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Bürgerempfang: Rathaus Lüttringhausen zum Bersten voll

Foto: Lothar Kaiser

Wenn es drauf ankommt, rücken die Lüttringhauser Bürger zusammen. Das gilt im Großen (Spenden für die Beleuchtung des Rathauses) wie im Kleinen (seit einigen Wochen treten der Männergesangverein Klausen und der Lüttringhauser Gesangverein unter der Leitung von Margot Müller-Alm gemeinsam auf). Für „Sangesbruder“ Klaus Everling ein doppelter Grund, „stolz zu sein auf diese große Solidargemeinschaft“. Foto: Jochen WendeHeute versammelte sie sich im 100 Jahre alten Lüttringhauser Rathaus, und der in den vergangenen Wochen stimmgewaltiger gewordene Chor sorgte für den musikalischen Rahmen. „Zum Bersten voll“ war es im Ratssaal und auf den Fluren, so viele Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung der Bezirksvertretung Lüttringhausen gefolgt. Der „Bürgerempfang“ war Teil des Rathaus-Jubiläums, das morgen mit einem „Vereinsfest“ fortgesetzt wird.

Wie bei der Einweihung des Rathauses vor 100 Jahren eröffneten vier Turmbläser den Bürgerempfang. Dazu konnte Bezirksvorsteher Philipp Veit neben „Oberbürgermeisterin Beate Wilding aus Remscheid“ auch den Bundestagsabgeordneten Jürgen Kucharczyk (SPD) und die Landtagsabgeordnete Elke Rühl (CDU) begrüßen sowie zahlreiche Kommunalpolitiker und Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Wobei Wilding später das „aus Remscheid“ geschickt aufgriff: „Ich kannte Lüttringhausen schon, da konnte ich den Namen noch gar nicht schreiben – ich bin hier zur Schule gegangen“.

Die Oberbürgermeisterin zeigte sich erfreut, dass es in den vergangenen Wochen gelungen sei, die Außenfassade des Rathauses in ursprünglicher Gestalt wieder herzustellen; es erstrahle förmlich in neuem Glanz. Veit hatte zuvor einen kurzen Rückblick auf die Geschichte des Gebäudes gegeben, gespickt mit Zitaten von Richard Gertenbach, Lüttringhauser Bürgermeister von 1890 bis 1925. Da durfte auch Arthur Schmidt, der Erbauer des Lüttringhauser Rathauses nicht unerwähnt bleiben; Enkel Dr. Wilhelm Schmidt war zum Bürgerempfang aus Frankfurt angereist.

 Zur Einweihung des Rathauses vor 100 Jahren hatten betuchte Honoratioren der Kleinstadt Lüttringhausen einen Großteil der Innenausstattung gestiftet – Bilder, Stühle und Kronleuchter, erinnerte Philipp Veit des weiteren. Manches sei im Laufe der Jahre verschwunden. Ein „gutes Stück“, ein Glasfenster aus dem alten Rathaus, fand sich dieser Tage jedoch im Standesamt in Lennep wieder und konnte zum Rathausjubiläum nach Lüttringhausen zurück geholt werden. Veit: „Dass die Lüttringhauser Bürger ihre Spendenfreudigkeit beibehalten haben, beweist die neue Rathausbeleuchtung!“ (Später, in der Dämmerung, wurde sie erstmals eingeschaltet.) Allerdings räumte Veit auch ein, dass die Beleuchtung noch nicht so weit gediehen sei, wenn es dem Heimatverein Lüttringhausen und seinen Vorsitzenden Peter Maar nicht gegeben hätte.

„Mit ehrenamtlichen Engagement lässt sich eben viel bewegen“, lobte Oberbürgermeisterin Wilding und bedankte sich bei Veit und Maar mit einer Kaffeetasse und einer Uhr, beides mit dem Lüttringhauser Wappen versehen. Und als „Gastgeschenk“, das im Ratssaal einen festen Platz bekommen wird, hatte sie ein Ölgemälde mitgebracht. Wilhelm Lange sen. habe das Portrait von Reichskanzler Otto von Bismarck damals zur Einweihung des Rathauses gestiftet, wußte Peter Maar. Später dann muss das Bild (als „Beutekunst“) im Rathaus Remscheid gelandet sein. Maar bedankte sich für die Rücklieferung, konnte sich jedoch die Frage nicht verkneifen „…und wo sind die prächtigen Kronleuchter von einst?“ Sie sind „verschott“ gegangen und bleiben wohl auch künftig unauffindbar. Deshalb habe sich der Heimatverein entschlossen, den Reinerlös seines Pilsglas-Verkaufs (5.000 Euro) für eine neue Ausleuchtung des Ratssaal zur Verfügung zu stellen. Maar: „Die Firma Dinnebier aus Wuppertal, die die Rathausbeleuchtung konzipiert hat, räumt 20 Prozent Rabatt ein. Für 8.448 Euro lässt sie den Saal in neuem Glanz erstrahlen – und vielleicht auch manchem Mitglied der Bezirksvertretung ein Licht aufgehen!“

Wie wäre es also, fragte Maar die Oberbürgermeisterin, wenn die Stadt ihrerseits 3.000 Euro beisteuern würde „im Wege der Wiedergutmachung“? – Wilding lächelte, sagte dazu aber nichts – und bedankte sich ihrerseits für 14 hochwertige Außenstrahler im Werte von 11.000 Euro. Der Heimatbund übereignet sie der Stadt Remscheid mit der Auflage, damit abends künftig das Lüttringhauser Rathaus ins rechte Licht zu setzen, auch im fernen Remscheid noch erkennbar, und sie „nicht zweckzuentfremden für die Lenneper Stadtkirche oder das Rathaus in Remscheid“. Und bekam gleich eine Spende zurück. Eine Lüttringhauser Bürgerin hatte eine Radierung des alten Rathauses angefertigt und rahmen lassen. Das lasse sich zu Gunsten des Heimatbundes sicherlich demnächst versteigern, sagte sie Peter Maar. Denn Geld für eine gute Sache werde bekanntlich immer gebraucht.

Die Besichtigung der von Wilhelm Hefendehl zusammengestellten Ausstellung zum Rathaus-Jubiläum sparten sich nach dem Bürgerempfang manche Lüttringhauser für später auf, andere bestiegen den Rathausturm, begleitet von den „grünen Turmführern“ Stefan Jasper und Bernhard Ruthenberg. Die meisten jedoch wollten erst einmal aus der drangvollen Enge hinaus ins frische Freie. Auch die Mitglieder des Männergesangvereins. Denen hatte Philipp Veit versprochen, dort warte ein frisch gezapftes Pils auf sie. Bezirksvorsteher Philipp Veit beim Bürgerempfang. Foto: Lothar Kaiser

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