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"Nordsteg": Erst kürzer, jetzt schmaler. Oder gar nicht?!

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Zur Sitzung am 21. August hat die Verwaltung den Mitgliedern des städtischen Bauausschusses vorgeschlagen, den „Nordsteg“ zwischen dem Bahnhofsplatz und dem Fußweg am ADAC-Gebäude „mit einer lichten Weite zwischen den Handläufen von 3,50 m Breite auszuführen“ (in der oberen Planskizze noch mit dem 'Schaufenster der Wirtschaft' im Hintergrund). Das bedeutet gegenüber den bisherigen Plänen eine Reduzierung von 1,50 Meter. Einen Grund für die abgespeckte Version findet man in der schriftlichen „Begründung“ des Beschlussvorschlages auf den ersten Blick nicht. Zitat: „Der Steg Nord ist Bestandteil der städtebaulichen Förderung. Die Kernaussage der Konzeption ist eine stadträumliche Verknüpfung von der Nordstadt und Südstadt mit dem Hauptbahnhof als zent­ralen Ort. Über die beiden Stege (Nordsteg und Südsteg) wird eine fußläufige Verbindungslinie von der Innenstadt bis an den südöstlichen Stadtrand gezogen. Über die Stadtwege-Verbindung hinaus gelingt damit eine verstärkte Verknüpfung der Stadt mit dem umgebenden Gebieten.

Die leichte Stahlkonstruktion mit ihren spielerischen Stützenstellungen und filigranen Abspannungen bedeutet für die Stadt Remscheid eine zusätzliche Attraktivität. Die Signifikanz der Konstruktion strahlt in das Gebiet des Bahnhofsareals aus und gibt diesem eine eigene Identität. Als städtebauliche Dominante im Übergang vom ‚Stadteingang’ zur Innenstadt hat das Stege-Ensemble eine eindeutige Gewichtung im Stadtgefüge.“ Erst nach drei weiteren Absätzen mit eher technischen Angaben ist in der Vorlage zu lesen: „Die mit der GEWAG und ihren betroffenen Mietern bereits im Spätsommer des letzten Jahres geführten Gespräche über mögliche Lösungen zur Minimierung der aus der Sicht der Mieter vorgebrachten Einwände werden nach Beauftragung fortgeführt. Die Verschmälerung des Stegs um ca. 1,5 m Breite bedeutet bereits einen Abstandsgewinn zu den Anwohnern der Freiheitsstraße Nr. 4 und trägt deren Bedenken Rechnung.“

Damit wird erneut die leidige „Spanner-Frage“ angesprochen. Dass der „Nordsteg“ in einer Entfernung von zwölf Metern am nächstgelegenen Hochhaus vorbeiführen sollte, hatte im vorigen Jahr Mieter auf den Plan gerufen, die sich nicht in die Fenster blicken lassen wollten. Ihnen empfahl die Verwaltung damals Sichtschutzfenster, die zwar ohne Beeinträchtigungen den Blick nach draußen zuließen, aber nicht nach innen. Von womöglich gestiegenenen Stahlpreisen, denen durch die Reduzierung des Steges um 1,5 Meter begegnet werden könnte, ist in der Verwaltungsvorlage nicht die Rede. Zu den Kosten nur soviel: „Aus derzeitiger Sicht sind die Kosten in einer Größenordnung von 2,5 Millionen € im Gesamtinvestitionsplan zum Hauptbahnhof enthalten und stehen zur Verfügung. Dies ist das Mittel aus fünf Preisabfragen durch das planende Büro. Die Ausschreibung soll Ende 2008/Anfang 2009 erfolgen. (…) Die Fundamente sollen bereits mit den Arbeiten im Bahnhofsplatz eingebaut werden, um hier Kostenersparnisse zu erzielen.“

„Der Nordsteg ist unverzichtbarer Bestandteil des Gesamtprojektes Hauptbahnhof seit dem Ergebnis des städtebaulichen Wettbewerbs vom Oktober 2002, der darauf aufbauenden Rahmenplanung sowie der Städtebauförderungsanträge, die zwischenzeitlich beim Land Nordrhein-Westfalen über die Bezirksregierung Düsseldorf gestellt worden sind. Alle Beteiligten sind sich im Klaren darüber, dass dieser Nordsteg eine wichtige Funktion für die Verbindung Innenstadt, Hauptbahnhof Remscheid und Südbezirk darstellt und gleichzeitig den barrierefreien Zugang aus der Innenstadt zum Bahnhofsvorplatz mit anschließendem Brückensteg über die Bahngleise sichert.  Das Städtebauministerium hat in der Vergangenheit mehrfach die Stadt Remscheid und die Projektgesellschaft Hauptbahnhof aufgefordert, an der Umsetzung dieses wichtigen Planungsdetails festzuhalten“, schrieb der damalige Baudezernent der Stadt Remscheid, Helmut Kennepohl, am 25. Juli 2007 im Waterbölles. Damit bezog er sich auf einen damals taufrischen RGA-Bericht, wonach der„Nordsteg“ kürzer ausfallen werde. Zitiert wurde damals Günter Breidbach von der städtischen Bauverwaltung, dies sei bei einem Ortstermin festgelegt worden.

Das war am 14. August 2007 Thema im Bauausschuss. York Edeloff (SPD) mokierte sich heute über diesen "Informationsweg" an der Politik vorbei und fragte nach. Vergeblich. Dass „abgespeckt“ nichts anderes bedeutet als "kostengünstiger", um nicht zu sagen "billiger", hatte Fritz Heuser (CDU) schon damals vermutet. Dies dürfte eher der Grund für eine Umplanung sein als die Proteste einiger Hochhausbewohner.

Jetzt also eine weitere Umplanung. Für die Wählergemeinschaft W.i.R. Anlass, den ganzen Steg in Frage zu stellen. In einer Pressemitteilung vom heutigen Tag schreiben Wieland Gühne, Waltraud Bodenstedt und Roland Kirchner: „Bis zum Ende des Monats stehen in diversen politischen Gremien wichtige Entscheidungen zum Nordsteg am Hauptbahnhof Remscheid an. Aufgrund einer aktualisierten Kalkulation kann der geplante Nordsteg nicht in der vorgesehenen Breite von fünf Metern realisiert werden. Die Verwaltung schlägt vor, die Breite auf 3,5 Meter zu reduzieren, um den vorgesehenen Kostenrahmen von 2,5 Mio. Euro einzuhalten. Diese Situation muss aus Sicht der W.i.R.-Fraktion genutzt werden, den Sinn oder Unsinn des Nordsteges erneut zu hinterfragen. Man kann nicht abstreiten, dass die Planung ein Feigenblatt gegenüber der Bezirksregierung war und ist, um die innerstädtische Anbindung des Bahnhofes zu begründen. Darüber hinaus ist die Akzeptanz der bisherigen Planung des Nordsteges ohne Überdachung in der Bevölkerung nicht erkennbar.

Dass die jetzt bekannte Kostenexplosion für den Nordsteg nur der Anfang ist, lässt sich erahnen. Die W.i.R.-Fraktion wird aus diesen Gründen die Diskussion über die Notwendigkeit des Projektes ‚Nordsteg’ neu anstoßen. W.i.R. sind der festen Überzeugung, dass die 2,5 Mio. Euro in einem Projekt „Kompetenzzentrum Metall“ am Hauptbahnhof sinnvoller angelegt wären. Stählerne Fußgängerbrücken sind die falschen Projekte, um den dringend benötigten Strukturwandel in Remscheid auf den Weg zu bringen.“ Zitat Ende.

Viel Diskussionsstoff für die Leserinnen und Leser des Waterbölles.

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Kommentare

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MIchael Dickel am :

Es ist sicher bekannt, dass ich in unmittelbarer Nähe wohne und der Steg für mich einen schnelleren Zugang zum Bahnhof und Kaufland bedeuten würde. Daher könnte man ein Pro von meiner Seite falsch auffassen. Ich möchte aber auf den, wie ich finde, viel wichtigeren Aspekt hinweisen. Bisher musste man, um nach Remscheid-Süd hinter den Bahnhof zu kommen, durch den dunklen Fußgängertunnel gehen. Dies betrifft alle, insbesondere auch Schulkinder. Auch wenn dieser durch den Südstadtplatz kürzer wird, halte ich eine Verbindung oberirdisch über die Bahn und (!!!) eine Bundesstrasse durch die Stege für überaus wünschenswert. Der fehlende Wetterschutz ist da für mich nicht so wichtig, dieser hat eigentlich nur Bedeutung zwischen Bahngebäude und Bahnsteig. Die Einwände der Bewohner vermag ich nicht ernst zu nehmen. Was ist denn mit den Mietern im Erdgeschoss, die jetzt schon "auf dem Präsentierteller" sitzen? Bei wie vielen Menschen gehen Bürgersteige direkt am Fenster vorbei - können diese dann auf Verlegung des Bürgersteigs klagen? Die Verbindung Richtung Innenstadt wird auf jeden Fall vereinfacht - mit der Wertigkeit einer solchen Investition ist das so eine Sache. Wieviele Menschen überqueren die B 229 am Kreisel mittels Fußgängerampel, und könnte diese Ampelphasen zugunsten des Fahrzeugverkehrs verändert werden, wenn mehr Menschen den Steg nutzen? Wie viele sind es überhaupt, die den Weg in die Innenstadt suchen? Gibt es Zahlen und Vergleiche? Würde sich diese Zahl durch den Steg erhöhen? Ich könnte jetzt genau so ketzerisch wie die W.i.R. sagen: Wenn man 2,5 Millionen in ein Projekt stecken möchte, welches der heimischen Industrie zugute kommen soll, warum wird es nicht von diesen selbst, inklusive einer Brücke - also den Nordsteg - verwirklicht? Ich möchte auch noch zu bedenken geben, dass es auch Intention der Planer war, den Bahnhof aus einer Grube herauszuholen und erhöht wieder zu bauen, so dass die Stege eigentlich keine Brücken, sondern eher die Ebene 0, also Erdgeschoss sind.

Klaus Schmidt am :

Ich finde die Argumente von Herrn Dickel durchaus nachvollziehbar. Es wird vielen Bürgern die Gelegenheit geben, zu Fuß von der Innenstadt in die Südbezirke zu gehen und umgekehrt. Ob der Steg überdacht ist oder nicht, ist unwesentlich. Auf der normalen Straße ist auch jeder den Unbillen des Wetters ausgesetzt. Gerade das Argument des düsteren Fußgängertunnels, insbesondere für Kinder, zieht. Und wie schon erwähnt, wenn sich Mieter beobachtet fühlen, sollen sie entweder Schutzvorrichtungen anbringen oder sich einfach daran freuen, dem täglichen Geschehen so nahe zu sein.

Roland Kirchner am :

Nur zwei Anmerkungen. 1. Die Schaltungen der Fußgängerampeln können nicht verändert werden, da man nur auf dem Weg über die Freiheitstraße die Querverbindung zur Bushaltestelle erreicht. Die Fahrgäste werden weiterhin kurze Wegezeiten begrüßen. 2. Es geht nur um den Nordsteg. Diese Brücke erspart niemandem einen Tunnel, sondern nur die Querung der Freiheitstraße über zwei Fußgängerampeln. Auf dieser Wegevebindung gibt es keinen Tunnel. Der Südsteg ist unstrittig, da man ohne diesen den Mittelbahnsteig des Hauptbahnhofes nicht erreichen könnte.

Michael Dickel am :

Ich war, wie viele andere, der Meinung, dass die Bushaltestelle vor den Bahnhof und nicht in die Mitte einer unglaublich viel befahrenen Kreuzung gehört. Zu ihrer Erreichbarkeit wurde der Fußgängertunnel gebaut, der ja nun verlängert werden muss, um die Ebene des Bahnhofs zu erreichen. Diesen meinte ich nicht, sondern die alte Unterführung unter der Bahn. Der neue Tunnel sollte vielmehr behindertengerechten Zugang zum Kreisel ermöglichen, stattdessen wird der Verkehr durch diesen zusätzlichen, noch dazu gefährlichen Übergang zusätzlich belastet. Durch den Steg könnten sowohl dieser Übergang, wie auch die zwei Übergänge über die Freiheitstrasse wegfallen und damit sehr wohl zu einem besseren Verkehrsfluss beitragen. So staut sich der Verkehr auf der Bismarckstraße zeitweilig fast bis zum Markt zurück, weil er am Bahnhof nicht richtig abfliessen kann. Aber ich lasse mir gerne meine Ortsunkundigkeit erklären. Übrigens bin ich der Letzte, der ein Kompetenzzentrum Metall ablehnen würde. Haben wir nicht schon eins? Ok. - heißt Werkzeugmuseum und ist daher nicht kompetent für Ganzmetall. Ich bin auch kein Verfechter pro Obstwiesen, aber das Kompetenzzentrum ist für mich genauso ein Gespenst wie das Schaufenster der Wirtschaft. Würde man schlüssig darstellen, dass es ein tolles Konzept ist und nur an den fehlenden zwei Millionen scheitert, bin ich der erste, der seine Meinung revidiert.

Chronist am :

Die Pressemitteilung der W.i.R., die 2,5 Millionen Euro statt für den Nordsteg lieber für ein „Kompetenzzentrum Metall“ am Hauptbahnhof zu verwenden, wurde von Alexander Ernst heute im Bauausschuss pflichtgemäß angesprochen, war aber auch gleich wieder vom Tisch. Zu viele Argumente sprachen dagegen (siehe Bericht unter dem 22.10.2008)

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