64.091 €. Das war der überwiegende Teil des Jahresetats, zu dem ansonsten noch 2.500 € aus dem Fördertopf „Jugend in Arbeit plus“ und an Eigenmitteln 43.000 Euro vom Ev. Kirchenkreis und Diakonisches Werk kamen. Ralf Basties und Olaf Potthof vom Diakonischen Werk hatten deshalb gestern für die Mitglieder des städtischen Sozialausschusses eine schlechte Nachricht: Zum 1. Oktober muss die Planstelle eines Sozialarbeiters/Sozialpädagogen/in gestrichen werden. Sie läßt sich mit dem niedrigeren Etat nicht mehr finanzieren. Übrig bleiben somit nur eine halbe Beraterstelle und vier Mitarbeiter/innen auf der Basis von Ein-Euro-Jobs.

Ob da denn nicht die ARGE etwas machen könne, wollte Ottmar Gebhardt (CDU) wissen. Doch ARGE-Chef Dirk Faust winkte ab: „Eine institutionelle Förderung durch die ARGE ist im Gesetz nicht vorgesehen, wohl aber die einzelner Arbeitsloser. Vielleicht gelingt uns auf diese Weise etwas zu Gunsten des Arbeitslosenzentrums!“

Sozialdezernent Burkhard Mast-Weisz. Foto: Lothar KaiserÄrgerlich reagierte Sozialdezernenz Burkhard Mast-Weisz auf den Wegfall der ESF-Mittel: „Entscheidungen auf Landesebene zu Lasten der Kommunen kommen fast schon regelmäßig. Wir sind wieder mal die Gekniffenen, denn das geht ganz klar zu Lasten der Infrastruktur der Stadt!“ In den nächsten Tagen werde man gemeinsam mit dem Diakonischen Werk und der ARGE nach Lösungsmöglichkeiten suchen und das Ergebnis den Fraktionen sofort mitteilen. Denn das war für Brigitte Neff-Wetzel (SPD) klar: „Das ist ein Thema für die nächste Fraktionssitzung!“

Nachfolgend dokumentiert der Waterbölles den Powerpoint-Vortrag von Olaf Potthof zum Arbeitslosenzentrum Remscheid:

„Am 31. August waren in Deutschland 3.196.000 Menschen arbeitslos gemeldet, davon in Remscheid 4.871. Damit liegt die örtliche Quote (8,2 Prozent) über der Gesamtquote (7,6 Prozent). Von den  4.871 Arbeitslosen erhielten 3.536 Leistungen nach SGB II (72,59 Prozent). Die Zahl der ALG II Empfänger liegt (auch) in Remscheid mit 7.414 deutlich darüber.

Im vergangenen Jahr zählte das Arbeitslosenzentrum 1717 Besucher (521 weibliche und 1196 männliche, davon waren 178 jünger als 25 Jahre, 829 zwischen 25 und 50 und 647 über 50. Das – kostenlose -Angebot richtet sich an arbeitslose Menschen , Erwerbstätige, die von Arbeitslosigkeit bedroht sind, TeilnehmerInnen von Qualifizierungsmaßnahmen, Menschen „nach der Familienphase“ und Angehörige. Die Ziele:

  • auf die Situation von Arbeitssuchenden aufmerksam machen
  • berufliche Perspektiven entwickeln
  • vorhandenes, brachliegendes Wissen und Fähigkeiten nutzen
  • Selbstwertgefühl steigern
  • gegenseitige Unterstützung
  • Erfahrungen austauschen
  • gemeinsame Aktivitäten/Projekte planen und durchführen

(Langzeit)arbeitslosigkeit bedeutet Armut und soziale Ausgrenzung für die Betroffenen und ihre Familien sowie Lasten für die Wirtschaft und die Gesellschaft:

  • finanzielle Einbußen
  • Verschuldungsrisiko
  • Statusverlust
  • Resignation
  • psychosomatische Reaktionen (z. B. Depression, Apathie, usw.)
  •  Suchtverhalten

Die Angebotsschwerpunkte

1. Begegnungs- und Kontaktstelle

  • Begegnungs- und Betätigungsmöglichkeiten
  • Bildungs- und Freizeitmöglichkeiten
  • Strukturierung des Tagesablaufes
  • Informationsbörse (Tageszeitungen, Literatur + Internet)
  • Ehrenamtliche Tätigkeit
  • Stabilisierung und Aktivierung durch gemeinsame Aktivitäten
  • Schnittstelle zur „Citykirche“  + Netzwerk Diakonie mit ihren Angeboten

2. Einzel- und Gruppenangebote:

 - Informationsveranstaltungen

  • rechtlichen Fragen rund um das Thema Arbeitslosigkeit
  • psychosoziale Folgen von Langzeitarbeitslosigkeit
  • Hilfe zum (Über)leben am Existenzminimum
  • Schreib- und Bewerbungsoffice
  • Stellensuche im Internet
  • Antrags- und Formularlotse
  • Sichtung und Ergänzung von Bewerbungsunterlagen
  • Erstellung von Bewerbungsschreiben am PC
  • Gestaltung von Deckblatt und Lebenslauf
  • Beratung bei Formalitäten

- Beratung

  • Beratung über Arbeitslosigkeit, ALG I + ALG II, Sozialhilfe und Grundsicherung
  • Grundauskünfte der angrenzenden Rechtsbereiche (z.B. Kindergeld + Wohngeld)
  • Entwicklung und Umsetzung der beruflichen Perspektive
  • Unterstützung bei Behördengängen und Formalitäten
  • Information über Rechte und Pflichten
  • psychosoziale Beratung zum Abbau persönlicher Problemlagen
  • Weiterleitung und Kontaktaufnahme zu anderen Einrichtungen

3. Das Arbeitslosenzentrum erbringt Beratungsleistungen im Rahmen der Landesinitiative „Jugend in Arbeit plus“

  • Ansprache und ausführliche Erstberatung der Jugendlichen
  • Erstellung eines individuellen beruflichen Entwicklungsplans
  • Flankierung und Begleitung berufsorientierter und berufsvorbereitender Maßnahmen
  • Vermittlung auf einen betrieblichen Arbeitsplatz in Kooperation mit Fachkräften der Kammern und der Arbeitsverwaltung
  • Nachgehende Beratung und Klärung des Verbleibs nach sechs Monaten

Öffnungszeiten des Arbeitslosenzentrums: Montag – Donnerstag 9 bis 16 Uhr und Freitag 9  bis 15 Uhr.

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Kommentare

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Kai Reumschüssel am :

Schade dass die Finanzierung ausläuft. Die soziale Kälte hat wieder mal zugeschlagen. Wenn das Arbeitslosenzentrum dicht machen müsste mangels Finanzmitteln, wäre das nicht nur traurig, sondern der Beginn des sozialen Winterschlafs der BRD.

Chronist am :

Wie in der Sitzung des Sozial- und Gesundheitsausschusses angekündigt, haben unter Beteiligung der Bundesagentur, der ARGE, der Diakonie und der Stadt Gespräche über eine Arbeitslosenberatung stattgefunden, das letzte am heutigen Tage. Das Ergebnis, mitgeteilt per E-Mail von Sozialdezernent Burkhard Mast-Weisz: Die ARGE wird die Diakonie beauftragen, Beratungs- und Unterstützungsangebote für Langzeitarbeitslose vorzuhalten. Dafür wird sie eine Fachstelle für die Beratung fördern. Die Diakonie wird ihrerseits die schon bisher aus eigenen Mitteln erbrachten personellen und sächlichen Leistungen (Arbeitslosenzentrum) weiterhin aufbringen. Darüber hinaus werden 2 1/2 Stellen eingerichtet, die mit Mitteln der ARGE zu 75% gefördert und mit Menschen mit besonderen Vermittlungshemmnissen besetzt werden. Diese werden den Treffbereich des Arbeitslosenzentrums mit unterstützen. Mast-Weisz: „In den kommenden Tagen muss noch der Feinschliff erfolgen. Der Start soll möglichst noch in diesem Jahr erfolgen Ich danke allen Beteiligten für die gute und ergebnisorientierte Arbeit.“

Kai Reumschüssel am :

Prima! Was für ein Erfolg, die soziale Kälte taut auf.

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