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Landesbehörde hält an Ampelanlage für Müngsten fest

Bauausschuss will sich mit Kreuzung Müngsten näher befassen, titelte der Waterbölles am 27. August. Doch bei der guten Absicht der Ausschussmitglieder ist es geblieben. Denn Uwe Dewes, der Chef der Gummersbacher Niederlassung des Landesbetrieb Straßen NRW, sagte die Teilnahme an der Bauausschuss-Sitzung am 21. Oktober kurzfristig ab. Und auch zur Sitzung am vergangenen Dienstag erschien er nicht. Denn in der Zwischenzeit hatte sich Waltraud Bodenstedt im Auftrag der W.i.R. schriftlich an den nordrhein-westfälischen Verkehrsminister gewandt, Dewes Dienstherrn, um zu erfahren, ob sich der „Unfallschwerpunkt Müngsten“ tatsächlich nur durch eine Ampelanlage entschärfen lasse. Damit war Dewes, dem wenig Lust nachgesagt wird, mit seinen Planungen Kommunalpolitikern Rede und Antwort zu stehen, aus dem Schneider. Dumm gelaufen wir für W.i.R., die dem Straßenplaner gerne Auge in Auge befragt hätte. So konnten der Bauausschuss lediglich einen Brief des Ministeriums zur Kenntnis nehmen, durch den sich, so Baudezernent Dr. Christian Henkelmann, „eine Stellungnahme des Landesbetriebs erübrigt“.

Ernst Otto Mähler (SPD) empfand diese schriftliche Stellungnahme als „wenig wertschätzend“. Die Behörde tue gerade so, als ob sie an jeder Bauausschusssitzung teilnehme. „Aber ich kann mich an keinen einzigen Besuch erinnern!“ Kritik galt aber auch der Verwaltung. Sie habe die Politik erst eingebunden, „als schon alle Karten verteilt waren“, sagte Günter Bender von den Grünen. Und Lothar Schiffer (FDP) erinnerte daran, dass die Planungen für die Kreuzung in Müngsten in Wuppertal von der Politik schon vor drei Jahren diskutiert worden seien. York Edelhoff (SPD) knüpfte hier an: „Als sich 2007 die Zuständigkeiten innerhalb des Landesbetriebs Straßen NRW veränderten, wäre eine gute Gelegenheit gewesen, den Chef der Gummersbacher Niederlassung in eine Sitzung einzuladen. Henkelmann: „Damals herrschte zwischen Stadt und Landesbetrieb ein problembeladenes Klima“.

An den Knotenpunkten L74 / L216 Morsbachtalstraße (Stadtgebiet Wuppertal) und L74 / B229 Remscheider Straße (Stadtgebiet Solingen) und Solinger Straße (Stadtgebiet Remscheid) ereigneten sich nach Angaben des Wuppertaler Polizeipräsidiums zwischen dem 1. Januar und 15.November 2008 18 Verkehrsunfälle mit einem Schwer- und einem Leichtverletzten sowie zwei Unfälle mit schwerem Sachschaden. Wie aus dem Antwortschreiben des Ministeriums an Waltraud Bodenstadt hervorgeht, hält die Behörde an ihrem Plan fest, den Verkehr in Müngsten künftig durch Ampeln zu regeln. Der Waterbölles dokumentiert das Schreiben nachfolgend in den Kernaussagen:

„Lichtsignalanlagen und Kreisverkehrsplätze bieten in Abhängigkeit von den verkehrlichen, topologischen und sonstigen Gegebenheiten sowohl innerhalb als auch außerhalb geschlossener Ortschaften einen vergleichbaren Sicherheitsstandard und eine ebenso leistungsfähige Verkehrsabwicklung. Nachgewiesenermaßen sind bei sachgerechter Ausführung beide Sicherungsarten geeignet, an unfallträchtigen Verkehrsknoten vor allem die Zahl der Unfälle mit Personen- oder schwerem Sachschaden zu verringern. Kreisverkehre erleben erfreulicherweise, nicht zuletzt aufgrund der Initiativen des Landes Nordrhein-Westfalen, seit Anfang der 90-er Jahre in Deutschland eine beachtliche Renaissance. Ihre geschwindigkeitsreduzierende Wirkung ist neben städtebaulich gestalterischen Aspekten oftmals ausschlaggebend für die Wahl dieser Knotenpunktsform.. Daher wird die Anlage von Kreisverkehrsplätzen vom Land Nordrhein-Westfalen verstärkt gefördert.

Gleichwohl haben jedoch die örtlich zuständigen Behörden, allen voran die Unfallkommission, einem Gremium aus Vertretern der örtlich zuständigen Straßenverkehrs-, Straßenbau- und Polizeibehörden, in jedem Einzelfall auch unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten (Nutzen-/Kosten-Verhältnis) zu prüfen, welche Knotenpunktsform am ehesten geeignet ist, um die Anforderungen an eine sichere und leistungsfähige Verkehrsführung zu erfüllen. Eine wichtige Entscheidungsgrundlage hierfür bietet der Gem. Runderlass des Innenministeriums und des Ministeriums für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalens vom 11. März 2008. Hiernach ist die Unfallkommission verpflichtet, auf Grundlage der straßenverkehrsrechtlichen Bestimmungen geeignete Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit zu erkunden, zu beschließen und zeitnah umzusetzen.

Nach den mir nunmehr vorliegenden Berichten des Landesbetriebes Straßenbau NRW und der Bezirksregierung Düsseldorf haben die Unfallkommissionen der Städte Remscheid und Wuppertal in ihrer gemeinsamen Sitzung am 16.11.2007 nach eingehender Diskussion und unter Abwägung aller o.. a. Aspekte, auch auf Grundlage der in der Vergangenheit bereits durchgeführten Untersuchungen zu den baulichen Anlagemöglichkeiten eines Kreisverkehrsplatzes, den einvernehmlichen Beschluss gefasst, den Kreuzungsbereich zu signalisieren. Hierbei blieb zu berücksichtigen, dass nicht nur der o. a. Verkehrsknoten, sondern auch der in unmittelbarer Nachbarschaft befindliche, ebenso unfallträchtige Verkehrsknoten L 74/ L 216 sowie die Zufahrt des Müngstener Brückenparks auf Solinger Stadtgebiet in die Verkehrssicherheitsüberlegungen einbezogen werden müssen. Dieser sehr weiträumige und auf Grund der Vielzahl der Fahrbeziehungen sehr komplexe Gesamtknotenpunkt ließe sich nur mit einem äußerst hohen bautechnischen Aufwand in einen Kreisverkehrsplatz umwandeln.

Allein die zwingend erforderliche Änderung der zwischen den Einmündungen gelegenen Brückenkonstruktion würde eine erhebliche Kostensteigerung verursachen. Nach der groben Kostenschätzung des Landesbetriebes wären für die Anlage eines Kreisverkehrsplatzes rund 1,30 Mio. € zu veranschlagen.. Erschwerend käme jedoch hinzu, dass für die Kreisverkehrslösung über den Regionalrat eine Priorisierung des Landesanteils über das Um- und Ausbauprogramm zwingend erforderlich wäre. Auf Grund der allseits bekannten angespannten Haushaltssituation ist in diesem Fall jedoch nicht mit einer vordringlichen Einstufung und mittelfristigen Realisierung der Maßnahme zu rechnen. Demgegenüber sind für die Errichtung einer modernen, d.h. vollverkehrsabhängig koordinierten Lichtsignalanlage nicht mehr als rund 0,25 Mio. € erforderlich, Die signaltechnischen Planunterlagen wurden federführend von der Stadt Wuppertal bereits erstellt, sodass im kommenden Jahr die Errichtung der Anlage erfolgen kann.

Insofern ist die gemeinsame Entscheidung der Unfallkommissionen der Städte Remscheid und Wuppertal zugunsten der Lichtsignalregelung nicht nur aus wirtschaftlichen, sondern insbesondere aus verkehrssicherheitstechnischen Aspekten zu begrüßen, da bereits in absehbarer Zeit mit einer wirkungsvollen Entschärfung: der unfallträchtigen Kreuzungsbereiche;zu rechnen ist.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Angaben gedient zu haben.

Mit freundlichen Grüßen Im Auftrag

gez. Ulrich Malburg

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Waterbölles am : Die W.i.R. hält an Kreisverkehr für Müngsten fest

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„Landesbehörde hält an Ampelanlage für Müngsten fest“, titelte der Waterbölles am 4. Dezember 2008. Zwei Wochen später berichtete der städtische Beigeordnete Dr. Christian Henkelmann in der Bezirksvertretung Alt-Remscheid, der Landesbetrieb Straßen NRW

Kommentare

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Chronist am :

In ihrem Antwortschreiben an Ulrich Malberg und Georg Stueben im Ministerium für Bauen und Verkehr NRW in Düsseldorf zeigt sich Waltraud Bodenstedt von der W.i.R. tief enttäuscht, „dass ein Gespräch im Vorfeld aller Stellungnahmen bisher nicht zustande gekommen ist.“ Sie habe mehrfach auf ihre Kommunikationsbereitschaft und die der verschiedenen Ausschüsse in Remscheid hingewiesen. Zitat: „Sie schreiben zwar, dass Herr Wittke Sie beauftragt, mir zu antworten, dennoch bezweifle ich, dass er den Sachverhalt und mein Bemühen um eine optimale Lösung überhaupt kennt. Mit Einbinden der Bürgermeinung hat der ganze Vorgang nichts mehr zu tun. In den letzten Wochen sind die Zeitungen in RS voll von Leserbriefen, die die Entscheidung zur Beampelung nicht verstehen. Diskussionswürdig ist für mich auch der Begriff -Unfallschwerpunkt. Die protestierenden Bürger bringen mit Recht vor, dass die schweren und häufigen Unfalle auf der Solinger Str. in Fahrtrichtung Remscheid vorkommen. Hier, 300 m weg von der Kreuzung Müngsten, fliegen die Fahrzeuge und Motorräder wegen hoher Geschwindigkeit aus den Kurven. Unter Hinweis auf unsere Nachbargemeinde Wermelskirchen (Kreis Bergisch Gladbach) erwähnen viele in dem Zusammenhang auch die dort in jüngster Zeit häufig entstehenden Kreisverkehre. Hier scheint Topographie und Geld - Wirtschaftlichkeit keine Rolle zu spielen. Dass Sie Ihre Fachleute anhören, sich auf Erlasse und Statistiken beziehen, ist die eine Seite, dennoch sollte bei der letzten Entscheidungsfindung die tatsächlichen Vorgänge vor Ort auch Eingang finden. Dazu gehört auch die Kommunikation mit den gewählten Bürgervertretern und den entsprechenden kommunalen Ausschüssen. Die einvernehmlichen Ergebnisse der Unfallkommission sind im Hinblick auf die aus Remscheid geäußerte Bürgermeinung wenig hilfreich, zumal sich die am meisten betroffenen Bürger aus RS in dieser Entscheidung übergangen fühlen.“

Chronist am :

... und will sie baldmöglichst auf eigene Kosten bauen lassen, geplant von der Stadt Wuppertal, die ebenfalls an einer schnellen Beseitigung dieses Unfallschwerpunkts interessiert sei. Das berichtete heute in der Bezirksvertretung Alt-Remscheid der städtische Beigeordnete Dr. Christian Henkelmann aus der jüngsten Sitzung der Unfallkommission. Eile sei geboten, hätten sich in Müngsten doch drei weitere Unfälle ereignet. Das zwinge zu zeitnahem Handeln. Aber auch aufgrund der geringeren Kosten (250.000 Euro) böte sich eine Ampelanlage anstelle eines doppelten Kreisverkehres (1,3 Millionen Euro) an. Waltraud Bodenstedt von der W.i.R. wunderte sich, warum der Unfallschwerpunkt nicht im Zusammenhang mit der Regionale 2006 und dem Brückenpark eine Rolle gespielt habe, da schon 2001 in der Unfallkommission thematisiert. Von der Verwaltung erfuhr sie heute, der Landesbetrieb Straßen NRW sei damals angesprochen worden, habe aber abgewinken: In Müngsten sei "nichts vorgesehen". Die BV, die dort lieber einen Kreisverkehr gesehen hätte, empfahl heute, für den Verkehr aus Remscheid Richtung Kohlfurt einen Grünpfeil einzuplanen und eine Nachtabschaltung der Ampeln.

Chronist am :

Seit heute ist die neue Ampelanlage in Müngsten in Betrieb, um den Verkehrsknoten zwischen der Bundesstraße 229 und der Landstraße 74 verkehrssicherer zu machen. Von einem Jahr war mit dem Bau der Anlage begonnen worden. Baukosten: Rund 1,3 Millionen Euro. Die Remscheider Wählergemeinschaft W.i.R. hätte dort lieber einen Kreisverkehr gesehen.

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