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Auch ältere Migranten brauchen Wohn- und Pflegeberatung

Von links Ramazan Dalgali, Metin Göçer, Ömer Hacisalihoglu und Georg Gregull. Foto: Lothar KaiserJeder vierte Remscheider Bürger hat einen Migrationshintergrund. Und fast die Hälfte aller in Remscheid geborenen Kinder stammt aus Migrantenfamilien. Viele Großväter und Urgroßväter dieser Kinder kamen als junge Gastarbeiter nach Deutschland. Heute sind sie Senioren – im Rentenalter oder kurz davor. In den nächsten fünf Jahren wird ihre Zahl deutlich ansteigen, erfuhr der Seniorenbeirat in seiner heutigen Sitzung vom städtischen Sozialplaner Thomas Köppchen. „Auch diese Menschen möchten ihren Lebensabend in Remscheid gut verbringen“, ergänzte Ramazan Dalgali, Sozialberater im „Lindenhof“. Als der Seniorenbeirat im Herbst 2006 2.000 Fragebögen an ältere Mitbürger/innen verteilte und darin nach Nationalität und Lebenumständen (Wohnen), Wunschvorstellungen (Tagespflege, Betreues Wohnen, ambulante Pflege), Probleme mit dem Älterwerden (Einsamkeit, Angst, sinnerfüllendes Leben) und Teilnahme am öffentlichen Leben (Informations- und Beratungsangebote, Ehrenamt) fragte, hatte er sich auch eine rege Beteiligung von türkischen und anderen Migranten gewünscht. Doch die Rücklaufquote (insgesamt knapp 40 Prozent) betrug bei den Migranten nur elf Prozent. Falsch wäre es jedoch, daraus den Schluss zu ziehen, das Älterwerden wäre für diesen Teil der Bevölkerung kein Problem. Reinhard Dietl, Abteilungsleiter der Hilfe für Senioren: „Ältere Migranten werden noch weitaus häufiger in der Familie gepflegt als in deutschen Familien. Aber das wird nicht leichter; das ändert sich mit der Zeit.“

Am „Runden Tisch 50+“ arbeiten in Remscheid inzwischen zahlreiche Institutionen und Verbände daran, die Lebensqualität älterer Mitbürger zu erhalten und zu verbessern. Dazu gehört auch der bereits vor elf Jahren gegründete Türkische Senioren-Solidaritätsverein und die Türkisch Islamische Gemeinde e.V.(D.I.T.I.B.) mit ihrer Moschee an der Stachelhauser Straße. Von 20 Muslimen 1986 gegründet, zählt sie inzwischen 427 Mitglieder und ist damit der größte Moscheeverein in Remscheid. Auch eine Frauengruppe und eine Jugendfußballmannschaft gehöre dazu, sagte der Vorsitzende Ömer Hacisalihoglu, als er heute den elfköpfigen Seniorenbeirat unter dem Vorsitz von Georg Gregull erstmals in den Vereinsräumen willkommen hieß. Und Ramazan Dalgali ergänzte, der Verein beteilige sich auf vielfältige Weise am sozialen und Kulturellen Leben in Remscheid.

Auch abgesehen vom Ort war es das erste Zusammentreffen dieser Art. Die Anregung dazu war vor einigen Monaten aus dem Sozialausschuss gekommen, als dort Erika Schmitz für den Seniorenbeirat die Ergebnisse der Befragung erläutert hatte. Für Ramazan Dalgali gehören Kontakte zu älteren Migranten zum Berufsalltag. Für die Mitglieder des Seniorenbeirates dagegen sind sie neu. Als Dalgali gestern empfahl, ältere Migranten in den nächsten Seniorenbeirat aufzunehmen, war der Zwischenruf nicht zu überhören „Sie müssen aber Deutsch können!“ – Dalgalis ruhige Antwort: „Die gibt es!“

Insgesamt war gestern das Bemühen aller Beteiligten deutlich, den älteren Migranten die verschiedenen Beratungsangebote (des städtischen Migrationsbüros, der Wohnberatung und der Pflegeberatung) nahezu bringen. Abteilungsleiter Martin Sternkopf: „Leider ist die Zahl der Migranten gering, die von sich aus den Weg in unsere Dienstelle an der Haddenbacher Straße finden.“ Verständlich, wenn man bedenkt, dass hier Verständigungsschwierigkeiten und Hemmungen, über ganz persönliche Probleme und häusliche Gewohnheiten zu reden, zusammenkommen. Sternkopf: „Die Wohnberaterin macht auch Hausbesuche und bringt auf Wunsch aus unserem Pool einen Dolmetscher mit.“

Ob er noch etwas übersetzen solle, fragte Ramazan Dalgali abschließend die drei älteren türkischen Männer in der Gesprächsrunde. Sie schüttelten den Kopf. „Nein danke, wir haben alles verstanden“, sagten sie dem Sozialarbeiter – auf Türkisch.

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