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Sana-Klinikum schickte Rentnerin auf eine ungewisse Reise

Heute kurz vor 11 Uhr am evangelischen Altenheim „Wiedenhof“. Ein Krankenwagen der Remscheider Berufsfeuerwehr fährt vor. Ein Sanitäter und zwei Zivildienstleistende haben eine ältere Dame im Sana-Klinikum abgeholt und bringen sie nun im Rollstuhl zur „Aufnahme“. Es ergibt sich folgender Dialog:

„Wir bringen hier Frau B.“ – „Aber wir haben gar kein Bett frei!“ – „Uns ist gesagt worden, sie käme hier hin!“ – „Ich habe doch vor einer halben Stunde der Sana-Mitarbeiterin erklärt, das ginge nicht. Wir sind voll belegt!“ – „Uns ist aber der Wiedenhof genannt worden.“ – „Vielleicht liegt hier eine Verwechslung vor. Vielleicht war der Abendfrieden gemeint.“

Anruf beim Abendfrieden. Auch dort ist für die alte Dame kein Platz. Zaghaft meldet sie sich zu Wort: „Man will mich hier nicht haben.“ – Die Heimleiterin: „Wir würden gerne. Aber es geht leider nicht.“ – Die Sanitäter: „Dann fahren wir sie eben zurück ins Krankenhaus!“

Per E-Mail bat der Waterbölles das Sana-Klinikum um eine Erklärung für die  Panne, die die alte Dame sichtlich belastet hatte. Antwort von Katrin Krause, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: "Um in dem Fall recherchieren zu können, benötigen wir weitere Angaben von Ihnen - auf jeden Fall aber den Vor- und Nachnamen der Dame und ggf. auf welcher Station sie gelegen hat. Über Ihre Rückmeldung freue ich mich."

Rückmeldung (auch) an dieser Stelle: Ich habe die alte Dame nicht nach ihrem Namen gefragt; sie war schon aufgeregt genug. Und alle übrigen Beteiligten hätten ihn mir aus Datenschutzgründen auch wohl kaum gesagt. Aber ein Anruf beim Rettungsdienst der Feuerwehr wäre für die Sana-Mitarbeiterin sicherlich zielführend!!

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Kommentare

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Peter Matzner am :

Schlimm, ganz schlimm. Das Schlimme in unserer Gesellschaft ist das Desinteresse. Uns allen würde es besser gehen, wenn das nicht wäre. Wir nutzen dieses Forum, um unsere Meinung kund zu tun (zu meckern). Warum fangen nicht alle an, im Kleinen etwas auszurichten? Halten wir es doch mal mit den Pfadfindern: Jeden Tag eine gute Tat! Ich für meinen Teil versuche, dies ab morgen zu realisieren. Machmal reicht auch schon ein freundliches Danke Schon bei der Verkäuferin an der Kasse. Ab und an auch ein wenig Zivilcourage. Manchmal auch das Platz freimachen im Bus. Ab und an auch einfach ein wenig Rücksicht im Alltag. Einfache Formel Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft.

Horst Zolnowski am :

Wie wäre es, wenn Frau Krause in ihrem "Laden", wo "Menschen angeliefert und ausgeliefert werden", nach dem Vor- und Nachnamen der Dame fragt?

Karl F. Voß am :

Was erwartet man eigentlich von privaten, auf Gewinnoptimierung getrimmten Firmen? Warum sollten die im Gesundheitssektor wie Krankenhaus, Krankentransport oder Pflege anders handeln als sonstige Privatunternehmer? Solchen Firmen geht es nur um den Gewinn. Oftmals sind auch noch Aktionäre zu befriedigen. Ausnahmen findet man eventuell bei kleinen Pflegediensten, da ist manchmal der Mensch wichtiger als der Profit. Das sind Entwicklungen, die von großen Teilen der Politik so gewollt sind. Und wer behauptet er habe das nicht gewusst und nicht gewollt, ist entweder unfähig oder ein Heuchler.

Michael Dickel am :

Wenn es wieder kein anderer macht, muss ich wohl widersprechen. Ein privates auf Gewinn orientiertes Unternehmen braucht zufriedene Kunden. Denn sonst ist es schon bald kein gewinnbringendes Unternehmen mehr. Und die Beschwerden über das Remscheider Krankenhaus sind so alt wie das Krankenhaus. Ich bin übrigens auch froh, wenn keiner meiner Angehörigen oder ich drin sein müssen. Deuten Sie das wie Sie möchten.

Fritz Beinersdorf am :

Herr Dickel, ist Gesundheit eine Ware? Ein Krankenhaus sollte entsprechend dem Sozialstaatsgebot unserer Verfassung für die Gesundheit der Menschen da sein und nicht zur Erzielung von Gewinnen. Betrachten wir die betriebswirtschaftliche Situation des Sana-Klinikums, so stellen wir fest, dass auf der Kostenseite zwei große Positionen vorhanden sind: Sachkosten in Höhe von ca. 35 Prozent und Personalkosten von ca. 64 Prozent. Die Gewinnsteigerung zugunsten der Kommanditaktionäre, das sind 33 private Krankenversicherer, bewerkstelligte man zuerst durch Senkung der Personalkosten: Da wurde Personal mittels Outsourcing und Entlassungen abgebaut, dann stellte man die Zeitarbeit in den Dienst der Gewinnmaximierung und hoch qualifiziertem Personal wurde gekündigt. Unter Druck der Arbeitsagentur wurden die Entlassenen in ein Zeitarbeitsunternehmen vermittelt - und schon war dasselbe Personal wieder im Sana-Klinikum beschäftigt, aber fast rechtlos und zu einem bis zu 40 Prozent niedrigeren Gehalt und damit entsprechend weniger motiviert. Diese und ähnliche Vorgänge haben dazu geführt, dass die Gesundheitsversorgung auf der Strecke geblieben ist. Profit ist das erklärte Geschäftsziel von Sana, aber Gesundheit ist keine Ware, sondern ein Menschenrecht! Im Übrigen verweise ich gerne auf die Suchfunktion des Waterbölles, man kann sich dort eine kleine Chronique scandaleuse des Sana zusammenstellen.

Christoph Humpert am :

Erstens: Soweit mit bekannt ist, schreibt das Sana-Klinikum in Remscheid rote Zahlen. Zweitens: Um wieviel Millionen wäre das Remscheider Haushaltsdefizit größer, wenn das Krankenhaus noch in kommunaler Hand wäre? (Frage an Herrn Müller) Drittens: Sana hat Remscheid ein hypermodernes Krankenhaus hingestellt, für Hunderte von Millionen! Scheinbar gibt es in dem Klinikum Missstände, aber dann sollte man den Dialog mit Sana suchen und nicht weiter auf dem Krakenhaus rumhauen! Dann gehen die Leute nach Wuppertal und Wermelskirchen, und Sana wird weiter eine unzureichende Personaldecke in Remscheid haben.

Jürgen Müller am :

Es ist schon interessant zu lesen, dass es Leute gibt, die meinen, sie wären die einzigen, die immer alles Wissen und klarstellen müssen. Gott sei dank gibt es auch Bürger, die nicht sagen es ist eben so, basta. Und wenn immer wieder auf gewisse Mißstände hingewiesen wird, finde ich es legitim. Übrigens, die Privatstationen gibt es erst seit der Privatisierung, in kommunaler Verwaltung aus gutem Grund nicht.

Michael Dickel am :

Für mich erkläre ich die Diskussion über das Fehlverhalten bei dem Transport der alten Dame für beendigt. Denn hier geht es jetzt nur noch um Ideologie. Wenn die Diskutanten mit ihren Argumenten beweisen wollen, es hätte ein solches Verhalten in einem kommunal geführten Krankenhaus nicht gegeben, dann hört es doch auf. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die Vorgänge in der Stockder Stiftung. Ich wiederhole ncoh einmal und appelliere, doch wieder zum Kern des Problems zurückzukehren. Es ist die Gleichgültigkeit gegenüber Menschen und ein Verlust von Menschlichkeit. Die Ursache ist doch kein Gewinnstreben, wenn ich eine alte Dame durch die Gegend fahre. Und damit das auch klar ist. Jawohl, ich habe damals im Rat ebenfalls für den Verkauf gestimmt. Und ich kann diese Entscheidung, die damals in vielen Diskussionen und Beratungen auch mit dem Personalrat gereift ist, auch heute noch verantworten. Es gab und gibt keine Alternative.

Fritz Beinersdorf am :

Herr Dickel, kein Diskutant versuchte den Nachweis zu erbringen, dass der konkrete Fall der "alten Dame" in kausalem Zusammenhang mit der Privatisierung der ehemaligen Städtischen Krankenanstalten besteht. Die Häufigkeit der Beschwerden aus allen Bereichen des Sana-Klinikums lassen diesen Schluss allerdings zu. Wenn Sie für sich und Ihre Angehörigen einen Aufenthalt im Sana-Klinikum ausschließen, nehme ich mir die Freiheit, daraus den Schluss zu ziehen, dass auch Sie an bestimmten Qualitäten des Klinikums zweifeln. Und: Unter dem Vorwand, sich aus einer ideologischen Diskussion zurückziehen zu wollen, hat sich schon so mancher davor gedrückt, zugeben zu müssen, dass ihm die Argumente ausgehen.

Michael Dickel am :

Mir doch nicht - aber nicht in diesem Forum und zu diesem Thema. Ich werde Ihnen nicht mehr Gelegenheit für Ihre Klassenkampftheorien bieten. .

Lutz E. Faßbender am :

Nun, lieber Karl Voß, lieber Fritz, das SANA scheint sich vorgenommen zu haben, sich auf allen Ebenen von Seiten der Leitung als inkompetent beweisen zu wollen, angefangen bei der blamabel und stümperhaften Personalführung und -planung über interne Qualitätssicherung hin zur Außendarstellung. Ich denke, wenn die mal richtig effizient arbeiten wollen, dann sollten sie schleunigst ihr Management abschaffen und das Fachpersonal seine Arbeit wirklich gute und qualitativ hochwertige Arbeit machen lassen.

Hans Gerd Göbert am :

Die Debatten um die Unfähigkeit des Sana-Managements, die Fehler des Pflegedienstes oder Koordinationsprobleme zwischen Klinikum, Feuerwehr und den Heimen sind bestimmt notwendig. Aber sie sind nicht neu. Als ich nach einer schweren OP am offenen Herzen damals die Herzklinik Wuppertal verlassen durfte, freute ich mich auf die Station in den damaligen Städtischen Krankenanstalten. Groß war mein Entsetzen wie auch das der Sanitäter, als man uns dort damit empfing: "Wen bringen Sie uns denn jetzt noch? Wir haben absolut kein Bett mehr frei, nicht mal mehr im Bad. Wir wissen nichts von dieser Einlieferung." Also ging es damals für ein paar Tage zurück nach Wuppertal. Ich möchte damit sagen, dass es überall, menschlich bedingte, Fehler gibt und gab. Nicht erst seit Sana-Zeiten. Sind sind ärgerlich und für die Patienten belastend. Hoffentlich in den meisten Fällen nicht lebensbedrohlich?.Was mich aber nun hauptsächlich interessiert: Was ist aus der alten Damen geworden? Wo ist sie jetzt? Und vor allen Dingen - wie geht es ihr? Vielleicht weiß das ja jemand? Sie wird wohl seitdem nicht mehrere Nächte im Krankenwagen verbracht haben? Dass Fred Schulz mit freundlicher Unterstützung der Ratsmehrheit uns den Sana-Verein eingebrockt hat, weiß doch jeder. Nur will es der eine oder andere der damaligen Entscheider heute nicht mehr wissen.

Jürgen Müller am :

Die Überlastung der Mitarbeiter im Sana Klinikum ist keine Ausnahme mehr. Bei Drei-Bett-Zimmern werden regelmäßig Betten an die Wand geschoben, das Bettenhaus Süd BS 2, BS 3 sind zu Privatstationen ausgebaut worden, und meiner Meinung nach werden dort die Patienten noch als Patienten versorgt. Zur Demonstration am 25.9.08 in Berlin, wo es um das Krankenhausbudget ging, waren von Sana nur 16 Mitarbeiter gefahren. Dabei hatte die Geschäftsführung im Sana Klinikum diese Aktion unterstützt. Wenn das Personal allerdings so dünn besetzt ist, das man nicht mehr als 16 Leute zusammen bekommt, ist es traurig. Im Interesse aller Patienten und des Personals ist eine Aufstockung des Pflegefachpersonals dringend erforderlich.

Chronist am :

Vom Einzelfall zur Fundamentalkritik geht es, wie diese Geschichte gezeigt hat, manchmal recht schnell. Vielleicht wäre es anders gekommen, wäre die Anfrage des Waterbölles vom Sana Klinkum nicht erst heute Nachmittag telefonisch beantwortet worden. Danach ist die alte Dame nach Handy-Rückfrage auf der Sana-Station nicht dorthin zurück, sondern in die Stockder Stiftung gebracht worden. Es habe sich um ein bedauerliches Versehen der Statinsschwester gehandelt, dass sie zunächst zum Wiederhof gebracht worden sei.

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