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In Remscheid gibt es keine ergotherapeutische Praxis

Für bestimmte Krankheitsbilder wie Depressionen, Angststörungen und bestimmte Persönlichkeitsstörungen (z. B. Borderline) ist ambulante Ergotherapie ein sinnvoller Teil der Behandlung. Ziel ist das Training von Belastbarkeit im Arbeitsbereich und die Entwicklung einer Perspektive für die Betroffenen. Erfahrung in der Behandlung psychisch Kranker ist Voraussetzung für einen Erfolg der Ergotherapie, d.h. die ergotherapeutische Praxis muss sich in ihrem Angebot auf die PatientInnen ausrichten. Dazu gehören individuelle Diagnostik, Zielorientierung und angemessene Schulungsmaßnahmen. Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) kann ergänzend eingesetzt werden. Ergotherapie wird als Einzel- und Gruppentherapie mit individuell unterschiedlicher Frequenz angeboten. Die Ergebnisse sind gut bis hin zur Vermittlung in den 1. Arbeitsmarkt. Grundsätzlich kann der behandelnde Facharzt 4 x 10 Verordnungen für ambulante Ergotherapie ausschreiben, allerdings zu Lasten des Heilmittelbudgets. Wenn nach 3-monatiger Pause die Weiterführung der Ergotherapie eine Integrationsperspektive eröffnet, kann es zu weiteren Verordnungen kommen.

In Remscheid gibt es keine ergotherapeutische Praxis, die auf die spezifischen Bedürfnisse psychisch Kranker eingerichtet wäre. Remscheider Patienten besuchen 2 Praxen in Wuppertal auf. Das Angebot in Trägerschaft der Bergischen Diakonie Aprath bietet Beschäftigung im gewerblichen Bereich, die Praxis Schulz orientiert sich auf den nicht-gewerblichen Bereich. Ein gravierendes Problem sind die Fahrtkosten, die das Angebot hochschwellig machen. Bei einer Lösung dieses Problems würden sicher mehr PatientInnen (geschätzt: 30 bis 40 Remscheider zurzeit in ergotherapeutischer Behandlung in Wuppertal) davon Gebrauch machen, was aber für die überweisenden Ärzte Budget-Überschreitungen nach sich ziehen dürfte.

Im Rahmen der Integrierten Versorgung Depression mit der Technikerkrankenkasse wird eine Aufnahme ambulanter Ergotherapie als Modul angestrebt. Eine Ausweitung auf andere Diagnosegruppen und Krankenkassen sollte Ziel der weiteren Entwicklung sein. Für die Klienten des Ambulanten Betreuten Wohnens gibt es seit ca. einem Jahr die Möglichkeit von ambulanten tagesstrukturierenden Maßnahmen (Leistungstyp 24) bei stationären Trägern, die kreativtherapeutisch, aber auch arbeitstherapeutisch sein können. Derzeit gibt es eine Gruppe von zehn bis zwölf PatientInnen im Otto-Ohl-Haus für zwei Stunden täglich. Dort werden sowohl hauswirtschaftliche als auch Montagetätigkeiten angeboten und auch die Gruppenfähigkeit trainiert. Der Vorteil der Montagearbeiten sind die 1 € bis 1,50 € Therapiegeld, die durch die Einnahmen erwirtschaftet werden können. Die Teilnehmenden kommen meist aus dem Kreis der BeWo-Betreuten der Evangelischen Stiftung Tannenhof; hier können Fahrkosten übernommen werden.

Es hat sich gezeigt, dass die Einbeziehung von ambulanter Ergotherapie in die Behandlung vor allem für die Integration in Arbeit erfolgreich ist. In Remscheid stehen einer größeren Inanspruchnahme zwei Hürden im Wege, die Fahrkosten und die Grenzen des Heilmittelbudgets. Es wird darum eine Lösung durch folgende Handlungsempfehlung angeregt: Die Geschäftsstelle der Gesundheitskonferenz führt eine Befragung zum Bedarf nach Ergotherapie für psychisch Kranke bei den stationären und ambulanten Fachärzten durch, um eine solidere Grundlage für die Planung zu haben. Die AG Allgemeinpsychiatrie wird darauf aufbauend mit allen Beteiligten Lösungsmöglichkeiten erarbeiten.

(Aus „Psychiatrische Versorgungsstrukturen, Teil V: Allgemeinpsychiatrie“, herausgegeben von der Stadt Remscheid im September 2008, Redaktion: Frauke Turk, in der Reihe „Remscheider Gesundheitsberichte“ des Gesundheitsamtes der Stadt Remscheid.)

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