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KITAS: Reichlich Pflanzenkost für die Kinderernährung

„Besser eine Gurke zum Frühstück als ein Nutella-Brot“, sagte die Ökotrophologin Claudia Hüsch, im städtischen Gesundheitsamt u.a. für den Bereich „Zahngesundheit“ zuständig, diese Woche im Sozialausschuss. Nicht etwa, weil sie Karies in den Gebissen der Ausschussmitglieder vorbeugen wollte, sondern im Zusammenhang mit den „Frühstücksbüffets“, das Eltern für ihre Kinder in einigen Remscheider Kindertagesstätten für fünf Euro im Monat buchen können. Und weil die meisten Kinder tagsüber ohnehin zuviel Süßigkeiten äßen – in Fruchtzwergen, Milchschnitten, Kakao usw. -  hätten diese in Gemeinschaftsverpflegung nichts zu suchen. Claudia Hüsch: „Das Ernährungsverhalten zu verändern, ist äußerst schwierig. Zu Elternversammlungen kommen ohnehin meist diejenigen, die darüber schon viel wissen. Also bringen Kinder in die Kitas oft ein ungesundes Frühstück mit. Statt darüber dann mit den Jungen und Mädchen zu diskutieren, ist es besser, ein gemeinsames Frühstück anzubieten auf der Grundlage eines guten Ernährungskonzeptes!“ Und weil ein solches Konzept in den Kitas bisher fehlte, hat die Facharbeitsgruppe „Kindergesundheit“ der Remscheider „Gesundheitskonferenz“ Standards „zur Ernährung und Bewegungsförderung von Kindern in Remscheid“ (Kindertageseinrichtungen und Schulen) entwickelt. Sie wurden dem Sozialausschuss näher vorgestellt.

„Die Standards müssen nicht buchstabengetreu umgesetzt werden; sie sind lediglich als Leitschnur zu verstehen, als eine Hilfestellung“, betonte eingangs Frauke Türk, Leiterin der Geschäftsstelle der städtischen „Gesundheitskonferenz“. Allerdings sollten sich die Einrichtungen „dem hohen Qualitätsstandard für Bewegung und Ernährung möglichst annähern“. Sie basieren auf den Erkenntnissen des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE) in Dortmund; die Bewegungsstandards auf verschiedenen Fachaufsätzen. Nachfolgend zitiert der Waterbölles aus den neuen Qualitätsstandards für eine gesunde Ernährung:

„Kindertageseinrichtungen und Schulen sollen das Recht der Kinder auf Gesundheit untermauern. In der Regel nehmen die Kinder drei Mahlzeiten in den Einrichtungen zu sich: ein Frühstück, die warme Mittagsmahlzeit und ein bis zwei Zwischenmahlzeiten. Die Qualitätsstandards beziehen sich auf diese drei Mahlzeiten.

  • Als Basis für die Lebensmittelauswahl und -verteilung für alle drei Mahlzeiten wird das Konzept der Optimierten Mischkost – kurz „optimix“ – des Forschungsinstituts für Kinderernährung, Dortmund herangezogen.
  • Das Frühstück wird von der Kindertageseinrichtung als Frühstücksbuffet / gemeinsames Frühstück angeboten. Die Erstellung des Speiseplans für das Mittagessen erfolgt nach der Checkliste für zwei Wochen (zehn Essenstage) des Forschungsinstituts für Kinderernährung, Dortmund. Das Ernährungsangebot ist süßigkeitenfrei und zuckerarm.
  • Die Verpflegung in der Kindertageseinrichtung und der Schule soll gesundheitsfördernden Maßstäben entsprechen. Die „Optimierte Mischkost“ – optimix - ist mittlerweile in Deutschland Standard der Ernähung von Kindern und Jugendlichen im Alter von 1 bis 18 Jahren. Aus wissenschaftlicher Sicht erfüllt optimix zwei wesentliche Forderungen: #Optimix deckt den Bedarf an allen Nährstoffen, die Kinder und Jugendliche für Wachstum, Entwicklung und Gesundheit benötigen, und erfüllt die aktuellen Empfehlungen zur Prävention (Vorbeugung) ernährungsmitbedingter Krankheiten (Zivilisationskrankheiten), z.B. Diabetes mellitus Typ II, Herz-Kreislauf- Krankheiten, Adipositas (Fettsucht), Osteoporose, Gicht und mancher Krebsarten.

Um die absolute Verzehrsmenge jeder Lebensmittelgruppe pro Kind in lebensmittelbezogene Empfehlungen zusammenzufassen und damit alltagstauglicher zu machen, wurden drei Regeln abgeleitet, die das Mengenverhältnis der Lebensmittelgruppen untereinander umsetzen.

  • SPARSAM: Fett- und zuckerreiche Lebensmittel (Speisefette, Süßwaren, Knabberartikel)
  • MÄSSIG: Tierische Lebensmittel (Milch, Milchprodukte, Fleisch, Wurst, Eier, Fisch)
  • REICHLICH: Pflanzliche Lebensmittel (Gemüse, Obst, Getreideerzeugnisse, Kartoffeln) und Getränke (kalorienfrei oder –arm)

Egal welche Altersgruppe versorgt wird, wichtig sind die Mengenverhältnisse der einzelnen Lebensmittelgruppen untereinander. Insofern eignet sich dieses Konzept hervorragend für die Anwendung in der Gemeinschaftsverpflegung von Kindern.

Die Basis des Frühstücks in der der Kita (als Frühstücksbuffet, und in einer ruhigen Atmosphäre) bilden fettarme Milch und Milchprodukte z.B. in Form von einem Glas Milch, Käse oder Naturjoghurt. Zweiter wichtigster Bestandteil sind frisches Obst und Gemüserohkost in jeglicher Form. Dazu gibt es Getreideprodukte als Brot oder Getreide(-flocken). Das Angebot an Getreideprodukte sollte zu mehr als der Hälfte aus Vollkorn bestehen. Mit Wurst und Fett sollte sparsam und behutsam umgegangen werden. Zum Frühstück wird ein zuckerfreies bzw. energiearmes Getränk in Form von (Mineral-)Wasser oder Tee angeboten.

Hauptbestandteil der warmen Mahlzeit sind Kartoffeln, Reis oder Nudeln. Dazu gibt es reichlich Gemüse oder Salat/Rohkost. Ein bis zweimal in der Woche kann eine kleine Portion fettarmes Fleisch als Beilage gereicht werden. Fisch sollte mindestens einmal pro Woche auf dem Speiseplan stehen. An den anderen Tagen gibt es vegetarische Gerichte mit Hülsenfrüchten, anderem Getreide, Kartoffeln, Reis oder Nudeln, z.B. als Eintopf, Gratin, Auflauf oder Bratlinge. Ein Nachtisch ist in optimix nicht notwendig und auch nicht sinnvoll. Zu der warmen Mahlzeit wird ein zuckerfreies bzw. energiearmes Getränk in Form von (Mineral-)Wasser oder Tee angeboten.

Checkliste für der Erstellung und Beurteilung eines Speisewochenplans für zwei Wochen:

Täglich Kartoffeln, Vollkornnudeln, Vollkornreis, Getreide: Beispiel: 4-mal Kartoffeln, 2-mal Vollkornnudeln, 2-mal Vollkornreis, einmal Getreidebratlinge, einmal Hülsenfrüchte Täglich Gemüse bzw. Rohkost: Beispiel: 4-mal Rohkost, 6-mal freie Wahl 3 bis 4 mal Fleisch Beispiel: 2-mal ein separat Stück Fleisch guter Qualität, 2-mal in Soße 1- bis 2-mal Seefisch einmal Ei oder einmal süßes Hauptgericht 3- bis 5-mal ein rein vegetarisches Gericht

Die beiden Zwischenmahlzeiten bestehen aus Obst oder Gemüse/ Rohkost, Brot oder Getreideflocken und einer Portion Milch oder einem Milchprodukt. In der optimierten Mischkost kann an manchen Tagen als Zwischenmahlzeit auch etwas Süßes, Kuchen, Eis oder Knabberartikel angeboten werden (zehn Prozent geduldete Lebensmittel). Da jedoch der Zucker- und Süßigkeitenanteil außerhalb der Gemeinschaftsverpflegung im Tagesverlauf den geduldeten Rahmen abdeckt, sollte auf die süße Zwischenmahlzeit in der Kindertageseinrichtung und Ganztagsschule in der Regel verzichtet werden. Als Getränk sollte den Kindern Wasser oder Tee zur Verfügung stehen.

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Kommentare

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Harald Fetsch am :

Alles vollkommen richtig. Obwohl ich Kartoffeln, Nudeln und Getreide nicht als die bevorzugten Lebensmittel einer gesunden Ernährung ansehe, da sie ähnlich im Stoffwechsel wirken wie Zucker. Bei diesem, und auch anderen Themen, ist es offensichtlich notwendig, bereits werdenden und jungen Eltern dieses Wissen zu vermitteln. Dazu muss ein Programm erarbeitet und umgesetzt werden, dass möglichst viele junge Eltern erreicht. Die Eltern sind schließlich die primäre und wichtigste Erziehergruppe. (siehe auch Kommentar zu mehr Bewegung)

Chronist am :

"Eine gesunde Ernährung schon im Grundschulalter ist für unsere Kinder wichtig für eine gute Entwicklung. Nahrhaftes und vitaminreiches Obst ist ein wichtiger Bestandteil eines ausgewogenen Frühstücks. Deshalb freut es mich sehr, dass aus Remscheid fünf Schulen – die katholische Grundschule Julius-Spriestersbach, die städtische GGS Kremenholl, die OGGS Steinberg, die Pestalozzischule und die GGS Hasenberg - für das Schulobstprogramm ausgewählt wurden", erklärt die CDU-Landtagsabgeordnete Elke Rühl anlässlich der heutigen Vorstellung teilnehmenden Grund- und Förderschulen. Insgesamt wurden in NRW 355 Grund- und Förderschulen ausgewählt. Durch die pädagogische Begleitung des Schulobstprogramms soll sichergestellt werden, dass eine dauerhafte und erfolgreiche Umsetzung in den Schulen vor Ort gelingt. Es ist vorgesehen, dass alle Kinder der teilnehmenden Schulen 100 Gramm Obst oder Gemüse pro Schultag bekommen. Dabei sollen Obst und Gemüse jedoch nicht nur einfach in den Schulen angeliefert, sondern gemeinsam von Lehrern und Kindern mundgerecht zubereitet und in den Unterricht integriert werden. (aus Pressemitteilung von Elke Rühl)

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