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Die Betreuung richtet sich nach dem individuellen Bedarf

In der Evangelischen Stiftung Tannenhof wird mit dem Bereich Integration ein spezialisiertes Wohn- und Betreuungsangebot für ca. 180 chronisch psychisch kranke und behinderte Menschen zur Verfügung gestellt. Ziel ist die Unterstützung und Förderung erwachsener psychisch behinderter Menschen in den grundlegenden Lebensbereichen „Wohnen, Arbeit, Freizeit, soziale Beziehungen.“ Die Leistungen orientieren sich dabei an dem individuellen Hilfebedarf der Betroffenen. Auf Veränderungen im Hilfebedarf wird so flexibel wie möglich reagiert, hierbei wird auch eine größtmögliche personelle Kontinuität im Betreuungsverlauf angestrebt. Das Angebot des Bereichs Integration richtet sich also speziell an Menschen, die aufgrund ihrer psychiatrischen Erkrankung (Psychose, schizoaffektive Psychose, schwere Persönlichkeitsstörung, usw.) stark beeinträchtigt bzw. behindert sind. Teilweise sind sie schon sehr lange erkrankt und haben gescheiterte z. T. mehrfache Versuche in komplementären Wohneinrichtungen hinter sich. Weiterhin gibt es für Menschen mit sog. Doppeldiagnose (d.h. neben einer Suchtproblematik bestehen weitere psychiatrische Erkrankungen wie Psychose usw.) ein spezielles Hilfeangebot.

Grundsätzlich sollen die angesprochenen Menschen befähigt werden, am gesellschaftlichen Leben, soweit eben möglich, teilzunehmen. Dabei geht es in der Hauptsache darum, sich an den gewünschten und angestrebten Lebensformen zu orientieren und diese in Zusammenarbeit mit verschiedenen Berufsgruppen zu verwirklichen. Derzeit umfasst der Bereich Integration fünf Wohnbereiche innerhalb des Geländes der Evangelischen Stiftung Tannenhof (Haus A1, Wilhelm-Sauer-Haus 1, 2A, 2B und 4) mit insgesamt 110 Plätzen, zwei Wohnbereiche, in denen 48 BewohnerInnen in insgesamt zwölf Wohngruppen zu jeweils vier Personen leben (Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Hildegard-von-Bülow-Haus mit dem Otto- Ohl-Haus),ein Wohnbereich, in dem 26 Bewohner in insgesamt sechs Wohngruppen leben (Außentrainingswohngruppen); hierbei handelt es sich um ein Mehrfamilienhaus und drei Einfamilienhäuser außerhalb des Klinikgeländes, und den Bereich Ambulant Betreutes Wohnen, durch den Klienten betreut werden, die in eigenen Wohnungen im Versorgungsgebiet der Evangelischen Stiftung Tannenhof leben.

Diese verschiedenen Wohnformen unterscheiden sich in ihren Milieus und Unterstützungsmöglichkeiten für die einzelnen Bewohner. Es reicht vom geschützten Rahmen mit sehr dichter Betreuung über kleinere Wohngruppen mit Einzelzimmern bis hin zu dezentralen Wohnangeboten (außerhalb des Klinikgeländes) mit weniger Betreuung. Die Betreuung und die Rahmenbedingungen in den Wohnbereichen richten sich nach dem individuellen Bedarf und nach dem, was dem Einzelnen dienlich ist. Alle Gruppen sind gemischtgeschlechtlich belegt. Die individuelle Gestaltung der Zimmer durch die Bewohnerinnen und Bewohner wird im Rahmen der Möglichkeiten gefördert. Eigenständige abgeschlossene Wohnungen sind in den Abteilungen Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Hildegard-von-Bülow-Haus mit dem Otto-Ohl- Haus und den Außentrainingswohngruppen gegeben.

Für jeden einzelnen Bewohner wird ein individueller Hilfeplan aufgestellt, so dass gezielt Unterstützung gegeben und beispielsweise Tätigkeiten, die in einem Haushalt anfallen (z. B. Einkaufen, Zubereiten von Mahlzeiten, Ordnung halten, Wäschepflege usw.) konkret geübt und erlernt werden können. Die Programme der einzelnen Wohnbereiche sehen eine Vielzahl von Aktivitäten vor, die die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft fördern. Wohnbereichsübergreifend besteht ein differenziertes Angebot tagestrukturierender Maßnahmen. Die Mitarbeiterteams setzen sich zusammen aus (Psychiatriefach-)Gesundheits- und KrankenpflegerInnen, KrankenpflegehelferInnen, PflegehelferInnen, FachärztInnen für Psychiatrie und Psychotherapie, PsychologInnen, SozialpädagogInnen und ErgotherapeutInnen.

 Komplementäre Hilfen bezeichnen professionelle ambulante und stationäre Unterstützungsmaßnahmen in den Funktionsbereichen Wohnen, Freizeit und Arbeit. Sie ergänzen einerseits die ambulanten und stationären Angebote der medizinischen und psychotherapeutischen Behandlung, andererseits stehen sie in Verbindung zu nichtprofessionellen Hilfesystemen (z. B. Selbsthilfe) und den Einrichtungen der allgemeinen Gesundheits- bzw. der Sozialversorgung. Angebote und Hilfen in den Bereichen Wohnen, Freizeit und Arbeit können je nach Problemstellung oder Schweregrad bei jeder psychischen Störung Bedeutung erlangen. Besondere Bedeutung kommt den komplementären Hilfen allerdings bei schweren psychischen Störungen bzw. bei psychischen Behinderungen zu. Letztere sind definiert über eine länger als sechs Monate andauernde Störung der Teilhabe an der Gesellschaft, die sich als Störung in den Bereichen Wohnen, soziale Teilhabe und Teilhabe an Arbeit bestimmen lässt. Die Feststellung einer Behinderung begründet dann auch Leistungsansprüche beim zuständigen Sozialleistungsträger. Es sei allerdings betont, dass bei leichten und mittelschweren psychischen Erkrankungen die Gestaltung von Wohnen, Freizeit und Arbeit „normale“ Lebensvollzüge darstellen. Ggf. notwendige Hilfen erfolgen ganz überwiegend entweder im Rahmen von familiären oder freundschaftlichen Unterstützungssystemen oder durch allgemeine Beratung. Selbst bei schweren psychischen Erkrankungen oder Behinderungen sind komplementäre Hilfen nur in einem Teil der Fälle oder nur vorübergehend notwendig.

(Aus „Psychiatrische Versorgungsstrukturen, Teil V: Allgemeinpsychiatrie“, herausgegeben von der Stadt Remscheid im September 2008, Redaktion: Frauke Turk, in der Reihe „Remscheider Gesundheitsberichte“ des Gesundheitsamtes der Stadt Remscheid.)

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