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Integration? Viele arbeitslose Ausländer und Migranten!!

Dirk Faust, Chef der ARGE Remscheid. Foto: Lothar Kaiser

„Wenn das das Ergebnis von zwanzig, dreißig Jahren Integrationspolitik ist, dann haben wir was falsch gemacht“, zog Dirk Faust, Chef der Remscheider ARGE gestern in der gemeinsamen Sitzung von Migrations- und Sozialausschuss das Fazit seines Vortrages zum Thema „Arbeitsmarkt und Migration“. Darin hatte er anschaulich und eindringlich die geringen Berufschancen von ungelernten Arbeitnehmern im Allgemeinen und solchen mit ausländischem Pass im Besonderen beschrieben. Wenn überhaupt, seien solche Arbeitslose nur als Hilfsarbeiter zu vermitteln, fast schon „mit Rückkehrgarantie in die Arbeitslosigkeit in schwierigeren Zeiten“. Und er hatte einen weiteren Qualifikationsanstieg prognostiziert: Ein Realschulabschluss sei heutzutage „das Mindeste; ein Hauptschulabschluss hilft nicht wirklich weiter. Und künftig werden es Ungelernte auf dem deutschen Arbeitsmarkt noch schwerer haben, weil ihre Stellen massiv ins Ausland verlagert werden.“ Für einen Berufslehrgang beim BZI in Remscheid habe die ARGE kürzlich unter 3.500 Arbeitslosen ohne Ausbildung gerade mal 15 zusammen bekommen „mit halbwegs Aussicht auf Erfolg“. Denn: „Viele Langzeitarbeitslose haben das Lernen nicht gelernt, können kein Deutsch und können nicht rechnen.“ Die Zahlen vom Arbeitsmarkt stimmten nachdenklich:

Im Juni waren von allen Arbeitslosen (nach SGB III/Arbeitslosengeld) im Bundesgebiet 90,7 Prozent Deutsche und 9,3 Prozent Ausländer (für Migrationshintergrund gibt es noch keine Statistiken), gegenüber dem Vorjahr war die der deutschen Arbeitslosen um 21,9 und die der Ausländer um 21,5 Prozent zurück gegangen. Zum Vergleich die Zahlen der Arbeitslosen nach SGB II (Langzeitarbeitslose): 81,3 Prozent Deutsche und 18,5 Prozent Ausländer (Rückgang bei den Deutschen im Vergleich zum Vorjahr um 10,7 Prozent und bei den Ausländern nur um 9,8 Prozent). Dazu die Zahlen aus Remscheid von September dieses Jahres: Insgesamt 10,5 Prozent weniger Arbeitslose insgesamt gegenüber 2007, aber nur 8,4 Prozent weniger bei Arbeitslosen mit ausländischem Pass. Im September betrug die Arbeitslosenquote in Remscheid, bezogen auf abhängige zivile Erwerbspersonen 9 Prozent, die der Ausländer 16 Prozent (in absoluten Zahlen waren es bei den Ausländern 247 nach SGB III und 1036 nach SGB II (19 bzw. 81 Prozent). Mit anderen Worten:  Vier von fünf arbeitslosen Ausländern zählen zu den Langzeitarbeitslosen.

Noch mehr als bisher entscheidet künftig die Qualifikation über die Chance auf einen Arbeitsplatz. Während der Bedarf an Arbeitskräften ohne Berufsabschluss (Hilfsarbeiter) im Jahre 2003 noch bei zwölf Prozent lag, wird er im Jahre 2020 nur noch bei neun Prozent liegen. Dirk Faust zur Situation der ausländischer Arbeitsloser und solcher mit Migrationshintergrund in Remscheid: „Da ein großer Teil der Menschen mit Migrationshintergrund in prekären Beschäftigungsverhältnissen Arbeit findet, muss die (Aus-)Bildung verbessert werden, um stabile Arbeitsverhältnisse zu finden.“ Tatsächlich zeige der Trend jedoch in eine ganz andere Richtung: „Hatten 1992 noch 42 Prozent aller Jugendlichen mit ausländischer Staatsangehörigkeit eine  Berufsausbildung, waren es 2004 noch 28 und 2005 gerade mal 25 Prozent!“ Und der Anteil von Ausländern an Qualifizierungsmaßnahmen sei im vergangenen Jahr recht gering gewesen. Faust: „In Remscheid Von den 7.591 erwerbsfähigen Hilfebedürftigen, die die Remscheider ARGE im Oktober verzeichnete, waren 2-260 Ausländer. Davon hatten 88 Prozent (1994) keine Berufsausbildung!“ Die Zahl der Deutschen ohne Berufsausbildung lag bei  70 Prozent.

Und die Schulbildung? Von diesen Ausländern hatten 66 Prozent keinen Schulabschluss, 23 Prozent einen Hauptschulabschluss, 8 Prozent die Mittlere Reife nur drei Prozent (Fach)Abitur. Zum Vergleich die Schulabschlüsse der deutschen Arbeitslosen: 31 Prozent ohne, 46 Prozent Hauptschule, 18 Prozent Mittlere Reife und sechs Prozent (Fach)Abitur.

Als Gründe (die auch für Deutsche gelten) nannte der Chef der Remscheider ARGE:

  • überforderte Eltern
  • zu wenig Lehrer
  • migrantenfeindliches Schulsystem
  • Bildungsbereich wird nicht verbessert
  • kaum Interesse an Integration (bei Deutschen und Ausländern/ „Die kommen in ihren jeweiligen Communities klar“)
  • keine Heimatgefühle, keine Identifikation mit Remscheid, kein „Deutscher Traum“
  • keine eigenen Bemühungen um einen sozialen Aufstieg.

Das Armutsrisiko liege in Deutschland insgesamt bei 14,8 Prozent, der von Menschen ohne Migrationshintergrund bei 11,6 und das von Menschen mit Migrationshintergrund bei 28,2 Prozent.

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Chronist am :

Jugendliche, die noch einen Ausbildungsplatz suchen, sollten es heute oder morgen einmal im „Berufsbildungszentrum der Industrie“ (BZI) an der Wüstenhagener Straße versuchen. Zwischen 10 und 16 Uhr beteiligen sich dort Unternehmen aus Remscheid, Wuppertal, Solingen, Hückeswagen und Radevormwald an „Tagen der offenen Tür“, indem sie über die in ihren Betrieben vertretenen Ausbildungsberufe informieren. Im vergangenen Jahr kamen zu dem „Aktionswochenende“ rund 1.600 Jugendliche. In der überbetrieblichen Lehrwerkstatt werden Jugendliche im ersten Ausbildungsjahr auf ihren gewählten Beruf in der Metall- und Elektroindustrie vorbereite. In den beiden folgenden Ausbildungsjahren finden für die jungen Leute dort Fachlehrgänge statt, z.B. in Digital- und Steuerungstechnik sowie in Metall- und Zerspanungstechnik.

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