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"Wortschatz" sucht noch Studenten für Förderunterricht

Von links rech rechts: Serdar Bahar, WiJu-Vorstandsmitglied Dr. Peter Neu, Bugra Alanbay und Alexander Holthaus. Foto: Lothar Kaiser

Was vor drei Jahren an der Alexander-Humboldt-Realschule mit einer Gruppe begann, wird inzwischen von neun Remscheider Schulen dankbar angenommen: „Wortschatz“, die von den Remscheider Wirtschaftsjunioren (WiJus“ ins Leben gerufene Sprachförderung für Kinder mit – und ohne - Migrationshintergrund. Derzeit nehmen daran am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium, Gertrud-Bäumer-Gymnasium, der Alexander-von-Humboldt-Realschule, der Albert-Einstein-Gesamtschule, der  Hauptschule Klausen, der Hauptschule Rosenhügel, der  Daniel-Schürmann-Grundschule und den Gemeinschaftsgrundschulen Honsberg und Hasten rund von rund siebzig Schülerinnen und Schülern teil. Meist treffen sie sich einmal pro Woche für anderthalb Stunden und ergründen die Geheimnisse der deutschen Grammatik (Substantive, Verben, Nomen, Pronomen, Adjektive und Adverben etc.) Ihre „Förderlehrer“ sind acht Studenten der Universität Wuppertal, die dafür eigens geschult worden sind. „Wir könnten gut und gerne noch zehn weitere Studenten einsetzen,“ sagt Alexander Holthaus, der im Namen der „WiJus“ für „Wortschatz“ bis lang mehr als 20.000 Euro eingesammelt hat von Sponsoren wie etwa dem Lions Club Remscheid oder den Rotary Clubs Remscheid und Lennep. Damit ist die Arbeit in den Gruppen (mit jeweils  fünf bis zehn Schülerinnen und Schülern) bis Ende des laufenden Schuljahres gesichert.

Abgewickelt werden die Spenden über den „Förderverein für Interkulturelle Erziehung“ (IKE), der dafür steuerabzugsfähige Quittungen ausstellen kann, und eingesetzt werden sie ausschließlich für die Honorare der Studenten (zehn Euro pro Stunde). Seit Anfang an mit dabei ist Stephanie Sporket, die kurz vor ihrem Staatsexamen in Deutsch und Geschichte steht. Die Arbeit in en Fördergruppen bezeichnete sie auf einer Pressekonferenz der Wijus gestern im Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium als „eine Herausforderung, die auch noch Spaß macht“. Denn die Erfolgerlebnisse bleiben nicht aus. Auch für die Schüler. Zwei – mit türkischem Migrationshintergrund – stellte Schulleiter Hans Heinz Schumacher gestern auf der Pressekonferenz vor: Bugra Alanbay (13) und Serdar Bahar (12). Stolz berichteten sie, ihre Deutschnoten hätten sich gebessert, seit sie die Fördergruppe besuchen. Schumacher und Holthaus waren sich einig: „Besonders groß ist der Förderbedarf in den Hauptschulen. Aber auch in den 11. Klassen kann eine Extraportion deutsche Grammatik noch sehr hilfreich sein!“ Dafür kommen manche Gruppen auch samstags zusammen. Schumacher: „Das Unterrichtspensum montags bis freitags ist manchmal so groß, dass sich der Förderunterricht nicht mehr dazwischen schieben lässt!“

Seit Februar 2008 steht „Wortschatz“ unter der Schirmherrschaft des nordrhein-westfälischen Ministers für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie Prof. Dr. Pinkwart. Er teilt die Auffassung der WiJus: „Wer in der Schule mitmachen kann, wer Zusammenhänge versteht und hinterfragt, der wird ein positiver Teil unserer Gesellschaft werden.“ Und dieses Mitmachen erleichtert ein möglichst großes Sprachvermögens. Besonders Kinder mit Migrationshintergrund haben ihre Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache (je nach Schulform hat heute jedes 2. bis 4. Schulkind einen Migrationshintergrund). Aber es gibt auch deutsche Familien, in denen die  sprachliche Entwicklung der Kinder nicht genügend gefördert wird. Ergebnis: Kinder kommen mit großen Sprachlücken in die Schule, die ihr Zuhause nicht schließen konnte. Das wirkt sich nicht nur auf die Leistungen im Deutschunterricht aus, sondern beeinflusst die Leistungen in den anderen Fächern negativ. Defizite, die im Rahmen des normalen Unterrichts nicht zu beheben sind.

Wortschatz fördert die Kinder und damit die Zukunft unserer Stadt“, wollen sich die WiJus weiterhin um Sponsoren bemühen, um ihr Projekt fortsetzen und möglichst auf weitere Schulen ausdehnen zu können. Die Förderung eines Schülern / einer Schülerin für eine ganzes Schuljahr ist bereits für 100 . möglich. „Die Wirtschaft  braucht gut ausgebildete Menschen, um den Herausforderungen der Zukunft unternehmerisch gewachsen zu sein,“ argumentieren die WiJus. Und „Wirtschaft braucht Bildung“ ist auch die Podiumsdiskussion überschieben, zu der sie für Dienstag, 18. November, um 19 Uhr in die Lenneper Klosterkirche einladen. Auf dem Podium: Christian Lindner (Mitglied des Landtags NRW, Generalsekretär der FDP in NRW) Günther Meyer (Personalleiter KEIPER GmbH & Co. KG / Remscheid) Holger Schödder (Leiter Berufskolleg Technik Remscheid) und Rektor Hans Heinz Schumacher.

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Thomas Bischzur am :

Auf dem Podium in der Kosterkirche sorgte Christian Lindner mit seinen Einschätzungen vor rund 100 Zuhörern für kontroverse Diskussionen. Lindner: „Die Landesregierung unterstützt die Kommunen in vielfältiger Weise und sorgt für mehr Ressourcen an den Schulen. Vor allem praxisorientierte Ausbildung sorgen für qualifizierte Lehrerpotenzial“. Die Schulleiter Holger Schödder und Hans Heinz Schumacher brachten zahlreiche Beispiele für Hilfen seitens der Landesregierung, die an der Praxis vorbeigehen. So Hans Heinz Schumacher: „Es wurden Stellen in Aussicht gestellt, jedoch sind keine Lehrer vorhanden. Die fortschreitende Alterung bei den Lehrern könnte nicht mehr ausgeglichen werden. Bei der aktuellen Pisastudie zeigt sich, dass nur mehr Ressourcen zu besseren Ergebnissen führen können. Und das sei bei einer Klassenfrequenz von 28 Schülern nicht mehr möglich“. Holger Schödder führte weiter an: „In seinem Berufskolleg hat er zum jetzigen Zeitpunkt 7 Stellen Unterdeckung, die überhaupt nicht mehr besetzt werden können, weil keine Lehrer zur Verfügung stehen.“ Schödder lobte die Zusammenarbeit in Remscheid mit dem sog. Remscheider Verbund zwischen Verwaltung, Schule und Wirtschaft, die es mittlerweile geschafft haben, einen Regelkatalog zu erstellen und eine Harmonisierung des Einstellungstest zu erreichen.

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