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Nachmittagsunterricht zwingt zu hohen Investitionen

Ab dem 1. Februar 2009 wollen die Gemeinschaftshauptschulen Klausen und Wilhelmstraße, die Gymnasien Ernst-Moritz-Arndt, Gertrud-Bäumer, Leibniz und Röntgen sowie die Realschulen Alexander-von-Humboldt und Albert-Schweizer an dem Landesprogramm „Pädagogische Übermittagsbetreuung“ teilnehmen. Ab dem Schuljahr 2009/2010 nimmt die Albert-Schweizer-Realschule dann (als einzige Remscheider Halbtagsschule) mit mindestens viermal Nachmittagsunterricht pro Woche an der stufenweisen Umwandlung in eine „gebundene Ganztagsschule“ teil. Der entsprechenden Verwaltungsvorlage, über die der Rat der Stadt am 11. Dezember  beschließen soll, waren Beschlüsse der jeweiligen Schulkonferenzen vorausgegangen. Auf die Stadt Remscheid kommen durch notwendige Aus- und Umbaumaßnahmen (Mensen, Aufenthalts- und Freizeiträume), ohne die ein geregelter Nachmittagsbetrieb nicht möglich wäre, erhebliche Ausgaben zu, derzeit mit 4,8 Millionen Euro beziffert. Lediglich 800.000 Euro steuert das Land bei. Die restlichen vier Millionen müssen im Investionshaushalt durch Umschichtungen, d.h. Kürzungen an anderer Stelle, erst „freigeschaufelt“ werden. Das lässt ein Gerangel zwischen den Ratsfraktionen befürchten, sofern die Prioritäten unterschiedlich gesehen werden sollten. Im Schulausschuss erklärte der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans Peter Meinecke, für seine Partei habe die Bildung „absolute Priorität“. Nachfolgend Auszüge aus der Verwaltungsvorlage:

Bedingt durch die Schulzeitverkürzung des Bildungsgangs an Gymnasien in Nordrhein-Westfalen (G 8-) und der damit verbundenen Ausweitung der Stundentafel ist es nicht zu vermeiden, dass sich der Unterricht an Gymnasien und Realschulen für die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte teilweise bis weit in den Nachmittag hinein erstreckt. Dies führt zu einem erhöhten wöchentlichen Unterrichtspensum. Somit nehmen die - bisher im Sinne des Schulgesetzes NRW -als Halbtagsschulen geführten Remscheider Gymnasien und Realschulen faktisch die Rolle einer Schule im Ganztagsbetrieb ein. (…) Umfragen der Schulen lassen einen stetig steigenden Bedarf an einer Ganztags-/Übermittagsbetreuung und -Verpflegung erkennen; insbesondere bei den Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 5 als auch den Jahrgängen 6 und 7. (…)

Die Leitungen der Remscheider Gymnasien und Realschulen und die Verwaltung sind der gemeinsamen Auffassung, dass aus o. a. Gründen vielmehr flexible und multifunktionale, aber auch zugleich bedarfsgerechte Lösungen angestrebt werden sollten. Die bauliche Umsetzung/Realisierung zur Ermöglichung einer geeigneten Ganztags-/Übermittagsbetreuung und -Verpflegung aus Mitteln der Schulpauschale in Verbindung mit dem Investitionsprogramm 1.000-Schulen-Programm" wäre geeignet, der- auch perspektivisch -stetig steigenden Nachfrage an Ganztagsangeboten in notwendigem Umfang zu entsprechen. (…)

Von der Verwaltung wurden in enger Abstimmung mit den jeweiligen Schulleitungen bereits entsprechende Untersuchungen hinsichtlich der räumlichen Möglichkeiten und Kosten durchgeführt. Es wird davon ausgegangen, dass je Schule rund 150 bis 200 Schülerinnen und Schüler eine warme Mahlzeit im Rahmen der Übermittagsverpflegung sowie rund 200 Schülerinnen und Schüler einen Imbiss einnehmen werden.  (…) Für die Realisierung eines pädagogischen, gebundenen Ganztagbetriebes hat sich kein Remscheider Gymnasien entschieden. Nach übereinstimmendem Tenor der jeweiligen Schulleitungen liegt dies hauptsächlich darin begründet, dass - gemäß entsprechend durchgeführter Bedarfsabfragen von Seiten der Schulen - ein gebundener Ganztagsbetrieb mit verpflichtendem Unterricht an fünf Wochentagen für alle Schülerinnen und Schüler (= gebundener Ganztag) auf eine breite Ablehnung von Seiten der Elternschaft stößt. Dies sei kein alleiniger Remscheider Trend. Als für diese Ablehnung hauptsächlichen Grund wurde von Seiten der Elternschaft das starre System des gebundenen Ganztags angegeben, welches an jedem Wochentag verpflichtenden Ganztagsunterricht bis 16 Uhr für die gesamte Schülerschaft vorsehe.

Trackbacks

Waterbölles am : Hauptausschuss biss gestern "in den sauren Apfel"

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Als sich die politischen Gremien im vergangenen Jahr erstmals mit den anstehenden Investitionen in Ganztagsschulen, Ganztagsangebote und pädagogische Übermittagbetreuung in der Sekundarstufe I befassten, stand noch ein Landeszuschuss in Höhe von 800.000 E

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Fraktion der Grünen am :

„Schon bei der überstürzten und unbesonnenen Einführung der G8 und der Erweiterung der Stundentafeln haben wir im Schulausschuss klar gemacht: Wir brauchen Räume, wir brauchen eine bessere Über-Mittag-Verpflegung und wir brauchen mehr Betreuung an den Schulen. Faktisch ist die Halbtagsschule Geschichte“, sagt Jutta Velte, bildungspolitische Sprecherin der Remscheider Grünen. Doch gut Ding will Weile haben. Die Schulen mussten zunächst die Stundentafeln in den Griff bekommen, Bedarfe mussten erhoben und definiert und zum Teil schwierige Abstimmungsgespräche geführt werden. „Gerade deshalb begrüßen wir den abgewogenen Vorschlag der Verwaltung zum Bau von Mensen ausdrücklich.“ Richtig und wichtig findet die Grüne, dass die Schulpauschale nicht für die notwendigen Anbauten verwendet wird. „Es kann und darf nicht sein, dass wichtige Renovierungsarbeiten an den Schulen nicht stattfinden, weil das Geld fehlt. Im Gegenteil: Bildung ist wichtig und Bildung braucht auch im wahrsten Sinne des Wortes Raum.“ Verärgert zeigt sich Velte allerdings, ob der Entscheidungen der Landesregierung. „Da werden populistische Schnellschüsse ohne entsprechende Finanzierung oder Unterstützung rausgehauen. Die Zeche zahlen einmal mehr die Schülerinnen und Schüler, die Lehrkräfte und die Kommunen, die den Elternwillen ernst nehmen. Vor dem Hintergrund der tatsächlichen Bedarfe und Kosten, ist die mögliche Zuwendung des Landes nur ein Tropfen auf den heißen Stein.“

Chronist am :

Einstimmig hat der Facharbeitskreis der SPD-Ratsfraktion Remscheid den Plänen der Stadt zum Ausbau der Remscheider Schulen zugestimmt. Nach intensiver Beratung bezeichnete der Vorsitzende Hans Peter Meinecke den Einstieg in die Übermittagsbetreuung und in den Ganztagsschulbetrieb an den weiterführenden Schulen als wichtigen Meilenstein in der Schulentwicklung Remscheids. Voraussetzung für die Übermittagsangebote ist aus Sicht der SPD, dass die baulichen Maßnahmen auch bei einer künftigen Umwandlung in eine Ganztagsschule in das dann benötigte Raumprogramm integrierbar sind. „Jede Investition in unsere Remscheider Schulen ist wichtig und unverzichtbar. Es ist auch und vor allem in Remscheid nicht zu übersehen, dass der Trend zu mehr Ganztag führt. Ganztagsbetreuung bzw.. Ganztagsunterricht führen zu mehr Chancengleichheit und zu höheren Bildungsabschlüssen. Darauf ist Remscheid auch im Interesse einer positiven Stadtentwicklung angewiesen.“ Kritik übte Hans Peter Meinecke hingegen an der unzulänglichen Förderpolitik der Landesregierung. „Die uns zur Verfügung gestellten 100.000 Euro pro Maßnahme sind im Vergleich zu den tatsächlichen Kosten ein Witz. Hier schmückt sich die Landesregierung mit Federn, die die Kommunen bezahlen müssen.“ So kostet alleine der Ausbau an der Albert-Schweizer-Realschule 1,75 Mio. Euro. Insgesamt ist in dieser ersten Stufe ein Investitionsvolumen von rund 4,8 Mio. Euro vorgesehen, das auch aus Sicht der SPD nicht aus der Bildungspauschale finanziert werden sollte.

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