Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

64 Wohnheimplätze im Augusta-Hardt-Heim in Lennep

Den stationären Pflichtversorgungsauftrag für die Städte Remscheid und Wuppertal nimmt die Evangelische Stiftung Tannenhof wahr. Sie wurde 1896 durch den Provinzialausschuss für Innere Mission im Rheinland, das heutige Diakonische Werk, gegründet. Damals beschloss man, eine Evangelische Heil- und Pflegeanstalt für Geisteskranke, die gleichzeitig „heilbare psychisch Kranke” aufnimmt, mit allen Mitteln zu fördern. Heute ist die Klinik ein Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Neurologie mit 644 stationären Behandlungsplätzen. Die psychiatrische Behandlung in der Evangelischen Stiftung Tannenhof erfolgt sowohl sektorisiert (nach der Herkunft der Behandelten) als auch spezialisiert (nach verschiedenen Behandlungsformen). So verfügt die Klinik u. a. über Fachstationen für Psychosomatik, für depressiv Erkrankte, für Patienten mit chronischen Schmerzsyndromen, für Suchtkranke, für Psychotraumatologie und Langzeit-Rehabilitation sowie das Zentrum für Arbeitsdiagnostik und berufliche Integration (ZABI).  

Den Prinzipien der gemeindenahen Versorgung entsprechend ist die Klinik seit 1979 für die Bereiche Remscheid, Wuppertal-Ost und Wuppertal-West sektorisiert, d. h. die Klinikbereiche werden für die Bürgerinnen und Bürger getrennt, so dass sich auch die Kosten für eine Kommune darstellen lassen. Eine lupenreine Einordnung nach Herkunft lässt sich allerdings nicht vornehmen. Vor allem im Langzeitbereich gibt es BewohnerInnen, die ursprünglich nicht aus Remscheid kamen, jetzt aber durch ihren langjährigen Aufenthalt in der Klinik Remscheider Bürger geworden sind. Mit dieser Einschränkung beziehen sich die nachfolgenden Zahlen auf Remscheider Patientinnen und Patienten. Im Jahr 2007 wurden 1375 Patientinnen und Patienten stationär behandelt. Es ist zu beachten, dass in der Statistik die Entlassungen gezählt werden, nicht die Personen. Es ist durchaus möglich, dass eine Person mehrfach aufgenommen und damit mehrfach gezählt wurde. Bei der vorhandenen Bettenkapazität ergibt sich eine Überbelegung von 110 – 115 Prozent. Die Kostenerstattung erfolgt aber nicht nach der tatsächlich erfolgten Behandlungsdauer, sondern nach dem Bettenschlüssel, so dass bei Überbelegung nur ein Teil der Kosten erstattet wird. Der mehrdimensionale Behandlungsansatz in der Evangelischen Stiftung Tannenhof umfasst allgemein-körperliche, neurologische, medikamentöse, psychotherapeutische, ergo-, physio-, bewegungs- und soziotherapeutische sowie kreativitätsfördernde und körpertherapeutische Maßnahmen. Psychotherapeutisch besteht ein störungsspezifischer Ansatz, bei dem den Bedürfnissen des einzelnen Patienten entsprechend kognitiv-behaviorale (verhaltenstherapeutisch), tiefenpsychologisch fundierte und systemische Techniken angewandt werden. In der Evangelischen Stiftung Tannenhof sind derzeit etwa 50 ÄrztInnen, 15 PsychologInnen und 350 Pflegedienst-MitarbeiterInnen sowie Arbeits-, Ergo-, Musik- und Bewegungstherapeuten beschäftigt.

Das Augusta-Hardt-Heim ist eine Komplexeinrichtung für psychisch kranke Menschen. Sie bietet ambulante und stationäre Hilfen in den Bereichen Wohnen und Tagesstruktur an. Das Heim hält Wohnheimplätze für 64 chronisch psychisch kranke Frauen und Männer im Stadtteil Lennep vor; Träger der Augusta-Hardt-Heim gGmbH sind die Evangelische Kirchengemeinde Lennep und die Evangelische Stiftung Tannenhof. In acht Hausgruppen an drei Standorten, sechs Außenwohngruppen und zwei Trainingswohnungen finden Menschen, die nicht mehr stationärer Behandlung bedürfen, aber aufgrund ihrer psychischen Problematik nicht alleine wohnen können, ein - falls notwendig - dauerhaftes Zuhause. Den BewohnerInnen wird Hilfestellung und individuelle Unterstützung in allen Lebensbereichen angeboten, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Bedürfnisse und Fähigkeiten. Ziel der Arbeit ist es, den Lebensalltag besser zu bewältigen, die persönliche Entwicklung zu fördern und größtmögliche Selbständigkeit zu erreichen. Dies kann sowohl zu einer sinnvollen Lebensperspektive innerhalb des schützenden Rahmens des Augusta-Hardt-Heimes führen als auch zur Vorbereitung auf ein eigenständiges Wohnen. 31 Für die notwendige Betreuung rund um die Uhr sorgt ein aus verschiedenen Berufsgruppen zusammengesetztes Team, das u. a. aus Krankenpflegekräften, SozialpädagogInnen, Hauswirtschaftspersonal und ErgotherapeutInnen besteht. Lebenspraktisches Training, Einzel- und Gruppengespräche, Freizeitgestaltung, hauswirtschaftliche Anleitung, Arztbesuche und Behördengänge sind wichtige Bestandteile der Tagesstruktur der BewohnerInnen. Zu den Angeboten zählen ebenso die stundenweisen Tätigkeiten in der dem Haus angegliederten Ergotherapie und Arbeitstherapie. Hier werden durch den gezielten Einsatz handwerklicher Techniken und Materialien die Aktionsfähigkeit der BewohnerInnen erhalten oder erweitert. Kreativität wird gefördert, wichtige Grundfähigkeiten wie Konzentration und Ausdauer werden trainiert. Ambulant Betreutes Wohnen wird in erster Linie im Sinne der Betreuungskontinuität Menschen angeboten, die nicht mehr der stationären Versorgung unseres Hauses bedürfen. Im Bau befindet sich ein Haus mit 10 Apartments und einer Gemeinschaftswohnung zur Ergänzung des Angebotes im Ambulant Betreuten Wohnen. Für den Sommer diesen Jahres ist der Bezug geplant.

(Aus „Psychiatrische Versorgungsstrukturen, Teil V: Allgemeinpsychiatrie“, herausgegeben von der Stadt Remscheid im September 2008, Redaktion: Frauke Turk, in der Reihe „Remscheider Gesundheitsberichte“ des Gesundheitsamtes der Stadt Remscheid.)

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!