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Ohne Dolmetscher haben Gehörlose existenzielle Probleme

Grundsätzlicher Sparzwang“ machte es der Stadtverwaltung unmöglich, die Arbeit von Monika Kindsgrab, Gehörlosen-Seelsorgerin der Kirchenkreise Solingen und Lennep, mit 500 Euro zu unterstützen. Dabei leben allein in Remscheid mehr als 100 Gehörlose und Schwerhörige, wie Herbert Güthe, der Vorsitzende des Behindertenbeirates, am Dienstag im Sozialausschuss zu berichten wusste – anknüpfend an die Oktober-Sitzung, in der die Ausschussmitglieder die Versagung des beantragten Zuschusses mit Bedauern zur Kenntnis genommen hatten. Die Arbeit der Seelsorgerin mit Gehörlosen in Remscheid hat darunter gleichwohl nicht gelitten. Weil bei der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung Hör- und Sprachbehinderter im Raum Solingen e.V., bei der die Gehörlosenberatung unter dem Dach des Theodor-Fliedner-Heims angesiedelt ist – inzwischen hat der gemeinnütziger Verein dazu auch eine eigene Homepage - mehrere Spenden eingegangen sind. Und ein Antrag auf Projektförderung habe gute Aussicht, vom Diakonischen Werk angenommen zu werden, berichtete die Seelsorgerin am Dienstag im Sozialausschuss. Damit wäre dann die angestrebte Beratungsstelle für Gehörlose zunächst auf drei Jahre zu 90 Prozent gesichert. Die restlichen zehn Prozent, die Kindsgrab sich von den Kommunen erhofft hatte, könnten durch Spenden aus Solingen und Remscheid aufgebracht werden, berichtete gestern im Behindertenbeirat Sozialdezernent Burkhard Mast-Weisz. Womit einer festen Beratungszeit einmal pro Woche in Remscheid im kommenden Jahr aller Voraussicht nach nichts mehr im Wege steht.

Im Behindertenbeirat wird die Gehörlosenhilfe künftig vertreten sein. Monika Kindsgrab hält das für wichtig: „Wir legen Wert auf ein gutes Verhältnis zu den Kommunen und auf die Einbindung in Netzwerke!“ Möglich ist die Mitarbeit im Behindertenbeirat aber nur, wenn ein Gebärden-Dolmetscher zur Verfügung steht. Karin Moll-Hartmann, ehrenamtliche Mitarbeiterin der evangelischen Gehörlosenhilfe, im Sozialausschuss: „Ein Termin mit dem aus Düsseldorf anreisenden Gebärden-Dolmetscher muss zwei Monate im Voraus vereinbart werden.“ Da wäre es gut, wenn in Remscheid ehrenamtliche Dolmetscher zur Verfügung stünden. Vor Jahren habe es in Remscheid einmal einen Einführungskursus in Gebärdensprache gegeben, wusste Güthe zu berichten. Daran hätten auch zehn Remscheider/innen mit Erfolg teilgenommen. Danach sei das Projekt dann aber aus finanziellen Gründen wieder eingeschlafen. Burkhard Mast-Weisz überrascht: „Davon weiß ich gar nichts; da werde ich mich mal sachkundig machen!“

Seit März vergangenen Jahres hat die Gebärden-Dolmetscherin Karin Moll-Hartmann 64 Sprechstunden abgehalten mit durchschnittlich jeweils vier Ratsuchenden. ´Mehr sei nicht zu leisten, sagte sie im Sozialausschuss. Deshalb werde für die Gehörlosenberatung zurzeit auch nicht mehr geworben (steht die Finanzierung, kann sich das wieder ändern). Dabei ist der Bedarf groß. Denn wenn ein gehörloser Mensch die Bezugsperson verliert, die bislang sein „Sprachrohr“ war, ist er isoliert, hilflos. Wie soll jemand bei Ämtern Anträge stellen, wenn er nicht nachfragen kann? Karin Moll-Hartmann: „Das sind dann existenzielle Probleme!“ So habe etwa eine 58-jährige Frau nach dem Tod eines Angehörigen über Monate von 77 Euro Gehörlosenhilfe und 154 Euro Kindergeld gelebt (bei schwindenden Ersparnissen), bevor die Gehörlosenhilfe dacon erfahren und dringende Behördengänge übernommen habe.

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Chronist am :

Erst gestern erfuhren die Mitglieder des Sozialausschusses, dass im Jahre 2003 zwölf Remscheider an einer Ausbildung zum Gebärdendolmetscher teilgenommen haben, elf Personen im Jahre 2004 an einem Abfbaukursus und sieben an einem Auffrischungskursus. Angesichts dieser Zahlen zeigte sich der Ausschuss verwundert darüber, dass beispielsweise ein Altenheim einen Gebärdendolmetscher eigens aus Köln habe kommen lassen müssen. Im bergischen Städtedreieck wohnen derzeit nach Angaben von Herbert Güthe, dem Vorsitzenden des Behindertenbeirats, 479 Gehörlose.

Chronist am :

Am Sonntag, 6. Dezember, stimmt sich die Evangelische Gehörlosengemeinde Remscheid auf das Weihnachtsfest ein. Um 15 Uhr feiert sie gemeinsam Gottesdienst in Laut- und Gebärdensprache mit gesungenen und gebärdeten Liedern in der Stadtkirche Remscheid am Markt. Auch hörende Familienmitglieder und Freunde sind herzlich eingeladen. Anschließend gibt es im Gemeindehaus am Ambrosius-Vaßbender-Platz Kaffee. Damit der Nikolaus sich auf seinen Besuch richtig vorbereiten kann, würde er gerne wissen, wie viele Kinder kommen werden; außerdem freut sich die Gemeindeüber Kuchenspenden; Kontakt: Ev. Gehörlosenseelsorge, Pfarrerin Monika Kindsgrab, Tel.: 0201/52 39 135; Fax: 0201/52 39 136.

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