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Offener Brief von OB Wilding zur Schließung von SinnLeffers

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Oberbürgermeisterin Beate Wilding hat unmittelbar nach ihrer Rückkehr von der Immobilienmesse EXPO REAL auf das Schreiben des Vorsitzenden der CDU Ratsfraktion, Herrn Karl-Heinz Humpert, vom gestrigen Tage mit einem offenen Brief reagiert. Der Brief hat folgenden Wortlaut:

"Sehr geehrter Herr Humpert,

aus Anlass der Schließungsankündigung des Kaufhauses SinnLeffers baten Sie mit Schreiben vom gestrigen Tage darum, im Rahmen einer Sondersitzung des Hauptausschusses darüber informiert zu werden, welche Gespräche mein Zentraldienst für Stadtentwicklung und Wirtschaft und ich mit dem Insolvenzverwalter sowie mit dem Eigentümer der Immobilie geführt haben, um eine drohende Schließung zu vermeiden. Sie begründeten Ihren Antrag damit, dass bereits seit Längerem bekannt gewesen sei, dass das Kaufhaus SinnLeffers Insolvenz angemeldet hätte und es meine Aufgabe gewesen wäre, gemeinsam mit meinem Zentraldienst für Stadtentwicklung und Wirtschaft die Schließung des Remscheider Standortes abzuwenden.

Mit Schreiben vom 5. August 2008 haben mich Herr Patrick Fellner und Herr Karsten Oberheide als Geschäftsführer der Warenhauskette SinnLeffers darüber in Kenntnis gesetzt, dass die SinnLeffers GmbH am 7. August 2008 beim Amtsgericht Hagen ein Insolvenzplanverfahren in Eigenverwaltung beantragen wird. Die Geschäftsführer führten aus, man habe in den vergangenen Jahren SinnLeffers umfassend restrukturieren, das Sortiment hochwertiger ausrichten und die Marke neu positionieren können. Hierdurch habe die Umsatzentwicklung in den vergangenen Quartalen das Marktniveau überschreiten können. Auch hätte durch die Vereinbarung von Sanierungstarifverträgen eine Kostenreduktion stattgefunden.

Ein wesentlicher Faktor, der die Liquidität und das Eigenkapital von SinnLeffers belaste, seien aber die laufenden Mietzahlungen. Daher stehe man derzeit mit den Vermietern in Kontakt, um eine Reduzierung der Mietbelastung zu erreichen. Als Ziel des Insolvenzplanverfahrens wurde die dauerhafte Sanierung des Unternehmens und damit die Sicherung des Fortbestandes formuliert. Zu diesem Zweck sei der Sanierungsexperte und Rechtsanwalt Detlef Specovius durch den Aufsichtsrat in die Geschäftsführung berufen worden. Der Insolvenzplan würde indes die Zerschlagung des Unternehmens vermeiden und eine Neustrukturierung ermöglichen. Abschließend sicherten Herr Fellner und Herr Oberheide zu, mich zeitnah über jedwede aktuelle Entscheidung zu informieren.

Um dazu beizutragen, dass die gefährdete frühere Karstadt-Tochter Sinn Leffers wie auch die Töchter Wehmeyer und Hertie in der aktuellen Finanzkrise bestmöglich unterstützt werden, habe ich mich am 14. August 2008 unmittelbar an die Remscheiderinnen und Remscheider gewandt. Ich habe dazu aufgerufen, mit vereinter Kraft und Kundentreue die Marktposition unserer Filialen zu stärken. Gleichwohl habe ich versichert, dass seitens der Stadt Remscheid nichts unversucht bleiben wird, um zum Erhalt der bedrohten Filialen beizutragen.

Am 26. August 2008 habe ich schriftlich gegenüber der Geschäftsführung des Unternehmens SinnLeffers meine große Sorge über die bedrohte Existenz der Textilhandelskette SinnLeffers zum Ausdruck gebracht. Des Weiteren habe ich meiner Hoffnung Ausdruck verliehen, dass durch das beabsichtigte Insolvenzplanverfahren in Eigenverwaltung eine Rettung des Unternehmens und ein Erhalt des Standortes Remscheid möglich ist. Auch habe ich deutlich herausgestellt, dass die im Zentrum unserer Stadt liegende Filiale als bedeutsames Einzelhandelsunternehmen bereits seit Jahrzehnten wesentlich zu der Attraktivität der Innenstadt beiträgt und sich das Haus durch das besondere Warenangebot auch über die Stadtgrenzen hinaus zum wichtigen Kundenmagneten entwickelt hat.

Abschließend habe ich Herrn Fellner, Herrn Oberheide und Herrn Specovius ausdrücklich garantiert, dass die Stadt Remscheid im Rahmen ihrer Möglichkeiten der Wirtschaftsförderung nach Kräften die Bemühungen zum Erhalt des Standortes unterstützen wird und mein Zentraldienst für Stadtentwicklung und Wirtschaft und ich diesbezüglich jederzeit zur Verfügung stehen. Bis zum heutigen Tag hat die Geschäftsführung des Unternehmens SinnLeffers von meinem explizit ausgesprochenen Hilfe- und Unterstützungsangebot keinen Gebrauch gemacht.

Mein Zentraldienst für Stadtentwicklung und Wirtschaft und ich waren daher davon überzeugt, dass die angekündigten Sanierungs- und Verhandlungsprozesse erfolgreich verlaufen. Es bestand keinerlei Anlass, in Verhandlungen zwischen der Konzernleitung und dem Eigentümer der Immobile, der EPI Q2 Group SP, S.à r.l., aktiv einzugreifen. In Absprache mit dem stellvertretenden Geschäftsführer des Remscheider Standortes, Herrn Klaus Martin Roll, mit welchem auch über die Marketingratssitzungen ein regelmäßiger Austausch stattfand, wurden Eingriffe jedweder Art unterlassen, um eine Störung laufender Verhandlungsprozesse zu vermeiden.

Am 7. Oktober 2008 wurde ich von einem Vertreter der örtlichen Medien darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Geschäftsführung von SinnLeffers am Tag zuvor offiziell bekannt gegeben hat, 24 Filialen - so auch die Standorte in Remscheid und Wuppertal - Ende Februar 2009 zu schließen. Erst am gleichen Tage erhielt ich auch eine Benachrichtigung der Geschäftsführung des Unternehmens SinnLeffers zur beabsichtigten Schließung der Remscheider Filiale zum 28.02.2009. Bis dahin werde das Geschäft mit aktueller Herbst- bzw. Winterware weiter betrieben. Somit wurde die Stadt Remscheid über diesen einschneidenden Schritt der Geschäftsführung und des Insolvenzverwalters erst informiert, als die Presse durch eine Pressekonferenz in Hagen bereits unterrichtet war. Eine unmittelbare Handlungsmöglichkeit, beispielsweise durch Gespräche, zwischen dem Zeitpunkt der Entscheidung von Geschäftsführung und Insolvenzverwalter und dem Zeitpunkt der Veröffentlichung hat es somit nicht gegeben.

Das ist ärgerlich - so wie ich es bei meiner ersten Stellungnahme noch von der EXPO Real in München - formuliert habe. Es heißt aber ausdrücklich nicht, die von mir angebotene Gesprächsbereitschaft gegenüber dem Unternehmen SinnLeffers zurückzunehmen. Dementsprechend ist für die kommende Woche ein Ortstermin mit der von SinnLeffers gebildeten Arbeitsgruppe und den Dienststellen meines Hauses vorgesehen, um eine Weiternutzung der Immobilie im gemeinsamen Arbeitsgespräch zu erörtern und anschließend dem Eigentümer der Immobilie vorzuschlagen.

Davon erhoffe ich mir nicht nur die Chance der Vermeidung eines Leerstandes auf der unteren Alleestraße sondern zugleich die Möglichkeit zur Weitervermittlung von Beschäftigten in ein neues Unternehmen vor Ort. Die aktuelle Lage im Einzelhandel ist angespannt. Die Remscheiderinnen und Remscheider bedrückt die Frage nach der Zukunft des Kaufhauses Hertie weiterhin und die Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise werden auch in unserer Stadt spürbar werden.

Sehr geehrter Herr Humpert,

die geplante Schließung der in unserer Stadt gelegenen Filiale der Textilbekleidungskette SinnLeffers und den damit einhergehenden Arbeitsplatzverlust von rund vierzig Beschäftigten bedauere ich zutiefst. Mögliche Schuldzuweisungen zwischen den Akteuren innerhalb unserer Stadt bringen Remscheid jedoch nicht weiter. Weder werden auf diese Weise Arbeitsplätze erhalten noch wird nach außen ein einheitliches und starkes Bild unserer Stadt vermittelt.

Für die Entwicklung in den kommenden Monaten kommt es jedoch gerade darauf an. Die Remscheiderinnen und Remscheider müssen - so wie ich es in meiner öffentlichen Mitteilung im August bereits gesagt hatte - zusammenstehen. Die Geschichte unserer Stadt lehrt uns eindrucksvoll, dass Mut und Kraft nur aus Zusammenhalt erwachsen können.

In diesem Sinne sind Stadtrat und Verwaltung gleichermaßen verpflichtet - unabhängig von parteipolitischen Auseindersetzungen - zum Wohle unserer Gemeinde gemeinsam Lösungsstrategien für die Herausforderungen in unserer Stadt zu entwickeln und zu gestalten. Hier nenne ich beispielhaft die erfolgreiche Arbeit in den Marketingräten oder die Erarbeitung des Stadtentwicklungskonzeptes für unsere Stadt.

Dazu sind alle Remscheiderinnen und Remscheider - über die Grenzen politischer Bekenntnisse hinweg - eingeladen, denn die Gestaltung der Zukunft Remscheids ist keine Aufgabe einzelner sondern eine Aufgabe aller!

Ich werde den Rat über den Fortgang der Ereignisse in seiner Sitzung am 30. Oktober unterrichten.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Beate Wilding"

Herausgeber: Büro der Oberbürgermeisterin

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