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Kurt Gerstein: Ausstellung über Kritiker des NS-Regimes

 

Pressemitteilung der ev. Kirchengemeinde Lennep

„Widerstand in SS-Uniform“ ist die Ausstellung überschrieben, die die Evangelische Kirchengemeinde Lennep und die Albert-Schweitzer-Realschule vom 5. bis 17. Oktober im ev. Gemeindehaus Hackenberg, Max-von-Laue-Straße 1°, zeigen. Gewidmet ist sie Kurt Gerstein (1905 - 1945). Der gebürtige Münsteraner, studierter Bergbauingenieur und engagierter Christ, wurde 1933 Mitglied der NSDAP, übte zugleich aber  immer wieder Kritik  am NS-Regime, das seinen christlichen Wertvorstellungen nicht gerecht wurde. Diese Haltung führte 1936 zu seinem Ausschluss aus der Partei; es folgten mehrere Verhaftungen, KZ-Haft und ein Berufsverbot. Die Ausstellung des Archivs der Ev. Kirche von Westfalen wird am 5- Oktober um 19 Uhr mit einer Andacht eröffnet. Anschließend gibt Matthias Rickling, der Kurator der Ausstellung, eine Einführung.

Die Ausstellung will sowohl den Weg dieses Mannes aus den Schülerbibelkreisen und der Bekennenden Kirche  in die SS und Vernichtungslager nachzeichnen als auch seine Versuche würdigen, über den Mord an den Juden Europas zu informieren. Ein Weg, der in seiner Widersprüchlichkeit schwer zu verstehen ist.

In dem Flyer zur Ausetellung heißt es: „Um den Staat Hitlers von innen bekämpfen zu können, trat Gerstein 1941 der Waffen-SS bei. Als Chef der Abteilung Gesundheitstechnik des Hygiene-Institutes der Waffen-SS war er auch mit der Beschaffung des Giftgases Zyklon B beauftragt. So wurde er Zeuge von Massenvergasungen und informierte ausländische Diplomaten sowie hohe Geistliche über die Verbrechen in den nationalsozialistischen Vernichtungslagern.  Nach dem Krieg kam Kurt Gerstein unter bis heute ungeklärten Umständen in französischer Gefangenschaft ums Leben. Der von ihm noch in der Haft verfasste Gerstein-Bericht ist eine der wichtigsten Augenzeugenquellen über die Durchführung des Völkermordes an den europäischen Juden.

Die Einstufung als Mitläufer und Mittäter hat Gerstein auch in der Nachkriegszeit lange begleitet; erst 1963 wurde er rehabilitiert. Seine Rolle als Widerstandskämpfer wurde immer mehr   anerkannt und seine Rolle auch in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand gewürdigt. Vor allem Rolf Hochhuths Stück "Der Stellvertreter" (1963) trug zur Rehabilitierung Gersteins bei. Auf diesem Stück beruht der Spielfilm von Costa-Gavras "Der Stellvertreter", in dem Kurt Gerstein nun ganz im Mittelpunkt steht. Der Film nimmt sowohl fiktive Elemente (so Gersteins Vorstoß gegen die Judenvernichtung beim Vatikan und bei Papst Pius XII.) als auch Fakten aus dem Leben Gersteins auf. Gespielt wird Kurt Gerstein im Film von Ulrich Tukur. Gezeigt wird der Film am Dienstag, 14. Oktober, um 17.30 und 20.15 Uhr im „Metropol” am Markt (Eintritt  vier €). Die Öffnungszeiten der Ausstellung: werktags 10 – 18 Uhr, sonntags ab 11 Uhr); Terminvereinbarung für Schulklassen unter Tel. 0163 1760324. Der Eintritt ist frei.

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