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Kinderstadt als Ort der Begegnung und Integration

Magdalena Majweski. Foto: Lothar Kaiser

Die „Kinderstadt“, bislang in den Sommerferien „die“ Attraktion für Jungen und Mädchen ab dem zweiten Schuljahr, macht in diesem Jahr erstmals Schule. Im wahrsten Sinne des Wortes. Und wenn alles so verläuft, wie es sich die Kinder- und Jugendförderung der Stadt, engagierte Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, die Caritas Remscheid, das Westdeutsche Tourneetheater, der Arbeiter-Samariter-Bund, die Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien" (RAA) und der „Förderverein für interkulturelle Erziehung e.V.“ (IKE) partnerschaftlich geplant haben, dann wird es im nächsten Jahr vielleicht auch an anderen Grundschulen in Remscheid eine einwöchige „Kinderstadt“ an Stelle des regulären Unterrichts geben: Vom 24. bis zum 29. November täglich von 8 Uhr bis 13 Uhr wagt die Daniel-Schürmann-Grundschule gemeinsam mit der Kraftstation - Freie Jugendarbeit Remscheid Mitte e.V. als Träger der Offenen Ganztagsgrundschule (OGGS) das ehrgeizige und aufwendige Projekt. Und bekommt dafür nicht von ungefähr 10.000 Euro vom Land Nordrhein-Westfalen aus dem Sonderprogramm „Jugend und soziale Brennpunkte“.

Immerhin befindet sich die Schule „in einem sozialen Brennpunktbereich im Stadtbezirk Alt-Remscheid (Innenstadtbereich), hieraus resultiert folgende Situation: Der Anteil an Kindern / Familien mit Migrationshintergrund liegt zwischen 80 und 90 Perozent. Dieser hohe Anteil beinhaltet große Sprachhemmnisse“, erläuterten die Kinderstadt-Veranstalter gestern in einer Pressekonferenz. Aber nicht nur Sprachprobleme. Schulleiterin Magdalena Majewski: „Viele Schülerinnen und Schüler denken noch gar nicht in demokratischen Strukturen!“ Ein Defizit, das mit Hilfe der „Kinderstadt“ abgebaut werden soll – mit entsprechenden positiven Auswirkungen auf den regulären Unterricht. Ein Garant dafür ist der Medienpädagoge Christian Belz („Kraftstation“), der mit der „Kinderstadt Hohenhagen“ gute Erfahrungen gemacht hat.

Von der Kinder- und Jugendförderung der Stadt mit ihrem Leiter Michael Ketterer kam die Idee, das Konzept einer Kinderstadt einmal mit einer Grundschule zu verwirklichen. Bei dem Kollegium der Daniel-Schürmann-Grundschule fiel die Idee auf fruchtbaren Boden. Für eine Woche wird die normale Unterrichtsstruktur aufgelöst, und die Kinder arbeiten in Projekten, die dem Zusammenleben in einer Stadt nachempfunden sind: Es gibt ein Einwohnermeldeamt, einen Stadtrat, eine Bank, ein Reisebüro, eine Bücherei, ein städtisches Orchester, eine Bäckerei, eine Zeitungsredaktion und, und, und ... Genau wie die Erwachsenen müssen die Kinder "Geld" verdienen, um es nachher in ihrer "Freizeit" ausgeben zu können. In Bürgerversammlungen (7.45 und 12.45 Uhr), die ein „Stadtrat“ leitet, erleben das gemeinsame „Stadtgefühl“, sprich die Demokratie, lernen die Prinzipien eines demokratischen Gemeinwesens. Und die Projekte (Gärtnerei, Einwohnermeldeamt, Zeitungsredaktion, Mosmdtiksalon usw.) vermitteln ihnen nicht nur städtische Strukturen, sondern fördern auch ihre Integration. Zitat: „ In einer Gesellschaft, in der das Lernen immer bedeutsamer und Bildung als eines der wichtigsten Güter angesehen wird, scheint Schule immer stärker in den Vordergrund zu rücken. Doch ist bekannt, dass Wissen nicht nur über das Zuhören geschieht, sondern über das aktive Selbstmachen, dass folglich das Erfahrbarmachen einen wichtigen Baustein im Wissensprozess darstellt. Schulische Angebote, die spielerisch die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Zusammenhänge erklärbar machen und die Partizipation von Kindern stärken, werden zunehmend bedeutsamer.“ Somit soll die „Kinderstadt“

  • ein Ort.des spielerischen Lernens sein, wo sich die Jungen und Mädchen in den unterschiedlichsten Bereichen wie Sport, Kreativität, Medienarbeit, Dienstleistung und vielem mehr erproben können, wo sie soziale Kompetenzen gewinnen durch die Übernahme von Verantwortung und dem Umgang mit Konflikten, wo erlebte Erfolge ihr Selbstbewusstsein stärken,
  • ein Ort der Kreativität und Phantasie: Die Kinder erwartet eine Vielfalt an kreativen Angeboten. Als Bürgerinnen und Bürger der Kinderstadt können sie selbst Ideen entwickeln und umsetzen,.
  • Ein Ort der Begegnung und Integration: Durch den intensiven Kontakt untereinander, der nicht vom Schulstundenrhythmus getaktet wird, gewinnen die Kinder neue Einblicke und Kontakte in andere Lebenswelten,
  • ein Ort der Beteiligung und Demokratie: Über die Wahl der Bürgermeisterin/ des Bürgermeisters, die Mitwirkung bei Bürgerversammlungen und die Einbeziehung in
  • Problemlösungen und Entscheidungen des Stadtlebens" lernen die Kinder, sich
  • einzumischen, Vereinbarungen zu entwickeln und sie einzuhalten.
  • ein Ort der Vernetzung und Kooperation: Die Zusammenarbeit der beteiligten Kooperationspartner bündelt die bestehenden Ressourcen und schafft tragfähige und konstruktive Beziehungen für die gemeinsame Arbeit innerhalb des Quartiers. Außerdem kann die Schule so neue Partner gewinnen,
  • ein Ort des bürgerschaftlichen Engagements: Das Projekt lebt besonders von den Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren und sich entsprechend ihrem zeitlichen Budget und ihren Interessen und Fähigkeiten einbringen. Damit sind insbesondere die Eltern der Schülerinnen und Schüler gemeint, die Aufgaben im Rahmen der Kinderstadt übernehmen. Durch dieses Engagement entstehen Identifikationsmöglichkeiten mit der Schule, aber auch Kontakte zwischen den Eltern, dem Kollegium, beteiligten Einrichtungen und anderen.

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