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Schwierige Eingliederung in den regulären Arbeitsmarkt

Im Mittelpunkt der beruflichen Integrationsarbeit steht die individuelle Lebenszielplanung der Betroffenen, die nach einer psychischen Erkrankung oft ganz neu erfolgen muss. Hier geht es darum herauszufinden, was für die psychisch kranken Menschen überhaupt möglich ist.  Ambulante Erprobung bietet das Sozialpsychiatrische Zentrum in der Tagesstätte an. Das LESOTA-Werk bietet (nach individueller Absprache) im Rahmen unverbindlicher Hospitationen und Praktika die Möglichkeit der Belastungserprobung, allerdings ohne Refinanzierung, denn es gibt keinen Kostenträger für eine Hospitation oder ein Praktikum. Sie erfolgt bei den psychisch erkrankten und behinderten Menschen, die voraussichtlich für eine berufliche Rehabilitationsmaßnahme (Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben) in Frage kommen. Derzeit gibt es finanziert von der ARGE Remscheid ambulante sechs monatige Erprobungsmaßnahmen für ALG-II-EmpfängerInnen mit psychischen Problemen, denen der allgemeine Arbeitsmarkt grundsätzlich nicht auf Grund einer wesentlichen psychischen Behinderung verschlossen bleibt. Das eröffnet Fördermöglichkeiten für einen Personenkreis, der derzeit nur mit Hilfestellung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelbar scheint. Es wird angeregt, die Ergebnisse der Maßnahme auch unter psychiatrischen Aspekten zu evaluieren und nicht nur unter vermittlungsrelevanten Faktoren zu überprüfen.

Die Rehabilitationsmaßnahmen (Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben) werden u.a. im Berufsbildungsbereich des LESOTA-Werks und in Beruflichen Trainingszentren durchgeführt. Im LESOTA-Werk dauern Berufsbildungsmaßnahmen in der Regel 2 Jahre und 3 Monate. Die ersten 3 Monate gelten dabei als Eingangsverfahren, um zu überprüfen, ob die Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) der richtige Ort der Förderung ist. Im Berufsbildungsbereich von LESOTA werden berufsfördernde bzw. arbeitsfördernde Bildungsmaßnahmen durchgeführt. Diese haben das Ziel, den Teilnehmer in die Lage zu versetzen, am Ende der beruflichen Bildungsmaßnahme eine klare, fundierte und realisierbare Aussage über die eigene berufliche Zukunft zu treffen. Das erfordert, dass sich jeder Teilnehmer zumindest ansatzweise als selbstverantwortliche, eigenständige und aktiv handelnde Person sieht und die Verantwortung für die eigene Lebensführung nicht an das Hilfesystem oder andere soziale Systeme delegiert. Im Laufe der beruflichen Bildungsmaßnahme sollen die Teilnehmer durch gezielte Erfahrungen auf der sozialen, kognitiven, emotionalen und der Handlungsebene zur zunehmenden Übernahme von Verantwortung ermutigt werden. Ein weiterer Faktor ist die Auseinandersetzung mit den realen Forderungen der Arbeitswelt hinsichtlich der Fähigkeit, bestimmte Leistungen zu erbringen und sich in einer Gruppe angemessen zu verhalten.

Bei der beruflichen Bildungsmaßnahme hat eine konsequente Ausrichtung der Eingliederungsbemühungen auf die vorhandenen Ressourcen des Teilnehmers zentrale Bedeutung. Es soll mit jedem Maßnahmeteilnehmer eine berufliche Perspektive entwickelt werden, die sowohl den individuellen Fähigkeiten des Einzelnen als auch den tatsächlich realisierbaren Möglichkeiten vor Ort (bei LESOTA, auf dem allg. Arbeitsmarkt, andere berufl. Rehabilitationsmaßnahmen etc.) entspricht. Nach den derzeitigen gesetzlichen Grundlagen besteht ein Anspruch auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben für behinderte Menschen, die wegen Art und Schwere der Beeinträchtigung nicht, noch nicht oder noch nicht wieder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein können. Das LESOTA-Werk schafft die Voraussetzungen, dass psychisch behinderte Menschen - unabhängig von der Ursache, Art oder Schwere der Behinderung - individuell durch geeignete arbeitsfördernde Bildungsmaßnahmen die angemessenen Förderziele mit der Möglichkeit darauf aufbauender Berufsförderungsmaßnahmen anderer Anbieter in Absprache mit dem Träger der Sozialleistungen erreichen können. Die angebotenen Maßnahmen zur beruflichen und persönlichkeitsbildenden Förderung berücksichtigen die unterschiedlichen Arten psychischer Behinderung.

Da sich die Eingliederung in den regulären Arbeitsmarkt wegen der anhaltenden Probleme für Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Behinderungen sehr schwierig gestaltet, sollte nach ortsnahen Arbeitsmöglichkeiten jenseits der Rehabilitation gesucht und die vorhandenen Angebote sinnvoll genutzt werden. Für die psychisch behinderten Menschen, die den Berufsbildungsbereich der Werkstatt für psychisch behinderte Menschen LESOTA-Werk durchlaufen haben und denen auch nach Abschluss der Berufsbildungsmaßnahme der allgemeine Arbeitsmarkt verschlossen bleibt, bietet sich ein Dauerarbeitsplatz im Arbeitsbereich des LESOTA-Werks an. Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben im Arbeitsbereich der WfbM können im Rahmen der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen bewilligt werden, wenn zuvor oder auch zu einem früheren Zeitpunkt bereits Leistungen vorrangiger Kostenträger im Berufsbildungsbereich erbracht wurden und eine Vermittlung in weiterführende berufliche Lehrgänge, Ausbildung, Umschulung, Eingliederung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt auf Grund der psychischen Beeinträchtigung derzeit nicht in Betracht kommt.

(Aus „Psychiatrische Versorgungsstrukturen, Teil V: Allgemeinpsychiatrie“, herausgegeben von der Stadt Remscheid im September 2008, Redaktion: Frauke Turk, in der Reihe „Remscheider Gesundheitsberichte“ des Gesundheitsamtes der Stadt Remscheid.)

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