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Vielfältige Reize und Bewegung - Investition in die Zukunft

Im frühen Kindesalter funktioniert Lernen vor allem über Bewegung und die sinnliche Auseinandersetzung mit der eigenen Umwelt: Kinder betasten und erfassen ihr Umfeld, sie erproben das Prinzip von Ursache und Wirkung, experimentieren systematisch mit der Schwerkraft und testen kontinuierlich ihre Grenzen. Je vielfältiger die Eindrücke und je mehr Sinneskanäle ein Kind nutzen kann, desto komplexer werden die Verbindungen, die sich im Gehirn zwischen den Nervenzellen bilden. Bei ihrer Geburt verfügen Kinder zwar über mehr als einhundert Milliarden Nervenzellen. Doch von Nutzen sind diese erst, wenn sie miteinander verknüpft sind. Die Formel ist einfach – Zellen, die nicht genutzt werden, gehen verloren. Körperliche Aktivität sorgt hier für vielfältige Reize und schafft beste Voraussetzungen für die weitere Entwicklung. Auch für das Erlernen von Sprache ist es unentbehrlich, dass sich Kinder mit ihrer Welt „bewegt“ auseinandersetzen.

'Bewegungs- und Sprachentwicklung sind eng miteinander verbunden. Daraus folgt, dass Sprache nicht isoliert gefördert werden darf, auch nicht unter dem PISA-Druck', fordert die Sportpädagogin und ehemalige Lehrerin Prof. Renate Zimmer. In eigenen Studien konnte sie nachweisen, dass Kindergartenkinder durch tägliche Bewegung bei einem Intelligenztest signifikant besser abschnitten. Auch ein positiver Zusammenhang zwischen der Sprachentwicklung und motorischen Fähigkeiten sei belegt.

Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang, aber sie leben in einer Welt, die ihn eher hemmt als fördert. Das liegt zum einen an der Gestaltung der natürlichen Umwelt mit großer Autodichte und zum anderen an den gesellschaftlichen Veränderungen, die auch Auswirkungen auf das Familienleben haben. Während sich Kinder ihre Umwelt nicht (mehr) gefahrlos selbst aneignen können, partizipieren sie immer stärker an den medialen Indoor-Alternativen – auf Kosten von natürlicher Alltagsbewegung. Darum gehört eine geplante Bewegungserziehung zu den elementaren Aufgaben von Kindertageseinrichtungen und auch von Grundschulen und den Betreuungsangeboten im Rahmen der Offenen Ganztagsgrundschule. Denn wenn die in der Bewegungspyramide geforderten 120 Minuten statt der im Moment realistischen 53 Minuten Wirklichkeit werden sollen, muss Bewegung aktiv in den Alltag der Kinder eingebunden werden.

Die Remscheider Standards zur Bewegungsförderung sind gegliedert in Bewegungsangebote, bewegungsfördernde Raumgestaltung, bewegungsfreundliche Tagesstruktur und die Förderung bewegungsauffälliger Kinder.  Übergreifendes Ziel: Die Kinder behalten und entwickeln Freude an körperlicher Aktivität und werden in ihren motorischen Fähigkeiten gefördert. Damit wird die gesamte kindliche Entwicklung unterstützt und das Selbstvertrauen positiv beeinflusst.

Die Bewegungsangebote im Einzelnen:

  • Es werden regelmäßig ganzheitliche Bewegungseinheiten mindestens einmal in der Woche für 30 – 45 Minuten für alle Kinder durchgeführt.
  • Es ist eine Bewegungsbaustelle als tägliches Freispielangebot eingerichtet und es werden gezielt Impulse zur Nutzung gegeben.
  • Es gibt Tanzgruppen oder Rhythmikangebote für alle Interessierten.
  • Es werden regelmäßig wöchentliche Waldtage oder wetterunabhängige Spaziergänge durchgeführt.
  • Den ErzieherInnen werden Fortbildungen aus den Bereichen Psychomotorik, Rhythmik und Bewegungserziehung angeboten.
  • Es findet mindestens ein Elternabend im Jahr zur Bewegungserziehung statt.
  • Es gibt zumindest in Familienzentren ein wöchentliches Eltern-Kind-Turnangebot für 2-3- jährige Kinder, möglichst in Kooperation mit einem Sportverein.

Die bewegungsfördernde Raumgestaltung:

  • Es ist ein Bewegungsraum vorhanden oder es kann eine Turnhalle genutzt werden.
  • Es sind eine Bewegungslandschaft und animierende Spielgeräte vorhanden.
  • Es gibt Bewegungsmöglichkeiten und Bewegungsmöbel in der ganzen Einrichtung (z.B. Schaukelsack).
  • Die räumlichen Gegebenheiten (z.B. Treppen und Flure) werden auf die ihnen innewohnenden Bewegungsmöglichkeiten geprüft und einbezogen.
  • Es ist bewegungsaufforderndes Material (Bälle, Reifen, Fahrzeuge, etc.) vorhanden.
  • Es gibt ein bewegungsfreundlich gestaltetes Außengelände mit entsprechendem Material und angemessene Kleidung (Matschhosen, etc.).

Die bewegungsfreundliche Tagesstruktur:

  • Das Bewegungsbedürfnis der Kinder ist in den Alltag integriert und wird durch Rituale angeregt.
  • Die Kinder können die Bewegungsmöglichkeiten innen und außen spontan und wetterunabhängig frei nutzen.
  • Es werden täglich Bewegungsrituale zu verschiedenen Anlässen (Bewegungslieder und – spiele im Stuhlkreis, aktive Pause draußen,...) durchgeführt.

Die Förderung bewegungsauffälliger Kinder:

  • Kinder erlangen Spaß an Bewegung und Sicherheit durch gezielte Angebote für einzelne Kinder oder Gruppen (ggf. mit Kooperationspartnern).
  • Bewegungsarme Kinder werden gezielt motiviert und gefördert.
  • Förderpläne für einzelne Kinder werden aufgestellt.
  • Die Kinder werden gezielt im Hinblick auf ihren Entwicklungsstand (motorische und andere Aspekte) beobachtet und bei Bedarf werden auffällige Kinder an Kinderärzte und/oder Therapeuten weitervermittelt.
  • Die Vernetzung mit ortsnahen Sportvereinen ist anzustreben.

(aus den „Standards zur Ernährung und Bewegungsförderung von Kindern in Remscheid“ (Kindertageseinrichtungen und Schulen) der Facharbeitsgruppe „Kindergesundheit“ der Remscheider „Gesundheitskonferenz“)

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Kommentare

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Harald Fetsch am :

Alles vollkommen richtig. Bei diesem, und auch anderen Themen, ist es offensichtlich notwendig, bereits werdenden und jungen Eltern dieses Wissen zu vermitteln. Dazu muss ein Programm erarbeitet und umgesetzt werden, dass möglichst viele junge Eltern erreicht. Die Eltern sind schließlich die primäre und wichtigste Erziehergruppe. Aus Diskussionen in der Bevölkerung und mit Fachpolitikern weiß ich, dass die Ansicht weit verbreitet ist, die Erziehung fände hauptsächlich im Kindergarten und in der Schule statt. Die Eltern ihre Kinder dort also zur Erziehung abgeben. Diese Ansicht muss korrigiert werden.

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