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Politikern ein Schulprojekt zur Kinderarbeit nahe gebracht

Daniele Matthews und Jennifer Kirsten mit Fragen an den Rat der Stadt.  Foto: Lothar Kaiser„Ganz schön mutig, so in den Rat zu kommen und vor so vielen Leuten Fragen zu stellen“, lobte die grüne Fraktionsvorsitzende Beatrice Schlieper gestern zwei Schülerinnen der Klasse 11 der Albert-Einstein-Schule. Jennifer Kirsten und Daniele Matthews hatten im Rahmen eines Schulprojektes die Aufgabe übernommen, zum Tagesordnungspunkt „Einwohnerfragestunde“ Rat und Verwaltung um eine Stellungnahme zum „fairen Handel“ zu bitten. In der Regel ist dieser Punkt binnen zwei Sekunden vorbei – weil kein Bürger eine Frage stellt. Diesmal also gleich zwei, und noch dazu so jugendliche Bürgerinnen, das lobten auch Kai Kaltwasser (CDU), Hans Peter Meinecke (SPD) und Oberbürgermeisterin Beate Wilding: „Ich freue mich sehr, dass junge Einwohner unserer Stadt die Gelegenheit nutzen, ihre Oberbürgermeisterin und ihren Rat um Beantwortung von Fragen zu bitten, die ihnen auf dem Herzen liegen. Das ist ein Stück gelebter Demokratie!“

Die Fragen von Jennifer Kirsten und Daniele Matthews im Einzelnen:

1. Werden in der Stadt Remscheid fair gehandelte Produkte eingekauft? Wenn ja, wie viel Prozent machen sie vom gesamten Warenbedarf aus?

2. Werden Produkte, bei denen Kinder an der Herstellung beteiligt sind, von der Stadt Remscheid gekauft? Wenn ja, beabsichtigt die Stadt Remscheid zukünftig auf den Einsatz solcher Produkte zu verzichten?

3. An die Vertreter der Fraktionen: Sind Sie bereit, eine Initiative zu unterstützen, die ausbeuterische Kinderarbeit bei der Beschaffung durch die Stadt Remscheid ausschließt?

Die Antwort der Oberbürgermeisterin:

„Mit mehr als 100 Kommunen deutschlandweit spricht sich auch die Stadt Remscheid dafür aus, keine Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit zu beschaffen. Deshalb werden hier im Hause nach Möglichkeit vorrangig Produkte aus dem „fairen“ Handel gekauft und genutzt. Das ist für die Stadtverwaltung selbstverständlich, weil die Ächtung von Kinderarbeit eine gesellschaftspolitische Verpflichtung ist, der wir aus innerer Überzeugung nachkommen.

Weil die Produktionswege nicht bei allen Produkten auf den ersten Blick lückenlos überprüfbar sind, informieren sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter meines Hauses bei der Beschaffung von Produkten über Internetrecherchen und Gespräche mit den Lieferanten sehr genau über den Herstellungsweg. Das trägt dazu bei auch in schwierigen Fällen, solche Produkte von einer Beschaffung auszuschließen, die durch Arbeit und Ausbeutung von Kindern hergestellt wurden. Zugleich ist es dank der Ausweitung des Produktangebotes aus dem fairen Handel möglich, in immer stärkerem Maße auf Produkte zurückzugreifen, für die eine Garantie gegeben wird, dass sie nicht durch ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt wurden.

Die Stärkung des fairen Handels in der Welt ist der beste Weg, jenen Firmen die Geschäftsgrundlage zu entziehen, die heute noch auf den Schultern der Schwächsten ihre Gewinne erzielen. Liebe Schülerinnen und Schüler, gestern feierten wir den 60. Jahrestag der Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen. Zu den Menschenrechten zählt auch das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Menschenrechte sind unteilbar. Sie gelten bei uns genauso wie an jedem Ort auf unserer Erde. Es kommt aber auch darauf an, ihnen zur Geltung zu verhelfen. Eure Initiative zielt in die richtige Richtung. Die Ächtung von Kinderarbeit ist eine gesellschaftspolitische und eine moralische Verpflichtung.“

Hans Peter Meinecke ergänzte, er würde sich schämen, wenn Produkte aus Kinderarbeit von der Stadt wissentlich eingekauft würde; dies sei aber nicht der Fall. Und Beatrice Schlieper betonte, es komme darauf an, in den Entwicklungsländern Alternativen zur Kinderarbeit aufzubauen: „Die Grünen werden dazu einen Antrag im Rat einbringen.“ Zur Vorbereitung dieses Antrages lud Schlieper die beiden Schülerinnen in eine der nächsten Fraktionssitzungen der Grünen ein.

Trackbacks

Waterbölles am : Grüne beantragen Ratsbeschluss gegen Kinderarbeit

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In der Ratssitzung vom 11. Dezember 2008 stellten die Schülerinnen Daniele Matthews und Jennifer Kirsten eine Einwohneranfrage zum global- und gesellschaftspolitischen Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“. Die Oberbürgermeisterin und VertreterInnen aller

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