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Depressionen an der Spitze der psychischen Erkrankungen

Die Häufigkeit psychischer Erkrankungen in der Bevölkerung steigt, zumindest für den Bereich depressiver Erkrankungen und Suchterkrankungen, was nicht losgelöst von den gesellschaftlichen und ökonomischen Veränderungen zu sehen ist. Sozial bedingte individuelle Notlagen wie z. B. Arbeitslosigkeit führen verstärkt zu psychischen Krisen und mindern gleichzeitig die Heilungsressourcen der Betroffenen. Das informell unterstützende System wie z. B. die Familie ist den gesellschaftlichen Veränderungen unterworfen und federt Krisen nicht mehr im gleichen Maße ab. Das Gesundheitssystem steht insgesamt unter einem starken Verteilungsdruck. Der Versuch der Kosteneindämmung führt zur Verknappung von Möglichkeiten in der Behandlung: Die Klinik muss unter dem ökonomischen Druck der Kostenträger ihre Therapiezeiten verkürzen und kann manchen Patienten nicht völlig austherapieren, was nur zu einer Teilbesserung und vielleicht sogar Chronifizierung beitragen kann  Durch die Budgetierung verschreiben Hausärzte die teuren Medikamente für psychisch Kranke nicht mehr, sondern verweisen auf den Facharzt, mit der Folge der Verknappung der Kapazitäten dort.

Es gibt zwar mehr psychologische Psychotherapeuten, aber sie sind – auch bedingt durch die oben geschilderten gesellschaftlichen Probleme – ausgelastet. Im Laufe der letzten Jahre, parallel zum Aufbau der psychologischen Psychotherapie im Rahmen der Krankenversorgung, sind bestehende Beratungsstellen als Reaktion auf teilweise massive Streichungen von Zuschüssen in großem Stil dazu übergegangen, vorher angebotene psychotherapeutische Versorgung ihrer Klienten immer weiter einzustellen, so dass sich die vermeintlich zugenommene Versorgung durch die neuen Psychotherapiepraxen zumindest relativiert haben dürfte. Die psychiatrische Krankenpflege wird auf vier Monate befristet und bestimmte Krankheitsbilder werden ausgenommen.

In der AG Allgemeinpsychiatrie wurden diese Sachverhalte kontrovers diskutiert und fanden Niederschlag in folgender Handlungsempfehlung: Es wird eine zeitlich befristete Arbeitgruppe aus Fachleuten der stationären und der ambulanten Versorgung (Ev. Stiftung Tannenhof / Kassenärztliche Vereinigung / Ärztekammer / Gesundheitsamt) gebildet, die ein Verfahren zur Verbesserung in der Zusammenarbeit der ambulanten psychiatrischen und psychotherapeutischen Versorgung und der zügigen Anschlussbehandlung erarbeitet.

(Aus „Psychiatrische Versorgungsstrukturen, Teil V: Allgemeinpsychiatrie“, herausgegeben von der Stadt Remscheid im September 2008, Redaktion: Frauke Turk, in der Reihe „Remscheider Gesundheitsberichte“ des Gesundheitsamtes der Stadt Remscheid.)

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